Berufsorientierung

Unser Berufsorientierungskonzept
„Allgemein bildende Schulen haben die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zur Aufnahme einer Berufstätigkeit zu befähigen und sie auf eine begründete Berufswahlentscheidung vorzubereiten.“ RdErlass „Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen“ vom 1.12.2011 –VORIS 22410

In der Hauptschule Bramsche beginnen die berufsorientierenden Maßnahmen im 5. Schuljahrgang.
Durch die Teilnahme am Zukunftstag erhalten die Schülerinnen und Schüler einen ersten Einblick in die Berufswelt. Sie begleiten an diesem Tag ein Elternteil und präsentieren am darauf folgenden Tag ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Klasse. Sie informieren somit ihre Mitschüler über Tätigkeiten und Bedingungen in den verschiedenen Berufen.
Die Erfahrungen aus dem Zukunftstag werden ab der 7.Klasse durch intensive Recherchen im Internet ergänzt. Mit Hilfe der bekannten Seiten für Berufsorientierung (Beroobi, etc) informieren sich die SuS über ihren Wunschberuf sowie den Beruf ihrer Eltern oder Verwandten. Die Ergebnisse werden als Powerpoint oder Referat den Mitschülern präsentiert, so dass das Repertoire an Informationen für alle Schülerinnen und Schüler stetig wächst.
In dem 7. Schuljahrgang sammeln die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule auch die ersten praktischen Erfahrungen, indem sie am BOP in der Akademie Überlingen teilnehmen. Durch die handlungsorientierte Arbeit in den verschiedenen Berufsfeldern lernen sie ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten kennen. Anschließend werden die gewonnen Erfahrungen und Erkenntnisse mit den Ausbildern der Akademie Überlingen, den betreuenden Lehrkräften und Eltern reflektiert und ausgewertet.

Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse entwickelt sich bei den Schülerinnen und Schülern in der Regel ein Wunschberuf bzw. kann ein Wunschberufsfeld benannt werden. Im BIZ Osnabrück informieren sich die Schülerinnen und Schüler intensiver über diesen Beruf bzw. das Berufsfeld. Sie werden im Anschluss daran im Deutschunterricht angehalten, eine konkrete Bewerbung an einen Betrieb zu formulieren und sich für ein Schulbetriebspraktikum zu bewerben. Dieses findet im 2. Schulhalbjahr in der 8. Jahrgangsstufe statt. Konkrete Unterstützung erfahren die 8.Klässler bei der Wahl der Berufe und Praktikumsbetriebe durch die Schüler der höheren Jahrgangsstufe. Diese präsentieren ihre Erfahrungen und Erlebnisse auch den 8.Klässlern, es findet ein reger Austausch bzgl. der Voraussetzungen und Aufgaben und Tätigkeiten statt. Damit sich die Schülerinnen und Schüler bei der Wahl der Betriebe und Berufe nicht auf den engsten regionalen Bezirk einschränken wird in einem Mobilitätstraining in der 8. Klasse gezielt das Lesen der Busfahrpläne sowie das Busfahren in Osnabrück und dem Landkreis trainiert.
Reflektiert und ausgewertet werden die Erfahrungen, wie im Übrigen allen berufsorientierenden und berufsbildenden Maßnahmen an der Hauptschule Bramsche, durch den Austausch mit Mitschülern, dem Klassenlehrer und dem Schulsozialpädagogen. Anhand einer Plakatausstellung werden verschiedenen Berufe und Betriebe allen Schülerinnen und Schülern der Hauptschule präsentiert.

Der Schwerpunkt der Berufsorientierung liegt in der Jahrgangsstufe 9. Konkrete berufsbildende Maßnahmen zielen darauf ab, den zu den individuellen Stärken und Fähigkeiten passenden Beruf zu finden. In Kooperation mit den verschiedenen Bramscher Betrieben wird durch Maßnahmen wie dem „Handlungsorientierten Training zur Realisierung von Ausbildungswünschen“ sowie dem Bramscher B.O.P. der Kontakt zwischen potentiellen Ausbildern und Auszubildenden hergestellt. Eine Brücke bilden dabei die bereits in den Betrieben befindlichen Auszubildenden. Sie kommen zu dem Projekt „Azubis in die Schule“ und berichten von den Erfahrungen in einer Ausbildung. Ausbilder und Lehrkräfte sind dabei nicht anwesend, die jungen Menschen können sich auf „Augenhöhe“ offen und ehrlich austauschen. Über diese Maßnahme sowie den Bramscher B.O.P. entstehen häufig intensive Kontakte, die zur Durchführung eines dreiwöchigen Schülerbetriebspraktikums genutzt werden können.
Dieses sehr umfangreiche Praktikum wird durch eine Präsentationsveranstaltung in größerem Rahmen gewürdigt. Eltern, Ausbilder und Vertreter der verschiedenen Betriebe, Lehrkräfte, städtische Mitarbeiter, Bürgermeister sowie die Schülerinnen und Schüler aus dem 8. Jahrgang werden umfassend über die Praktikumszeit informiert. Es kommt an diesem Abend stets zu einem regen Austausch, der jedes Mal zur Intensivierung der Zusammenarbeit (Networking) führt.

