Das KEB – Modell (kontrolliert eskalierende Beharrlichkeit)

aus: Rhode, Meis. Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen. München, (Kösel) 2006

Eine Methode zur Konfliktbewältigung nach Regelverstößen im Umgang mit Jugendlichen

Die Autoren beschreiben ein Verfahren mit kontrolliert eskalierender Beharrlichkeit mit Jugendlichen umzugehen, die Regeln verletzten. Dabei sind mentale, verbale und körpersprachliche Techniken wichtig.

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung von Andrea Zimmer:

Grenzen und Regeln
Damit das Zusammenleben in einer Gruppe gelingen kann, muss es klare Grenzen geben. Grenzen sind notwendig, damit sich alle wohl fühlen und keiner zu Schaden kommt. In einer Gruppe ist es ratsam Regeln festzulegen die einen guten Ablauf unterstützen.
Eine Regel wird beim Aufstellen ausführlich begründet. Bei einem Regelverstoß muss eine einmal begründete Regel nicht erneut begründet werden. (Verhindert lästige Diskussionen)
Werden Regelverstöße konsequent geahndet, treten sie seltener auf.
Wenn Kinder und Jugendliche mit der Aufstellung von Regeln überfordert
sind, dann stehen erwachsene/Gruppenleiter in der Verantwortung. Die Regeln werden begründet und vielleicht sogar diskutiert. Aber stehen nicht zur Verhandlung!
Regeln gelten für alle! Frage dich immer selber, ob du selbst die Regel auch einhalten kannst und willst??
Weniger ist mehr! Regele nur, was geregelt werden muss!
Keine Regel ohne Konsequenzen
Ein Regelverstoß ist das Ergebnis einer unbewusst vorgenommenen Kosten-Nutzen-Abwägung. Um also Regelverstöße zu vermeiden, müssen die Nutzen minimiert und/oder die Kosten durch geeignete Konsequenzen erhöht werden.
Eine als sinnvoll und notwendig erachtete Regel wird seltener überschritten als eine uneinsichtige.
Daher ist beim Aufstellen einer Regel ratsam, durch Erklärungen und Begründungen Einsicht in den –Sinn einer Regel zu erzielen.
Bei offensichtlicher Uneinsichtigkeit in den sinn einer Regel besteht das Minimalziel darin, Einsicht in deren Gültigkeit zu erzielen.
Persönliche Autorität muss durch konsequentes und wertschätzendes Konfliktverhalten erworben werden. (Das ist mühsam und kostet oft auch Nerven!!!) Die erworbene Autorität erleichtert das Vertreten von Regeln.
Wie setze ich Regeln und Konsequenzen durch?
Damit mein Auftreten glaubwürdig erscheint bedarf es einiger Hilfsmittel. Das erste und wichtigste ist meine Innere Haltung. Auf ihr basiert der ganze Erfolg. Das heißt, ich muss auch hinter dem stehen, was ich nach außen vertrete.
Nimm einen Regelverstoß nie persönlich. Schaue hinter die Fassade des  Kindes und versuche seine eigentlichen Bedürfnisse zu entdecken.
Verurteile nie das Kind, sondern das, was es getan hat.
Tritt auf wie ein unparteiischer Schiedsrichter der neutral und sachlich,
aber auch klar und durchsetzungsfähig Regeln vertritt.
Bleibe gelassen, fühle dich nicht verletzt und verletze nicht!
Deine innere Haltung kannst du sinnvoll mit der Verbalen Technik unterstützen. Das bedeutet, du lässt dich auf keine Diskussion ein, sondern
wiederhole möglichst variationsreich, dass sich der andere an die Regel halten soll. (Prinzip der kaputten Schallplatte)
du brauchst nicht argumentativ überzeugend sein. – die Regel war schon einmal klar besprochen- Hier wird nicht diskutiert.
Zeige durchaus Verständnis für die Bedürfnisse und Gefühle des Gegenübers, die sich hinter dem Regelverstoß verbergen. Das signalisiert Wertschätzung und trägt zur Deeskalation bei. (Unterscheidung von Person und Tat)
Als drittes brauchst du noch die Körpersprache (gelassene Präsenz) In einem Konflikt um einen Regelverstoß wird unser Auftreten bewertet.
die Gültigkeit einer Regel muss überzeugend verkörpert werden – Standfestigkeit!
U. U. versucht unser gegenüber mit aggressivem Verhalten und Drohgebärden uns Angst einzujagen – cool bleiben!-
Implosion und Explosion offenbart Hilflosigkeit. Also, Selbstsicherheit und Gelassenheit ausstrahlen.
Blickkontakt halten und aushalten
Präsenz zeigen. Präsenz wächst mit körperlicher Nähe.
Auf Mindestabstand achten! Gegenüber nicht in die Ecke drängen. Löst u.
U. Widerstand aus.
Verzichte auf den Einsatz von Drohgebärden
Gelassene Präsenz ist unabhängig von Geschlecht und Körperkraft und –
größe. Konflikt nicht an stärkeren Mitarbeiter delegieren!!!“
(Zusammenfassung von Andrea Zimmer, Evangelisches Jugendwerk in Württemberg. http://www.ejwue.de/move4kids/upload/Nervensaegen.pdf Aufruf: Oktober 2010)

