Rede des Schulleiters und des Ständigen Vertreters des Schulleiters anlässlich der Verabschiedung der Abiturientia 2021

Hr. Heuking:

Sehr geehrte Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Gäste und vor allem: liebe Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2021!

Es ist uns eine besondere Freude und auch ein persönliches Anliegen, Ihnen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, zur bestandenen Abiturprüfung auf das Herzlichste zu gratulieren. Wir freuen uns ganz besonders, Ihnen allen heute ihr Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife überreichen zu dürfen: Sie alle haben Ihr Abi in der Tasche! Allein diese Tatsache dürfte bereits einen großen Applaus aller hier Anwesenden wert sein!

Sie alle, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, haben zusammen mit Ihren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern maßgeblich dazu beigetragen, dass wir den heutigen Tag als einen besonderen Festtag begehen können – und wir alle sollten besonders dankbar sein, dass wir diesen bedeutsamen Tag in Ihrem Leben, der sowohl das Ende als auch den Anfang eines Lebensabschnittes markiert, in dieser Form feiern dürfen. Noch vor wenigen Wochen wäre unsere heutige Zusammenkunft – dem dauerhaften Corona-Krisenmodus geschuldet – nahezu undenkbar gewesen.

Corona hat auch Ihren Weg hin zur Reifeprüfung in ganz besonderem Maße geprägt: Schulische Veranstaltungen über den Unterricht hinausgehend, vor allem die Studienfahrten nach Rom und München mussten ebenso pandemiebedingt ausfallen, wie allseits beliebte Kursfeten und weitere teambildende Zusammenkünfte privater Natur, die einen entscheidenden Teil im Leben eines Oberstufenschülers ausmachen und eigentlich nicht wegzudenken sind. Stattdessen hielten gänzlich neue Kommunikations- und Lernformate Einzug in den Schulalltag:  IServ, GoodNotes, Padlets und Co. kannten die meisten, wenn überhaupt, dann nur vom Hörensagen.

Dass Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, mit Blick auf Ihre Prüfungen all diesen Unwägbarkeiten mit einer besonders ausgeprägten Disziplin und einer gehörigen Portion Pragmatismus begegnet sind, nötigt uns allen allergrößten Respekt ab und führt uns eindrucksvoll vor Augen, was Ihren Jahrgang in besonderem Maße auszeichnet. Sie haben es geschafft, in einer Gemeinschaftsaktion mit Eltern und Ihren Lehrerinnen und Lehrern Ihre Schulzeit unter besonderen Bedingungen erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Dafür ist ihnen besondere Anerkennung zu zollen! Sollten auch in Zukunft Stimmen laut werden, die – aus welchen Motiven auch immer – einen „Coronabonus“ propagieren oder in despektierlichem Sinne von einem „Coronaabitur“ sprechen, so begegnen Sie dem bitte mit allergrößter Gelassenheit. Doch nicht nur das: Man mag es zwar kaum glauben, aber Sie haben aus dieser Krise einen enormen immateriellen Reichtum erworben – Erfahrungen, die Sie als mündige Menschen beflügeln werden: dessen sind wir uns ganz sicher!

Und gerade deshalb dürfen Sie sich heute zurecht feiern lassen: Dieser heutige Abschluss krönt Ihr Werk außerordentlich!

Auch Ihnen, liebe Eltern, gratulieren wir aufs Herzlichste zum Erfolg Ihrer Kinder. Als ständige Begleiter Ihrer Töchter und Söhne dürfen Sie sich über den Erfolg Ihrer Sprösslinge freuen. So manche Klage oder Diskussion über Zensuren, Anforderungen oder organisatorische Vorgaben, so manches motivierende Wort, so manche trostspendende Umarmung dürfte Ihnen mit Sicherheit noch in Erinnerung sein und sollte Ihnen beim Blick auf das Endergebnis vor Augen führen, welche zum Teil ungeahnten Talente und Kräfte über die Rolle der Mutter oder die des Vaters hinausgehend auch in Ihnen schlummern: Sie haben sich in all den Jahren beispielsweise profiliert als Lehrerin, Bäckerin, Chauffeurin, Netzwerkadministratorin, Seelentrösterin, Telefonistin, Finanzberaterin, Ärztin, Hotelierin – um nur einige Ihrer facettenreichen Berufsbilder zu nennen, die – je nach Lebenssituation – einmal mehr, einmal weniger gefragt gewesen sein dürften. Dass bei der Auflistung der Berufsfelder auf eine gendersensible Diktion verzichtet wurde, ist einzig und allein dem Umstand geschuldet, die Abiturrede nicht unnötig in die Länge zu ziehen, die Väter unter uns mögen es uns nachsehen.

