Filmische Geschichtsdarstellungen

Fragen zur Arbeit mit dokumentarischen Geschichtsdarstellungen

Die film-dokumentarische Geschichtsdarstellung umfasst ein breites Spektrum an Gattungen und Formen: vom klassischen Unterrichtsfilm, der einem illustrierten, didaktisch klar strukturierten Lehrervortrag entspricht, über Dokumentarfilmklasssiker, etwa „Mein Kampf“ von Erwin Leiser (1960), „Hitler – eine Karriere“ von Joachim Fest (1977), „Shoah“ von Claude Lanzmann (1985) bis zu den aktuellen Geschichtsdokumentationen Guido Knopps: „Hitlers Krieger“, „Hitlers Frauen“ etc.

Zunächst muss man sich klarmachen, dass keiner der genannten Filme (und auch kein anderer) zeigt „wie es wirklich war“, auch wenn „wirkliche“ Bilder verwendet werden. Vielmehr eröffnen die Filme eine „Sicht“ auf die Thematik, die einem bestimmten Kenntnisstand entspricht, einem Interesse, einer Annäherungsweise und einer Darstellungsstrategie. Daraus ergeben sich Fragen, die eine selbständige kritische Auseinandersetzung des Betrachters mit den jeweiligen Filmen erleichtern sollen.

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Zum Wert und Unwert des Historienfilms

Man kann davon ausgehen, dass in unserer Mediengesellschaft Vorstellungen über die entferntere Vergangenheit durch filmische Medien geprägt sind, vielleicht sogar hauptsächlich. Und zwar vor allem durch die unterhaltende Rezeption inszenierter Vergangenheit in sog. historischen Filmen: vom „Sandalen“-Film (Antike), über den Ritterfilm (Mittelalter), den Western usw. Aber auch zeithistorische Themen wie das Deutsche Kaiserreich, der 1. und der 2. Weltkrieg erfreuen sich großer Beliebtheit in filmischen Inszenierungen.

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Das Medium „Historischer Spielfilm“ als Herausforderung und Chance für den Unterricht (2016)

Die am weitesten verbreiteten filmischen Inszenierungen von Geschichte stellen die Spielfilme mit historischen Stoffen dar. Der Ansatz, hierbei einerseits zwischen dem dokumentarischen Spielfilm (auch „Doku-Drama“ genannt), der dokumentierte Geschichte dramaturgisch rekonstruieren und sich zugleich an seiner Faktizität messen lassen will, und andererseits dem historischen Spielfilm, der Geschichte künstlerisch interpretiert, zu unterscheiden, überzeugt dabei letztlich nicht: Bleibt es doch eine Sache subjektiv persönlicher Präferenz, wieviel Spekulation ein Spielfilm aufweisen darf, um ihn noch als „dokumentarisch“ bezeichnen zu können, was eine Objektivierbarkeit dieser Unterscheidung unmöglich macht. So scheint es sinnvoller, lediglich von historischen Spielfilmen als Sammelkategorie zu sprechen.

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Anmerkungen zum Problem eines Antikriegsfilms

Das Etikett Antikriegsfilm erhalten gemeinhin Filme, von denen man annimmt, dass sie den Krieg nicht verherrlichen, sondern anklagen und so zur weiteren Verhinderung von Kriegen beitragen. Die Spielfilmkamera gegen den Krieg zu richten, dies kann nun auf verschiedene Weise geschehen. Sehr selten geschieht es in der Form, dass die Frage nach der Herkunft des Krieges, nach politischen, sozialen und ökonomischen Ursachen gestellt wird.  Der Regelfall des sogenannten Antikriegsfilms ist der, dass das Kriegsgeschehen selbst im Vordergrund steht. Dabei wird bis in die jüngste Zeit hinein darauf vertraut, dass ein Film desto besser gegen den Krieg einnehme, je realistischer er ihn zeige.

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Der Holocaust als Filmkomödie

Komik als Mittel der Darstellung des Undarstellbaren
Die verrückten Helden der beiden Filme, der italienische Clown Guido und der osteuropäische Narr Schlomo (Clown und Narr sind beides Figuren, die in komischer Form Tabus aufgreifen und die Wahrheit zum Ausdruck bringen dürfen), befinden sich in den Filmen in einer ständigen Auseinandersetzung mit dem Realitätsprinzip, weigern sich jedoch, die mit den Faschisten zunehmlich bedrohlicher werdende Welt anzuerkennen. Dadurch, dass sie sich unrealistisch verhalten, schaffen sie (ein typisches Charakteristikum des Clowns) eine eigene Wirklichkeit. Diesen Kontrast ist der Zuschauer gezwungen auszuhalten.

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