Begegnung mit Herrenhausen (1559)

Kurzbeschreibung

Begegnung mit Herrenhausen, entstanden 1958/59, ist der erste Film, der sich nach dem 2. Weltkrieg ausführlich mit den historischen Gärten in Herrenhausen beschäftigt und außerdem der erste Farbfilm über Herrenhausen. Und es ist auch der erste Film von Horst Latzke, der zu dieser Zeit noch als Feinmechaniker arbeitet, bevor er einige Jahre später das Filmemachen zum Hauptberuf macht. Der Film entwirft ein Gesamtbild der Gartenanlagen mit Georgengarten, Welfengarten, Berggarten und vor allem dem Großen Garten. Einen besonderen Stellenwert erhält die historische Entstehung der Gärten, die nicht nur durch den Kommentar, sondern auch durch historische Zeichnungen und Pläne sowie durch nachgestellte Szenen in historischen Kostümen vermittelt wird. Die Kostüme stammen aus dem Fundus des hannoverschen Opernhauses, engagiert wurden Laienschauspieler u.a. von der Hochschule für Musik und Theater. Und auch Ernst August Prinz von Hannover unterstützte das Projekt. Ein Teil der historischen Kostümaufnahmen wurde in Celle und Umgebung gedreht. Die Erstaufführung des Films fand im April 1959 unter großem Applaus im Kino Uhlenhorst in der Prinzenstraße in Hannover statt.

Filmographische Angaben:

Produzent, Regie, Kamera: Horst Latzke
Länge: 23:52 Minuten
Format: 16mm, farbe

DVD „Begegnung mit Herrenhausen“

Der Film Begegnung mit Herrenhausen ist von der GFS auf DVD mit zugehörigem Booklet herausgegeben worden und zum Preis von 10 € an folgenden Verkaufsstellen zu beziehen:

Sequenzprotokoll
Nr.
Inhalt
Länge
Gesamtlänge
0
Vorspann.
0.36
0.00 – 0.36
1
Verschiedene Aufnahmen des winterlichen Großen Gartens zu Herrenhausen.
1.36
0.36 – 2.12
2
Anhand von historischen Zeichnungen, Plänen und Gemälden erläutert der Kommentar die Geschichte der Herrenhäuser Gärten, insbesondere des Großen Gartens. Kleine Inszenierungen mit historischen Kostümen veranschaulichen Episoden aus der Anfangszeit der Gärten.
5.06
2.12 – 7.06
3
Verschiedene Aufnahmen des sommerlichen Georgengartens, der im englischen Stil gehalten ist. Weiterhin Aufnahmen aus der Innenstadt Hannovers, namentlich der Marktkirche und des Café Kröpcke.
2.43
7.06 – 9.49
4
Verschiedene Aufnahmen des Berggartens; Detailaufnahmen von exotischen Pflanzen und Blumen; Blick auf das Mausoleum, letzte Ruhestätte der Könige und Fürsten Hannovers, und über den Welfengarten auf das Welfenschloss, nun Universität Hannover. Schließlich die Herrenhäuser Allee.
2.11
9.49 – 11.40
5
Impressionen aus dem Großen Garten von Herrenhausen im Sommer, begleitet von Händel-Musik. Vorgestellt werden die Muster und Ornamente der Gartengestaltung sowie die Wasserspiele, die Große Kaskade, das Gartentheater, die Pavillons und die Große Fontaine.
9.20
11.40 – 21.00
6
Der Große Garten bei Nacht: Schauspieler in historischen Kostümen des 17. Jahrhunderts bei festlichen Anlässen im Schloss (hier: Galeriegebäude) und Garten; Blick auf Szene einer nächtlichen Aufführung im Gartentheater; Feuerwerk im Großen Garten.
3.20
21.00 – 24.20
7
Kurzer Abspann.
0.40
24.20 – 25.00

Pressestimmen zum Film

Amateur filmt Herrenhausen. „Begegnung“ erntet bei Uraufführung viel Beifall. (Hannoversche Presse Nr. 80, 7. April 1959.)

