Der König und der Drache

Ein Märchen von Merle Thea Rebentisch.

 

Es war einmal ein König.  Dieser König war sehr einsam. Er lebte in einem großen Schloss mit seinen Bediensteten. Er hatte weder eine Frau noch Kinder.

Eines Tages ritt er aus Langeweile mit seinem Pferd in den Wald. Er hatte ein wenig Bedenken, denn in seinem Reich gab es Riesen, Drachen, Elfen und Zentauren.

Als er so gemächlich dahin ritt, hörte er ein Wehklagen. Schnell trieb er sein Pferd an und ritt zum Steinbruch, woher das Wehklagen kam.

Als er im Steinbruch ankam, traute er seinen Augen kaum. Da stand ein Drache und er war so groß wie ein Hochhaus mit fünf Etagen. Noch ehe der König sich gefasst hatte, sagte der Drache mir erstaunlich sanfter Stimme: „ Dieser Felsblock ist mir auf den Fuß gefallen und ich kann mich allein nicht mehr befreien. Kannst du mir helfen?“ Ganz erstaunt über diese Frage antwortete der König: „Ja, kann ich machen, wenn du mir versprichst, dass du mich nicht abfackelst.“ Der Drach versprach es hoch und heilig. Dann setzte sich der König auf einen Fels und überlegte, wie er den Fuß des Drachens befreien konnte. Er zog eine Pergamentrolle, eine Feder und ein Tintenfass hervor und begann einen Plan zu entwerfen. „ Bist du bald fertig?“, fragte der Drache. „Momentchen, gleich fertig!“, antwortete der König. „Jetzt fertig?“, fragte der Drache ein zweites Mal. „Ja, jetzt fertig.“

„Wie sieht er denn aus?“, wollte der Drache wissen. „Hier, das ist er.“, sagte der König und gab ihm das Blatt. „Hä? Ich verstehe nur Bahnhof!“, sagte der Drache und gab ihm das Blatt zurück. „was ist denn daran nicht zu verstehen? Also, diese runden Rohre, das sind Baumstämme und das hier, ist dein Fuß und das da der Felsblock. Dann legt man zwischen diesen Spalt und deinem Fuß und dem Fels die Baumstämme. Ich und meine Diener werden dann den Fels anschieben und rollt dann über die Baumstämme von deinem Fuß runter.“ „Und das soll funktionieren?“, fragte der Drach skeptisch. „Natürlich funktioniert das!“, sagte der König. „Und woher willst du die Baumstämme holen?“, fragte der Drache.“

„Ach, da mach dir mal keine Sorgen, es liegen genug im Wald.“, antwortete der König. „Ich reite kurz zum Schloss und hole meine Diener.“, meinte der König.

Kurze Zeit später war der König mit seinem ganzen Gefolge zurück. „Da bin  ich wieder.“ Sagte der König. „Danke, dass du mir hilfst.“ Sagte der Drach dankbar. „Ist doch gern geschehen.“ Sagte der König. „Los, holt alle Baumstämme, die ihr finden könnt!“, rief der König seinem Gefolge zu. Sofort rannten alle los. Nach einiger Zeit waren alle Baumstämme, die aufzutreiben waren, in die kleine Lücke geschoben. Die Männer und der König stellten sich hinter den Stein und schoben ihn auf die Baumstämme. Der Stein rollte mit den Baumstämmen vom Fuß des Drachen. Der Drache jubelte und stieg in die Luft, drehte ein paar Loopings und landete wieder. Er bedankte sich beim König für seine Hilfe. Der Drache sich um und war schon fast zwischen den Bäumen verschwunden als der König rief: „Warte, ich bin so einsam, möchtest du nicht mit mir auf mein Schloss kommen und mir Gesellschaft leisten?“ Der Drache blieb stehen und drehte sich um. Dann kam er wieder zurück gelaufen und sagte: „Ja, natürlich will ich mitkommen!“ der König freute sich sehr und gemeinsam gingen sie zu Schloss.

Kurze Zeit später gingen die Beiden im Schlossgarten spazieren, da fragte der König: „Wie ist das mit dem Fels eigentlich passiert?“

„Naja, sagte der Drache, eigentlich war es nicht meine Schuld, sondern die vom Zauberer. Er war sauer auf mich weil ich mich aus Versehen auf sein Haus gesetzt habe. Aber auf jeden Fall habe ich es ihm ersetzt, aber ihm hat es wohl nicht so gut gefallen. Und als ich meinen Spaziergang gemacht habe, hat er am Steinbruch einen Zaubertrank ausgeschüttet, der etwas explodieren lässt, dabei hat sich der Stein gelöst und ist mir auf den Fuß gefallen.“

„Ach du Armer!“ sagte der König. „Aber hier bist du sicher!“ „Genau, und das Wichtigste ist, dass wir glücklich und nicht mehr einsam sind!“

Und so lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende!

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