Vertiefen, was Spaß macht – Minister von Ergebnissen der Junior-Akademie in Papenburg beeindruckt

Von Gerd Schade

Papenburg. Knapp 90 Schüler aus der Region Weser-Ems im Alter von 13 bis 15 Jahren arbeiteten in der ersten Herbstferienwoche in verschiedenen Workshops unter dem Motto „Horizonte erweitern – Visionen entwickeln“. Ob Philosophie, Politik, Physik, Musik oder Kunst – die Resultate stellten die Jugendlichen am Donnerstag in einer Abschlusspräsentation vor.

Unter den Ergebnissen waren experimentelle musikalische Eigenkompositionen, Reden zu den Themen Mobbing und Migration, eine musikalische Polit-Talkshow, philosophische Gespräche, Erzeugnisse aus dem 3-D-Drucker sowie nachdenklich stimmende Beiträge zu Klimawandel und Nachhaltigkeit („Plastik-Tsunami“). Führungen durch die Workshop-Räume rundeten die Präsentation ab.

Minister Tonne bedauerte, dass es so etwas wie die Junioren-Akademie zu seiner Schulzeit nicht gegeben habe. Das Projekt sei ein bedeutender Beitrag, um junge Menschen zu unterstützen. Es helfe, ihre Fähigkeiten, Interessen und Kompetenzen zu entfalten. Dabei geht es nach den Worten des Ministers nicht allein darum, die kognitiven Fähigkeiten zu stärken. „Wichtiger ist, das zu vertiefen, was Spaß macht“, betonte Tonne. Auch auf diese Weise gelinge es, Empathie zu entwickeln und zu lernen, eigenständig zu handeln. Dass sich die Teilnehmer für die Akademie und gegen das Sofa entschieden hätten, zeuge von hoher Motivation, so Tonne. HÖB-Leiter Thomas Südbeck bescheinigte Schülern und Dozenten hohes Engagement und eine intensive Arbeitsatmosphäre – „und das in den Ferien. Hut ab!“

Landrat Reinhard Winter (CDU) sieht in der Akademie eine weitere Facette im emsländischen Bildungsangebot. Im Landkreis gebe es aktuell 171 allgemein- und berufsbildende Schulen mit fast 50 000 Schülern. Seit Kreisgründung seien durch den Landkreis mehr als 200 Millionen Euro in Baumaßnahmen an emsländischen Schulen investiert worden. Davon allein mehr als Drittel seit 2010, so Winter.

Ein weiterer Eckpfeiler sei die „Bildungsregion Emsland“, über die auch die Junior-Akademie mit 9800 Euro gefördert worden sei. Der Bildungsregion, 2005 gegründet und anfangs belächelt, sind Winter zufolge inzwischen 165 Schulen und 128 Kindergärten angeschlossen. „Sie alle vernetzen sich, tauschen sich aus und arbeiten immer enger zusammen.“ Ziel sei es, die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten im Bildungssektor noch effektiver auf die Belange der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auszurichten. „Im Vordergrund steht insbesondere der Vernetzungsgedanke, der nahtlose Übergang in allen Bildungsbereichen ermöglicht – in Kita genauso wie in Schule, Ausbildung und Beruf“, betonte Winter.

Die Junior-Akademie ermögliche den Teilnehmern eine intellektuelle und soziale Herausforderung mit Inhalten, die zum Teil weit über den Schulstoff hinausgehen. „Sie sind dabei nicht die Außenseiter oder Überflieger, sondern lernen mit Gleichgesinnten, das ist für viele ein neues und besonderes motivierendes Umfeld.“

In einer Talkrunde, die Südbeck gemeinsam mit der Schülerin Ann-Sophie Rave moderierte, erklärte Regierungsschuldirektorin Karen Mull auf Nachfrage Raves, dass die Akademie an den Schulen ein nachhaltiges Standing habe. Der stellvertretende Papenburger Ratsvorsitzende (SPD) Peter Behrens bezeichnete die Fehnstadt als einen Hochtechnologie-Standort, der auch in Zukunft Fachkräfte benötige. Als Beispiel für Hightech nannte Behrens das auf der Meyer Werft gebaute Kreuzfahrtschiff „AIDAnova“, das als erstes seiner Art zu fast 100 Prozent mit Flüssiggas (LNG) betrieben wird.

Künstlerbücher – Bücher ohne Grenzen!, hieß einer von sieben Kursen, den die HÖB im Rahmen ihrer 11. Junior-Akademie angeboten hat.
Foto: Gerd Schade

aus: Meppener Tagespost, Ausgabe 05.10.2018, S. 9