Die Waschmaschinentänzerin

Juliette bei der Deutschen Meisterschaft

Strahlend gibt sie ihre Entschuldigung bei ihrer Klassenleitung ab, denn ihr nächster Tanzwettbewerb steht schon wieder vor der Tür. Als eine gute Tänzerin darf Juliette ausnahmsweise auch mal früher aus dem Unterricht. Sie ist eine sehr begeisterte Hip-Hop Tänzerin, die schon bevor sie überhaupt richtig laufen konnte vor der laufenden Waschmaschine stand und zu ihren Geräuschen tanzte.

Juliette Benke, kurz auch Julie, ist eine Schülerin des neunten Jahrgangs der KGS Pattensen. Die Fünfzehnjährige ist ein aufgewecktes Kind mit russischen Wurzeln. In ihrer Klasse und unter ihren Freunden ist sie als gute Schülerin, die trotz ihres engen Zeitplans immer gut gelaunt und sehr organisiert ist, bekannt.

Mit 5 Jahren hat Juliette mit dem Hip-Hop-Tanzen in der Tanzschule Gregor in Hemmingen begonnen. Dies ist auch der Tanzstil, der ihr am meisten gefällt. „Ich habe auch schon andere Tanzrichtungen ausprobiert, wie zum Beispiel Breakdance bei einem Workshop in der Oper, aber Hip-Hop ist und bleibt meine große Leidenschaft“, sagte Juliette mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. In ihrer Tanzschule fühlt sie sich besonders wohl. In eine andere zu wechseln, kommt für Juliette gar nicht in Frage. Über ihre Tanzschule erzählt Julie stolz, dass diese ihr zweites Zuhause sei. Alle kennen sich, da die Tanzschule relativ klein gehalten wird.

Auch auf großen Meisterschaften, sogar Weltmeisterschaften, tanzte Juliette schon. Dies zeigt ihr immer wieder, was für eine gute Tänzerin sie ist und darauf ist sie auch stolz. Zu den Meisterschaften fahren sie oft lange. Manchmal müssen sie sogar in einem Hotel übernachten, wenn die Meisterstadt im Ausland, wie zum Beispiel in Dänemark stattfindet. Das kostet natürlich viel Zeit, doch das ist Julie das Tanzen wert. Sie investiert viele Wochenenden für das Tanzen, denn es macht sie glücklich.

Früher tanzte Juliette öfters auch ein Solo. Heutzutage traut sie sich dies leider nicht mehr, weil sie denkt, dass die Konkurrenz zu groß sei. Da sie aber auch nicht immernur in der Gruppe tanzen wollte, überlegte sie sich, ein Duo mit ihrer Freundin zu tanzen. Da diese dann aber aufhörte, blieb es bei dem Tanzen in der Gruppe. Vielleicht wird sich dies aber in Zukunft nochmal ändern.

Das Besondere an Juliette ist, dass sie in ihren jungen Jahren schon sehr verantwortungsvoll durch das Leben spaziert. Voller Überzeugung berichtet sie uns nämlich, dass Schule im Moment wichtiger als das Tanzen sei, da die Schule ihrer Meinung nach sehr bedeutend für ihre Zukunft sei. Obwohl ihr Leben gerade zum größten Teil aus Tanzen besteht, will sie später in ihrem Berufsleben damit weniger zu tun haben, da der Job als Tanzlehrerin leider nicht so gut bezahlt wird und sie dafür auch mehr als nur Hip-Hop tanzen können müsste. Trotz ihrer bisherigen Erfolge und guten Chancen auf eine Tanzkarriere, möchte Julie später lieber einen Bürojob, zum Beispiel als Architektin oder Bankkauffrau.

„Was ich für das Tanzen empfinde, kann man nicht in Worte fassen“, so sehr schwärmt Juliette für ihr Hobby. Immer wenn sie über ihre Leidenschaft spricht, funkeln ihre Augen. Dank dem Tanzen hat Juliette viele Freunde kennengelernt und eine zweite Familie in der Tanzschule gefunden. Für Außenstehende sieht sie sehr fröhlich aus, wenn sie über ihre Leidenschaft spricht und durch sie wird einem immer wieder bewusst, wie stark eine Leidenschaft einen Menschen beeinflussen und formen kann.

 

Foto: Juliette Benke Text: M.Rvk, M.Vrd

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