{"id":3006,"date":"2026-10-14T13:38:50","date_gmt":"2026-10-14T11:38:50","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/?p=3006"},"modified":"2026-10-14T13:38:52","modified_gmt":"2026-10-14T11:38:52","slug":"pisa-2025-wie-stehen-die-bildungschancen-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/pisa-2025-wie-stehen-die-bildungschancen-in-deutschland\/","title":{"rendered":"PISA 2025: Wie stehen die Bildungschancen in Deutschland?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die aktuellen PISA-Ergebnisse geben Einblicke in die Kompetenzen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern und zeigen, wie unterschiedlich Bildungschancen verteilt sind. Welche Rolle spielen dabei soziale Herkunft, famili\u00e4re Voraussetzungen und das Geschlecht? Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt, welche Faktoren Bildungschancen in Deutschland pr\u00e4gen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Soziale Disparit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der PISA-Studie wird die&nbsp;soziale Herkunft mithilfe&nbsp;von Angaben aus&nbsp;dem Sch\u00fclerfragebogen erfasst. Daraus wird&nbsp;der&nbsp;<strong>Index des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen&nbsp;Status (ESCS)<\/strong>&nbsp;gebildet. Dieser ber\u00fccksichtigt&nbsp;unter anderem den&nbsp;Bildungsstand und die&nbsp;berufliche Stellung der&nbsp;Eltern sowie verschiedene&nbsp;Ressourcen im Haushalt. Dazu z\u00e4hlen kulturelle&nbsp;Ressourcen,&nbsp;beispielsweise die Anzahl&nbsp;der B\u00fccher im&nbsp;Haushalt, materielle Ressourcen&nbsp;wie die digitale&nbsp;Ausstattung sowie soziale&nbsp;Ressourcen, etwa die&nbsp;Unterst\u00fctzung durch die&nbsp;Familie und deren&nbsp;Bildungsaspirationen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland weist&nbsp;einen ESCS-Wert von&nbsp;<strong>\u22120,17<\/strong>&nbsp;auf. Dieser liegt&nbsp;signifikant unter dem&nbsp;OECD-Durchschnitt der&nbsp;an PISA teilnehmenden Staaten von&nbsp;<strong>0,01<\/strong>&nbsp;und ebenfalls unter&nbsp;dem EU-Durchschnitt&nbsp;von&nbsp;<strong>0,03<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ergebnisse zeigen eine <strong>deutlich ausgepr\u00e4gte soziale Disparit\u00e4t<\/strong> in den Kompetenzen deutscher Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. In der naturwissenschaftlichen Kompetenz erreichen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus Familien mit hoher sozialer Herkunft (oberstes ESCS-Quartil) im Mittel <strong>561 Punkte<\/strong>, w\u00e4hrend Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus Familien mit niedriger sozialer Herkunft (unterstes ESCS-Quartil) durchschnittlich <strong>436 Punkte<\/strong> erzielen. Die Differenz von <strong>125 Punkten<\/strong> ist im internationalen Vergleich besonders gro\u00df (Differenz im EU-Durchschnitt 89 und im OECD-Durchschnitt 85 Punkte).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6ad8023534e99&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6ad8023534e99\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"842\" height=\"692\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/soz-Disp.-PISA.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3009\" srcset=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/soz-Disp.-PISA.png 842w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/soz-Disp.-PISA-300x247.png 300w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/soz-Disp.-PISA-768x631.png 768w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/soz-Disp.-PISA-100x82.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 842px) 100vw, 842px\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 1: Zunahme der sozialen Disparit\u00e4ten in Deutschland. PISA 2025. Quelle: Greiff et al., 2026, S. 96<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>19 % der Kompetenzunterschiede lassen sich durch die soziale Herkunft erkl\u00e4ren<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn der Zuwanderungshintergrund, das Geschlecht und die zu Hause gesprochene Sprache ber\u00fccksichtigt werden, erzielen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus den mittleren beiden ESCS-Quartilen durchschnittlich 49 Punkte mehr als jene aus dem unteren Quartil. F\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus dem oberen Quartil betr\u00e4gt die Differenz sogar 100 Punkte. Dies steht im Einklang mit der aktuellen Datenlage, die konsequent den sozio\u00f6konomischen Hintergrund von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern als einen der st\u00e4rksten Pr\u00e4diktoren von Kompetenzunterschieden beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei der Verteilung auf die Kompetenzstufen wird die Ungleichheit deutlich:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>41 %<\/strong> der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit niedriger sozialer Herkunft erreichen nicht die Kompetenzstufe II, gegen\u00fcber <strong>8 %<\/strong> der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit hoher sozialer Herkunft.<\/li>\n\n\n\n<li>Zugleich erreichen <strong>25 %<\/strong> der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit hoher, aber nur <strong>2 %<\/strong> der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit niedriger sozialer Herkunft die Kompetenzstufen V und VI.