Ruheraum

Das Ruheraum-Konzept an der Hauptschule Bramsche

Seit dem 2. Halbjahr 2006/07 gibt es an der Hauptschule Bramsche einen Ruheraum. Die Gesamtkonferenz hat nach eingehender Diskussion der Einführung des Ruheraumkonzepts einstimmig zugestimmt.

Ziel dieses Ruheraumes ist, den Schülern und Lehrern eine gute Lernatmosphäre zu schaffen, damit allen Schülern die bestmöglichen Chancen für die Zukunft gegeben werden können. Häufig wird dieses durch Unterrichtsstörungen erschwert, worunter alle Beteiligten leiden: unbeteiligte Schüler, weil sie nicht die nötige Ruhe zum Lernen finden, aber auch die „Störenfriede“, deren wahre Gründe für das Stören leider häufig unbeachtet bleiben. Der Gewinn für die Lehrer liegt darin, dass sie endlich die Chance haben, einen weitgehend störungsfreien Unterricht durchzuführen. Der Gewinn für die Schüler liegt darin, dass sie lernen, sich an Regeln zu halten, dass sie in ihrer Entscheidungsfreiheit gestärkt werden und die Konsequenzen ihres Verhaltens zu berücksichtigen.
Damit stellt das Programm des eigenverantwortlichen Denkens und Handelns eine Möglichkeit dar, die Eigenverantwortung der Schüler zu erhöhen und eine ruhige und sachliche Reaktion der Lehrer auf Störungen einzuüben. Unterrichtsstörungen sollen so vermieden werden und wertvolle Unterrichtszeit soll erhalten bleiben. Schüler sollen verstärkt angeleitet werden, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen und die Rechte anderer zu respektieren.

Wir als Schule haben uns auf 7 gemeinsame Regeln geeinigt, die in allen Klassen und für alle Schüler gelten:

• Ich höre zu, wenn andere sprechen.
• Ich melde mich und störe nicht durch Zwischenrufe.
• Ich passe im Unterricht auf und beteilige mich.
• Ich spreche und verhalte mich höflich.
• Ich gehe rücksichtsvoll mit anderen um.
• Ich achte das Eigentum anderer.
• Ich befolge die Anweisungen meiner Lehrerinnen und Lehrer.

Schüler müssen sich an diese Regeln halten, Lehrer achten auf die Einhaltung dieser Regeln.

Leider ist das für alle beteiligten nicht immer leicht.
Der Ruheraum bietet den Schülern die Möglichkeit, an ihrem Verhalten eigenverantwortlich aber geleitet zu arbeiten. Außerdem bietet er dem Lehrer die Möglichkeit, in ruhigerer Atmosphäre und im geregelten Rahmen weiter zu unterrichten und den Mitschülern die Möglichkeit in Ruhe zu lernen.
Im Sinne ALLER muss also störungsfreier Unterricht mit Hilfe des Ruheraum ermöglicht werden.

1. Ein Schüler wird im Unterricht nach einem Verstoß gegen eine der Klassenregeln zunächst mit dem Ritual verwarnt.
• Was tust du?
• Wie lautet die Regel?
• Was geschieht, wenn du gegen die Regel verstößt?
• Wofür entscheidest du dich?
• Wofür entscheidest du dich, wenn du noch mal störst?

2. Verstößt derselbe Schüler in dieser Stunde wieder gegen die Klassenregel, so füllt der Lehrer einen Laufzettel (rot=Signalfarbe) aus, trägt den Vorfall ins Klassenbuch ein und der Schüler geht in den Ruheraum.

3. Der Schüler geht zum Ruheraum, klopft an und tritt herein. Es findet ein Gespräch statt, bei dem der Schüler sein Verhalten erklären soll, Folgen verdeutlicht werden und bei dem Möglichkeiten zur Veränderung des Verhaltens besprochen werden sollen.

4. Der Schüler füllt nun den Rückkehrplan aus. Dieser soll ausführlich, sauber, individuell und zum Ereignis passend ausgefüllt werden.

5. Der Schüler gibt den Rückkehrplan an den Lehrer zurück, der ihn geschickt hat, dieser unterschreibt ihn, wenn er einverstanden ist, oder schickt den Schüler zur Überarbeitung wieder zurück.

6. Ist der Schüler bereits das 3. Mal/ 5. Mal/ 7. Mal im Ruheraum, so werden die Eltern schriftlich darüber informiert. Verlässt der Schüler mehr als ein Mal am Tag den Unterricht um in den Ruheraum zu gehen, wird er suspendiert, genauso wenn er sich weigert, seine Reflexion im Ruheraum zu erarbeiten.

• 3. RR-Aufenthalt: Infobrief
• 5. RR-Aufenthalt: Infobrief mit Elterngespräch
• 7. RR-Aufenthalt: Infobrief mit Klassenkonferenz
• Ausnahme: Bei mehr als 5 RR-Besuchen im 1.HJ gibt es im 2. HJ bereits nach weiteren 5 (insg. 10) Besuchen eine Klassenkonferenz.

7. Der Ruheraum dient auch bei Regelverstößen während der Hausaufgabenbetreuung, nicht jedoch bei Pausenproblemen (Pausenordnung) und nicht bei „Vergesslichkeiten“.

Hinweis:
Da intensive Gespräche im Sinne des Eisbergprinzips geführt werden sollen, können diese durchaus eine Schulstunde (bei vielen Besuchern auch länger) dauern.

Wird ein Schüler in seiner Reflexion nicht fertig, muss er bei der nächsten Gelegenheit zurückkommen, um seinen Plan zu beenden.