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Glaskunst aus Lauscha

Hantieren am offenen Feuer in der Schule…
Eine heiße blaue Flamme aus dem Bunsenbrenner…
Offene Kindermünder…
Große Augen…
Ganz viele „Ohhh“s und „Ahhh“s…

So etwas kann man beobachten, wenn ein Glasbläser in eine Schule kommt. Die Schüler der Grundschule Schoningen hatten das Glück, Herrn Müller-Schulwilm aus dem thüringischen Glasbläserstädtchen Lauscha bei der alten Handwerkskunst des Glasblasens zu beobachten. Das Staunen war groß, als der Bunsenbrenner angezündet wurde. Aus rot-orangem Feuer wurde blaues Feuer – und das ist ziemlich heiß. Zur Demonstration zeigte Herr Müller-Schulwilm, dass ein Nagel in der Mitte schmilzt, wenn er nur kurze Zeit in die Flamme hinein gehalten wird. Und nicht nur das: Die Kinder wirkten selbst mit. Unter uns weilten doch tatsächlich zwei Hitzesachverständige. Tillmann aus Klasse 1 bestätigte ebenso wie Dennis aus Klasse 3: „Ganz schön heiß!“ Die Einführung über die alte Kunst des Glasblasens weckte bei den Kindern nicht nur dank des Humors Herrn Müller-Schulwilms Begeisterung, er verstand es, kindgerecht und unterhaltsam zu erklären. Er erläuterte den Kindern, dass Glas aus Quarzstein hergestellt wird und Temperaturen um 1500 Grad nötig sind, damit Gestein schmilzt. Mit großen Augen verfolgten die Kinder, wie das Glas in der blauen Flamme des Bunsenbrenners erhitzt und es wie von Zauberhand weich und biegsam wurde. Müller-Schulwilm blies daraus einen Schwan, der mit Wasser gefüllt und gefärbt wurde. Dabei sahen sie mit Staunen, wie schnell das Glas außerhalb der Flamme wieder erstarrte. Wie schnell hauchdünnes Glas zerbricht konnte die Viertklässlerin Ina feststellen. Ganz vorsichtig berührte sie mit einem Finger den „Schwanz“ eines Glastieres – und da regnete es auch schon Scherben… Dass Glasscherben nicht immer verletzen, konnten die Zweitklässlerin Cyra und die Viertklässlerin Antonia bestätigen. Sie fingen Glasflocken mit bloßen Händen auf und statt sich zu schneiden glitzerten die Hände bühnenreif. Carlos aus Klasse 2 wurde selbst zum „Glasbläser“ und durfte eine Christbaumkugel in Form eines Tannzapfens blasen.
Diesen Tag werden die Kinder sicher nicht so schnell vergessen.