{"id":2556,"date":"2019-09-27T18:21:12","date_gmt":"2019-09-27T16:21:12","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/?page_id=2556"},"modified":"2019-11-19T16:20:05","modified_gmt":"2019-11-19T15:20:05","slug":"redebeitraege-auf-der-abschlusskundgebung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/redebeitraege-auf-der-abschlusskundgebung\/","title":{"rendered":"Redebeitr\u00e4ge auf der Abschlusskundgebung"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"oben\">\u00dcbersicht<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#heuking\">Rede des Schulleiters Herrn OStD Michael Heuking<\/a><\/li><li><a href=\"#kathmann\">Rede des Sch\u00fclersprechers Julian Kathmann<\/a><\/li><li><a href=\"#sch\u00f6ning\">Rede der Elternratsvorsitzenden Frau Dr. Astrid Sch\u00f6ning<\/a><\/li><li> <a href=\"#gebet\">&#8222;Gebet der Vereinten Nationen&#8220; (Torben Rakowski, Pastor der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Johannis und Tobias Kotte, Pfarrer der kath. Kirchengemeinde St. Martinus)<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"heuking\">Rede des Schulleiters Herrn OStD Michael Heuking <\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Liebe Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, lieber Julian, liebe Eltern, liebe Frau Dr. Sch\u00f6ning, liebe Kolleginnen und Kollegen, lieber Herr Pastor Rakowski, lieber Herr Pfarrer Kotte, liebe Zuh\u00f6rerinnen und liebe Zuh\u00f6rer!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bitte kurz aufgepasst!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte einmal aus einem mir in der letzten Woche anonym\nzugestellten Brief zitieren, der mich wegen der Anonymit\u00e4t, aber auch des\nInhaltes wegen \u2013 das gebe ich unumwunden zu \u2013 doch ein wenig irritierte:<\/p>\n\n\n\n<p>Die anonyme Person hatte wohl gerade vernommen, dass wir uns heute hier auf dem Alten Marktplatz in Haren versammeln werden, um zu demonstrieren, und meint offensichtlich, mit seiner vorwurfsvoll gehaltenen Anklageschrift zur nachhaltigen L\u00f6sung des Klimaproblems beitragen zu k\u00f6nnen, ohne dass ihm dabei bewusst zu sein schien, dass gerade unfreundlich gehaltene Verbalattacken wesentlich mehr zur Vergiftung des Klimas als zu deren Entgiftung beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon\nauszugehen, dass sich diese anonyme Person mitten unter uns aufh\u00e4lt, vielleicht\nwagt sie sich ja \u2013 demokratischen Gepflogenheiten entsprechend \u2013 aus der sie\nvordergr\u00fcndig sch\u00fctzenden Anonymit\u00e4t: das w\u00e4re im \u00dcbrigen Zivilcourage, die ich\nzunehmend mehr in unserer Gesellschaft vermisse, und \u00d6kumene im richtig verstandenen\nSinne. H\u00f6ren wir mal genauer hin, wie die an uns gerichtete Anklage lautet:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIch bin Jahrgang 65 und muss mir heute anh\u00f6ren, wir ruinieren der Jugend das Leben. Ich muss Euch entt\u00e4uschen, denn in meiner Jugend wurde nachhaltig gelebt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>Str\u00fcmpfe und Strumpfhosen wurden gestopft.<\/em><\/li><li><em>An Pullover wurden l\u00e4ngere B\u00fcndchen gestrickt.<\/em><\/li><li><em>Hosen wurden mit bunten Borten verl\u00e4ngert.<\/em><\/li><li><em>Zum Einkaufen und zur Schule musste ich mehrere Kilometer zu Fu\u00df laufen, transportiert wurden die Eink\u00e4ufe in einem Netz.<\/em><\/li><li><em>Wenn Kleidung nicht mehr brauchbar war, wurden alle noch verwertbaren Dinge wie Kn\u00f6pfe oder Rei\u00dfverschl\u00fcsse abgetrennt und der Rest f\u00fcr Flicken oder Putzlappen genutzt.