Liebe Eltern, seien Sie sich gewiss, dass Ihre Kinder all das, auch wenn es nicht immer unmittelbar ausgesprochen worden ist, sehr wohl registrieren und sie deshalb ganz genau wissen, dass nun der richtige Moment gekommen ist, Ihnen ihren Dank mit dem nun einsetzenden donnernden Applaus zum Ausdruck zu bringen.   

Unser aufrichtiger Dank gebührt auch Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Neben dem ohnehin bestehenden hohen Anspruch, die Ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler vorgabengemäß fachlich und methodisch versiert sicher zum Ziel zu führen, hat auch Ihnen die coronabedingte Ausnahmesituation sehr zu schaffen gemacht. Einmal mehr haben Sie allen Widrigkeiten zum Trotz mit pädagogischem Feingespür unter Beweis gestellt, dass auf Sie Verlass ist. Stellvertretend für alle möchten wir Herrn Studiendirektor Schniers, Ihren Oberstufenkoordinator, hervorheben, der Ihnen stets unkompliziert und kenntnisreich zur Seite stand und im Team mit Herrn Oberstudienrat Rülander einen mehr als nur reibungslosen Ablauf der Abiturprüfungen herbeigeführt hat.

Ganz herzlich danken möchten wir auch unseren beiden Sekretärinnen Frau Abel und Frau Brand sowie unserem Hausmeister Herrn Niebisch sowie unserem Schulassistenten Herrn Teiken, die Ihnen stets zuverlässige Ansprechpartner waren und die so manche der bereits erwähnten Berufsbilder – man denke beispielsweise nur an das eine oder andere verteilte Heftpflaster – ebenfalls abdecken dürften.


Hr. Rinné:

Liebe Festversammlung!

„Cabino Royale – Ass im Ärmel, Abi in der Tasche“: So lautet das Abiturmotto der Abiturientia 2021. Betrachten wir den im Hinblick auf Ihr Motto einem Wortspiel zum Opfer gefallenen Begriff des Casinos etwas genauer, so haben wir zunächst einen Ort vor Augen, in dem – auf legale oder auch nicht legale Weise – Glücksspiel betrieben wird. „Royale“ hebt zudem die besondere, gar königliche Stellung dieser Einrichtung hervor; die Bezüge zum britischen Superagenten James Bond sind offensichtlich, wobei „007“ aus der weiteren Betrachtung bewusst ausgeklammert werden soll. Verfolgt man wie wir den akademischen Anspruch, im Hinblick auf die Charakterzüge und Methoden Bonds, Querverbindungen zu Ihnen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, und Ihrer Schulzeit herzustellen, so läuft man dann doch Gefahr, sich entweder komplett zu verrennen oder Botschaften zu senden, die gelinde gesagt, eventuell, unter Umständen missverstanden werden könnten.

Konzentrieren wir uns also vorrangig auf das Glücksspiel: Bezogen auf Ihre erfolgreich absolvierte Prüfung kann Ihr Abiturmotto, wie auch immer es zustande kam, als eine ausgeprägte Form des Understatements interpretiert werden, da es suggeriert, dass Sie Ihr Ziel, das Abitur, einzig und allein dem Zufall überlassen haben oder – kommen wir zu unserer Einordnung des Begriffs „Casino“ zurück, gar mit gezinkten Karten gespielt haben. Nein, dies möchten wir Ihnen in keiner Weise unterstellen! Dass auch Sie sich dem Zufall, den es vereinzelt ja durchaus geben mag, nicht blindlings anvertraut haben, ergibt sich allein aus der Ihnen geläufigen Erkenntnis, dass Sie ohne Durchhaltevermögen, klare Zielsetzung und Teamfähigkeit – sprich: ohne dringend erforderliche Schlüsselkompetenzen – niemals das Abitur erreicht hätten.

