Studienwoche 2017

„Ich bin mehr als (m)ein Algorithmus!“ – Verantwortung und Selbstbestimmung in der Digitalen Gesellschaft

In Kreisau vom 23. bis zum 29. Juli 2017

Algorithmen bestimmen schon lange unser Leben, auch wenn wir es selten bemerken. Entscheidungen werden immer mehr von rechnenden Maschinen getroffen. Aber kaum jemand weiß, was ein Algorithmus ist, wie er funktioniert und vor allem – wie sollen/wollen wir damit umgehen? Täglich hinterlassen wir digitale Spuren, die gierig von Internet-Kraken aufgesogen werden und uns mit einer „Digitalen Diktatur“ (Stefan Aust) bedrohen. Insgesamt wird diese Entwicklung zwar als bisher größter Entwicklungsschritt gesehen: „Eine neue Ära bricht an“ (Wirtschaftswoche), „Die vierte Industrielle Revolution“ (Handelsblatt). Viele befürchten aber den Verlust von Autonomie und Selbstbestimmung: „Die Welt bleibt unberechenbar“ (faz.net), „Das Netz-ein kafkaesker Staat“ (cicero).

Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz sind die nächsten Zündstufen dieser technischen Evolution. Politik und gesellschaftliche Institutionen reagieren entweder rat- und hilflos oder völlig überzogen wie bei der Europäischen Datenschutzreform. Dabei gibt es doch auch eine ganze Reihe positiver Entwicklungen. Schon heute wird mit Künstlicher Intelligenz im Pflegebereich gearbeitet, mit Effektivem Altruismus werden Spenden zielgerichtet gesteuert.

„Ich bin mehr als (m)ein Algorithmus“.  Das klingt zwar sehr mutig, ist vermutlich aber auch ein wenig „naiv“. Wir wollen kein Horrorszenario aufzeigen und uns Endzeitstimmungen hingeben, sondern Klarheit schaffen und uns auch mit Aspekten von Moral und Ethik beschäftigen.

Auch die Medien sind von dieser Entwicklung betroffen, einerseits mit dem Thema Fake-News und Filterblase und andererseits mit dem Vorwurf der „Lügenpresse“. Während dieser bei uns aus den Reihen der Rechtspopulisten von „unten“ kommt, hat in Polen der Staat die Medien „von oben“ im Würgegriff.

Der besondere historische Ort – Zentrum des im Widerstand gegen Hitler agierenden Kreisauer Kreises um Hellmuth James Graf von Moltke – wird uns natürlich beschäftigen, nicht zuletzt auch mit dem Datenthema. Dazu gibt es eine interaktive Lesung der Moltke-Briefe und einen Ausflug nach Breslau, das 2016 Kulturhauptstadt war.Zu dieser Studienwoche lädt Sie/Euch das Präsidium der IAKM herzlich ein.

Claus Fokke Wermann
– Präsident –

 

„Am Ende läuft alles auf Menschen und Werte hinaus. Es muss uns gelingen, eine Zukunft zu gestalten, die für uns alle lebenswert ist, in der Menschen und deren Befähigung an erster Stelle stehen. In ihrer schlimmsten, entmenschlichten Form hat die Vierte Industrielle Revolution in der Tat das Potenzial, Menschen zu Robotern zu machen, die kein Herz und keine Seele mehr haben. Aber wenn sie die besten Seiten der menschlichen Natur – Kreativität, Empathie, Verantwortungsgefühl – stärkt, dann kann sie die Menschheit auf eine neue Stufe heben, die geprägt ist von einem neuen kollektiven und moralischen Bewusstsein und einer gemeinsamen Auffassung von Schicksal. Wir müssen nun alle zusammen daran arbeiten, dass das Letztgenannte eintritt.“
(Klaus Schwab, Chef des Weltwirtschaftsforums, Januar 2016)

Robert96 aus der deutschsprachigen Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

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Eingeladen:

Angehörige aus Berufen, die ein hohes Maß an kommunikativer Kompetenz verlangen: (Medien-) Pädagogen, Lehrkräfte, Erwachsenenbildner/-innen, Ausbilder/-innen, Kommunikationstrainer/-innen, Seelsorger/-innen, Journalisten sowie Personen aus beratenden, medizinischen und pflegerischen Berufsfeldern. Mit eingeladen sind auch die Familienangehörigen. Ein besonderer Akzent der Studienwochen ist ihre familienfreundliche Ausrichtung. Es ist eine Kinderbetreuung eingerichtet.

Organisatoren:

IAKM_Logo_SMALL_300x129

michaelaMichaela Heiser
Geschäftsführerin der IAKM
Sandbornstraße 6
65197 Wiesbaden
E-Mail: michaela(-ät-)heiser.cc

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