{"id":2054,"date":"2025-02-19T14:42:44","date_gmt":"2025-02-19T13:42:44","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/?p=2054"},"modified":"2025-02-21T10:55:37","modified_gmt":"2025-02-21T09:55:37","slug":"bildung-auf-einen-blick-2024-zentrale-ergebnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/bildung-auf-einen-blick-2024-zentrale-ergebnisse\/","title":{"rendered":"Bildung auf einen Blick 2024 (OECD) &#8211; Zentrale Ergebnisse"},"content":{"rendered":"\n<p>Der OECD-Bericht \u201eBildung auf einen Blick 2024\u201c erfasst die Leistungsf\u00e4higkeit von Bildungssystemen im internationalen Vergleich. Dabei fokussiert die Untersuchung insbesondere vier Bereiche: (1.) Bildungsergebnisse und -ertr\u00e4ge, (2.) Bildungszugang, Bildungsbeteiligung und Bildungsverlauf (3.) Investitionen in Bildung und (4.) Lehrkr\u00e4fte, das Lernumfeld und die Organisation von Schulen. Eine vertiefte Darstellung der Struktur und Konzeption des Berichts finden Sie <a href=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/worum-geht-es-in-bildung-auf-einen-blick\/\">hier<\/a>. Im Folgenden werden die zentralen Ergebnisse f\u00fcr Deutschland dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bildungsergebnisse und Bildungsertr\u00e4ge<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Die Bildungsergebnisse und -ertr\u00e4ge geben Auskunft \u00fcber den Bildungsstand der Bev\u00f6lkerung. Folgende Fragestellungen sind hier von Bedeutung: \u00dcber welche Bildungsabschl\u00fcsse verf\u00fcgen Erwachsene? Wie gelingt der \u00dcbergang in den Arbeitsmarkt? Wie steht es um die Erwerbsbeteiligung? Welche Einkommensvorteile lassen sich durch Bildung erzielen? Insbesondere mit Blick auf den \u00dcbergang in den Arbeitsmarkt ist die Tendenz in Deutschland nicht eindeutig. Es gibt Befunde, die in eine negative Richtung weisen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland ist der Anteil junger Erwachsener (25-34 Jahre) ohne Sekundarabschluss II seit 2016 gestiegen und liegt 2023 mit 16 % sogar \u00fcber dem OECD-Durchschnitt (14 %). Die jungen Erwachsenen ohne Abschluss im Sekundarbereich-II sind jedoch etwas besser in den Arbeitsmarkt integriert als in anderen L\u00e4ndern. In Deutschland sind zwar nur 63 % dieser Personengruppe erwerbst\u00e4tig, im OECD Durchschnitt sind es hingegen 61 %.<\/p>\n\n\n\n<p>Erwerbst\u00e4tige ohne Sekundarstufe-II-Abschluss in Deutschland erzielen geringe L\u00f6hne. 43 % der 25- bis 64-J\u00e4hrigen ohne Abschluss im Sekundarbereich II verdienen h\u00f6chstens die H\u00e4lfte des Medianeinkommens, im OECD-Raum insgesamt betr\u00e4gt der entsprechende Anteil 28 %. In Deutschland sank der Anteil von 18- bis 24-J\u00e4hrigen, die weder in Besch\u00e4ftigung noch in Ausbildung (NEET) sind von 10,0 % auf 9,6 %. Die NEET-Quote liegt im OECD-Durchschnitt bei 13,8 %. Im Gro\u00dfen und Ganzen erzielen M\u00e4dchen und Frauen bessere Bildungsergebnisse als Jungen und M\u00e4nner. Diese Differenz ist in Deutschland, mit einer Abschlussquote im terti\u00e4ren Bereich bei 41 % der Frauen und 36 % der M\u00e4nner, geringer als im OECD Durchschnitt (54 % bzw. 41 %). Die erfolgreichen Bildungsergebnisse der M\u00e4dchen und Frauen spiegeln sich jedoch nicht auf dem Arbeitsmarkt wider. Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren sind seltener erwerbst\u00e4tig als M\u00e4nner derselben Altersgruppe. Der Geschlechterunterschied zeigt sich insbesondere bei denjenigen ohne Abschluss im Sekundarbereich II. 49 % der Frauen ohne diesen Abschluss sind erwerbst\u00e4tig, w\u00e4hrend M\u00e4nner mit demselben Bildungsstand zu 74 % in Erwerbst\u00e4tigkeit sind. Besitzen Frauen einen terti\u00e4ren Abschluss, so sind sie zu 86 % in Besch\u00e4ftigung, w\u00e4hrend der Anteil der besch\u00e4ftigten M\u00e4nner mit demselben Abschluss bei 92 % liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Abschluss im terti\u00e4ren Bereich verbessert das Lohngef\u00e4lle zwischen Frauen und M\u00e4nnern allerdings nicht: so verdienen 83 % der jungen Frauen mit genanntem Abschluss so viel wie ihre m\u00e4nnlichen Kollegen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bildungszugang, Bildungsbeteiligung und Bildungsverlauf<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Auch in den OECD Indikatoren zeigt sich hinsichtlich des Bildungszugangs, der Bildungsbeteiligung und der Bildungsverl\u00e4ufe, dass die sozialen Disparit\u00e4ten in Deutschland erheblich sind. Dabei ist die fr\u00fchkindliche Bildung ein entscheidender Faktor. Die \u201eKinderbetreuungsl\u00fccke\u201c ist hier ebenfalls von besonderer Bedeutung. Mit diesem Begriff wird der Zeitraum zwischen dem Ende der bezahlten Elternzeit und dem Beginn der kostenfreien fr\u00fchkindlichen Bildung bezeichnet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend diese L\u00fccke in acht OECD L\u00e4ndern gar nicht entsteht, variiert das Kinderbetreuungsangebot in Deutschland stark zwischen den Bundesl\u00e4ndern. In vielen Bundesl\u00e4ndern wird eine kostenfreie Betreuung erst ab dem 3. Lebensjahr sichergestellt, teilweise sogar sp\u00e4ter. Auch die Umf\u00e4nge der kostenfreien Betreuung variieren stark. Zudem nehmen in den ersten beiden Lebensjahren ihrer Kinder sozial benachteiligte Familien weniger an diesen Angeboten teil, als Familien mit h\u00f6herem Einkommen. In Deutschland ist diese Differenz zwischen Kindern aus unterschiedlich einkommensstarken Haushalten aber geringer ausgepr\u00e4gt als im OECD-Durchschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">In Bildung investierte Finanzressourcen<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Die Finanzierung von Bildung spielt f\u00fcr den gleichberechtigten Zugang zu Bildung eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse zeigen, wie hoch die Ausgaben f\u00fcr Bildung sind, wo die Gelder f\u00fcr Bildung herkommen und wie sie in die Bildungseinrichtungen flie\u00dfen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2023 gibt Deutschland 4,6 % des Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr seine Bildungseinrichtungen aus. Die j\u00e4hrlichen Ausgaben pro Person von Primar- bis zum Terti\u00e4rbereich betragen ca. 17.161 US-Dollar. Der OECD-Durchschnitt f\u00fcr die Bildungsinvestitionen liegt bei 4,9 % bzw. bei 14.209 US-Dollar je Bildungsteilnehmendem. Investitionen in eine hochwertige fr\u00fchkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung sind besonders wichtig, um die Ursachen von Ungleichheiten zu verringern. Insofern ist es zu begr\u00fc\u00dfen, dass Deutschland zwischen 2015 und 2021 vor allem im Bereich der fr\u00fchkindlichen Bildung finanzielle Anstrengungen unternommen hat. Die Bildungsausgaben f\u00fcr diesen Bereich sind innerhalb dieser Zeitspanne um 42 % gestiegen, im OECD-Durchschnitt um 9 %. Insgesamt liegt Deutschland mit der Steigerung der Bildungsausgaben sowohl f\u00fcr den Elementar-, als auch den Primar- und Terti\u00e4rbereich \u00fcber dem OECD-Durchschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Lehrkr\u00e4fte, Lernumfeld und Schulorganisation<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Als Inputparameter f\u00fcr die Bildungsergebnisse und -ertr\u00e4ge liefern die Indikatoren zu den Arbeitsbedingungen von Lehrkr\u00e4ften, dem Lernumfeld und der Organisation von Schule im Allgemeinen bildungspolitisch bedeutsame Hinweise und Ansatzpunkte