Betrachten wir den Aspekt „Glücksspiel“ etwas allgemeiner, so erscheint es zunächst einmal sehr attraktiv, sich mit einem Teil des erworbenen Kapitals, sich in materieller Sicherheit wiegend, beim Roulette, beim Pokern oder am einarmigen Banditen auszuprobieren, einmal alles dem Zufall zu überlassen, unbeschwert in den Tag hineinzuleben, getreu dem Motto: „Mir geht es ja gut, es wird schon irgendwie weitergehen.“ Bei aller damit verbundenen wohligen Leichtigkeit sollte dies sowohl im persönlichen als auch im gesamtgesellschaftlichen Sinne allerdings kein dauerhaftes Lebensmotto sein. Führt dieses Glücksspiel, dieses Verlassen auf den Zufall, diese bequeme Passivität, dieses Ausschalten des Verstandes nicht letzten Endes gar zur vollkommenen Unmündigkeit?

„Sapere aude! – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“, lehrte uns bereits vor rund 250 Jahren Immanuel Kant. „Es ist so bequem, unmündig zu sein“, führt der Philosoph der Aufklärung mit einem kritischen und zugleich appellierenden Blick auf seine Zeitgenossen weiter aus. Vor dem Hintergrund einer starren, „von Gott gewollten“ Ständegesellschaft waren dies vollkommen neue Gedanken, die uns auch und gerade heute die Bedeutung der Stimme des Einzelnen für sich selbst sowie für das große Ganze aufzeigen sollten.

Blicken wir auf unseren Alltag: Natürlich ist es einfach und bequem, wegzuschauen und weiterzugehen, wenn auf der Straße ein Mensch wegen seiner Hautfarbe, seiner politischen Überzeugung, seiner Religion oder seiner sexuellen Orientierung angepöbelt wird. Natürlich ist es einfach und bequem, zu schweigen, wenn genau dies in einem Fußballstadion einem Spieler widerfährt.

Sollte man vor dem Hintergrund dieser Gedanken – wie gerade erst anlässlich der Fußballeuropameisterschaft geschehen – seitens eines Verbandes aus politischen und ökonomischen Motiven heraus einem EM-Ausrichter tatsächlich verbieten, mit der Regenbogenbeleuchtung einer Arena ein deutliches Symbol für Vielfalt, Toleranz, Respekt und Solidarität zu setzen? Der aufgeklärte Mensch setzt die Wut über diese Anordnung in Kreativität um: Er legt keinen blinden Kadavergehorsam nach dem Motto „Befehl ist Befehl“ an den Tag. Nein, er setzt sich bewusst für die Sache ein, indem er aktiv dazu beiträgt, dass ganze Städte in ein buntes Fahnen- und Lichtermeer gehüllt sind. Ein deutliches Signal! Klare Kante! Kant hätte dies gefallen.