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die Zeit hat sich die soziale Disparit\u00e4t in Deutschland nach einem signifikanten R\u00fcckgang von 111 Punkten (2006) auf 104 Punkte (2015) wieder erh\u00f6ht und erreicht 2025 mit <strong>125 Punkten<\/strong> den <strong>h\u00f6chsten Wert des betrachteten Zeitraums<\/strong>. Damit unterscheidet sich der deutsche Trend vom langfristig eher r\u00fcckl\u00e4ufigen OECD-Durchschnitt. Ein vergleichbares Muster zeigt sich auch in der Lese- und Mathematikkompetenz sowie im modellbasierten Probleml\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die soziale Disparit\u00e4t betrifft zudem auch sozial-emotionale Merkmale, denn Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit <strong>niedriger sozialer Herkunft berichten ein signifikant geringeres Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl <\/strong>und <strong>geringere naturwissenschaftliche Selbstwirksamkeitserwartungen<\/strong>. Bei der konstruktiven Unterst\u00fctzung durch Lehrkr\u00e4fte zeigt sich hingegen ein umgekehrtes Muster. So geben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus dem unteren ESCS-Quartil <strong>signifikant mehr Unterst\u00fctzung der Lehrkr\u00e4fte<\/strong> an als Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus dem oberen Quartil, was darauf hindeuten kann, dass Lehrkr\u00e4fte solche mit erh\u00f6htem Unterst\u00fctzungsbedarf gezielt f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Zuwanderungsbezogene Disparit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kompetenzunterschiede nach Zuwanderungshintergrund sind in Deutschland <strong>weiterhin deutlich ausgepr\u00e4gt<\/strong> und haben sich trotz eines bereits hohen Ausgangsniveaus offenbar <strong>weiter vergr\u00f6\u00dfert<\/strong>. W\u00e4hrend diese Unterschiede international eher r\u00fcckl\u00e4ufig sind oder stabil bleiben, z\u00e4hlen sie in Deutschland <strong>zu den gr\u00f6\u00dften im internationalen Vergleich<\/strong> und fallen auch gegen\u00fcber Staaten mit vergleichbaren Zuwanderungsstrukturen st\u00e4rker aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In PISA 2025 wird der Zuwanderungshintergrund anhand der Geburtsl\u00e4nder der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und ihrer Eltern sowie des Alters bei der Zuwanderung bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dieser Grundlage werden <strong>vier Gruppen<\/strong> unterschieden:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ohne Zuwanderungshintergrund, zu denen auch diejenigen mit einem im Ausland geborenen Elternteil z\u00e4hlen,<\/li>\n\n\n\n<li>in Deutschland geborene Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden (zweite Generation),<\/li>\n\n\n\n<li>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die vor ihrem elften Geburtstag zugewandert sind (erste Generation, fr\u00fcher Zuzug),<\/li>\n\n\n\n<li>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die im Alter von elf Jahren oder sp\u00e4ter nach Deutschland gekommen sind (erste Generation, sp\u00e4ter Zuzug).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland weisen <strong>29 % <\/strong>der an PISA 2025 teilnehmenden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einen <strong>Zuwanderungshintergrund<\/strong> auf. Davon geh\u00f6ren 9 % der ersten und 15 % der zweiten Zuwanderungsgeneration an. Der Anteil liegt damit <strong>deutlich \u00fcber dem OECD-Durchschnitt<\/strong> von 14 % <strong>und dem EU-Durchschnitt<\/strong> von 16 %.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders deutlich zeigen sich die zuwanderungsbezogenen Kompetenzunterschiede <strong>in der naturwissenschaftlichen Haupttestdom\u00e4ne<\/strong>: Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ohne Zuwanderungshintergrund erreichen <strong>durchschnittlich 521 Punkte<\/strong>, w\u00e4hrend Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der zweiten Generation auf <strong>463 Punkte<\/strong> kommen. Bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der ersten Generation h\u00e4ngt das Ergebnis zudem mit dem <strong>Zuzugsalter<\/strong> zusammen. Bei einem fr\u00fchen Zuzug werden durchschnittlich 423 Punkte, bei sp\u00e4tem Zuzug 392 Punkte erreicht. Zwar erzielen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ohne Zuwanderungshintergrund auch im OECD- und EU-Durchschnitt h\u00f6here Kompetenzwerte, die <strong>Unterschiede zwischen den Gruppen sind in Deutschland jedoch besonders gro\u00df.<\/strong> Auch beim <strong>Erreichen der Kompetenzstufe II<\/strong> zeigen sich <strong>deutliche Disparit\u00e4ten<\/strong>, denn w\u00e4hrend 15 % der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ohne Zuwanderungshintergrund diese Stufe verfehlen, betr\u00e4gt der Anteil bei der zweiten Generation 31 %. Bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der ersten Generation liegt er bei 49 % bei fr\u00fchem und 65 % bei sp\u00e4tem Zuzug (Abb. 2).<a id=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6ad802353604e&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6ad802353604e\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1320\" height=\"488\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/Kompetenzverteilung-Zuwanderung_PISA-25-S.118.