<\/em><\/li><li><em>Geschenkpapier wurde vorsichtig ge\u00f6ffnet, um es wieder zu verwenden.<\/em><\/li><li><em>Wir sammelten Altpapier und Flaschen mit der Schule und halfen bei der Kartoffelernte.<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Ich k\u00f6nnte noch mehr dieser Art der Nachhaltigkeit aufz\u00e4hlen, stattdessen muss man sich von Rotzl\u00f6ffeln, die sich mit SUV zur Schule kutschieren lassen, alleine wahrscheinlich einen 20 mal h\u00f6heren Stromverbrauch haben als wir in unserer gesamten Jugend, sagen lassen, wir ruinieren ihr Leben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir hatten keine elektronischen Spiele, unser WhatsApp waren Zettel unter der Bank in der Schule verteilt, wir verabredeten uns m\u00fcndlich, Telefon gab es keins \u2013 das war f\u00fcr Notf\u00e4lle gedacht. Diese d\u00e4mlichen G\u00f6ren wollen mir etwas \u00fcber Umweltschutz erz\u00e4hlen, werfen ihre Kleidung nach zweimal Tragen weg, produzieren M\u00fcll ohne Ende, verbrauchen seltene Erden und m\u00fcssen immer die neuesten Ger\u00e4te besitzen. Auf euren Demos lasst ihr EUREN M\u00fcll von euren erwachsenen Sklaven wegr\u00e4umen und am Wochenende geht es zum n\u00e4chsten Open Air Konzert zum Koma-Saufen, auch euer Koma-Saufen gab es fr\u00fcher nicht (zumindest nicht in der Form). <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So und wenn ihr dann einmal so nachhaltig lebt wie meine Generation gelebt hat, dann d\u00fcrft IHR gerne streiken.\u201c <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Soweit die an uns als Schulgemeinschaft gerichtete anonyme Anklageschrift, zu der sich der Bekenner offensichtlich nicht bekennen will \u2013 sonst h\u00e4tte er sich sicherlich mit seinem Namen, den er \u2013 davon ist auszugehen \u2013 hat, ausgewiesen bzw. positioniert! <\/p>\n\n\n\n<p>Ihnen, liebe anonyme Person, m\u00f6chte ich in aller \u00d6ffentlichkeit folgende Fragen stellen und Sie bitten, diese \u2013 wenigstens f\u00fcr sich \u2013 zu beantworten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Sind Sie vielleicht der SUV-Fahrer, der als Allround-Helikopter-Elternteil Ihr Kind jeden Tag direkt vor unserer Schule absetzt und damit einen langen Stau verursacht \u2013 nat\u00fcrlich bei laufendem Motor, um sowohl im Sommer als auch im Winter bei angenehmen Wohnzimmertemperaturen die Umwelt zu verpesten \u2013 nat\u00fcrlich zum Wohle Ihres Kindes, dem ja auf keinen Fall zuzumuten ist, mit dem Fahrrad oder gar zu Fu\u00df den ach so beschwerlichen Weg von einem ganzen Kilometer zur Schule zur\u00fcckzulegen?<\/li><li>Geh\u00f6ren Sie vielleicht auch zu den d\u00e4mlichen G\u00f6ren \u2013 nur dass Sie nicht mehr ganz so jung sind?<\/li><li>K\u00f6nnte es sein, dass auch Sie, lieber anonymer Schreiber, Ihre Lebensgewohnheiten dem Mainstream unserer auf unkontrolliertes Wachstum ausgerichteten Turbo-Gesellschaft unreflektiert angepasst haben, obwohl auch Sie schon in Ihrer Jugend gelernt haben d\u00fcrften, dass die Grenzen des Wachstums bereits in den 60-er und 70-Jahren des letzten Jahrtausends l\u00e4ngst \u00fcberschritten waren? Mal ganz ehrlich: Verhalten Sie sich heute anders als wir, die wir heute auf die Stra\u00dfe gehen?<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Wenn Sie bei ehrlicher Selbstreflexion und Wahrheitsliebe all\ndiese Fragen mit \u201eja\u201c bzw. die letzte Frage mit \u201enein\u201c beantworten, dann sind\nsie hier in unserer Runde genau richtig: Herzlich willkommen im Club! <\/p>\n\n\n\n<p>Wie das?