Diese Grundhaltung ist letzten Endes auch eine, wenn nicht sogar die wesentliche Basis unserer freiheitlichen, pluralistischen, ja, lebendigen Demokratie, die, so wissen wir aus leidvoller historischer Erfahrung und mit Blick auf gerade in Zeiten der Pandemie aufkeimende populistische Stimmen, nicht Gott gegeben ist, nicht per Rezept verordnet werden kann, sondern täglich neu erkämpft werden muss. Rita Süssmuth, Bundesministerin in der Ära Kohl und für fast zehn Jahre Präsidentin des Deutschen Bundestages, die übrigens im Jahr 1956 ihre Abiturprüfung am Emsland-Gymnasium in Rheine erfolgreich ablegte, greift diese Gedanken in ihrem Büchlein mit dem einprägsamen Titel „Überlasst die Welt nicht den Wahnsinnigen“ in beeindruckender, klarer Weise auf. Der ursprünglich von der heute 84-Jährigen an ihre fünf Enkel gerichtete Brief wendet sich mit seiner Veröffentlichung an die gesamte „junge Generation“, zu der wir uns – aus der Perspektive Süssmuths – allesamt zählen dürften: „Utopia ist keine Hängematte. Wer Freiheit, Frieden, Verantwortung und Mitmenschlichkeit in dieser Welt will, muss dafür etwas tun. Er kann sich nicht im Liegestuhl zurücklehnen und vor sich hin murmeln: ‚Der Staat macht das schon für mich!‘“ Authentische und ermutigende Worte aus dem Munde einer Frau, die es in ihrer Vita in einer von Männern dominierten politischen Welt alles andere als leicht hatte, aber dennoch – oder gerade deshalb – stets klar Position bezog, Verantwortung übernahm und in argumentativer Form für ihre Überzeugungen einstand.

Doch welche Rolle können Schule und Unterricht dabei spielen, Schülerinnen und Schüler dazu zu ermutigen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, mündig zu sein, für die Werte der Demokratie einzustehen? Schule soll und muss ein Lernort sein, an dem Demokratie nicht nur gelehrt, sondern tatsächlich gelebt wird – eine Zielsetzung, der sich unser Gymnasium Haren in seiner Ausrichtung als humanitäre Europaschule, die für die aktive, deliberative Mitgestaltung des schulischen Lebens seitens aller Beteiligten einsteht, ganz bewusst verschrieben hat. Eine Ausrichtung also, die sich an einem humanistischen Bildungsbegriff orientiert. Dessen Fundamente sind wiederum die Achtung der Würde eines jeden einzelnen Menschen sowie das Streben nach einem Leben ohne Gewalt sowie die Freiheit des Geistes. Hat man also eine solche Schule durchlaufen, so dürfte es eigentlich gar nicht so schlecht stehen um eine freiheitliche pluralistische Gesellschaft!    

Leider lehrt uns auch hier die Vergangenheit, dass dem mitnichten so ist:

Der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll erzählt in seiner wohl berühmtesten Kurzgeschichte „Wanderer, kommst du nach Spa…“ aus dem Jahr 1950 von der Rückkehr eines schwerstverletzten jungen Mannes aus dem Krieg in ein provisorisch eingerichtetes Lazarett, das sich nach und nach als seine alte Schule herausstellt. Während der junge Mann, der seine Umgebung nur schemenhaft registriert, durch die Gänge getragen wird, nimmt er sämtliche Skulpturen und Gemälde wahr, die zu Schulzeiten als geistige und moralische Vorbilder gedient haben: die „Medea“ von Feuerbach, ein griechischer Hoplit, Cicero… Allerdings ist das ehrwürdige Nietzsche-Bild mit dem Zettel „Leichte Chirurgie“ überklebt. Die Büsten der klassischen Ikonen Cäsar oder Marc Aurel sind direkt neben den menschenverachtenden Bildern der nationalsozialistischen Rassenideologie angebracht. Am Ende der Kurzgeschichte widmet sich der Ich-Erzähler dem entfremdeten Zitat des Spartaners Leonidas: „Wanderer, kommst du nach Sparta, so sage, du habest uns liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.“ Böll führt uns hier nicht nur die unmenschliche Heldenideologie der Nationalsozialisten vor Augen, sondern veranschaulicht eindrücklich, den inhaltsleeren, unreflektierten und in letzter Konsequenz missbräuchlichen Umgang mit dem Zitat, das in der Schule des jungen Soldaten für sinnlose Schreibübungen herhalten muss.

Eine Schule mit humanistisch anmutendem Türschild, aber mit einem ideologisch verblendeten, menschenverachtenden Innenleben!

Vonnöten ist demnach eine institutionell verankerte und von den einzelnen Akteuren in Wort und Tat gelebte Einstellung, eine feste Überzeugung, eine innere Grundhaltung, die in elementaren persönlichen und gesellschaftlichen Fragen eben nichts dem Zufall überlässt!