Phasen der Konfliktbewältigung

Phase 1: Freundliche Bestimmtheit
Technik der kaputten Schallplatte verwenden
Auftreten freundlich-bestimmt
Freundlichkeit signalisiert Wertschätzung und vermeidet Motivverschiebung durch Kampf
körperliche Präsens: An Konfliktpartner herantreten, Mindestabstand halten, Blickkontakt
gleichbleibend freundlich, ruhig und gelassen bleiben
keine Diskussion, keine Argumentation, Beleidigungen ignorieren bzw. begrenzen
Kontrahent soll sich an bekannte Regel halten (Anliegen konsequent und freundlich)
Vorsicht: Nicht Kontrahent ist mein Gegner, sondern ich selbst mit automatisierten
Konfliktgewohnheiten. Keine Aggression, keine Unsicherheit äußern
Arbeit mit Faktor Zeit und Präsenz. Phase 1: 40 bis 60 Sekunden durchhalten

Phase 2: Energische Bestimmtheit
mit klaren Präsenssätzen auffordern , gemäß Regel zu handeln
Technik der kaputten Schallplatte einsetzen
energisch- bestimmt auftreten, nicht Befehle erteilen
Tonfall und Auftreten verschärfen, NICHT eskalieren
Weiter auf Beharrlichkeit und Präsenz setzen
Kontrahenten in Verantwortung nehmen: Verbindliche Zusage regelkonformes Verhalten
emotional distanziert bleiben, Kontrahent ist nicht Feind, nicht auf Gegendruck reagieren

Phase 3: Die Konsequenzebene
im Vorfeld sinnvolle Konsequenzen überlegen
Konfrontation mit zweitem Regelverstoß: Weigerung die Aufforderung zu befolgen
Konfliktpartner soll wählen: regelkonformes Verhalten oder Konsequenzebene
Nicht unnötig Druck aufbauen, dass aus Gesichtwahrung Konsequenzebene gewählt wird
Besinnungszeit geben, um sich frei für Regel entscheiden zu können (Konflikt verlassen)
ruhig und Gelassen reagieren
ist keine Konsequenz da, dann Inhalt der Konsequenz offen lassen
Immer der regelverletzenden Person einen Ausstieg aus dem Ausstieg ermöglichen
Beispiele:
1. Lehrer nimmt Regelverstoß persönlich und wird beleidigend.
Der Konflikt um einen Regelverstoß scheitert:

Lehrer beobachtet, wie Kevin sich mit seinem Nachbarn unterhält:
L: „Kevin, wir sind in der Stillarbeitsphase. Höre auf, mit Marc zu reden!“
K: „Marc hat mich nur was gefragt.“
L: „Kevin, ich hab es satt. Immer muss ich dich ermahnen und immer redest du dich raus.“
K: „Das stimmt nicht. Marc wollte wissen, wie die Aufgabe geht.“
L: „Du willst mich wohl für dumm verkaufen. Das wär das erste Mal, dass du über Unterricht redest.“
K: „Das stimmt wirklich. Sie können ja Marc fragen.“
L: „Schluss! Du fliegst gleich raus.“
K:“Immer ich, bei jeder Kleinigkeit kriege ich Ärger. Andere reden auch, da machen Sie garnichts.“
L: „Du willst wohl frech werden? Geh vor die Tür und bleibe dort!“
Kommentar:
L: „Kevin, wir sind in der Stillarbeitsphase. Höre auf, mit Marc zu reden!“
(Lehrer äußert sachsich seine Beobachtung, klare Aufforderung an Kevin. Kevin fühlt sich ertappt.)
K: „Marc hat mich nur was gefragt.“
(Kevin versucht sich herauszureden.)
L: „Kevin, ich hab es satt. Immer muss ich dich ermahnen und immer redest du dich raus.“
(Verallgemeinerung, bedeutet Abwertung des Schülers, nicht mehr die Kritik des konkreten Regelverstoßes des Schülers)
K: „Das stimmt nicht. Marc wollte wissen, wie die Aufgabe geht.“
(Kevin will bagatellisieren.)
L: „Du willst mich wohl für dumm verkaufen. Das wär das erste Mal, dass du über Unterricht redest.“
(L nimmt den Konflikt persönlich, beleidigt und entwertet den Schüler)
K: „Das stimmt wirklich. Sie können ja Marc fragen.“
(Kevin versucht – verletzt vom Lehrer – seine Notlüge durch zu bekommen.)
L: „Schluss! Du fliegst gleich raus.“
(L platzt der Kragen und fährt schwere Geschütze auf.)
K: „Immer ich, bei jeder Kleinigkeit kriege ich Ärger. Andere reden auch, da machen Sie garnichts.“
(Kevin fühlt sich ungerechtfertigt in die Ecke gedrängt, persönlich angegriffen und entwertet. Auch er kämpft wie ein verletztes Tier um seinen coolen Status in der Klasse.)
L: „Du willst wohl frech werden? Geh vor die Tür und bleibe dort!“
(Die Entwertung des Schülers, dient der Aufwertung des Lehrers. Lehrer übt seine Macht aus.)
günstiger Umgang mit dem Regelverstoß:
– nimm den Regelverstoß nicht persönlich
– immer locker bleiben, wie ein Schiedsrichter!
– achte auf das Bedürfnis dahinter (Ablenkung / Unterhaltung)
– bleibe beim konkreten Verstoß,
– verallgemeinere nicht
– behandle alle regelverstoßenden Kontrahenten gleichermaßen sachlich

Gelungenes Konfliktgespräch:
L: „Kevin wir sind in der Stillarbeitsphase. Konzentriere dich auf deine Arbeit und höre auf mit Marc zu reden.“
K: „Marc hat mich nur was gefragt.“
L: „Ich habe gesehen, dass du gesprochen hast. Vielleicht hat auch Marc etwas gesagt. Das ist Nebensache. Es gilt für alle: In der Stillarbeitsphase ist der Mund zu. Ist das klar?“
K: „Aber ich war das wirklich nicht.“
L: „Ist das klar?“
K: „Ja“
L: „Marc, das gilt auch für dich.“
M: „Ja“

Der Lehrer hat souverän reagiert:
– Klare Anweisung: „Konzentriere dich auf deine Arbeit …“
– Mitteilung seiner Beobachtung: „Ich habe gesehen …“
– Notlüge überhört: „Marc hat mich nur …“
– Nebenschauplatz ignoriert: „Aber ich war das nicht.“
– Regel positiv formuliert: „In der Stillarbeitsphase ist der Mund zu.“
– Regel beharrlich ohne Diskussion eingefordert: „Ist das klar?“

2. Umgang mit Beleidigungen

Umgang mit einfachen Beleidigungen
„Papa, ich möchte fernsehen.“
„Wir haben eine Vereinbarung, nur eine Sendung am Tag. Wenn du jetzt den Fernseher anmachst, darfst du gleich xyz nicht sehen.“
„Aber warum denn nicht?“
„Eine Sendung pro Tag, mehr nicht.“
„Du bist blöd. Andere Kinder dürfen viel mehr…“
„Du kennst die Regel.“
„Manno du bist streng und gemein. Tims Vater ist viel netter als du.“
„Eine Sendung pro Tag.“
„Ich mach den Fernseher einfach an.“
„Kannst du machen, dann gibt es heute kein Fernsehen mehr.“
„Du bist total blöd.“
„Eine Sendung pro Tag, und keine mehr.“
––––––––––––
– Wer verletzend wird, fühlt sich verletzt,
hat also etwas persönlich genommen.
– gelassen bleiben, einfache Beleidigungen überhören / ignorieren
– eventuell zu späterem Zeitpunkt auf diese zu sprechen kommen

