Was sind Bilder?

Thesen
  • Bilder sind losgelöst von der Realität. Sie sind Ab-Bilder der Realität und /oder Funktionen der Realität. Bilder sind „Symbolsysteme“ (Weidenmann)
  • Informative Bilder sollen möglichst eindeutig sein, weshalb sie in der Regel in   Texte eingebunden werden, die Bedeutungszuweisungen vermitteln.
  • Bilder als Kunstwerke sind interpretationsoffen, frei auslegbar – und sollen es von Seiten der Künstler auch sein
  • Ab-Bilder sind nichts anderes als Reproduktionen von z. T. bereits selektierter Wirklichkeit und gleichzeitig deren subjektive Interpretationen mit einer ebenfalls subjektiven Darstellungsintention.
  • Bilder sind nicht die Wirklichkeit, sie stehen für Wirklichkeit – und sind als solche Teil von Wirklichkeit.
  • Bilder sind nur die Abbildungen eines Ausschnitts der Wirklichkeit, lösen damit den abgebildeten Bereich aus seinem Umfeld heraus.
  • Das Herauslösen des Objekts aus seinem Umfeld ist Teil eines Interpretationsvorgangs.
  • Die Art der bildlichen Darstellung geschieht nie ohne Ziel, Sinn und Zweck. Auch dies ist ein subjektiver Vorgang.
  • Bilder können daher nie „objektive“ Informationsträger sein, selbst wenn sie noch so „realistisch“ oder „natürlich“ in ihrer Darstellung sind.
  • Sie haben eine Kommunikationsfunktion. Das heißt, daß sie auf Wirkung abzielen:
    – Auf der kognitiven Ebene geht es um die Vermittlung von
    Informationen (Bildinhalte).
    –  Auf der affektiven Ebene geht es um die Vermittlung von
       Werten und Vorstellungen (Bildaussage).
  • Bildinhalt und Bildaussage existieren nie unabhängig voneinander und verlangen vom Rezipienten Arbeit.
    Sie haben Aufforderungscharakter zur Benennung, Deutung, Erkenntnis und gegebenenfalls Handlung.