Arbeiteralltag in der Weimarer Republik

Sozialkritik im Film

Filme, die sich kritisch mit der sozialen Wirklichkeit und dem Arbeiteralltag in der Weimarer Republik auseinandersetzten, waren gegenüber dem Massenangebot des Unterhaltungskinos zahlenmäßig in der Minderzahl. Das lag zum Einen an den eingeschränkten Produktionsmöglichkeiten, denn im Rahmen der Filmindustrie konnten nur mit großen Schwierigkeiten Filme realisiert werden, die die bestehenden Verhältnisse in Frage stellten. Als klassisches Beispiel massiver Versuche seitens der Filmindustrie, auf den Inhalt eines Films Einfluss zu nehmen, kann die Verfilmung der „Dreigroschenoper“ von Brecht/Weil gelten Brecht hat diese Vorgänge wegen ihres prinzipiellen Charakters in einer Dokumentation verarbeitet. Aber auch Filme wie „Berlin-„Alexanderplatz“ von Pile Jutzi oder der erwähnte Film  „Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins“ von B. Viertel kamen nicht ungeschoren davon. Trotz diese Schwierigkeiten konnten Filme entstehen, die zumindest partiell demokratische Positionen formulierten und sozialen Probleme thematisierten.

Der proletarische Film

Dort wo es gelungen war, eigene Organisationen zu gründen, war die Chance größer, solche Filme zu schaffen. Aber es dauerte sehr lange, bis in den Organisationen der Arbeiterbewegung die Bedeutung des Films erkannt und anerkannt wurde.

„Die Stellung der Arbeiterbewegung zum Film hat sich in den letzten Jahren geändert. Die Genossen der Vorkriegszeit kannten fast nur den Kulturfilm; der Spielfilm war in dieser Zeit in einem inhaltlich armen und äußerlich dummen Zustande. Erst der „Potemkin“, dieser große starke Revolutionsfilm, brachte den Film stärker in unsere Diskussion hinein.“ (Alfred Kern: Filme der SPD. In: Kulturwille, Jg. 1930, Heft 7/8, S. 132)

„Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ und „Kuhle Wampe“ sind beispiele für diese Filmproduktion

Hannover – Der lokale Blick auf die Geschichte der Arbeiterbewegung

Der Film „Linden – Ein Arbeiterlied“  entwirft mittels Zeitzeugeninterviews ein Panorama der Lebensbedingungen im Arbeiterstadtteil Linden während der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Neben der Alltagsgeschichte, der Armut und Beengtheit in den Wohnquartieren, thematisiert der Film den sozialen Zusammenhalt und die Politisierung der Arbeiter bis zur Zäsur der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahr 1933.

„Ein Tag im Leben der Frieda“ ist als ein Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Sozialgeschichte Hannovers gedacht. filmische Umsetzung der ursprünglichen Ton-Dia-Reihe ist eine sog. „Faction-Story“. In einer konstruierten Alltagsgeschichte werden die fiktiven Erlebnisse der Angestellten Frieda und ihrer Familie und Freunde erzählt und visualisiert. Diese Erlebnisse, Begegnun­gen und Erfahrungen vermitteln zugleich ein Stück Alltagskultur und Arbeiterleben am Ende der 20er Jahre in Hannover.

Die Weimarer Republik
Arbeiteralltag in der Weimarer Republik

Sozialkritik im zeitgenössischen Film

  • Cyankali (1930)
  • So ist das Leben (1930)

Der proletarische Film

Dokumentationen/Dokumentarfilme

Materialien zu den kulturellen und  sozialen Verhältnissen
Quellen und Beiträge zu Filmgeschichte der Weimarer Republik