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3010\" srcset=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/Kompetenzverteilung-Zuwanderung_PISA-25-S.118.png 1320w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/Kompetenzverteilung-Zuwanderung_PISA-25-S.118-300x111.png 300w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/Kompetenzverteilung-Zuwanderung_PISA-25-S.118-1024x379.png 1024w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/Kompetenzverteilung-Zuwanderung_PISA-25-S.118-768x284.png 768w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/bm-news\/files\/2026\/10\/Kompetenzverteilung-Zuwanderung_PISA-25-S.118-100x37.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1320px) 100vw, 1320px\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\tdata-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 2: Anteile der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler unterhalb Kompetenzstufe II und auf Kompetenzstufe V und VI in der naturwissenschaftlichen Kompetenz nach Zuwanderungshintergrund. Quelle: Greiff et al., 2026, S. 118<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiterf\u00fchrende Analysen verdeutlichen jedoch, dass sich die Kompetenzunterschiede deutlich verringern, <strong>wenn sprachliche und soziale Voraussetzungen ber\u00fccksichtigt werden<\/strong>. Insbesondere <strong>unterschiedliche sprachliche Lerngelegenheiten<\/strong> scheinen wesentlich zu den Disparit\u00e4ten in Deutschland beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den fachlichen Kompetenzen zeigen sich Unterschiede auch in weiteren schulbezogenen Merkmalen. Beim <strong>schulischen Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl<\/strong> sind insbesondere f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der <strong>ersten Generation bedeutsame Unterschiede<\/strong> festzustellen, w\u00e4hrend die <strong>Unterschiede bei Mobbing-Erfahrungen geringer<\/strong> ausfallen. Die <strong>naturwissenschaftlichen Selbstwirksamkeitserwartungen unterscheiden sich<\/strong> hingegen bei allen drei Gruppen mit Zuwanderungshintergrund <strong>bedeutsam<\/strong>. Gleichzeitig berichten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der ersten Generation <strong>von einer st\u00e4rkeren konstruktiven Unterst\u00fctzung<\/strong> durch ihre Lehrkr\u00e4fte. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass Kompetenzunterschiede nach Zuwanderungshintergrund nicht isoliert betrachtet werden k\u00f6nnen, sondern <strong>eng mit den sprachlichen und sozialen Lernbedingungen<\/strong> der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Geschlechtsbezogene Disparit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der PISA-Erhebung 2025 sind in Deutschland etwa gleich viele M\u00e4dchen (<strong>47,7 %<\/strong>) wie Jungen (<strong>52,2 %<\/strong>) vertreten. Es zeigen sich geschlechtsspezifische Kompetenzunterschiede in mehreren Testdom\u00e4nen, wobei sich die bisher bekannten Muster weitgehend best\u00e4tigen. In Deutschland erzielen <strong>M\u00e4dchen im Lesen h\u00f6here Kompetenzwerte als Jungen<\/strong> (25 Punkte Unterschied), w\u00e4hrend <strong>Jungen in Mathematik einen Vorsprung<\/strong> aufweisen (11 Punkte Unterschied). Auch in der neu untersuchten Dom\u00e4ne <strong>\u201emodellbasiertes Probleml\u00f6sen\u201c schneiden Jungen<\/strong> mit einem Unterschied von 23 Punkten <strong>besser ab<\/strong>. In den Naturwissenschaften zeigen sich hingegen keine statistisch bedeutsamen Geschlechtsunterschiede.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Ebene der \u00fcberfachlichen Merkmale zeigen sich ebenfalls geschlechtsspezifische Unterschiede. Jungen berichten von einem <strong>st\u00e4rkeren schulischen Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl<\/strong> und einer <strong>h\u00f6heren wahrgenommenen konstruktiven Unterst\u00fctzung<\/strong> durch Lehrkr\u00e4fte, zugleich jedoch auch von <strong>h\u00e4ufigeren Mobbing-Erfahrungen<\/strong> als M\u00e4dchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt sind die geschlechtsspezifischen Kompetenzunterschiede im Zeitverlauf weitgehend stabil und entsprechen bekannten Befunden aus nationalen und internationalen Studien. Trotz teilweise geringer Kompetenzunterschiede bestehen <strong>weiterhin deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei sp\u00e4teren Bildungs- und Berufswahlentscheidungen<\/strong>. Als Ma\u00dfnahmen werden daher unter anderem die F\u00f6rderung der Lesemotivation und des Leseverhaltens, die Erweiterung beruflicher Orientierungsm\u00f6glichkeiten sowie die gezielte F\u00f6rderung von M\u00e4dchen in MINT-Bereichen benannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Quelle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Greiff, S., Diedrich, J., Kastorff, T., Goldhammer, F. &amp; K\u00f6ller, O. (Hrsg.) (2026). <a href=\"https:\/\/www.waxmann.com\/buecher\/PISA-2025\">PISA 2025<\/a>. Bildung im Spannungsfeld von Innovation und Transformation. M\u00fcnster: Waxmann, S. 96-147<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aktuellen PISA-Ergebnisse geben Einblicke in die Kompetenzen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern und zeigen, wie unterschiedlich Bildungschancen verteilt sind. 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