<\/p>\n\n\n\n<p>Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur erforderlichen Erkenntnis, dass jeder einzelne von uns f\u00fcr sich selbst und damit f\u00fcr die Welt, in der wir leben, als Teil vom Ganzen in solidarischer, eigenverantwortlicher und eben nicht in fremdverantwortlicher Weise handeln muss. Es sind nicht immer nur die anderen, kehren wir also \u2013 jeder f\u00fcr sich \u2013 vor unserer eigenen Stube!<\/p>\n\n\n\n<p>Verantwortung zu \u00fcbernehmen ist untrennbar verbunden mit dem\nErwachsenensein. Nehmen wir Erwachsene, die wir uns h\u00e4ufig wie die Kinder und\nKleinkinder aus der Verantwortung stehlen, ein Beispiel an unseren Sch\u00fclerinnen\nund Sch\u00fclern unseres Gymnasiums! Ihr, liebe Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, habt auf\nh\u00f6chst beeindruckende Weise gezeigt, was in euch steckt, ihr seid ein\nleuchtendes Beispiel daf\u00fcr, dass Demokratie in der Schule gelingen kann, ihr\nseid damit nicht nur f\u00fcr mich Vorbild: und daf\u00fcr danke ich euch von\nganzem Herzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor allen Dingen danke ich euch f\u00fcr die auf Partnerschaft, Vertrauen\nund absolute Zuverl\u00e4ssigkeit basierende und auf Nachhaltigkeit angelegte\nZusammenarbeit in den vergangenen Wochen und Monaten. Diese Zusammenarbeit ist\ngeradezu vergn\u00fcgungssteuerpflichtig!<\/p>\n\n\n\n<p>Und bei solchen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ist mir um unsere Zukunft nicht bange! Und jetzt kommt der Schlusssatz, auf den \u2013 das wei\u00df ich \u2013 viele schon gewartet haben:  Wir zeigen heute als Mitglieder unserer humanit\u00e4r ausgerichteten Europaschule wieder einmal nachhaltig Flagge! Und das ist auch gut so. Denn: \u201eWe are the world!\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>[<a href=\"#oben\">nach oben<\/a>]<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"kathmann\">Rede des Sch\u00fclersprechers Julian Kathmann <\/h4>\n\n\n\n<p>Wenn ich damit beginne, alle hier vertretenen Gruppen einzeln zu begr\u00fc\u00dfen, verspreche ich Ihnen, dass ich jemanden vergessen werde. Aus diesem Grund begr\u00fc\u00dfe ich Sie alle, euch alle, uns alle so wie wir heute hier hingekommen sind:<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Mitstreiter f\u00fcr eine\nbessere Welt!<\/p>\n\n\n\n<p>Fridays For Future.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Kleine Worte, die in den\nletzten 12 Monaten so rasend schnell um die Welt gegangen sind, dass jeder\nheute genau wei\u00df, was sie bedeuten. Ein Englischlehrer w\u00fcrde mir wahrscheinlich\nerkl\u00e4ren, dass es daran liegt, dass die allermeisten Menschen die Worte\n\u00fcbersetzen k\u00f6nnen. Ein Chemielehrer kann mir vermutlich&nbsp;genau zeigen, welche Gehirnregion welche\nEmotionen ausl\u00f6st, wenn man sie h\u00f6rt. Und ein Deutschlehrer h\u00e4tte mich ziemlich\nsicher auf die Alliteration verwiesen, aber ist das das Erfolgsrezept? Ich\ndenke nicht. Ich denke, es geht um mehr. Darum dass \u00fcberall Menschen begreifen,\ndass es Dinge gibt, die sie gerne \u00e4ndern w\u00fcrden. Dass es Dinge gibt, die uns\nalle betreffen und mit denen man sich wirklich auseinandersetzen muss. Und was\nhaben wir alle hier in den letzten Tagen getan, wenn nicht genau das?<\/p>\n\n\n\n<p>Denn heute ist nicht nur rein\nzuf\u00e4llig Freitag oder Weltkindertag oder der Termin f\u00fcr das neue Klimapaket,\nsondern auch der dritte globale Klimastreik der Fridays For Future Bewegung.