{"id":3781,"date":"2020-09-25T09:00:00","date_gmt":"2020-09-25T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/?p=3781"},"modified":"2020-09-22T20:38:51","modified_gmt":"2020-09-22T18:38:51","slug":"sonnenstrahlen-fuer-senioren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/sonnenstrahlen-fuer-senioren\/","title":{"rendered":"Sonnenstrahlen f\u00fcr Senioren"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Briefe und Bilder gegen die Corona-Tristesse \/ Gymnasium Haren ausgezeichnet<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Von Tobias B\u00f6ckermann<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haren<\/strong>. Das Gymnasium Haren ist als humanit\u00e4re Schule ausgezeichnet worden. Aus einer eher theoretischen Besch\u00e4ftigung wurde dabei ernst: Denn 200 Sch\u00fcler haben Senioren aus Haren und Lathen Briefe geschrieben oder Bilder gemalt und ihnen damit einen \u201eSonnenstrahl in Corona-Zeiten\u201c geschickt.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzteres sagt dabei nicht die Schule selbst, sondern Kerstin Frye vom Haus St. Marien in Lathen. Aber der Reihe nach. Das Gymnasium Haren wurde schon vor zehn Jahren erstmals als \u201eHumanit\u00e4re Schule\u201c ausgezeichnet. Die gleichnamige Kampagne hatte 2004 das Jugendrotkreuz Niedersachsen ins Leben gerufen, und ihr Ziel ist ebenso schnell gesagt wie m\u00fchsam in die Welt zu bringen: Menschlichkeit soll gef\u00f6rdert werden und damit humanit\u00e4res Engagement.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eIhr seid nicht allein\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die am Projekt teilnehmenden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler simulieren dabei stets einen fiktiven internationalen Konflikt, der dann im Rahmen des Planspiels \u201eh.e.l.p.\u201c (Humanit\u00e4res Entwicklungs- und Lernprojekt) gel\u00f6st werden soll. Daf\u00fcr schl\u00fcpfen einige Sch\u00fcler in die Rolle eines Moderators und Gesandten der Vereinten Nationen und lassen sich daf\u00fcr eigens bei einem Lehrgang nahe Hannover zu \u201eHumanit\u00e4ren Scouts\u201c ausbilden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Corona-Krise mit ihrem zeitweiligen Verbot jeglicher Au\u00dfenkontakte f\u00fcr gef\u00e4hrdete Personengruppen brachte dann im Jahr 2020 einen unerwartet so gar nicht fiktiven, sondern einen sehr aktuellen Anlass, um \u00fcber den Zusammenhalt unserer Gesellschaft nachzudenken. Beteiligt waren zun\u00e4chst Sch\u00fcler des Politik-Leistungskurses des Jahrgangs 12 unter Leitung von Christian Rinn\u00e9 sowie einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern des Jahrgangs 11.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie selbst konnten damals wochenlang nicht mehr in die Schule. Und die Senioren der Seniorenresidenz Altharen und des Seniorenzentrums St. Martinus sowie die Bewohner im Haus St. Marien in Lathen durften nicht nur nicht mehr nach drau\u00dfen, aus Sicherheitsgr\u00fcnden bekamen sie auch praktisch keinen Besuch mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb w\u00e4hlten die Sch\u00fcler f\u00fcr ihr humanit\u00e4res Projekt, dessen Durchf\u00fchrung ebenfalls Voraussetzung f\u00fcr die Zertifizierung der gesamten Schule ist, folgende Vorgehensweise: Die Sch\u00fcler des Leistungskurses bem\u00fchten sich online (denn der Schulbesuch war ja nicht m\u00f6glich) darum, dass andere Sch\u00fcler des Gymnasiums, egal welchen Jahrgangs, sich mit Briefen, Bildern oder Postkarten an die Bewohner der genannten Einrichtungen wandten. Motto: \u201eIhr seid nicht allein, wir denken an euch!