Beleidigungen können Hilferufe sein:
hinhören:
„Sie sind langweilig und ihr Unterricht ist total scheiße. Bei Frau X machen wir immer unterschiedliche Sachen.“
Schüler hat keine Motivation mehr und ein Bedürfnis nach Abwechslung.

Umgang mit heftigen Beleidigungen:
„Wieso soll ich die Kippen aufheben? Dafür sind die Putzfrauen da!
Solln die sich bücken. Die stehn doch bloß dumm rum und quatschen.“
„Stopp, Pass auf, was du sagst. Wir dulden keine Beleidigungen. So, und jetzt heb bitte deine Zigarettenschachtel auf.“
„Stimmt doch. Die werden doch dafür bezahlt.“
„Stopp! Heb deine Zigarettenschachtel auf!“
„Ja, ist ja gut.“
„Okay, und jetzt kommst du mit in mein Büro. Ich möchte etwas klären.“
„Was denn?“
„Nicht hier, komm bitte mit.“
„Okay, okay.“
––––––––––––
Bei heftigen Beleidigungen, die nicht zu ignorieren sind:
Empfehlung:  kurze und klare Begrenzung der Beleidigung

  • „Stopp! Pass gut auf was du sagst. Wir dulden keine Beleidigungen. Das weißt du.“ und weiter mit Regeleinforderung: …
  • Unterbrechen: Beendigung des aktuellen Konflikts
  • Gesprächsfortsetzung an einem anderen Ort / andere Zeit. (Flur, Büro, / nach der Stunde)
  • und dann Gespräch bzgl. der Beleidigungen:
    Grenzen deutlich aufzeigen und Konsequenzen für Wiederholungsfall aufzeigen

Beleidigungen können strategisches Kalkül sein, um uns zu verunsichern:
Empfehlung: auf Durchzug stellen – Niemand kann uns beleidigen, dem wir nicht die Macht dazu geben.

3. Die kaputte Schallplatte – verbale Techniken
Sollte unser Gegenüber eine Regel missachten folgt die Technik: kaputte Schallplatte
Wir wiederholen möglichst variationsreich: „Halte dich an die Regel XY“

Beispiel:
„Miriam, wir hatten vereinbart, dass du alle drei Tage dein Zimmer aufräumst. Bitte räum es heute noch auf.“
„Aber Mami, ich wollte doch grade raus zum Spielen. Und heute Abend habe ich Klavierunterricht. Ich mach es morgen, ja?“
„Alle drei Tage, so lautet die Regel.“
„Aber heute ist so gutes Wetter, Morgen bestimmt, versprochen!“
„Keine Diskussion. Die Regel gilt.“
„Aber ich bin doch schon verabredet: Lisa, Sabine und Alex warten draußen auf mich. Nur eine einzige Ausnahme, bitte.“
„Keine Ausnahme. Räume bitte dein Zimmer auf.“
„Bitte Mammilein.“
„Heute. Du kennst die Regel. Räum es eben auf, dann kannst du doch raus.“
––––––––––––

Unnötige Diskussionen vermeiden!
Sind Regeln aufgestellt und begründet, ist schon alles gesagt. Wir wiederholen „nur“ beharrlich Bitten oder Aufforderungen und lassen uns nicht beirren.
Sätze:
„Du kennst die Regel.“
„Keine Ausnahme.“
„Die Regel gilt auch für dich.“
„Ist das klar?“

Verständnis zeigen, vermeidet unnötige Eskalation

Das verständnisvolle Eingehen auf die hinter einem Regelverstoß verborgenen
Bedürfnisse und Gefühle signalisiert Wertschätzung.
Das Verhalten wird zwar kritisiert, aber die Person geachtet.