\nGanz ehrlich: Geben Sie mir ein Datum, das besser passt als der heutige Tag, um\nzu zeigen, zu was f\u00fcr gro\u00dfartigen Dingen Menschen in der Lage sind, wenn sie\nsich zusammenschlie\u00dfen und aufstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch behaupte ich, sind\nwir mittlerweile weit \u00fcber Sch\u00fclerdemonstrationen hinaus. Ich gebe mal ein\nkurzes Beispiel: Bei der zweiten Globalen Aktion Ende Mai war ich zuf\u00e4llig in\nPapenburg und ein Erwachsener sprach mich an und meinte: \u201eIhr wisst doch\n\u00fcberhaupt nicht, wovon ihr redet. Ihr protestiert einfach nur und bewegt\nnichts. Von dem, was wirklich passiert und wie das funktioniert, habt ihr keine\nAhnung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>So sch\u00f6n und befriedigend es\nauch war, das Gesicht dieses freundlichen Mannes zu sehen, als wir ihm\nseelenruhig erkl\u00e4ren konnten, wie Erderw\u00e4rmung zustande kommt, hat es mich doch\nnachdenklich gemacht. Denn als wir an den Punkt kamen, an dem wir, hier vom\nGymnasium aus, unseren Beitrag leisten wollten, war uns auch ziemlich schnell\nklar, dass wir genau das nicht tun d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine leeren Parolen, keine\nAnklage, keine Forderungen und vor allem keine M\u00f6glichkeit am Ende zu\nbehaupten, wir h\u00e4tten keine Ahnung von dem was wir tun. Durch die letzten Tage\nsind wir alle zu Experten geworden, Experten f\u00fcr unser eigenes Fachgebiet.\nUmwelt ist mehr als Erderw\u00e4rmung. Umwelt ist ein Meer voller Tiere, die sich\ndurch Plastikverpackungen durchk\u00e4mpfen m\u00fcssen. Umwelt sind die Lebensmittel,\ndie wir essen und die Kleidung, die wir tragen, und wie sie hergestellt werden.\nUnsere Umwelt ist ein Regenwald, der niederbrennt und tausende Lebewesen mit\nihm. Die Themenbereiche sind zahllos und grenzenlos. 26 davon haben wir hier\nganz konkret vor Augen gehabt. Und in jedem einzelnen dieser Projekte wurde\nsich gefragt: Was k\u00f6nnen wir \u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>Und zwar nicht, \u201eWas k\u00f6nnen wir, aber eigentlich ja sowieso eher `die` und auch nicht hier, sondern lieber ganz woanders, weil es dort ja noch viel schlimmer ist, also sollen die zuerst und die Politiker erst recht\u201c Nein. Was k\u00f6nnen wir machen? Aber auch: Was k\u00f6nnen wir nicht machen? N\u00e4mlich Dinge bei anderen einfordern, die wir nicht bereit sind, auch selber bei uns zu ver\u00e4ndern. Und wie oft wurde uns mittlerweile die Frage gestellt: Ja, was ist denn aber dann das Ziel?<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel muss immer sein, sein\neigenes Handeln am Ende des Tages auch einmal zu hinterfragen. Wie lebe ich?\nLebe ich nachhaltig? Lebe ich als Vorbild f\u00fcr andere? Denkanst\u00f6\u00dfe setzten.\nNicht protestieren, sondern informieren, damit es, selbst wenn es nur eine\neinzige Person mehr ist, die hierdurch auf ihre Plastikt\u00fcte verzichtet oder Bio\nProdukte kauft, etwas bewirkt hat. Aber auch hier wieder: Wir klagen niemanden\nan. Wir arbeiten zusammen an einer L\u00f6sung. Was w\u00e4ren diese Projekttage gewesen,\nwenn nicht immer wieder Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten, Ideen und\nM\u00f6glichkeiten zueinander gekommen w\u00e4ren, um f\u00fcr das beste Ergebnis zu streiten?\nNicht streiten im negativen Sinn, wo Menschen sich bek\u00e4mpfen, sondern im\npositiven, wo man f\u00fcr das selbe Ziel k\u00e4mpft und dar\u00fcber auch mal diskutiert.\nSie alle habe ich eben noch begr\u00fc\u00dft mit \u201eLiebe Mitstreiter!