In der Jahrgangsstufe 10 gehen die Schülerinnen und Schüler, die einen Realschulabschluss anstreben, noch einmal im Rahmen eines zweiwöchigen Schülerbetriebspraktikums in die Praxis. Um ein sicheres und erfolgversprechendes Auftreten bei den kommenden Vorstellungsgesprächen zu unterstützen, findet hierzu ein Kommunikationstraining im „Nachtworkshop: Erobern mit Stil“ statt. Abschließend erhalten sie Tipps und Informationen zum Thema Ausbildung im Projekt „Mein Start in die Ausbildung“ der Maßarbeit.

Das Berufsorientierungskonzept der Hauptschule Bramsche ist ein aufeinander aufbauendes, ineinander verzahntes Konzept, welches dazu führt, dass weit über 50% unserer Hauptschüler im Anschluss an ihre Schulzeit einen für sie passenden Beruf ergreifen. Handlungsorientierte Maßnahmen bauen aufeinander auf und werden stets mit den Schülerinnen und Schülern ausgewertet und reflektiert. Eine Einbeziehung der Eltern, der Erziehungsberechtigten sowie den Berufsberatern (Schulsozialpädagoge, Maßarbeit, Agentur für Arbeit) hat bei uns eine sehr hohe Priorität.


Module und Maßnahmen in der Berufsorientierung der Hauptschule Bramsche

a) Jahrgangsübergreifende Module

Berufsorientierungsbüro
Die Hauptschule Bramsche verfügt über ein Berufsorientierungsbüro, in welchem der Schulsozialpädagoge Herr Gerke Einzelberatungen durchführt. Hier stehen PC- Arbeitsplätze zur Verfügung, an denen Eignungstest durchgeführt, Bewerbungen geschrieben und Angebote für Ausbildungsplätze recherchiert werden können. In der vorhandenen Fachliteratur können sich unsere Schüler umfassend über die verschiedenen Berufsfelder und die dazugehörigen Ausbildungsberufe in unserer Region informieren.

Infotafel
Wir bieten für alle Schülerinnen und Schüler unserer Hauptschule eine Info-Ecke mit Ausbildungsangeboten und Informationen zu aktuellen Ausbildungsmessen. Über die unterschiedlichen Fort- und Ausbildungsmöglichkeiten der Berufsschulen Bersenbrück und Osnabrück wird dort ebenfalls informiert.

Berufsberatung
Die Berufsberatung an der Hauptschule Bramsche erfolgt nicht nur alleine durch die Lehrer.
Ungefähr einmal im Monat kommt Herr Schwarznecker von der Agentur für Arbeit in die Schule, um die Schüler zu beraten. Er informiert über offene Ausbildungsplätze sowie die verschiedenen Anforderungen und Voraussetzungen der Betriebe.
Regelmäßig besucht uns auch Herr Möller von der Jugendberufshilfe der Maßarbeit. Er berät Schüler bei der Berufswahl und hilft bei der Suche nach freien Ausbildungsplätzen. Zudem hilft er unseren Jugendlichen bei den Bewerbungen. Jugendliche, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, erhalten besondere Unterstützung.
Täglich ist Herr Gerke, der Schulsozialarbeiter der Hauptschule Bramsche, in seinem Berufsorientierungsbüro zu finden. Gerne lassen sich unsere Schüler dort in den Pausen oder Freistunden von ihm beraten. Herr Gerke kennt freie Praktikums- und Ausbildungsplätze, unterstützt die Schüler bei Bewerbungen und Anmeldungen an die Berufsfachschulen. Er hat stets ein offenes Ohr und fährt die Schüler und Schülerinnen im Notfall auch persönlich zu einem Vorstellungsgespräch.