3. körpersprachliche Techniken
Strategie der Verängstigung:
– körpersprachliche Drohgebärden:
aufbäumen, laute Stimme, Blick stechend, Mimik aggressiv,
nah herantreten, groß aufrichten, breit machen,
Zeigefinger mit geringstem Abstand auf das Gegenüber

Die Kraft, die den einen Konfliktpartner verlässt,
saugt der andere in sich auf.
– Jedes Anzeichen von Schwäche im Körperausdruck des Lehrers,
macht den Schüler stark und wird ihn animieren sich weiter,
stärker ins Zeug zu legen.

Also:
Bleiben wir souverän und gelassen. Denn damit sagen wir:
„Du willst mich verängstigen. Aber an meiner Gelassenheit kannst du erkennen, dass dein Kalkül nicht aufgeht. Ich habe keine Angst. Also gib auf und halte dich an die Regel. Sie gilt!“

Blick und Raumverhalten hilft bei Aufregung trotz Drohgebärden gelassen zu bleiben.

Blickverhalten
Ein fester Blick im Konflikt signalisiert innere Sicherheit

Man sollte den oft provokativen Blicken seiner Schüler standhalten.
Manchmal laufen Konflikte nonverbal ab, mittels Blick wird gemessen, wer hält es länger aus, wer ist der stärkere und meint es ernst.
Wenn man unsicher, verlegen oder ängstlich ist, weicht man dem Blick des Gegenübers nach etwa ein bis zwei Sek. aus.

Tipp: Auf die Nasenwurzel des Gegenübers schauen.

Hinweis:
Bevor man nach richtiger Wortwahl sucht, sollte man den Blick halten, denn: der Körper lügt nicht!
Und wenn es trotz toller Worte nicht gelingt den Blick zu halten, bricht die ganze Autorität zusammen!
Zudem kann man auf die kaputte Schallplatte zurück greifen.

Raumverhalten
Der Faktor der räumlichen Entfernung im Zusammenhang mit Präsenz wird oft unterschätzt.

Die räumliche Entfernung bestimmt den Grad der Verbindlichkeit und Eindrücklichkeit in einem Konflikt.

Denn je näher wir an eine Person in einem Konflikt heranrücken, desto größer wird der Grad der Verbindlichkeit (für beide Parteien).

Raumverhalten – Beispiel
Tim kommt wiederholt zu spät und setzt sich an seinen Platz.
L spricht ihn vom Pult aus darauf an und zeigt ihm (vorher angedrohte) Konsequenzen auf.

Würde die L. Tim zu sich ans Pult rufen und ihm gegenüber stehen, würde sie die Eindrücklichkeit erhöhen, denn:
1. eine abmahnende Ansprache ist wesentlich beeindruckender, wenn
sie nicht über eine Distanz von vier bis fünf Metern, sondern in einem
Abstand von einem Meter vollzogen wird.
2. ein Schüler kann sich nicht, wie bei großer räumlicher Distanz aus
der Verbindlichkeit stehlen.
3. so kann er den Konflikt nicht „aussitzen“, sondern muss ihn
„durchstehen“.
4. der Signalcharakter an die Klasse wird erhöht, dass Regelverstöße
nicht geduldet werden, denn öffentlich stattfindende Regelverstöße
sollten auch öffentlich verhandelt werden.

Manchmal ist Konfliktangst die Ursache für einen zu groß gewählten Abstand.

Raumverhalten – Sicherheitsabstand wahren!
Körperliche Distanzlosigkeit hat die gleiche Wirkung wie eine verbale Beleidigung.
Der Konflikt wird persönlich – Es geht um Gesichtsverlust und Ehre
Mindestabstand 1 Meter (vom Scheitel bis zur Sohle im Blick)

Frauen fühlen sich oft im Nachteil gegenüber der – durch den Körper ausgedrückte – Autorität der Männer.

Alle sollten auf Präsenz statt auf Drohgebärden setzen!
1. Innere Kraft statt Körperkraft
2. Angst vor Konsequenzen statt Angst vor körperlichen Verletzungen
3. Freundlichkeit statt Feindschaft
4. Entspanntheit statt Anspannung
5. Gelassenheit statt Angst

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