Werkstätten 2018

Werkstatt 1
Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

In meinem Workshop möchte ich den Teilnehmern/innen die vielen verschiedenen Bereiche meiner Arbeit als Bildhauer vorstellen. Dabei geht es um Techniken, Materialien, (speziell wird der Bronzeguß behandelt), um Arbeitsabläufe vom Auftrag bis zur Ausführung und auch Kunst am Bau.
Nach einer theoretischen Einführung möchte ich den Teilnehmern/innen die künstlerische Technik des Linoldrucks näher bringen und eine kleine Druckwerkstatt einrichten, in der wir nach dem Erlernen von grundlegenden Techniken sowohl „traditionell“ als auch frei und experimentell arbeiten werden.

Max Wagner

Max Wagner

Max Wagner,
1956 geboren in Straubing (Niederbayern), Abitur am humanistischen Gymnasium in Metten, Zeichner bei archäologischen Ausgrabungen.1979-1985 Studium der Bildhauerei bei Prof. Erich Koch an der Akademie der Bildenden Künste in München / Meisterschüler, Abschluss des Studiums mit dem Diplom.
Assistent von Prof. Koch an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1989 als freischaffender Bildhauer tätig. Mitglied der MÜNCHENER SECESSION, 2004 Kulturpreis des Landkreises Starnberg.
Dozent an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor.
www.maxwagnerskulpturen.de


Werkstatt 2
Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Trauma und transgenerationale Weitergabe

Solange wir sinnvoll leben, fragen wir meist nicht nach dem Sinn. Sinn wird zur Frage und zum Problem, wenn er verloren geht und das Leben inhaltsleer und zukunftslos wird. In der Psychotherapie ist die Sinnfrage wesentlich durch den Wiener Psychiater Viktor E. Frankl (1905-1997) in der Ausei-nandersetzung mit existenziellen Fragen der Philosophie thematisiert worden. In seiner Theorie seelischer Gesundheit nimmt der „Wille zum Sinn“ einen zentralen Stellenwert ein. Sinn ist für ihn die primäre Motivationskraft, wie der Mensch aus Situationen der Lähmung und Aussichtslosigkeit wieder ins Handeln kommen kann.
In diesem Workshop möchten wir uns mit Frankls Sinnfindungs-Modell näher auseinandersetzen. Neben kurzen Impulsreferaten, Text- und Fallbeispielen sowie kleinen Übungen sollen Gespräch und Austausch die Auseinandersetzung mit dem Thema strukturieren und weiterführen.

Dr. Manfred Zmy

Dr. Manfred Zmy

Dr. Manfred Zmy,
Jahrgang 1947, studierte Philosophie und kath. Theologie sowie Germanistik, Pädagogik und Kunstwissenschaft in München, Frankfurt/M., Berlin und Braunschweig; war von 1969 bis 1983 Mit-glied des Jesuitenordens und arbeitete als Gymnasiallehrer und Hochschulseelsorger; nach dem Ordensaustritt Verlagsredakteur für Schulbücher und Bildungsmedien bis zum Eintritt in den Ruhe-stand 2010. 1996-2004 berufsbegleitende Ausbildung bei der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (GLE) . 2014 Promotion in Philosophie mit einer Arbeit über den französischen Je-suiten, Mystikforscher und Kulturtheoretiker Michel de Certeau (1925-1987).


Werkstatt 3
Wir Stimmen – Sing-Workshop

„Singen ist die Sprache der Seele“. Und das trifft es sehr gut. Wir alle singen gerne, weil es ein Teil unserer Kommunikation ist. Nur haben wir diese Möglichkeit leider mehr und mehr verloren in unserer Kultur. Singen – vor allem in Gruppen – das machen heute nur noch wenige Menschen, ob in der Kirche oder im Chor. Bei „WirStimmen“ steht der Spaß am Singen absolut im Vordergrund. Und: es gibt KEINE Voraussetzungen. Und: JEDER kann singen! Jede Stimme ist einzigartig. Und zusammen klingen wir alle noch viel einzigartiger. Deshalb lernen wir unsere Stimme (und unseren Körper als „Instrument“) wieder neu kennen. Wir singen Lieder mit wenig Text, mit Bodypercussion, mit Begegnungen und auch Tanz. Und ohne Noten. Ohne Zettel in der Hand. Ganz befreit und ohne Druck. Und wir werden eine starke Verbindung herstellen – das geht beim gemeinsamen Singen kaum anders. „WirStimmen“ von und mit Annika Boos und Marco Lombardo.