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kaum Au\u00dfenkontakte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und sie hatten Erfolg: 200 machten mit. \u201eEs ging darum, die Bewohner aufzumuntern\u201c, berichteten Theresa Janssen und Kristin Schoknecht, die die Rolle der UN-Scouts \u00fcbernommen hatten und daf\u00fcr sehr gelobt wurden. \u201eUnd es ging darum, die eigenen Sorgen zu teilen und sich nach den Sorgen der Senioren zu erkundigen.\u201c Ehrliches Interesse also, Anteilnahme am Leben jener, die sich in Coronazeiten extrem einsam gef\u00fchlt haben m\u00fcssen und vielleicht es vielleicht bis heute sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Akt der Humanit\u00e4t, der bei den Bewohnerinnen und Bewohnern dankbar aufgenommen wurde, wie Helma Thyen und Ina Schoneville vom Seniorenzentrum St. Martinus sowie Hedwig Hebbelmann und Kerstin Frye vom Haus St. Marien in Lathen berichteten. \u201eDie Bewohner hatten das Gef\u00fchl, dass sich jemand Gedanken um sie macht\u201c, sagte Kerstin Frye. \u201eDas war wie ein Sonnenstrahl, der hier hereinkam.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Leiterin Hedwig Hebbelmann erkl\u00e4rte, im Haus St. Marien lebten psychisch Erkrankte auch j\u00fcngeren Alters, denen in Coronazeiten das normale Leben sehr gefehlt habe. \u201eDie Situation war monatelang extrem belastend.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und Helma Thyen vom Martinusstift erinnerte sich, die Senioren seien froh gewesen, dass man sie nicht vergessen habe und dass sie sich das sicher auch in anderen Zeiten so w\u00fcnschten. \u201eDie jungen Menschen und die Senioren hatten wegen Corona sehr \u00e4hnliche \u00c4ngste. Sie zu teilen, tat beiden gut.\u201c Die Botschaften der Sch\u00fcler h\u00e4tten den Senioren ein L\u00e4cheln ins Gesicht gezaubert, und w\u00e4hrend die Sch\u00fcler selbst vom Projekt berichteten, wurde deutlich, dass das umgekehrt ganz \u00e4hnlich gewesen sein d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWo bleibt der Mensch?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dankesbriefe gab es dann zur\u00fcck, unter anderem ein Bild aus der Seniorenresidenz Altharen mit den bunten Fingerabdr\u00fccken der Bewohner.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit war das \u201eHumanit\u00e4re Projekt\u201c der Harener Gymnasiasten ganz so geraten, wie ihr Schulleiter Michael Heuking es eingangs in seiner Begr\u00fc\u00dfungsrede umrissen hatte. \u201eIn der Krise zeigt sich der Charakter\u201c, sagte er und pl\u00e4dierte leidenschaftlich f\u00fcr ein gesellschaftliches Umdenken, das die Menschenw\u00fcrde zur Basis allen Handelns werden lasse. \u201eWir kennen vor allem den Preis, aber nicht den Wert\u201c, meinte er. Alles sei auf wirtschaftlichen Nutzen und auf bestm\u00f6gliche Ergebnisse ausgerichtet. \u201eAber wo bleibt da der Mensch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Antwort haben seine Sch\u00fcler in diesem Jahr und auch schon in den Vorjahren in anderen humanit\u00e4ren Projekten gegeben. \u201eEs gab bei diesem Projekt nur Gewinner\u201c, bilanzierte Schulleiter Michael Heuking.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"618\" src=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/files\/2020\/09\/auszeichung-1024x618.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3782\" \/><figcaption>Nach der \u00dcberreichung der Urkunden: Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, Schulleitung und die Vertreterinnen von zwei der beschenkten Einrichtungen. Foto: Tobias B\u00f6ckermann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>aus: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/lokales\/haren\">Meppener Tagespost<\/a>, Ausgabe 22.09.2020, S. 13<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Briefe und Bilder gegen die Corona-Tristesse \/ Gymnasium Haren ausgezeichnet Von Tobias B\u00f6ckermann Haren. Das Gymnasium Haren ist als humanit\u00e4re Schule ausgezeichnet worden. 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