Ein Tag im Leben der Frieda (1991)

Einführung

Die Geschichte spielt an einem Sonntag, dem damals einzigen arbeitsfreien Tag der Woche. Am Sonntag konnte jedes Familienmitglied seinen Interessen nach­gehen, so daß die unterschiedlichen kulturellen Kontexte in der Geschichte zum Tragen kommen. Trotzdem spielen auch Arbeit und Beruf eine Rolle, denn der Sonntag läßt sich – trotz der gänzlich anderen Betätigungsmöglichkeiten – nicht von der Arbeitswoche abtrennen. An diesem Tag wird die sogenannte Reproduktion der Arbeitskraft erst möglich, und zwar in einer für die Zwanziger Jahre typischen Form. In der Geschichte werden vier zentrale Bereiche im Bezugsrahmen der Familie Ahlborn thematisiert: Arbeit und Beruf(l), Wohnen(2), Freizeit (3) und städtischer Raum(4). In diesen Bereichen setzten sich seit Ende des 19. Jahrhun­derts, besonders verstärkt aufgrund der politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg, strukturelle Veränderungen durch. Die alltägliche Lebensweise der Menschen wurde mehr denn je vom kapitalistischen Marktmechanismus bestimmt. Der Begriff „Moderne“ – ursprünglich nur auf die künstlerische Avantgarde bezogen – läßt sich durchaus auch auf die wirtschaftlichen und soziokulturellen Veränderungen beziehen. Der Durchbruch der Moderne vollzog sich aber keineswegs einheitlich. Eine hochkommerzialisierte Kultur-, Freizeit- und Verkehrsindustrie durchdrang, überlagerte und verdrängte traditionelle Wahrnehmungsweisen und kulturelle Praxisformen. In der Geschichte taucht dieses zeittypische Mischungsverhältnis immer wieder auf: Arbeiterwohn­verhältnisse in Linden und neuer Genossenschaftswohnungsbau, Unterhaltungsindustrie in Kino und Tanzpalast contra Arbeiterkulturverein, die im Akkord arbeitende Angestellte und der handwerklich orientierte Facharbeiter, die vom sozialen Aufstieg ins Bürgertum träumende Tochter und der im sozialdemo­kratischen Milieu verankerte Vater.

Mediendaten

Medienart: Ton-Dia-Reihe

Laufzeit/Anzahl: 24. Min/80 Dias

Realisation: Universität Hannover
Produktion:
NLVwA Landesmedienstelle Hannover
Produktionsland:
Bundesrepublik Deutschland
Produktionsjahr:
1991

Idee und wissenschaftliche Betreuung: Adelheid von Saldern, Sid Auffarth

Durchführung: Susanne Döscher, Uta Ziegan

Weitere Mitwirkende:

Marina Diop, Hinrich Ewert, Holger Horstmann, Ines Katenhusen, Thomas Masselink, MartinaNörthen, Silke Radloff, Karin Schmidtke, Christina Seeger, Anja Wolff, Frank Zadach-Buchmeier

Redaktion und pädagogische Beratung: Detlef Endeward, Hansgeorg Heil

Die Weimarer Republik
Ein Tag im Leben der Frieda

Inhalt und Ansicht

Materialien zur Geschichte

Didaktisch-methodische Hinweise

Weiterführende Informationen zur Alltagskultur und zum Arbeiteralltag