Hr. Heuking:

Liebe Abiturientinnen, liebe Abiturienten, verehrte Festversammlung!

Vor dem Hintergrund dieser Worte ist also der dauerhafte Aufenthalt in einem Spielcasino als Mikrokosmos für unsere Gesellschaft alles andere als empfehlenswert, auch wenn es noch so königlich anmutet. Dass Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, sich aber nicht dem dauerhaften Glücksspiel verschrieben haben, Ihr Leben und das Ihrer Mitmenschen nicht dem Zufall überlassen und im kant’schen Sinne als mündige Bürgerinnen und Bürger auftreten, haben Sie in all den Jahren hier am Gymnasium Haren vorbildlich zum Ausdruck gebracht: im Rahmen eines aktiven Mitwirkens in Gesamt- und Fachkonferenzen, im Schulvorstand und in der Schülervertretung, im Rahmen zahlreicher von Ihnen aktiv mitgestalteter Projekte (man denke nur an die für uns alle nachhaltig in Erinnerung bleibenden Projekttage zum Klimaschutz), im Rahmen Ihres großen Engagements für die Auszeichnung unseres Gymnasiums als humanitäre Europaschule, im Rahmen der aktiven Mitgestaltung bei der Herbeiführung schulischer Entscheidungen (erwähnt sei hier die in einer beispielhaften und zukunftsweisenden Gemeinschaftsaktion herbeigeführte Regelung zur Handynutzung), im Rahmen Ihres zuverlässigen, kritisch-konstruktiven und damit vorbildlichen Mitwirkens bei der schulischen Bewältigung der Coronakrise und zu guter Letzt im Rahmen der stets transparenten, wohlwollenden, wertschätzenden Zusammenarbeit bei der Vorbereitung dieser Feierlichkeiten. Sie dürfen zurecht stolz auf das Erreichte sein, das nicht nur in exzellenten Zahlen auf den Ihnen gleich zu überreichenden Zeugnissen, sondern im Besonderen in Ihrem Sosein, Ihrer Grundhaltung, zum Ausdruck gebracht wird.

Lassen wir – im ermunternden Sinne und wie auf Ihren Jahrgang zugeschnitten – zum Abschluss noch einmal Rita Süssmuth zu Wort kommen:

„Meine Bitte an Euch: Gebt Euch zu erkennen! Zeigt Euch als Persönlichkeiten, die Ihr schon lange seid – und immer ausgeprägter sein werdet! Denn erstens habt Ihr es nicht nötig, Euch zu verstellen. Und zweitens verbarrikadiert das Verstellen Euch den Weg zu Eurem Gegenüber, zu neuen Sichtweisen und Entdeckungen, dem, was man Glück nennt. […] Seid gerade, klar und kraftvoll, versteckt Euch nicht, wann immer es möglich ist. Das ist befreiender, macht Euch und andere glücklich. Dazu gehört, den Mut zu haben, sich dem Mainstream, der Mehrheitsmeinung, zu entziehen. Es mag ja ganz bequem und dazu einfach sein, sich der Mehrheit ohne großes Nachdenken anzuschließen, weil man mit dem Strom unbehelligt mitschwimmen kann. Doch nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Deshalb haltet Abstand von Camouflage, Schminke und Prestigeobjekten. Seid nicht Herde, seid nicht Leithammel – seid Menschen mit Herz und Verstand, die ihre Autarkie [also ihre geistige Unabhängigkeit] bewahren oder zumindest trotz allem immer weiter daran arbeiten.“

Zu guter Letzt: Treten Sie bewusst inszenierten, angstschürenden Parolen populistischer Rattenfänger und Sprücheklopfer entschlossen entgegen! Ihr Herz und Verstand dürften bzw. sollten um ein Vielfaches stärker sein! Seien Sie sich Ihrer selbst bewusst und damit selbstbewusst!

Alles Gute für Sie und herzlichen Dank!

Michael Heuking, OStD
Christian Rinné, StD