Erinnerung an Klaus Brüne

Klaus Brüne (Foto: filmdienst)

Klaus Brüne (Foto: filmdienst)

Im Oktober 1947 erschien die erste Ausgabe des FILMDIENST. Seitdem beobachtet, kommentiert und dokumentiert das Magazin in ungewöhnlicher Kontinuität die Filmszene in Deutschland. Aus Anlass des 70-jährigen Jubiläums erscheinen in den Heften „ungeordnete Erinnerungsstücke aus den sieben Jahrzehnten“. In Heft 11/2017 wird einem Manne gedacht, der bis zu seinem Tode 1983 auch ein aktives und sehr angesehenes Mitglied der IAKM war: Klaus Brüne. Der Text des FILMDIENST-Chefredakteurs Horst Peter Koll macht auf die Bedeutung Brünes für die Filmkultur in Deutschland aufmerksam.

Klaus Brüne war der Gründervater des FILMDIENST. Zwar gab es 1947 neben ihm noch weitere Gründungsmitglieder und Mitarbeiter (Wilhelm Bettecken, Willy Busch, Waltraut Schmitz-Bunse, Wilhelm Wanders), Brüne aber war – als 27-Jähriger – der erste Chefredakteur des Magazins (bis 1962). Später war er der erste Geschäftsführer der Katholischen Filmkommission (1949–62), 1987 begründete er das »Lexikon des Internationalen Films«, das die Filmjahrbücher der katholischen Filmkritik neu aufstellte und bis heute auf Brünes Vorleistungen fußt. 1962 wechselte er zur ZDF-Filmredaktion, die er bis 1985 leitete. Auch dort galt sein Engagement dem »besonderen Film«, wie eine Reihe im ZDF lautete, und es war sein Verdienst, dass Filmkunst und Filmkultur in jener Zeit wenn schon nicht im Kino, so doch im Fernsehen eine wichtige Heimstatt fanden. Zu Brünes Abschied sagte der damalige ZDF-Programmdirektor, erst Brüne habe den Spielfilm als eigenständigen Programmteil begriffen. In all jenen (Fernseh-)Jahren blieb Brüne auch der Spiritus Rector des FILMDIENST, charmant und zuvorkommend, zurückhaltend und doch stets aufmerksam, lobend und ermutigend, sich nie direkt einmischend oder aufdrängend. Am Ende hatte er 56 Jahre lang auf die eine oder andere Weise den FILMDIENST begleitet, war die allseits verehrte und respektierte »graue Eminenz« der katholischen Filmpublizistik. Am 2. 8. 2003 starb er, 83-jährig, beim Baden im See an seinem Urlaubsort Bad Aussee in Österreich – und mit ihm, wie es in einem Nachruf hieß, einer der angesehensten Filmexperten in Deutschland. Auch heute noch ist sich der FILMDIENST in stillem Einvernehmen seiner Rückbindung an die Traditionen der Zeitschrift bewusst – und damit auch an Werte und Wertmaßstäbe (nicht nur in der Filmbewertung), für die sich Klaus Brüne ein Leben lang engagiert hatte.

Horst Peter Koll