Vor zwei Jahren surrte im Herrenhäuser Garten zum ersten Mal die Filmkamera des Aufnahmeteams Horst Latzke. Ein Film mit dem Titel „Begegnung mit Herrenhausen“ war in Arbeit gegangen. Horst Latzke fand bei seinem Filmprojekt viel Unterstützung, die der Stadt Hannover, des Prinzen Ernst August, des Heimatmuseums, des Landesmuseums, des Gartenarchitekten K.H. Meier, des Landestheater, der Landesbühne, des NDR, des Staatsarchivs, der Stadt Celle und des Celler Landesgestüte. Im „Uhlenhorst“ erlebte der halbstündige Kulturfilm des jungen Amateurs, im Hauptberuf ist er Feinmechaniker, seine Uraufführung. Mehr als 2000 Meter Schmalfilm wurden belichtet und dann auf das geplante Maß zusammengeschnitten. Strenge Selbstkritik ließ den Streifen schließlich zu einem wirklich beachtlichen Film werden. Das Celler Schloß, die goldene Staatskarosse, Reiter in der Heide, Herolde, Hofdamen, Barockfeuerwerk – es war alles drin, was zum Thema gehört. Horst Latzke durfte sich, als nach der Uraufführung das Licht wieder anging, über den verdienten Beifall der Zuschauer wirklich freuen.

„Begegnung mit Herrenhausen“. Junge Amateure drehten einen halbstündigen Kulturfilm. (HAZ, 6. April 1959)

Im Winter 1957/58 baute ein junger Herr im Herrenhäuser Garten ein schweres Stativ auf und schraubte oben auf den Neigekopf eine Schmalfilmkamera, deren Objektiv sich auf verschneite Wege und weißbestäubte Hecken richtete. Jetzt, an diesem Sonntagvormittag, saß derselbe Herr still auf einer der vorderen Stuhlreihen im „Uhlenhorst“ und wartete darauf, daß es dunkel würde und die Frucht anderthalbjähriger Anstrengungen auf der Leinwand erschien: Horst Latzke, von Beruf Feinmechaniker, hatte seine gesamten Ersparnisse und allerhand Nerven und Energie auf seinen Kulturfilm „Begegnung mit Herrenhausen“ verwandt. Mehr als zweitausend Meter 16-mm-Farbfilm wurden belichtet, um einen halbstündigen Film zu gewinnen; eine Menge Leute, vom Prinzen Ernst August bis zum Museumshüter Bähre, mußten in Bewegung gesetzt werden, von vielen Seiten kam schließlich Hilfe. Ausdauernde Mitarbeiter beteiligten sich an der langwierigen Arbeit. Das Projekt gab ihnen recht. Was die jungen Filmleute in der „guten Stube“ Hannovers aufnahmen, ist mehr geworden als eine bloße Aneinanderreihung lebender Postakrten – sie gestalteten mit viel künstlerischem Geschmack und einigem technischen Können einen Film, der den Hannoveranern neue Ausblicke auf die Schönheit ihrer Stadt eröffnet und dem Fremden ein starken Anreiz werden könnte, unsere Stadt zu besuchen. Die Geschichte des Großen Gartens wird mit einem großen Aufgebot stilecht kostümierter Statisten lebendig gemacht: aus dem Celler Schloß fährt die goldene Staatskarosse aus, ein Reiter prescht durch die Heidelandschaft nach Hannover, Herolde blasen ihre Fanfaren auf dem Beginenturm, in Herrenhausen versammeln sich zu Händel-Musik Hofdamen und Hofherren, die begeistert dem großen Barockfeuerwerk zusehen. Horst Latzke konnte, als es wieder hell geworden war, starken Beifall der Besucher entgegennehmen. Stadtverwaltung und Verkehrsverein zeigten sich sehr interessiert: Prinz Ernst August hatte die Filmleute schon vorher zu ihrem Werk beglückwünscht.

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