Exkursion ins Hiller Moor

Kurzbericht zur Exkursion zum Hiller Moor mit den Klassen 4a und 4b der Grundschule Diepenau am Freitag, den 20. Mai 2022
Begleitende Lehrkräfte: Birgit Altvater, Astrid Kohlmeyer
Am 20.05.2022 machten wir mit den beiden vierten Klassen der Grundschule Diepenau eine Exkursion ins Hiller Moor. Sascha Traue von der Biologischen Station nahm uns schon an der Bushaltestelle der Grundschule in Empfang, sodass wir gemeinsam zum Zielort fahren konnten. Am Moor angekommen, benötigten alle Kinder eine „Eintrittskarte“ für den Besuch: Mit viel Fantasie wurden eine „Feenkrone“, ein „Geweih“, eine „Moorlocke“, ein „Boot für Frösche“, ein „Zauberstab für eine gesunde Umwelt“ etc. auf der Erde gefunden. Alle Schülerinnen und Schüler bewiesen viel Kreativität und konnten sodann den Weg ins Moor antreten. An der ersten Station mit Blick auf das Wiehengebirge erfuhren wir Wissenswertes über die Entstehung des Moores und über den Verlauf der Weser vor ca. 10.000 Jahren während der letzten Eiszeit. Auch über die im Moor lebenden Tierarten erhielten wir neue Informationen.
Dann machten wir uns auf den Weg zur zweiten Station, nämlich einer Stelle, an der verschiedene Torfschichten sichtbar waren. Stücke von Torf ( Weiß- und Schwarztorf) wurden herumgereicht, um das Sediment mit den Sinnen erfahrbar zu machen: Die Schülerinnen und Schüler konnten den Torf dadurch nicht nur sehen, sondern auch fühlen und riechen. Sascha Traue erläuterte uns das langsame Wachstum des Moores (etwa ein Millimeter pro Jahr) sowie die daraus folgende Dringlichkeit, auf Torf in Blumenerde zu verzichten.
Anschließend stärkten sich alle Teilnehmenden bei einer gemeinsamen Frühstückspause für die Aktivitäten an der nächsten Station, der „Moormatschkuhle“. Die Kinder hatten viel Spaß, eine oder auch mehrere Runden durch den Moormatsch zu waten. Gleichzeitig konnten sie so selbst erfahren, wie nachgiebig der Moormatsch ist und wie schnell man im Moor einsinken kann. Die Füße und Beine konnten hinterher mit Hilfe von Wassers aus einer Schwengelpumpe gesäubert werden.
An der vierten Station angekommen, konnten die Kinder Torfmoos, das sich wie ein Schwamm mit Wasser vollsaugt, anschauen und anfassen. Besonderes Interesse weckte der Sonnentau. Sascha erklärte, dass sowohl Torfmoos als auch Sonnentau sowie weitere Pflanzen des Moores eine saure Umgebung benötigen, um wachsen zu können. Zur Verdeutlichung des Säuregrads nutzte er Zitronensaft, von dem jedes Kind einen Tropfen auf einen Finger erhielt. Beim anschließenden „Moor-Wellnessprogramm“, wie Sascha es bezeichnete, durften die Kinder das Wollgras kennenlernen. Sie genossen es sehr, sich von Frau Kohlmeyer und mir mit dem weichen Wollgras bei geschlossenen Augen über das Gesicht streicheln zu lassen. So wurde erneut über die eigenen Sinne eine Pflanze des Moores erfahrbar gemacht.
Um einen Überblick über das Moor von oben zu erhalten, machten wir uns alsdann auf den Weg zu unserer vorletzten Station: dem Aussichtsturm. Die letzte Station auf unserer Exkursion war das „Moortrampolin“. Hier wurden zwei Gruppen gebildet; Gruppe A wurde zum Hüpfen aufgefordert, während Gruppe B ganz still stehen blieb. Anschließend wurde gewechselt. Die Schwingungen des weichen Moorbodens wurde so für die Gruppe, die still stand, besonders deutlich.
Gemeinsam gingen wir nun zum verabredeten Treffpunkt am Moor, um von dort mit dem Bus zurück zur Schule zu fahren. Die Verabschiedung fand auf dem Schulhof statt. Alle Schülerinnen und Schüler sowie auch wir begleitende Lehrkräfte waren uns einig, einen tollen erlebnis- und lehrreichen Tag im Moor verbracht zu haben.
Birgit Altvater

 

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