Zusammenfassung
Haben Sie einen größeren Bedarf an gebärdensprachlichen Informationen auf Ihrer Seite, so gehen Sie auf Ihre Zielgruppe zu. Treffen Sie sich und eruieren Sie gemeinsam, bei welchen Informationen eine Übersetzung besonders wichtig ist. Anschließend können Sie anhand von Umfang und Inhalt zusammen entscheiden, welche Art von Präsentation sich anbietet.
Grundsätzlich haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihre Informationen zu übermitteln. Nicht immer ist eine geschriebene und dazu gebärdete Information das Mittel der Wahl.
- Vielleicht bietet sich ein Animationsfilm mit einigen Zwischenüberschriften an?
- Oder es findet sich schon eine entsprechende Information auf der Seite des Landes oder des Kultusministeriums? Nutzen Sie gern diese Angebote als Verlinkung oder fragen Sie, ob die Anbieter der Seiten die entsprechenden Rechte zur Weitergabe haben und die Videos sogar auf Ihrer Seite mit eingebunden werden dürfen.
Wenn Sie eine Übersetzung planen, lassen Sie diese von professionellen Übersetzerinnen und Übersetzern einsprechen und nutzen Sie die Möglichkeit, die Texte Muttersprachlerinnen und Muttersprachler vortragen zu lassen. Übersetzerinnen und Übersetzern aus Niedersachsen können Ihnen hier vermittelt werden:
- Berufsverband der tauben Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher
- Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher in Niedersachsen
Es gibt inzwischen zwar KI-gestützte Tools, die das Erstellen von gebärdensprachlichen Videos erleichtern können. Eine automatische Übersetzung längerer Texte ist aber, so auch die Aussage des Gehörlosenbunds, noch in weiter Ferne. Kurze wiederkehrende Informationen könnten jedoch so übermittelt werden. So gibt es erste Versuche in Österreich, Bahnverspätungen so anzukündigen. Auf den schulischen Bereich bezogen könnte man sich vorstellen, dass Schulausfälle und deren aktuelle Begründung oder allgemeine Planänderungen so übermittelt werden.
Hier Werkzeuge, die sich in ähnlichen Kontexten (Webpräsenzen von Ämtern, Behörden etc.) schon genutzt werden und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verbänden perfektioniert werden sollen:
- Hier wird deutlich darauf verwiesen, dass solche Projekte aber noch in der Entwicklung sind: https://research.avasag.de/
- Dieser Gebärdensprachavatar verspricht Standardinformationen automatisch übersetzen zu können. https://www.gebaerdensprach-avatar.de/
- Das Angebot dieses Gebärdensprachavatars verspricht, dass die automatische Übersetzung von Muttersprachlern überprüft wird. https://simax.media/wie-simax-funktioniert/ Zudem kann Simax auch mithilfe der sog. LookApp wie auch Hurrakify in WordPress Wörter in Webseiten erklären.
Die Avatare sind sehr unterschiedlich gestaltet. Die beiden unteren lassen sich aber auch konfigurieren, d.h. unterschiedlich kleiden und in ihrer Hautfarbe verändern. Dabei beschränkten sich die Gesichtszüge dieser Avatare auf die für Gebärdensprache nötigen Lippen- und Mimikveränderungen. Eine Reaktion auf die Gesprächspartner ist wie bei anderen Filmen natürlich ausgeschlossen. Allerdings können auch Avatare durch ihr Aussehen auf Betrachtende eher sympatisch oder unsympatisch wirken.
Zur Frage, ob ein Avatar demzufolge eher menschenähnlich oder realistisch sein sollte, gibt es unterschiedliche Meinungen. Untersuchungen scheinen grundsätzlich darauf hinzudeuten, dass menschenähnliche Avatare eine höhere Akzeptanz finden. (Genaueres hierzu im Kapitel “Design” des Buches “Human-Robot Interaction – An Introduction”, textbook by Christoph Bartneck, Tony Belpaeme, Friederike Eyssel, Takayuki Kanda, Merel Keijsers, Selma Šabanović ab Seite 46. https://www.human-robot-interaction.org/download/174/?tmstv=1698937733) Andererseits besteht auch unter Gebärdensprachlern die Befürchtung, dass zu kindlich wirkende Avatare die Akzeptanz ihrer Sprache in der Gesamtbevölkerung schmälern könnte.
Wiederum wird ein menschenähnlicher Avatar mit großen Augen positivere Empfindungen stimulieren als ein realistische wirkender Avatar, der beim Sprechen niemals lächelt. Beide Avatare haben daher in der Ausgangsposition leicht nach oben gezogene Mundwinkel, die das Verständnis nicht stören, aber freundlicher als eine neutrale Position wirken.
Weiter über Avatare informieren
- https://www.youtube.com/watch?v=HuXu9EaenqQ
- https://avatar-bestpractice.univie.ac.at
- https://www.youtube.com/watch?v=HuXu9EaenqQ