Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Nachkriegs-Spielfilm – Die Vergangenheit in der Gegenwart

Von ihrem Gründungsjahr 1946 an war die Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit ein zentrales Thema der DEFA: Viele der bekanntesten Kinospielfilme gehören in die „antifaschistische Traditionslinie“. Der erste DEFA-Spielfilm DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (1946) eröffnete die lange Reihe von Antifaschismusfilmen. Bis 1950 folgten noch EHE IM SCHATTEN (1947), ROTATION (1948) und DER RAT DER GÖTTER (1950) Die Antifaschismus-Thematik prägte die Gesamtwerke so verschiedener DEFA-Regisseure wie Konrad Wolf, Frank Beyer, Slatan Dudow, Wolfgang Staudte und Kurt Maetzig.

In den Westzonen bzw. der BRD gab es eine vergleichbare Tradition nicht. Gleichwohl beschäftigten sich viele Filme der unmittelbaren Nachkriegszeit mit der jüngsten Vergangenheit: IN JENEN TAGEN (1946) machte den Anfang und so unterschiedliche Filme wie ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN (1947), LANG IST DER Weg (1948), MORITURI (1948) und DER RUF (1949) folgten.