Neues Buch von Hans-Martin Schönherr-Mann: Politik zwischen Verstehen und Werten

Welt- und Menschenbilder ob säkularer oder religiöser Provenienz lösen ihre universellen oder absoluten Ansprüche nicht ein so wenig wie sie letzte Gründe anzugeben vermögen. Das destabiliert die politische Ontologie. Politische Philosophie analysiert dann das politische Denken wie das politische Geschehen mit hermeneutischen Methoden als Ereignis – dem Leitwort der Gegenwartsphilosophie.

Dabei stützt sich die politische Philosophie auf die hermeneutische Ontologie von Nietzsche, Heidegger und Gadamer, auf die psychoanalytische Hermeneutik von Freud und Lacan sowie auf die Sprachphilosophie von Wittgenstein, Austin und Derrida. Politik erweist sich derart im Anschluss an Arendt als ein interpretierendes Geschehen, das im Begriff der Verantwortung einen ethischen Willen zur Macht beherbergt, den ein mediales und technisches Begehren antreibt. Inwieweit lässt sich die geschwächte politische Ontologie in der hermeneutischen Moderne restabilieren, wenn sie dabei zwangsläufig auf ironische Abwege gerät?

Prof. Dr. H.-M. Schönherr-Mann, lehrt politische Philosophie an der LMU München; der Hochschule für Politik/TUM; Gastprof. 2016: Univ. Innsbruck; Venice International Univ., Univ. Regensburg. Bücher 2015: Gewalt, Macht, individueller Widerstand – Staatsverständnisse im Existentialismus, Nomos; Camus als politischer Philosoph, Innsbruck Univ. Press.