Alltag in den Nachkriegsjahren

Die Lebensverhältnisse der Menschen unmittelbar nach Kriegsende sahen in den einzelnen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich aus. In den zerbombten Großstädten waren die Probleme sehr viel größer als in den Dörfern oder unzerstörten Kleinstädten. In einigen Gebiete kam es zu großen Versorgungsschwierigkeiten, weil eine sehr hohe Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen aufgenommnen werden musste. Und es gab große soziale Unterschiede. Die Flüchtlinge und Vertriebenen waren existentiell am stärksten bedroht.

Zwei Problembereiche bereiteten den Menschen damals die größten Sorgen:

  1. Dei Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Hausrat sowie mit Energieträgern.
  2. Die Beschaffung von menschenwürdigem Wohnraum.

Die Folgen der Kriegszerstörungen wirkten sich im Versorgungsbereich besonders nachteilig aus. In den ersten Monaten nach Kriegsende war man infolge der Zerstörungen von wichtigen Verkehrswegen bei der Versorgung der Bevölkerung auf die Produkte der engeren Region angewiesen und konnte nur schwer regionale Mängel ausgleichen. Aber auch später  gab es immer wieder Engpässe in der Versorgung, die z.T. durch Verwaltungsmängel und vor allem Entzug von Waren für den Schwarzmarkt mitverursacht wurden.

Versorgungsprobleme

Am bedrohlichsten war für die Menschen der Mangel an Lebensmitteln. Um die Versorgung mit Lebensmittelen so reibungslos wie möglich durchführen zu können, übernahm die britische Militärregierung das bestehende System der Rationierung und Zuteilung. Man nahm dabei in Kauf, in WIderspruch mit der selbst formulierten Absicht der umfassenden Entnazifizierung zu geraten.

Zur Lage der Flüchtlinge

Der Weg der meisten Flüchtlinge und Vertriebenen aus den Ostgebieten führte nach tage- oder wochenlangen Fahrten zunächst nach Hannover. Die Stadt war der wichtigste westdeutsche Eisenbahnknotenpunkt am Schnittpunkt der Ost-West und Nord-Süd-Verbindungen. Die Zustände in den Notunterkünften waren alles andere als befriedigend. Überaus beengte Wohnverhältnisse, ein ständiger Mangel an Kleidung, Nahrung und Einrichtungsgegenständen bestimmten über Jahre hinweg das alltägliche Leben der Flüchtlinge. Hinzu kam die vielfach ablehnende Haltung der einheimischen Bevölkerung.