\u201c Das sind die\nSch\u00fcler, die die ganze Organisation hier auf die Beine gestellt haben, das sind\ndie Lehrer und die Eltern, von denen wir jede Unterst\u00fctzung bekommen haben, die\nman sich nur w\u00fcnschen kann und die eben nicht gesagt haben: \u201eWir lassen die\nKleinen mal machen\u201c, und das ist die Schule, die das nat\u00fcrlich alles ohnehin\nerst m\u00f6glich gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist jeder hier.\nGemeinsam. Und das ist auch gut so, denn die Zeit wird langsam etwas knapp.\nHarald Lesch hat es im Titel seines Buches auf den Punkt gebracht. Ich habe da\ndrin lange nach einem sch\u00f6nen Zitat gesucht, um die Rede abzuschlie\u00dfen, aber am\nEnde bin ich wieder darauf zur\u00fcckgekommen, was die ganze Zeit auf dem Cover\nstand: \u201eWenn nicht jetzt, wann dann?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nicht jetzt handeln,\nwann dann? Wenn nicht jetzt weitermachen, wann dann? Und wenn nicht jetzt den\nMut finden, ein Teil von einer besseren Welt zu werden, wann dann?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ganz sicher: Die\nletzten Tage waren nicht umsonst. Wenn Leute sich&nbsp; f\u00fcr etwas einsetzten, ist es das nie. Also,\nso nah das Wochenende jetzt auch ist, machen wir einfach das daraus, was es von\nAnfang an war und was es jederzeit werden kann:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein echter Freitag f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Dankesch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p>[<a href=\"#oben\">nach oben<\/a>]<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"sch\u00f6ning\">Rede der Elternratsvorsitzenden Frau Dr. Astrid Sch\u00f6ning<\/h4>\n\n\n\n<p>Liebe Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler,<\/p>\n\n\n\n<p>niemand ist zu jung, um etwas zu erreichen! Ich ziehe meinen Hut vor euch und vor dem, was ihr in den letzten 3 Tagen geleistet habt. Ich bin stolz, an einer Schule Elternvertreterin zu sein, in der die Sch\u00fcler sich trauen, einen Standpunkt zu verteidigen, viel zu sagen haben und sich nicht einfach allem unterwerfen. Aber auch an einer Schule mit Lehrern, die eure Ideen unterst\u00fctzen und mit den Sch\u00fclern f\u00fcr eine gute und sichere Zukunft arbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Herrn Heuking sind diese Projekttage mit dem Ziel, Umweltschule zu werden, wie er in einem Gespr\u00e4ch erw\u00e4hnte, ein H\u00f6hepunkt seiner Berufslaufbahn. <\/p>\n\n\n\n<p>Als ihr Sch\u00fclervertreter vor einigen Wochen eure Idee vorgestellt habt, war ich unglaublich beeindruckt von euerm Wissen, eurem Organisationstalent, eurer Argumentation und den Mut, den ihr bewiesen habt! Davon sollten sich viele Erwachsenen eine Scheibe abschneiden!!<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einem Jahr, am 20. August 2018, protestierte  Greta Thunberg zum ersten Mal vor dem schwedischen Parlament f\u00fcr mehr Klimaschutz. Die damals 15 j\u00e4hrige sa\u00df in Schweden alleine auf der Stra\u00dfe und schw\u00e4nzte die Schule. Das war der Anfang! Greta sagte in einem Interview: \u201eIch startete nicht, weil ich es wollte oder weil es mir Spa\u00df machte. Ich startete, weil unbedingt etwas unternommen werden musste! Egal wer, du, jeder kann als Individuum so viel erreichen, keiner ist zu jung oder zu klein, um etwas zu ver\u00e4ndern!