Schleiereulenbabys lassen Kinderherzen höher schlagen

Jedes Jahr wird wieder lange gefiebert, wann endlich der Anruf von Horst Seeler kommt. Er ist Mitglied in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch (OAB) und der Kopf und das Herz des Projektes „Hilfe für Schleiereulen“. Ehrenamtlich Tätige setzen gemeinsam vielfältige Maßnahmen zum Schutz dieser Tierart um, da sie in Mitteleuropa leider als gefährdete Art gilt. Neben dem Beringen der Tiere werden auch Nistkästen gebaut, die dann oft in Ställen und Scheunen angebracht werden. Dieses Jahr gab es eine Rekordbrut in Neuhaus. Direkt neben der gemütlichen Gastwirtschaft steht eine Scheune, wo ein Schleiereulenpaar 11 Eier in ihr Nest legte. 9 Tiere schafften es und sollten deshalb beringt werden. Die Grundschule Weyhausen wurde wieder eingeladen und 29 Kinderherzen schlugen höher! Denn die kleinen „Fusselvögel“ durften nicht nur bestaunt, sondern auch vorsichtig gehalten und sogar beringt werden. Den Kindern fiel es schwer, ihr entzückendes Quietschen zu unterdrücken als die Eulenkinder gezeigt wurden – denn Horst Seeler erklärte, dass die Eulen gut hören können, daher war rücksichtsvolle Ruhe von Bedeutung. Seit über 25 Jahren kümmert er sich nun um die Schleiereulen in unserer Region. Auch Wartung und Reparaturen gehören zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen. Dies benötigt viel Zeit und Engagement, daher freuen sie sich um so mehr, wenn die jüngste Generation Interesse zeigt. Die Drittklässler lasen kürzlich das Buch „Die kleine Schleiereule“ im Unterricht und wussten daher bestens Bescheid. Bis zu fünf Mäuse frisst so ein Küken in der Nacht – bei neun Jungtieren also ein Rundumjob für die Euleneltern, die sich rund zwei Monate um ihren flauschigen Nachwuchs kümmern. Wichtig ist es daher achtsam mit unserer Natur umzugehen, ländliche Gebiete zu erhalten und sich zu engagieren, damit auch die Kinder der nächsten Generation noch Freude an all den Schleiereulen, Störchen und Greifvögeln haben! Wer Interesse hat, darf das Team der OAB gerne unterstützen!

Ein Bericht von Ronja Nommensen