Beratungsgespräche
Nicht nur Jugendliche werden bei uns beraten, auf Wunsch werden auch den Eltern Beratungsgespräche zur Berufswahl ihrer Kinder angeboten. Nach Bedarf werden Lernverträge zwischen Schule, Eltern und Schülern abgeschlossen, mit deren Hilfe versucht wird, die Schüler zu dem für ihren Berufswunsch erforderlichen Schulabschluss zu führen.

Elternseminare
Auf den Elterninformationsveranstaltungen zur Berufsorientierung werden die Eltern über die anstehenden Maßnahmen umfassend informiert. Geplant ist, dass die Eltern zukünftig am PC die gleichen Eignungsfeststellungstests wie ihre Kinder durchführen. Auf den entsprechenden Interseiten zur Berufsorientierung können sie sich, ebenso wie ihre Kinder, über die Ausbildungsberufe informieren und sich auf die Suche nach freien Ausbildungsplätzen in der Region begeben.
Weiterhin geplant ist, dass an besonderen Informationsabenden Personalchefs der Bramscher Betreibe erklären, worauf sie bei der Einstellung von Auszubildenden achten. Entsprechende Termine sollen über die Sparte „Termine“ auf der Homepage der Hauptschule Bramsche veröffentlicht werden.


Kooperation mit Betrieben
Die Hauptschule Bramsche arbeitet mit sehr vielen regionalen Betrieben sehr eng zusammen. Dies ist besonders wichtig, wenn auf „kurzem Wege“ spontan zur Verfügung stehende Ausbildungsplätze besetzt werden sollen oder besondere Praktikumsplätze gesucht werden.
Die Kooperation mit den Betrieben bezieht sich zudem vorrangig auf folgende Bereiche:

Betriebsbesichtigungen

Lehrerfortbildungen

Durchführung von Schulbetriebspraktika

Intensive Beratung und Information potentieller Auszubildender

Netzwerk Schule-Wirtschaft

Gute Beziehungen- kurze Wege

„Tag der Azubis“, an dem Auszubildende der verschiedenen Betriebe in die Hauptschule kommen und aus ihrem Arbeitsalltag berichten

Training zu Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen

Bramscher Berufsorientierungsparcours (B.O.P.) – Schüler testen Berufe

Berufswahlordner
In einem Ordner werden alle zur Berufsorientierung gehörenden Nachweise und Unterlagen gesammelt, so dass am Ende der Schulzeit ein individuelles Bild der vielfältigen Stärken und Fähigkeiten des Einzelnen dokumentiert ist.

CHILL=OUT
Die Idee und das Konzept

Alle Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 7-9 sollen sich mindestens ein Mal in der Woche außerschulisch in Vereinen, Kirchen, Wohltätigkeitsverbänden oder Ähnlichem verpflichtend engagieren. Am Ende eines jeden Schulhalbjahres werden die Trainer, Betreuer, Gruppenleiter angehalten, einen Fragebogen zu gemachten Tätigkeiten und gezeigten Kompetenzen der Jugendlichen auszufüllen. Dieser wird in der Hauptschule ausgewertet und in Form eines Kompetenznachweises an den Schüler zurückgegeben.
Ziel von CHILL=out ist es somit auch, dass die Schüler ihre Fähigkeiten, Stärken und Schwächen besser erfahren können, um so die Berufswahl vorzubereiten und treffsicherer zu machen.
Die Absicht
Diese Kompetenznachweise werden gesammelt, so dass bis zum Zeitpunkt der Bewerbung auf einen Berufsausbildungsplatz ein detaillierteres Bild der Stärken des Einzelnen entsteht. Der Berufsberater erfährt so nicht nur etwas über die schulischen Leistungen des Bewerbers sondern auch über dessen „private“ Fähigkeiten, die in der Schule so niemals in Erfahrung gebracht werden können.
Zudem erfahren die Schüler, dass es durchaus Spaß machen kann, sich in einem Team zu engagieren, sich in eine Gruppe einzubringen, anstatt dauernd alleine vor dem PC oder Fernseher zu sitzen.

also …
CHILL=out fördert auf aktive Weise den Übergang von der Schule zum Beruf. Darüber hinaus stärkt das Programm ein nachhaltiges und vor allem lebensnahes Lernen im nahen Umfeld der Jugendlichen.