{"id":1829,"date":"2019-03-11T08:13:40","date_gmt":"2019-03-11T07:13:40","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/?p=1829"},"modified":"2019-03-11T08:20:23","modified_gmt":"2019-03-11T07:20:23","slug":"gogols-der-revisor-als-grandioser-buehnenerfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/gogols-der-revisor-als-grandioser-buehnenerfolg\/","title":{"rendered":"Gogols \u201eDer Revisor\u201c als grandioser B\u00fchnenerfolg"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eWas f\u00fcr eine Situation!\u201c im Harener Schulzentrum<\/h3>\n\n\n\n<p>\nVon Petra Heidemann  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haren.<\/strong>\n \u201eLacht ihr nur. Ihr lacht \u00fcber euch selbst\u201c: Mit sichtbarer Spielfreude\n haben die 19 jungen Akteure der Theater-AG des Harener Gymnasiums unter\n Regie von Katrin Kleesiek-Herding Gogols \u201eDer Revisor\u201c nicht nur \nausgesprochen lebendig auf die B\u00fchne gebracht, sondern die \nHintergr\u00fcndigkeit dieses am\u00fcsanten Werks in der Gegenwart angedockt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n b\u00fcrgerliche Ansiedlung des St\u00fcckes erinnert an Kotzebues \u201eDie deutschen\n Kleinst\u00e4dter\u201c, die Thematik \u201eSchein statt Sein\u201c an Kellers \u201eKleider \nmachen Leute\u201c. Die Ankunft eines Fremden im typisierten Provinzst\u00e4dtchen\n l\u00e4sst den von Korruption bestimmten Alltag durcheinandergeraten, denn \nman vermutet in ihm den Revisor, von dessen Ank\u00fcndigung man durch \nVerletzung des Postgeheimnisses erfahren hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar versucht der \nunter Handlungszwang stehende, sich selbst \u00fcbersch\u00e4tzende B\u00fcrgermeister,\n alle F\u00e4den in der Hand zu behalten, aber gerade deshalb ist er \nletztendlich doch zum Scheitern verurteilt. Julian Kathmann zeigte in \ndieser Rolle eine in Diktion, Gestik und Mimik an professionelle \nB\u00fchnenreife grenzende Leistung; Vanessa Horstig und Schahira Abdel-Naby \nstanden ihm dabei in nichts nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Souver\u00e4n als auch die Chancen \ndiverser Situationen schlitzohrig f\u00fcr sich zu nutzen wissend, \nbeherrschte Vanessa als vermeintlicher Revisor Chlestakow die Szene, \nwidergespiegelt in der unnachahmlichen, kommentierenden Mimik Schahiras \nals dessen Diener Osip, der bei aller Loyalit\u00e4t gewitzt seine kleinen \nM\u00f6glichkeiten geschickt zu nutzen wei\u00df. Die zwei wie geklont \ninszenierten Repr\u00e4sentanten der Stadtbewohner, die sich kaum h\u00f6rbar \nlediglich in einem einzigen Buchstaben ihrer Namen unterscheiden, \nhuschten gekonnt allgegenw\u00e4rtig durch das Geschehen, ohne bei den \nHonoratioren der Stadt Beachtung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso mehr hatte das \nPublikum an Lousia Vorjans und Maike Schmitz seine Freude und bewunderte\n die bravour\u00f6s gemeisterte rasante Textleistung Maikes. W\u00e4hrend Hanna \nW\u00f6sten die Frau des B\u00fcrgermeisters \u00fcberzeugend als in ihrer \nSelbstgef\u00e4lligkeit gefangene Grande Dame ohne Weitblick anlegte, gab \nTina Schnelte der Tochter jungm\u00e4dchenhaft naiven Liebreiz damaliger \nZeit. Was k\u00f6nnte dem Sch\u00fcrzenj\u00e4ger Chlestakow n\u00e4her liegen, als sich \nbeiden Damen zu n\u00e4hern, zumal er, wie Vanessas Mienenspiel offenbarte, \nalle ins Geschehen involvierten Damen reizvoll fand.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Satirische Brisanz <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dazu\n geh\u00f6rten nicht nur das auch von Osip ins Auge gefasste Hausm\u00e4dchen \nMarfa, der Greta Witte zur\u00fcckhaltende Gesch\u00e4ftigkeit verlieh, und die \nKellnerin Mischka, von Svenja Otten liebevoll verk\u00f6rpert, sondern auch \ndie Damen der Gesellschaft. Linda Augustijn als Krankenhausverwalterin \nund Gabi Skowron als Bezirks\u00e4rztin \u201eHiiiiebner\u201c offenbarten leichtlebig \nsatirische Brisanz von Gewinnoptimierung statt Patientenf\u00fcrsorge. \nSusanne Achter \u00fcberzeugte in ihrer Schl\u00fcsselrolle als \nPoststellenleiterin, deren Lieblingslekt\u00fcre und Tor zur Welt die ihr \nanvertrauten Briefe sind. W\u00e4hrend der Richter, von Vanessa Lorenz \nglaubhaft in Szene gesetzt, um seinen Ruf bangen muss, versucht der \nSchulrat, Seriosit\u00e4t zu bewahren, von Merle Hentschel authentisch \n\u201eumfangreich\u201c verk\u00f6rpert.<\/p>\n\n\n\n<p>Als dezenter Running Gag nestelt der \neher verschlafene Polizeichef immer erst einmal am Hoseng\u00fcrtel und gibt \nvor, gerade einmal ausgetreten zu sein. Jana-Schulte-\u00dcberm\u00fchlen gab der \nRolle gut ausbalancierten Charme. Lisa Brehm verk\u00f6rperte betroffen \nmachend die ausgelieferte Machtlosigkeit der Unteroffizierswitwe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die  Kaufleute, Carlotta Albers, Marvin Hasch und Hanna Schmitz, rundeten  mit ihren gelungenen Auftritten das Bild ab, das die Verlogenheit  egoistischer Vorteilssuche um jeden Preis im schnellen Wechsel von  Korruption, Kriechertum und Denunziation vor Augen f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>aus: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/lokales\/haren\">Meppener Tagespost<\/a>, Ausgabe 11.03.2019, S. 9 <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Bildergalerie vom online-Artikel der Mepperner Tagespost<\/strong><br><code>[good-old-gallery id=\"1839\"]<\/code><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas f\u00fcr eine Situation!\u201c im Harener Schulzentrum Von Petra Heidemann Haren. \u201eLacht ihr nur. 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