Der Leuchtturm

Eine kleine Gespenstergeschichte von Hanna Masur, Grundschülerin der IGS Roderbruch Hannover. 

Linus war 6 Jahre alt und ist gestern in die Schule gekommen, deswegen war er ziemlich müde und er schlief sehr schnell ein. Er träumte, dass er mit seiner besten Freundin und mit seinem besten Freund an einer Klippe stand. Es war ein stürmischer Abend und es wehte ein kalter Wind.

Seine Freundin hieß übrigens Lilli und sein Freund Sassim! Alle drei froren heftig. Da rief Lilli: „Da, da ist ein alter Leuchtturm, lasst uns dort einmal hingehen und sehen, ob man da reingehen kann!“ Das fanden die Jungen gut und stimmten ihr zu. Also gingen sie zu dem alten Leuchtturm. Die Tür ging auf, es quietschte und knarrte laut und ein gewaltiger Geist streckte den Kopf hinaus. „Was wollt ihr denn hier?“, fragte der Geist freundlich. Linus hatte zwar richtig Angst, trotzdem so fand er, könnte man mal versuchen, mit dem Geist zu reden. Er fasste sich ein Herz und sagte: „Wir suchen hier Schutz, der Sturm ist so stark! Lass uns bitte rein!“

Sassim zog ihn zur Seite und rief, denn der Sturm wurde immer stärker: „Spinnst du? Das ist ein GEIST!!!“ „Ja und er hat gelächelt un…..“ Bevor Linus zu Ende reden konnte, unterbrach ihn der Geist: „Ich heiße Jonatan und möchte nur Freunde finden! Ich weiß, ich sehe alt aus, aber eigentlich bin ich nur 137 und nicht 2658 Jahre alt – bitte glaubt mir! Ein Zauberer hat mich verzaubert!“ „Ach so“, sagte Lilli. Dann kam sie auf das zurück, warum sie eigentlich zum Leuchtturm gekommen waren. „Kannst du uns reinlassen Jonatan?“ „Klar!“ Im Leuchtturm war es gemütlich und schön warm. Vor dem Kamin stand ein altes Sofa. Es war total zu gestaubt und roch nicht besonders gut. Das war Linus und Lilli herzlich egal. Sie setzten sich auf das Sofa und genossen die Wärme. Nur Sassim sah sich ängstlich um. „Da, da…. das ist unglaublich! Also eigentlich ist es ja nicht so schlimm! Aber …..trotzdem habe ich vor Ihnen Angst, Herr Geist“, sagte Sassim. Das fiel ihm ein bisschen schwer, denn wann spricht man schon mal mit einem Geist?

Jonatan antwortete ruhig: „Du, ich bin harmlos! Man sagt ja, dass Geister gruselig sind, aber ich bin ungefährlich, glaub mir! Bitte!“ „Okay!“, sagte Sassim, jetzt mit ruhigerer Stimme. „Ach ja und das ‚Herr’ lass bitte weg! Wie schon gesagt, bin ich ja für einen Geist sehr jung. In Menschenjahren wäre ich gerade mal 8!“, sagte Jonatan. „Sassim und ich“, sagte Linus, „sind beide 6 und Lilli isst 7 Jahre alt!“ „Gut! Na ja, mit Kleineren komme ich ja gut aus!“, sagte Jonatan mit einem Grinsen im Gesicht. „Ha, ha, ha – sehr witzig!“, rief Lilli, auch mit einem Grinsen im Gesicht. Das Feuer knisterte im Kamin und Jonatan erzählte seine Geschichte:

„Ich war früher ein Schiffsjunge. Doch eines Tages kam ein großes Unwetter und ich….“, Jonatan machte eine Pause, „ich wurde von Bord gespült. Als ich aufgewacht bin, war ich auf einer Insel gelandet. Dann bin ich verdurstet, doch ich war nicht tot. Schon nach einer Woche bin ich wieder aufgewacht und wollte laufen, doch ich bin geflogen und konnte über das Wasser schweben – ich war gerettet. Dann entdeckte ich diesen Leuchtturm und beschloss hier zu wohnen. Doch nach 100 Jahren kam ein böser Zauberer und verfluchte mich! Ich wurde älter immer älter, schon nach einem Tag war ich so alt wie jetzt………..“

„Linus aufwachen! Wir fahren zu Oma und Opa!“, rief Mama.

„Okay!“, sagte Linus und kroch aus seinem Bett.

Ein Kommentar

  1. Diese Geschichte hat mir gut gefallen, sie ist spannend geschrieben mit sympathischen Personen und einem liebenswerten Geist. Ich habe Lust, mehr davon und darüber zu lesen

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