\u201c Nach und nach schlossen sich ihr hunderttausende Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf der ganzen Welt an, viele unter dem Motto &#8222;Fridays for Future&#8220;. Mittlerweile wird diese Bewegung von einflussreichen Menschen wie den Papst und Barack Obama unterst\u00fctzt, der zu Greta sagte: \u201eDu ver\u00e4nderst die Welt. Deswegen freuen wir uns sehr, Dich bei uns zu haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nstreikenden Sch\u00fcler werden gelobt und getadelt, verehrt und verspottet. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich\nfinde es sehr bedenklich, welche Schlagzeilen ein paar Kinder weltweit machen,\nnur weil sie nicht zur Schule gehen und sich f\u00fcr ihre Zukunft starkmachen! Es uns\nMenschen aber scheinbar egal ist, wie viele Millionen Kinder auf dieser Welt\ngar nicht die M\u00f6glichkeit haben, eine Schule zu besuchen!<\/p>\n\n\n\n<p>Es macht\nmich w\u00fctend, wenn wir Erwachsenen euch vorwerfen, ihr h\u00e4ttet keine Ahnung von\ndem, was ihr \u00fcber Klimawandel behauptet! Ich wette, dass der gr\u00f6\u00dfte Anteil von\nuns Erwachsenen sich niemals mit dem Klimawandel auseinandergesetzt hat, nicht\nwei\u00df, dass es das Pariser Klimaabkommen gibt und\nschon gar nicht dessen Inhalte kennt. Denn wenn sie sich damit besch\u00e4ftigt\nh\u00e4tten, w\u00fcrden sie euch mit aller Kraft unterst\u00fctzen!!!<\/p>\n\n\n\n<p>Kann es\nvielleicht sein, dass wir Erwachsenen merken, wie unbequem es f\u00fcr uns wird,\ndass wir einen Spiegel vorgehalten bekommen, der uns zeigt, wie\nunverantwortlich wir mit eurer Zukunft umgehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt\neuch nichts anderes \u00fcbrig als weiter laut und unbequem zu sein! Ihr habt keine\nandere Wahl! Es geht darum, die Menschen aufmerksam und verantwortlich zu\nmachen! Bei mir hattet ihr Erfolg! Ich werde in Zukunft mehr darauf achten was\nich pers\u00f6nlich f\u00fcr den Klimaschutz tun kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Euer Einsatz\nf\u00fcr die Umwelt wird belohnt! Ab heute starten in 160 L\u00e4ndern Aktionen. Allein in Deutschland\nsind mehr als 500 in dutzenden St\u00e4dten geplant. In Berlin werden beispielsweise\n10.000 Personen zu einer Demonstration erwartet. H\u00f6rt nicht auf f\u00fcr eure\nZukunft zu k\u00e4mpfen, bevor wir Erwachsenen und die einflussreichen Menschen\ndieser Welt sich nicht endlich zusammenrei\u00dfen, ihre pers\u00f6nlichen Anspr\u00fcche\nzur\u00fccknehmen und gemeinsam an L\u00f6sungen f\u00fcr eure Zukunft arbeiten!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nziehe den Hut vor euch! Macht weiter so!!<\/p>\n\n\n\n<p>[<a href=\"#oben\">nach oben<\/a>]<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"gebet\">&#8222;Gebet der Vereinten Nationen&#8220; (Torben Rakowski, Pastor der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Johannis und Tobias Kotte, Pfarrer der kath. Kirchengemeinde St. Martinus) <\/h4>\n\n\n\n<p>Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im\ngro\u00dfen Weltall.<\/p>\n\n\n\n<p>An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,\ndessen Gesch\u00f6pfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und\nFurcht gequ\u00e4lt, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder\nWeltanschauung. <\/p>\n\n\n\n<p>Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen. <\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>[<a href=\"#oben\">nach oben<\/a>]<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbersicht Rede des Schulleiters Herrn OStD Michael Heuking Rede des Sch\u00fclersprechers Julian Kathmann Rede der Elternratsvorsitzenden Frau Dr. Astrid Sch\u00f6ning &#8222;Gebet der Vereinten Nationen&#8220; (Torben Rakowski, Pastor der ev.-luth. 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