Fazit

Neue Impulse für die Filmbildung: Rückblick auf das FilmSummit 2012

 

Über 100 Lehrkräfte, Schulleitungen, freie Filmschaffende, Medienpädagogen und an Bildungspolitik Beteiligte trafen sich am 11. Oktober im Wolfenbütteler Schloss um gemeinsam über Wege und auch Mittel zu diskutieren, wie die Filmbildung an Schulen verbessert werden kann: Das erste FilmSummit – organisiert vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung.

 

In ihrem Vortrag zu Beginn der Tagung sprach Ines Müller von Film&Schule NRW von der Notwendigkeit eines eigenen Film-Curriculums für Schulen und formulierte die Forderung nach der Vermittlung einer „Bildlesekompetenz“ für Kinder und Jugendliche.

Denn Weltwissen werde zunehmend über bewegte Bilder vermittelt.

Sie setzte damit bereits wichtige Schwerpunkte der Veranstaltung und gab Impulse für das, was das FilmSummit sich zum Ziel gemacht hatte: Nämlich zu überprüfen, wo wir mit der Filmbildung an Schulen stehen, und was erforderlich ist, um Filmbildung zu systematisieren und in der Schule zu verankern. In den sich anschließenden Expertengruppen wurde aus diesem Grund intensiv über strukturelle Fragen der Filmbildung an Schule diskutiert. 1) Wie lässt sich die Filmbildung verbindlich in Schulkonzepten und systematisch in schuleigenen Arbeitsplänen verankern? Da Filmbildung bereits verbindlich in einzelne Fachcurricula eingebunden ist, macht es Sinn, die Filmbildung in den schuleigenen Arbeitsplänen zu systematisieren und als wichtigen Bestandteil von Medienkompetenz zu verstehen. 2) Wie integriert man praktische Filmarbeit in den Schulalltag und in welchen Fächern ergeben sich welche Anknüpfungspunkte? Ausgehend von filmischen Formaten wie Kurzspielfilm, Dokumentation oder auch Trickfilm wurden beispielhaft Themen erarbeitet, die sich aus den Unterrichtsfächern ergeben. Exemplarisch wurde die Planung einer Unterrichtsgestaltung am Beispiel des Seminarfachs Film vorgestellt. 3) Wie könnte Film als Prüfungsthema gestaltet werden?  Die Gruppe kam zu dem Ergebnis, dass man vor allem viele verschiedene  Möglichkeiten nutzen sollte, das Thema Film zu Prüfungszwecken zu nutzen: in einer Hausaufgabe, in einer Klassenarbeit, in einem Kurzvortrag/Referat, einer Präsentation, als Facharbeit im Seminarfach, als mündliches Abiturthema und schließlich auch im schriftlichen Abitur. Hier war der Wunsch der Teilnehmer nach konkreten Lösungen, konkreten Aufgaben-Beispielen besonders groß. 4) Wo stehen wir mit der Filmbildung in der Lehrerausbildung? Ganz am Anfang! Es gibt bislang keine systematische Einbindung der Filmbildung, weder in die universitäre Ausbildungsphase noch in das Referendariat. Filmbildung in der Lehrerausbildung hängt bislang noch von einzelnen engagierten Dozenten und Seminarleitern ab. Aber hier lässt sich anknüpfen. 5) Und schließlich die Frage nach den Vorteilen der Filmbildung für die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler verbunden mit den Vorteilen einer Profilierung der Schulen durch die Filmbildung. In Niedersachsen entsteht zurzeit ein Konzept zur Bildung von Referenzschulen für Filmbildung.  In dieser Gruppe wurden die Erwartungen aller Beteiligten an ein solches Konzept diskutiert.

Das formulierte Ziel der Gruppen war es, den Status Quo zu benennen, positive Beispiele und Lösungen zu finden aber auch, Forderungen zu formulieren, an welchen Stellen noch Handlungsbedarf ist und in welcher Form. Allen Gruppen gemeinsam war die Erkenntnis, dass es insgesamt noch an der Akzeptanz und Wertschätzung von Filmarbeit an Schule mangelt. Dazu zählt neben dem Problem, nicht genug zeitliche Freiräume und Flexibilität für filmpraktische Arbeiten zu erhalten auch die oftmals mangelhafte technische Ausstattung an Schulen.

Neben den inhaltlichen Diskussionen hatten die Teilnehmer aber auch die Möglichkeit, sich bei Ausstellern ganz konkret über die Unterstützungsmöglichkeiten von Filmprojekten an der Schule zu erkundigen. Vertreten waren hier u.a. das NLQ mit eigenen, landesweiten Projekten wie „Niedersachsen Filmklappe“ und „Niedersächsischer Filmkanon“, die LAG mit dem Mobilen Kino, die SchulKinoWochen, Blickwechsel e.V., die Multimediamobile, das Filmfestival Up-and-Coming mit der Lehrer-Qualifizierungsmaßnahme „Taschengeldkino“ sowie das Medienzentrum der Region Hannover mit der KinoSchule und dem Kinderfilmfestival „Sehpferdchen“.

Darüber hinaus gab es 20 Kurzpräsentationen – von Festival-Vorstellungen über Fortbildungsangebote für Lehrkräfte bis hin zu erfolgreich durchgeführten Filmprojekten an Schulen.

 

Weitere Ergebnisse finden Sie unter den einzelnen Expertengruppen.