Studienwoche 2014

Zeit – Bewegung – Kommunikation
50 Jahre IAKM

Im kommenden Jahr feiert die IAKM ihr 50jähriges Bestehen vom 3. bis zum 8. August 2014 auf der Ebernburg (Nähe Bad Kreuznach). Wir wollen uns aber nicht (nur) mit der Vergangenheit aufhalten, sondern eher Veränderungen und Entwicklungen nachspüren, die sich mit den Themen Kommunikation, Medien, Bildung und Wissenschaft über die Zeit ergeben haben. Denn eine der Stärken der IAKM ist immer die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen gewesen.

Ein Schwerpunkt unserer Studienwoche 2014 wird die Beschäftigung mit der Zeit und den Veränderungen über die Zeit sein. Die Frage nach Be- und Entschleunigung und wie wir uns selbst bewahren in Zeiten des Wandels. Die Beschleunigung zeigt sich vor allem im digitalen Sektor. Obwohl die technischen Möglichkeiten eigentlich dazu hätte führen müssen, dass wir mehr Zeit haben, weil wir für einzelne Tätigkeiten weniger Zeit benötigen, leiden wir unter dem Paradoxon, keinesfalls mehr Freizeit zu haben, sondern eher das Gegenteil: Zeitknappheit. Nach Ernst Ferstl heißt Leben lernen u.a., dass wir uns die Zeit nehmen müssen, wenn wir welche haben wollen.

Für alle Denkbemühungen vis à vis dem Thema ZEIT gilt die Feststellung des hl.  Augustinus, die Zeit sei ein „ungemein verwickeltes Rätsel“ (Confessiones Kap.11). Wir reden über die Zeit und leben in ihr, wir verstehen und werden verstanden, aber wir verstehen das Verstehen nicht. Wir machen einfach die Erfahrung, dass wir Zeitschwämme sind, durchtränkt von der Zeit. Zeit herrscht über uns, in uns und durch uns. Heute mit Sicherheit anders als in den früheren Zeiten – ohne die großen Veränderungsraten und bei geringerer

Beschleunigung auf allen Sektoren. Wir spüren ferner, dass gelebte und erlebte Zeit zusammen hängen, aber nicht deckungsgleich sind. Erlebte Zeit ist immer gelebte Zeit, jedoch nicht umgekehrt (Wolfgang Tinnefeldt).

Damit nichts über die Zeit vergessen wird, müssen wir erzählen: narrative Prozesse, mediale Erzählstrategien und deren ethische Dimensionen. Denn auch Kommunikation hat sich über die Zeit verändert.

Für Aristoteles ist der Zeitbegriff untrennbar an Veränderungen gebunden. Veränderungen geschehen in der Zeit, aber von der Zeit selbst gilt das nicht. Sie selbst ist keine Bewegung, sondern das Maß jeder Bewegung.