{"id":122,"date":"2019-06-04T08:04:38","date_gmt":"2019-06-04T06:04:38","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/?p=122"},"modified":"2019-06-04T08:04:38","modified_gmt":"2019-06-04T06:04:38","slug":"ehemaliger-berufssoldat-im-kirchenvorstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/ehemaliger-berufssoldat-im-kirchenvorstand\/","title":{"rendered":"Ehemaliger Berufssoldat im Kirchenvorstand"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">von Isabella Hense<\/h4>\n\n\n<p>Peter<em> Kollorz hat in seinem Leben schon viel erlebt: Als Berufssoldat war er in den unterschiedlichsten L\u00e4ndern und eine ganz andere Seite des Lebens konnte er in den USA kennenlernen. Doch auch mit 62 Jahren beteiligt er sich aktiv am Dorfleben.<\/em><\/p>\n\n\n<div id=\"attachment_125\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-125\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-125\" alt=\"\" src=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2019\/06\/kollorz2-225x300.jpg\" srcset=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2019\/06\/kollorz2-225x300.jpg 225w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2019\/06\/kollorz2-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2019\/06\/kollorz2-450x600.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-125\" class=\"wp-caption-text\">Peter Kollorz<\/p><\/div>\n<p><strong>Hunteburg.<\/strong> Wenn Peter Kollorz von seinen bisherigen Erfahrungen erz\u00e4hlt, breitet sich nicht selten eine gewisse Ehrfurcht unter den Zuh\u00f6rern aus. Doch das liegt nicht nur daran, dass diese auf seiner Zeit bei der Bundeswehr, in den USA und als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Kirchenvorstand beruhen: Sobald&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der 62-J\u00e4hrige einen Raum betritt, bleibt er mit seinen kinnlangen wei\u00dfen Haaren, den vielen Tattoos, den Cowboystiefeln und seinem stets abenteuerlustigem Wesen nicht unentdeckt.<\/p>\n<p>Obwohl das Leben ihn in eine andere Richtung gewiesen hatte, als er es sich mit 15 Jahren vorgestellt hatte, bereut er es nicht, seinen gro\u00dfen Traum aufgegeben zu haben. \u201eIch wollte eigentlich immer zur See fahren\u201c, erz\u00e4hlt der geb\u00fcrtige Oberhausener schmunzelnd. \u201eAber mein Vater hat damals gesagt, dass sei kein richtiger Beruf.\u201c Daraufhin hat Kollorz zweieinhalb Jahre eine Ausbildung zum Koch gemacht und Maschinenschlosser bei ZF gelernt, bis die Bundeswehr auf ihn zukam. \u201eDamals gab es noch die Wehrpflicht, das hei\u00dft, ich musste f\u00fcr 18 Monate zum Milit\u00e4r\u201c, berichtet Kollorz. Nachdem er im Eignungstest in Bielefeld positiv aufgefallen war, wurde ihm angeboten, Zeitsoldat zu werden. Dort wurde ihm auch mitgeteilt, er sei f\u00fcr alles geeignet, nur nicht f\u00fcr die Gebirgssee und die Bordverwendung. \u201eDanach hab ich gedacht, der liebe Gott will nicht, dass ich zur See fahre!\u201c, betont Peter Kollorz, der seit 35 Jahren verheiratet ist und zwei Kinder hat. Seine Karriere begann in Holland, im Grundausbildungsregiment der Luftwaffe. Als ihm nach anderthalb Jahren vorgeschlagen wurde, f\u00fcr zw\u00f6lf Jahre Soldat zu sein, hat er zugestimmt. Jedoch blieben Logistik und Transportwesen in der freien Wirtschaft nicht sein einziger Themenbereich: In der Abendschule lernte er B\u00fcrokaufmann und Berufskraftfahrer. Insgesamt besitzt er drei Gesellenbriefe.<\/p>\n<p>\u201eDie brauchte ich eigentlich gar nicht mehr, nachdem ich dann auch noch zum Berufssoldat ernannt wurde, aber ich sag immer: Egal, was man gelernt hat im Leben, egal wo, es ist nie ein Verlust\u201c, erkl\u00e4rt Kollorz ernst. Das dachte er sich wom\u00f6glich auch, als er sich f\u00fcr eine Stelle in den USA beworben hatte, bei der die Soldaten sich darum k\u00fcmmern m\u00fcssen, dass die Raketenschule der Bundeswehr \u201el\u00e4uft\u201c, obwohl er nie daran geglaubt hatte, sie wirklich zubekommen. Umso \u00fcberraschender kam dann der Anruf einen Tag vor Heiligabend: Er muss f\u00fcr ein halbes Jahr nach Hamburg zur Sprachenschule, um Englisch zu lernen, da er im August mit seiner Familie f\u00fcr drei Jahre nach El Paso in Texas fliegen wird. \u201eDas war ein Hammer\u201c, berichtet er. Daraufhin ging es schnell, denn der Familienvater musste auch noch