Schulen im Spannungsfeld kommerzieller Interessen

Ein aktueller Artikel der Tageszeitung „Die Welt“ vom 17. November 2013 gibt wertvolle Hinweise auf die Problematik. Er bestätigt unsere offene Haltung im Projekt „Mobiles Lernen in der interaktiven Schule“.

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Bei der Beratung zur Ausstattung mit mobilen Endgeräten war uns in der Vergangenheit immer wichtig, keinem Anbieter eine bevorzugte Rolle zuzuweisen.

Ein Blick in die nahe Vergangenheit lässt Zweifel aufkommen, ob vor der Entscheidung für ein Produkt die Vorzüge und Nachteile der einzelnen Produkte für den Unterricht ausreichend abgewogen wurden . Die Ausstattung mit schicken Apple-Geräten wurde als die allein akzeptable Lösung vorgestellt.

Das darf angezweifelt werden; denn nicht allein das smarte Endgerät ist ein Marker für Akzeptanz und pädagogische Wirksamkeit. Der Unterricht entwickelt sich entlang von Medienkonzepten und Ausstattungen, die das gesamte System an Schule ergänzen. Fände z.B. eine Schule oder gar ein Schulträger eine Komplettlösung mit Geräten und Servern der Fa. Apple, würde es sicher eine höhere Akzeptanz bei allen Akteuren geben. Allerdings hat das kein Schulträger meines Wissens bisher so umgesetzt.

Schöne iOS-Apps, die den Unterricht bereichern können, gibt es und werden gern eingesetzt. Eine Referenzschule aus der Region ist die → IGS Giordano-Bruno in Helmstedt. Und das IPad hat durchaus Potenzial, seine abgeschlossene Apple-Welt, den „Walled Garden“ zu durchbrechen und sich im Schul-System einen Platz zu schaffen. Nur sind wir weit davon entfernt, diese Lösung als die bahnbrechende Entwicklung zu verstehen.

Denn andere Hersteller bauen inzwischen auch mobile Endgeräte, die dem rauhen Schulalltag gewachsen sind, die eine hohe Akzeptanz bei Schülern wie Eltern und Lehrern besitzen und die auch nicht dauernd an ein Ladegerät müssen. Also durchaus schultaugliche Geräte. Wenn sie dann noch in das Computersystem der Schule integriert werden, so dass Gebrauch, Wartung und Support leicht zu bewältigen sind, könnte sich eine Schule leichter dafür entscheiden, diese Geräte über eine Elternfinanzierung für ganze Jahrgänge anschaffen zu lassen.

Diese Diskussion findet zur Zeit an Schulen statt, die sich für den Einstieg in das Mobile Lernen interessieren.

Aus diesem Blickwinkel beleuchtet der Artikel der „Welt“ vom 17.11.2013 sehr schön das Feld, auf dem die Anbieter um Kundschaft buhlen. Es geht hier um große Investitionen, die Schulträger und Erziehungsberechtigte in naher und mittlerer Zukunft machen werden. Die Hersteller wollen sich rechtzeitig positionieren – und das gesteht ihnen sicher jeder zu. Die Frage ist nur: wie gehen wir Lehrerinnen und Lehrer damit um? Wird nicht von uns eine besondere Distanz erwartet? Andererseits können wir weder dem Schulträger noch Eltern die Entscheidung überlassen; denn das erste Kriterium ist die Unterrichtstauglichkeit. Und die ist nicht allein vom Endgerät abhängig, sondern vom System als Ganzes.

Wir raten zu größter Aufmerksamkeit, nachdrücklicher Analyse und besonnener Bewertung bei den Angeboten an mobilen Endgeräten! Wir helfen Ihnen gern mit Sachargumenten. Wie z.B. vermittels folgender Aufstellung:
Die Medienberatung des NLQ hält ein aktuelle Übersicht bereit, aus der hervorgeht, welche schulrelevanten Tätigkeiten auf den verschiedenen Systemen ausgeführt werden können.

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