{"id":1759,"date":"2019-03-06T10:54:09","date_gmt":"2019-03-06T09:54:09","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/?p=1759"},"modified":"2019-03-06T23:15:04","modified_gmt":"2019-03-06T22:15:04","slug":"heute-premiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/heute-premiere\/","title":{"rendered":"Letzte Chance am Freitag!!"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Der Revisor:\nVanity Fair und Fake News im Jahre 1835<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eNa, das ist ein St\u00fcck! Heute haben wir alle etwas abbekommen \u2013 und ich\nam meisten!\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So kommentiert\nZar Nikolaus I. am\u00fcsiert die Premiere von Nikolai Gogols \u201eDer Revisor\u201c. Obwohl\ndie russischen Zensurbeamten die Urauff\u00fchrung der Kom\u00f6die damals zu untersagen\nversuchten, findet sie auf ausdr\u00fccklichen Wunsch des Zaren am 19. April 1836\ndoch noch in St. Petersburg statt. Der Zar scheint die Botschaft verstanden zu\nhaben \u2013 oder doch nicht? Denn wer hier in dieser Kom\u00f6die sprichw\u00f6rtlich die\nHosen runterl\u00e4sst, der ist doch nicht ganz nackt am Ende, wenn gesellschaftlich\nalles so weiterl\u00e4uft wie bisher.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer kleinen\nrussischen Provinzstadt des Jahres 1835 ist die korrupte Exekutive beunruhigt\n\u00fcber die m\u00f6gliche Ankunft eines inkognito reisenden Revisors, dessen Ankunft\ndem B\u00fcrgermeister durch einen vertraulichen Brief angezeigt wurde. Die\nPostzensur arbeitet jedenfalls einwandfrei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zufall will\nes, dass der junge Beamte Iwan Alexandrowitsch Chlestakow aus St. Petersburg,\nder beim Kartenspiel all sein Geld verloren hat, gerade auf der Durchreise ist\nund im Hotel der Stadt kaum seine Rechnungen begleichen kann, irrt\u00fcmlich f\u00fcr\nden angek\u00fcndigten Revisor gehalten wird.\n\nPanik breitet sich unter den ersten B\u00fcrgern der\nStadt aus, denn schlie\u00dflich haben sie alle Dreck am Stecken: Sie lassen sich\nschmieren, bestechen oder erf\u00fcllen ihre Aufgaben nicht. \n\n\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Nun versuchen\nder B\u00fcrgermeister und die Honoratioren der Stadt, Chlestakow zu hofieren, um\nihre eigene Haut zu retten. Dieser nimmt gern alle Gef\u00e4lligkeiten und\nBestechungsgelder an und verf\u00fchrt nebenbei ganz charmant die Tochter des\nB\u00fcrgermeisters.<\/p>\n\n\n\n<p>Spannung pur f\u00fcr\nden Zuschauer, der wohl l\u00e4ngst begriffen hat, wer hier wen umgarnt; und niemand\nwei\u00df, wann der echte Revisor in Erscheinung treten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gogols\n&nbsp;\u00bbDer Revisor\u00ab verweigert sich der Illusion des Fortschritts und der\nAufl\u00f6sung der dramatischen Spannung. Angesichts gegenw\u00e4rtiger\nKorruptionsskandale ist der Revisor brandaktuell, denn geradezu boshaft\nschleicht sich ins Bewusstsein, dass sich Chlestakow als Gleichgesinnter der\nehrenwerten Gesellschaft entpuppt und das Spielchen bewusst oder unbewusst mitspielt.\n\nGerade aus dieser Verweigerung gewinnt der\nSchluss der Kom\u00f6die, auf den Gogol so stolz war, seine Kraft und es stellt sich\ndie zeitlose Frage nach dem Sinn der T\u00e4uschung. Nikolai Gogols ber\u00fchmte\nVerwechslungskom\u00f6die aus dem Jahre 1836 ist ein satirischer Kommentar zu\ngierigen Machthabern, klammen Kassen und all den skrupellosen bad banks unserer\nZeit.\n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Revisor: Vanity Fair und Fake News im Jahre 1835 \u201eNa, das ist ein St\u00fcck! Heute haben wir alle etwas abbekommen \u2013 und ich am meisten!\u201c So kommentiert Zar Nikolaus I. am\u00fcsiert die Premiere von Nikolai Gogols \u201eDer Revisor\u201c. 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