{"id":897,"date":"2023-05-30T17:12:46","date_gmt":"2023-05-30T15:12:46","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/?p=897"},"modified":"2023-05-30T17:16:23","modified_gmt":"2023-05-30T15:16:23","slug":"zwischen-mensch-und-papier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/zwischen-mensch-und-papier\/","title":{"rendered":"Zwischen Mensch und Papier"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-900\" src=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2023\/05\/IMG_0701-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2023\/05\/IMG_0701-300x225.jpeg 300w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2023\/05\/IMG_0701-800x600.jpeg 800w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2023\/05\/IMG_0701-768x576.jpeg 768w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2023\/05\/IMG_0701-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymdamme\/files\/2023\/05\/IMG_0701.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n\n\n<p><strong>Alltag auf der Neurologischen Fr\u00fchrehabilitatio<\/strong>n<br><em>Es herrscht ein akuter Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege in Deutschland, das ist vielen bekannt. Doch was ist eigentlich der Alltag auf einer Krankenhausstation und warum entscheiden sich Menschen f\u00fcr diesen Beruf?<\/em><br><strong><em>Die Station<\/em><\/strong><br>Die Neurologische Fr\u00fchrehabilitation des St. Elisabeth Krankenhauses in Damme existiert seit elf Jahren und umfasst elf Zimmer mit neunzehn Betten. Das Pflegepersonal besteht aus 20 Mitarbeiter*innen, die entweder in Voll- oder Teilzeit arbeiten. Zudem arbeiten auf der Stationen noch verschiedene \u00c4rzt*innen und Therapeut*innen, Logop\u00e4d*innen und Neuropsychologen, sowie eine Sekret\u00e4rin und eine Stationshilfe.<br>Behandelt werden auf der Station unter anderem Patienten, die einen schweren Schlagunfall hatten oder eine Operation am Nervensystem. Diese Patienten sind im Schnitt zwischen 50- 70 Jahre alt, jedoch gibt es auch deutlich j\u00fcngere oder \u00e4ltere.<br><strong><em>Der Stationsalltag<\/em><\/strong><br>Die Arbeitszeiten auf der Station sind in Fr\u00fch-, Sp\u00e4t-und Nachtschicht aufgeteilt. Fr\u00fch-und Sp\u00e4tschicht dauern jeweils siebeneinhalb Stunden mit einer halben Stunde Pause, w\u00e4hrend die Nachtschicht zehn Stunden dauert und eine Dreiviertel Stunde Pause beinhaltet.<br>W\u00e4hrend der Fr\u00fch- und Sp\u00e4tschicht stehen f\u00fcr die Patienten Untersuchungen und Therapiesitzungen an. Zudem werden sie je nach M\u00f6glichkeit von den Pflegekr\u00e4ften zu den Mahlzeiten gebracht und werden von ihnen mit Medikamenten versorgt. Auch helfen die Pflegekr\u00e4fte den Patienten dabei, sich zu waschen oder sie begleiten sie zur n\u00e4chsten Untersuchung. Au\u00dferdem erf\u00fcllt das Pflegepersonal Auftr\u00e4ge der \u00c4rzte und bereitet die Medikamente f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit vor. Wenn neue Medikamentenlieferungen kommen, m\u00fcssen diese zudem vom Personal einsortiert werden.<br>Der Sp\u00e4tdienst hilft den Patienten zudem auch bei der Abendroutine helfen, dazu geh\u00f6rt zum Beispiel das Z\u00e4hneb\u00fcrsten.<br>In der Nachtschicht helfen die Pfleger*innen den Patienten mit Problemen, die w\u00e4hrend der Nacht auftreten, wie zum Beispiel der Toilettengang. F\u00fcr solche F\u00e4lle haben die Patienten eine Klingel in ihrem Zimmer, die sie dr\u00fccken k\u00f6nnen, wenn sie Hilfe brauchen. Die Klingel kann auch w\u00e4hrend der Tagdienste benutzt werden. In der Nachtschicht wird zudem viel Papierkram erledigt und alle paar Stunden findet ein Kontrollgang durch die Zimmer statt.