Annika Boos

Annika Boos

Annika Boos
hat klassischen Gesang an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln studiert. Ihre sängerische Tätigkeit führt sie in zahlreiche Opern- und Konzerthäuser weltweit, wie in die Kölner Philharmonie, in das Concertgebouw Amsterdam und nach Nicaragua, auf die Philippinen, Korea und Japan.
Neben ihrer künstlerischen Arbeit, hat sie sich auch der Musikpädagogik verschrieben. 2014 macht sie ihr Diplom in Elementarer Musikpädagogik. Sie hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Tanz in Wuppertal, coacht Chöre und gibt Gesangsunterricht. Ihr Musikprojekt mit SeniorInnen „frisch gesungen“ gewann den Förderpreis des Hochschulwettbewerbs der Rektorenkonferenz deutscher Musikhochschulen.

Marco Lombardo

Marco Lombardo

Marco Lombardo
ist Journalist und Moderator beim WDR.
Aber die Musik hat es ihm schon immer angetan. Als Singer/Songwriter schreibt er eigene (zumeist deutsche) Lieder. Aber vielmehr geht es ihm um das gemeinsame Singen. Deshalb hat Marco Lombardo eine Weiterbildung („Die heilende Kraft des Singens“) gemacht. Dabei hat er gelernt mit einfachen Liedern andere Menschen für das Singen zu begeistern -u.a. in einem Senioren-Chor mit demenziell erkrankten Menschen. Gemeinsam mit Annika Boos hat er das Projekt „WirStimmen“ ins Leben gerufen. In der Wuppertaler Thomaskirche zum Beispiel kommen jeden Monat ca. 60 Menschen zusammen um gemeinsam zu singen.


Werkstatt 4
Digitales Klassenzimmer!?

Die Digitalisierung verändert nahezu alle Lebensbereiche, auch das Klassenzimmer und damit die Kindheit und Jugend. In diesem Arbeitskreis soll ein kurzer Einblick in Trends und Entwicklungen gegeben werden. Schwerpunkt soll aber auf spielerischem Tun liegen, das gerade wegen oder trotz seiner Digitalität unsere Phantasie und Kreativität herausfordert. Mittels ScratchJr/ Scratch und Calliope-mini wird dabeispielerisch in das vielen kompliziert erscheinende Gebiet des Programmierens einführt, so wie es auch mit Grundschülern erprobt wird. Wenn Tablet oder einen Laptop vorhanden ist, sollten diese mitgebracht werden, es können aber auch Geräte gestellt werden.

Christian Mund

Christian Mund
Christian Mund ist Grundschullehrer in Hannover. Für das Land Niedersachsen ist er als medienpädagogischer Berater tätig und bildet im Studienseminar Hannover I und an der Uni-Hildesheim angehende Lehrerinnen und Lehrer im Fach katholische Religion aus.
Im Rahmen seiner medienpädagogischen Tätigkeit liegt sein Schwerpunkt auf der informatischen Bildung und deren Implementierung in Lehrpläne und Schulkonzepte.


Werkstatt 5
Nur noch die Utopie ist konkret

Utopisches Denken – das meint keineswegs (nur) den Blick in die Glaskugel einer fernen Zukunft. Vielmehr braucht gerade die Gegenwart angesichts aktueller Herausforderungen (von denen die Digitalisierung nur eine darstellt) eine Perspektive, die aus der kritischen Reflexion des Gewesenen das Denkbare, das möglich Erscheinende entstehen lässt – und zwar in seiner Ambivalenz von dystopischer Warnung bis zum „Prinzip Hoffnung“. Der Philosoph Oskar Negt bringt es auf die Formel „Soziales Gedächtnis und Utopiefähigkeit sind zwei Seiten derselben Sache“ und schreibt, wer „über Verluste, die er erlitten hat, nicht trauern kann, hat auch keine Kraft zur Utopie“.