eine Wohnung suchen und ein neues Konto einrichten. \u201eIch habe mir nat\u00fcrlich Sorgen gemacht: Um meine Kinder, mein Sohn war zu dem Zeitpunkt ein Jahr alt und meine Tochter zwei, und um meine Englischkenntnisse. Aber meine Sorgen waren v\u00f6llig unberechtigt! Kinder kommen im Ausland eher klar als Erwachsene und die Angst vor der Sprache hat mir ein Amerikaner im Flugzeug genommen\u201c, erinnert sich Peter Kollorz. W\u00e4hrend der Zeit von 1993 bis 1996 in den Vereinigten Staaten betreute seine Frau viele deutsche Frauen. Sie zeigte ihnen beispielsweise, wo die Einkaufsl\u00e4den sind und die Kinder\u00e4rzte, zu denen auch Deutsche hingehen k\u00f6nnen. \u201eDas Land ist, im Vergleich zu Deutschland, in vielen Sachen krank\u201c, sagt er, \u201ees ist dort f\u00fcr junge Menschen einfacher, ein Gewehr zu kaufen als eine Dose Bier.\u201c Au\u00dferdem gebe es keine sozialen Absicherungen. Das bedeutet unter anderem, dass die \u00c4rzte keine Personen behandeln m\u00fcssen, die sie nicht kennen. Trotzdem bereue er es nicht, die Stelle angenommen zu haben, da die USA ein wundersch\u00f6nes Land mit unglaublich freundlichen Menschen sei. Jedoch w\u00fcrde Peter Kollorz nicht noch einmal in den USA leben wollen, das steht f\u00fcr ihn fest. Nach den drei Jahren voller neuer Erlebnisse, Eindr\u00fccke und Erfahrungen musste die Familie Kollorz ihre neuen Freunde und ihren amerikanischen Alltag zur\u00fccklassen und sich auf den Heimweg nach Hunteburg machen. \u201eIn Deutschland musste ich mich gewaltig umstellen, was die Freundlichkeit betrifft. Ich mach es heute manchmal noch richtig mit Absicht, freundlich zu sein, um die Deutschen ein wenig zu \u00e4rgern\u201c, erz\u00e4hlt Kollorz schmunzelnd. Nachdem er dann Jahre in Rostock und in Rheine gearbeitet hat, wurde er nach K\u00f6ln versetzt, wo er schlie\u00dflich bis zu seiner Pensionierung t\u00e4tig war. Er war bis zu 25 Wochen im Jahr auf Dienstreise, in denen die Soldaten alle damaligen Luftwaffenstandorte weltweit gepr\u00fcft haben, die unteranderem in Kanada, Amerika, Italien und Belgien zu finden waren. \u201eDas war schon ein sehr angenehmes Leben\u201c, gestand der f\u00f6rmlich vor Lebensfreude spr\u00fchende Mann zufrieden. Nachdem Peter Kollorz nach 32 Jahren bei der Bundeswehr mit 53 Jahren in Rente gegangen ist, \u201eschlitterte\u201c er immer mehr in das Ehrenamt hinein. \u201eMeine Tochter hat mich damals gefragt, ob ich mit ihrer Konfirmandengruppe mit nach M\u00fcnchen komme, da ich viel Zeit in der N\u00e4he von M\u00fcnchen verbracht hatte\u201c, erz\u00e4hlt der Hobbyfotograf. Somit ist er nun schon als Betreuer und Fotograf t\u00e4tig gewesen und als Koch im Kinderbibelzeltlager in Burlage. Seine ehrenamtliche Arbeit betr\u00e4gt in der Woche meistens bis zu 30 Stunden und beinhaltet Pressearbeit, Fotografie, Konfirmandenzeit und das Schreiben des \u00f6rtlichen Gemeindebriefes. \u201eNat\u00fcrlich leiden meine Hobbys darunter, aber daran bin ich selbst Schuld\u201c, gesteht er n\u00fcchtern. \u201eWenn wir es nicht machen, dann macht es keiner.\u201c Viele Jugendliche vertrauen Kollorz inzwischen so sehr, dass sie oft zu ihm kommen, um \u00fcber ihre Probleme zu reden.<\/p>\n<p>Peter Kollorz ist ein Mann mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Lebenslauf und einer interessanten Sichtweise auf verschiedene Dinge. Die Zukunft steht in den Sternen, somit wei\u00df niemand, ob sich sein Jugendtraum \u201emit dem Schiff um die Welt zu segeln\u201c vielleicht nicht doch noch bewahrheitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Isabella Hense Peter Kollorz hat in seinem Leben schon viel erlebt: Als Berufssoldat war er in den unterschiedlichsten L\u00e4ndern und eine ganz andere Seite des Lebens konnte er in den USA kennenlernen. Doch auch mit 62 Jahren beteiligt er &hellip; <a href=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/ehemaliger-berufssoldat-im-kirchenvorstand\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9192822,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9192822"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=122"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":129,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122\/revisions\/129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}