f\u00fcr die Qualit\u00e4t von Bildung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>18 von 21 OECD-L\u00e4ndern mit Daten zur Bildung in der Sekundarstufe I gaben an, dass mit Beginn des Schuljahres 2022\/2023 ein Mangel an Lehrkr\u00e4ften zu verzeichnen war. In Deutschland besteht der Lehrkr\u00e4ftemangel f\u00fcr alle F\u00e4cher auf Stufe 2 (Sekundarstufe I) der internationalen Standardklassifikation im Bildungswesen (ISCED). Die Geh\u00e4lter der Lehrkr\u00e4fte mit 15 Jahren Berufserfahrung im Sekundarbereich I sind zwischen 2015 und 2023 nominal um 22 % gestiegen, inflationsbereinigt aber lediglich um 1 % \u2013. Im OECD-Durchschnitt liegt der reale Lohnanstieg bei 4 %.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben verschiedenen T\u00e4tigkeiten der Lehrkr\u00e4fte wird dem Unterricht eine bestimmte Stundenanzahl zuteil. So fallen in Deutschland 642 Zeitstunden j\u00e4hrlich f\u00fcr die tats\u00e4chliche Unterrichtszeit an. Der j\u00e4hrliche L\u00e4nderdurchschnitt betr\u00e4gt 706 Zeitstunden f\u00fcr die tats\u00e4chliche Unterrichtszeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das durchschnittliche Alter der Lehrkr\u00e4fte ist zwischen 2013 und 2022 gestiegen. So sind 36 % der Lehrkr\u00e4fte im Sekundarbereich I mindestens 50 Jahre alt. Deutschland verzeichnet einen gr\u00f6\u00dferen Anteil an Lehrpersonen ab 50 Jahren als der OECD-Durchschnitt. Innerhalb dieser Zeitspanne ist dieser Anteil jedoch von 50 % (2013) auf 41% (2022) gesunken.<\/p>\n\n\n\n<p>Im OECD-Durchschnitt kommen im Primarbereich 14 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf jede Lehrkraft, Deutschland liegt mit 15 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern leicht dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Quelle<\/h4>\n\n\n\n<p>OECD (2024). Bildung auf einen Blick 2024: OECD-Indikatoren. Bielefeld: wbv Media<\/p>\n\n\n\n<p>OECD (2024). Education at a Glance 2024 \u2013 Country notes: Deutschland. Online: <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/de\/publications\/2024\/09\/education-at-a-glance-2024-country-notes_532eb29d\/germany_937cfefb.html\">https:\/\/www.oecd.org\/de\/publications\/2024\/09\/education-at-a-glance-2024-country-notes_532eb29d\/germany_937cfefb.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Links<\/h4>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen finden Sie <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/de\/publications\/2024\/09\/education-at-a-glance-2024_5ea68448.html\">hier<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der OECD-Bericht \u201eBildung auf einen Blick 2024\u201c erfasst die Leistungsf\u00e4higkeit von Bildungssystemen im internationalen Vergleich. Dabei fokussiert die Untersuchung insbesondere vier Bereiche: (1.) Bildungsergebnisse und -ertr\u00e4ge, (2.) Bildungszugang, Bildungsbeteiligung und Bildungsverlauf (3.) Investitionen in Bildung und (4.) Lehrkr\u00e4fte, das Lernumfeld und die Organisation von Schulen. Eine vertiefte Darstellung der Struktur und Konzeption des Berichts finden [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":9194473,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[68,58,44],"class_list":["post-2054","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","tag-bildungssystem","tag-international","tag-soziale-ungleichheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9194473"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2054"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2054\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2081,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2054\/revisions\/2081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}