Diese Kraft wollen wir in der Werkstatt aktivieren und uns ihrer durch heitere, ernsthafte und ergebnisoffene Diskussionen der Themen unserer Studienwoche versichern. Zudem wird es diverse externe Impulse geben, so etwa die Befragung von Aldous Huxley, der seiner Dystopie „Brave New World“ dreißig Jahre später mit „Eiland“ einen diskutablen Gegenentwurf folgen ließ, das Hineindenken in den Begriff der aus Erinnerungs- und Utopiefähigkeit bestehenden „Historischen Kompetenz“ des Philosophen Oskar Negt sowie die Begleitung eines Besuchers vom „Planeten der Habenichtse“ in eine kapitalistische Gesellschaft. Diesen Besuch kommentiert die SF-Autorin Ursula K. LeGuin wie folgt: Die grundlegende Idee, alles mit allen zu teilen, bedeutet in einer kapitalistischen Gesellschaft, in einer Munitionsfabrik ein Streichholz anzuzünden.

Auch und gerade wenn man fest mit beiden Beinen auf der Erde steht, kann man den Kopf hoch in den Himmel recken und zwischen den Wolken nach Ausblicken auf Sonne, Mond und Sterne hoffen…

Paul D. Bartsch
Jahrgang 1954, ist Literaturwissenschaftler, Medienpädagoge und Professor für Erziehungswissenschaft an der Hochschule Merseburg (Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur). Daneben ist der inzwischen mehrfache Großvater seit vier Jahrzehnten als Liedermacher unterwegs, um die Hoffnungsfülle der Utopien mit der Holzgitarre gegen virtuelle Illusionen und digitale Sounds zu verteidigen.

 

Detlef Endeward,
Jahrgang 1951, ist Fachbereichsleiter Politische Bildung im Nds. Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) in Hildesheim. Er studierte Geschichte, Politik, Philosophie und Pädagogik an der Universität Hannover und arbeitete anschließend an Schulen und in der außerschulischen Bildung. Von Anfang der 80er Jahre bis Ende 2017 war er im Bereich der Medienbildung tätig, zunächst in der Landesmedienstelle Niedersachsen, dann im Nds. Lehrerfortbildungsinstitut. Zum Ende seiner Berufslaufbau ist er in die politische Bildung zurückgekehrt und spielt mit Streichhölzern.


 Werkstatt 6
Kinder- und Jugendwerkstatt

Es gibt eine Kinderbetreuung mit eigenen Angeboten, damit die Eltern in aller Ruhe an den Vorträgen und Werkstätten teilnehmen können. Die Betreuung übernimmt Angelika Stuppner. Das Programm für die jungen Teilnehmer/innen wird abwechslungsreich, wobei Bewegung nicht zu kurz kommen soll. Es soll ins Schwimmbad gegangen, im hauseigenen Park bei Bewegungsspielen ausgetobt und kleine Wanderungen gemacht werden. Zudem soll der Tierpark besucht und Karten- und Gesellschaftsspiele gespielt werden, um mögliche Regenstunden zu überbrücken.

Angelika Stuppner

Angelika Stuppner
Jahrgang 1995 aus Marling bei Meran, Südtirol. Seit meinem 16. Lebensjahr habe ich  immer wieder mit Kindern gearbeitet, sei es als Kindermädchen, Hausaufgabenhilfe oder in Vereinen. 2014 habe ich die Matura am Pädagogischen Gymnasium Meran abgelegt und seit Oktober 2015 studiere ich Lehramt mit der Fächerkombination English und Deutsch an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Im Sommer 2016 war ich für fünf Wochen in der Kinderbetreuung mit Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren tätig. Es ist mir sehr wichtig, dass Kinder in unserer stressigen und digitalen Welt noch die Möglichkeit haben, sich mit sich selbst zu beschäftigen, um dabei ihre Interessen und Kreativität entdecken und entwickeln können.