<br>Am Ende jeder Schicht stehen Aufr\u00e4um- und Reinigungsarbeiten an, sowie das Schreiben von Kurven, welche den Verlauf der Krankheit der Patienten und die Wirkung der Behandlung zeigen. Danach steht noch die \u00dcbergabe an, hier informiert eine Schicht die n\u00e4chste \u00fcber alles Wichtige, was w\u00e4hrend ihrer Schicht passiert ist. Neben diesem Allt\u00e4glichen steht\u00a0 jede Woche eine Therapiesitzung an, in der \u00fcber die Fortschritte der Patienten geredet wird und beschlossen wird, ob die Patienten noch l\u00e4nger auf der Station bleiben m\u00fcssen oder ob sie zum Beispiel verlegt werden oder nach Hause k\u00f6nnen.<br><strong><em>Pers\u00f6nliches<\/em><\/strong><br>Um etwas N\u00e4he zu diesem Beruf zu gewinnen, habe ich einige Mitarbeiter auf dieser Station befragt. Die meisten von ihnen haben sich f\u00fcr den Beruf entschieden, weil sie schon fr\u00fch in Kontakt mit pflegebed\u00fcrftigen Personen oder anderen Menschen in diesem Beruf waren und ihnen fr\u00fch klar war in den sozialen Bereich zu gehen. So meint eine zum Beispiel: \u201eIch wollte schon immer Menschen helfen und in schweren Zeiten f\u00fcr Betroffene da sein.\u201c<br>Auch wenn alle meiner Befragten ihren Beruf gerne aus\u00fcben, gibt es auch Dinge, die sie st\u00f6ren und Sachen, die sie verbessern wollen. Eine von ihnen meint so zum Beispiel: \u201eWas nicht sch\u00f6n ist, ist das der Pflegenotstand zu vielen \u00dcberstunden f\u00fchrt.\u201c<br>Sie sind sich auch alle einig, dass es inzwischen viel zu viel B\u00fcrokratie in ihrem Beruf gebe und somit immer weniger Zeit f\u00fcr die Patienten selbst vorhanden sei. Verbesserungsvorschl\u00e4ge von ihnen sind unter anderem die Abschaffung von dem teils \u00fcberfl\u00fcssigen Papierkram oder die Abschaffung des zwei Klassen-Systems. Eine Aussage dazu lautet so: \u201eJeder hat das gleiche Anrecht auf eine gute medizinische und pflegerische Versorgung.\u201c Eine Befragte war zudem der Meinung, dass Angeh\u00f6rige der Patienten mehr mit dem Pflegepersonal zusammenarbeiten sollte, statt ihnen h\u00e4ufig zu Last zu fallen oder unm\u00f6gliche Anforderungen und Erwartungen zu stellen.<br>Jedoch verbinden alle auch besondere und teils positive, aber auch traurige Erfahrungen mit dem Beruf. Sie alle finden es sch\u00f6n, wenn ein Patient Fortschritte macht, von dem man dachte, er w\u00fcrde es nicht schaffen. Der Kontakt zu Sterbenden geh\u00f6rt auch zum Beruf dazu, was nicht nur immer traurig ist, sondern auch besonders sein kann. So z\u00f6gern manche Patienten ihren Tod hinaus, auch wenn sie nicht mehr ansprechbar sind, bis eine bestimmte Person eingetroffen ist.<br>Zudem sei es eine sch\u00f6nes Gef\u00fchl zu wissen, dass ein Patient nicht alleine gestorben sei und man ihn auf seinem letzten Weg begleiten durfte. Eine weitere sch\u00f6ne Erfahrung, die man immer mal wieder in diesem Beruf erlebe, sei die Dankbarkeit vieler Patienten.<br><em>Von Emma I.<\/em><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alltag auf der Neurologischen Fr\u00fchrehabilitationEs herrscht ein akuter Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege in Deutschland, das ist vielen bekannt. 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