Mit Schönheit zum Glück?

Von Dennis Lee Schünemann.

Oft hört man, wie unglücklich viele Menschen mit ihrem Aussehen sind: Die Nase sei zu groß, die Arme zu dünn, das Gesicht zu breit oder die Lippen zu schmal. Im Endeffekt wollen die meisten Menschen dem vorherrschenden Schönheitsideal entsprechen. Unter anderem, weil sie glauben, nur so zu Erfolg und einem glücklichen Leben gelangen zu können. Doch woher kommt dieser Gedanke? 

Schon immer gab es ein bestimmtes Schönheitsideal, das sich im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder geändert hat. Wobei gesagt werden muss, dass es sich um ein Ideal handelt. Also um ein gesellschaftliches Konstrukt, welches sich nicht auf jeden Menschen unserer Gesellschaft übertragen lässt. Es heißt also nicht, dass man hässlich wäre, nur weil man nicht dem Ideal entspricht. Beeinflussende Faktoren für das Schönheitsideal sind heutzutage besonders Instagram, Snapchat und Co. Eben jene Netzwerke, welche vielen zur Selbstdarstellung dienen. Sie zeigen uns, wie Menschen, die dem heutigen Schönheitsideal entsprechen, fast schon vergöttert werden. Sie suggerieren uns mit ihren Bildern, wie beliebt sie seien, wie oft sie sich mit ihren Freunden treffen, essen gehen und trotzdem den „perfekten“ Strandkörper haben oder auch, dass sie nur von anderen „schönen“ Menschen umgeben wären.

Ein weiterer Grund sind Medien wie Zeitschriften oder verschiedene Fernsehsendungen. Bei vielen wird das Aussehen von Menschen bewertet. Indem wir sehen, wie andere Menschen für ihr Aussehen gelobt oder auch regelrecht niedergemacht werden, wird uns suggeriert, dass nur „schöne“ Menschen etwas erreichen könnten und als wertvoll angesehen werden. Es scheint, als könnten nur die „schönen“ Menschen Erfolg haben und wirklich glücklich im Leben sein.

Doch ist dem wirklich so? Diese Frage lässt sich leicht beantworten: Nein, dem ist nicht so. Ein jeder Mensch kann ein glückliches Leben führen, egal ob er dem momentanen Schönheitsideal entspricht oder nicht. Zum einen darf man nicht vergessen, dass die meisten Menschen auf den sozialen Netzwerken nur die Momente mit einem teilen, die sie auch teilen wollen. Wir sehen also nur die schönen und positiven Seiten ihres Lebens. Die negativen Seiten aber werden außen vor gelassen. Dies darf man niemals vergessen. Jedoch bedeutet dies nicht, jeder „schöne“ Mensch wäre in echt unglücklich und möchte dies über Instagram und Co. kompensieren.

Auch sollte man niemals vergessen, dass sich im Leben viel um die eigene Einstellung und das Selbstwertgefühl handelt. Dies soll bedeuten, dass man eine positive Einstellung dem Leben und sich selbst gegenüber haben sollte. Geht man von vornherein davon aus, man würde eh nicht glücklich werden können, nur weil man glaubt, man entspräche nicht dem gängigen Schönheitsideal, kann es auch nichts mit dem Glück und Erfolg werden. Nur wenn man sich selbst so akzeptiert wie man ist und sich nicht ständig wegen angeblicher äußerer Makel fertig macht, kann man zu einem glücklichen Leben finden.

Im Endeffekt hat jeder Mensch – egal ob er dem Schönheitsideal entspricht oder nicht – das Potenzial, ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen. Besonders wichtig ist, dass ein glückliches und erfolgreiches Leben für jeden Menschen anders aussehen kann. Für den einen sieht es vielleicht so aus, dass er aus Spaß fünf Mal die Woche Sport macht und für den anderen sieht es so aus, dass er öfter in der Woche mit seinen engsten Freunden auf Partys geht.

Zum Abschluss lässt sich zusammenfassend sagen, dass es schon der damalige König von Preußen, Friedrich der II., richtig erkannt hat: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“.

„Mama, ich bin das hässlichste Mädchen, das ich kenne.“

Sagt die Sechsjährige auf dem Schulweg zur Mutter. Die Mutter ist die Sängerin Pink und sie reagiert großartig darauf. Bei den MTV Video Music Awards (VMA) berichtet Pink, was sie zu ihrem Kind sagte. Niemand sollte jemals Selbstzweifel bekommen, nur weil er oder sie optisch nicht in eine Schublade zu passen scheint. Das Gegenteil ist der Fall: Vielfalt macht unsere Welt schöner und statt uns anzupassen, sollten wir lernen, uns endlich von einengenden Schönheitsidealen zu entfernen.

„Wir ändern uns nicht, mein Liebes, wir helfen dabei, anderen zu zeigen, dass Schönheit ganz verschiedene Gesichter hat.“

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