{"id":5434,"date":"2022-12-01T14:20:00","date_gmt":"2022-12-01T13:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/?p=5434"},"modified":"2022-12-01T19:01:26","modified_gmt":"2022-12-01T18:01:26","slug":"the-american-way-of-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/the-american-way-of-life\/","title":{"rendered":"The American Way of Life"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Ein Bericht von Hannah Janssen (Jg. 12)<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Als 2020 alle durch Corona isoliert waren und ich nur zuhause sa\u00df und jeden Tag die gleichen Menschen und Orte sah, bekam ich Sehnsucht wegzugehen. Ich wollte endlich wieder was Neues sehen, neue Menschen kennenlernen und etwas komplett Neues machen. Ich hatte schon Jahre vorher geh\u00f6rt, dass Sch\u00fcler f\u00fcr ein Jahr in ein anderes Land gehen und war damals schon fasziniert davon. Als Frau Jansen uns dann von dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm erz\u00e4hlt hat, habe ich angefangen mich zu informieren, um meine Eltern zu \u00fcberzeugen. Nat\u00fcrlich waren sie nicht besonders froh dar\u00fcber, ihr Kind ein Jahr in ein anderes Land zu schicken, aber als sie gesehen haben, dass ich die ganzen Informationen schon rausgesucht habe und \u00fcberzeugt war, dass ich ein Jahr in Amerika leben m\u00f6chte, haben sie mich auch bedingungslos unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich also f\u00fcr das Stipendium angemeldet und ein Gespr\u00e4ch mit Gitta Connemann gef\u00fchrt und ein paar Tage sp\u00e4ter kam die Nachricht, dass ich das Stipendium bekommen habe. Die Freude war riesig und dann begannen auch direkt die Vorbereitungen. Nach vielen Arztbesuchen, ausgef\u00fcllten Formularen und Seminaren habe ich darauf gewartet, dass ich eine Gastfamilie bekomme. Das Warten war lang, meine Mutter wurde schon ganz hibbelig, aber ich dachte mir, was schon passieren soll. Somit habe ich Mitte August meine Gastfamilie bekommen und bin dann eine Woche sp\u00e4ter, nach Kofferpacken und Verabschiedung, in den Flieger gestiegen. Der erste Moment, als ich realisiert habe, dass ich alleine in ein fremdes Land fliege und ein Jahr lang niemanden aus Haren sehe, kamen erste Zweifel auf. Sobald ich jedoch in Amerika gelandet bin und meinen Gastvater gesehen habe, konnte ich nicht mehr aufh\u00f6ren zu l\u00e4cheln. Ich war endlich an dem Punkt, wo ich 1 \u00bd Jahre draufhingearbeitet habe. Die Fahrt zu meinem neuen Zuhause war wundersch\u00f6n. Ich habe ganz im Norden Michigans gelebt, in Traverse City. Die Landschaft war atemberaubend und der Michigan Lake nur 1km von meinem Haus entfernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten zwei Wochen habe ich nur die Gegend erkundet und mit meinen Gasteltern etwas unternommen. Am ersten Tag ist meine Gastmutter direkt mit mir zur Schule gefahren und wir haben ein Fu\u00dfballspiel und ein Footballspiel geguckt &#8211; das erste amerikanische Footballspiel, was ich gesehen habe. Leider kannte ich die Regeln \u00fcberhaupt nicht, was sich im Laufe der Zeit verbessert hat. Im Gegensatz zu der Leistung unseres Footballteams, das jedes Spiel verloren hat. Aber immerhin sind trotzdem viele Sch\u00fcler zu den Spielen gekommen, denn der Schulspirit war genau wie in den Filmen dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zwei Wochen fing dann endlich die Schule an und ich konnte Leute in meinem Alter kennenlernen. Ich war extrem aufgeregt am ersten Tag. In der ersten Stunde hatte ich Mathe, danach hatte ich Government, was \u00e4hnlich zu Politik ist, in der dritten Stunde hatte ich T\u00f6pfern, wo ich mich zu meinen zuk\u00fcnftigen besten Freunden gesetzt habe, danach hatte ich Biologie und dann erstmal lunch. Da sa\u00df man in der Cafeteria, wo man sich Essen nehmen konnte oder auch selbst was mitnehmen konnte. H\u00e4ufig gab es Pizza oder Tacos. Nach dem Lunch hatte ich Englisch, eines meiner schwersten F\u00e4cher, und als letztes Spanisch. Das war mein Stundenplan f\u00fcr jeden Tag im ersten Halbjahr. Irgendwann wurde der Ablauf ziemlich langweilig und der Anspruch war auch nicht der h\u00f6chste, weshalb ich sogar manchmal das Gymnasium vermisst habe. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist aus dem Englischunterricht, als wir ein Verb Quiz hatten. Man sollte die Verben in Beispiels\u00e4tzen unterstreichen. Die anderen Austauschsch\u00fclerinnen und ich hatten die drei besten Noten und fast alle Amerikaner sind bei dem Test durchgefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt hat man fast jede Woche Tests geschrieben, die aber h\u00e4ufig nur Ankreuzaufgaben hatten. In Englisch mussten wir auch ein paar Aufs\u00e4tze schreiben und am Ende des Jahres gab es Exams, die einfach lange Tests waren. Im zweiten Halbjahr hat sich bei mir nur T\u00f6pfern zu Sport und Biologie zu Chemie gewechselt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Schule hatte ich jeden Tag Sport. Meine Sitznachbarinnen in T\u00f6pfern haben mich ganz am Anfang gefragt, ob ich in das Cross-Country Team m\u00f6chte. Da l\u00e4uft man 5 km durch Felder. Weil ich nachmittags sonst nichts zu tun hatte und noch Freunde finden musste, habe ich es mir mal angeguckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war wieder sehr aufgeregt, aber sobald ich ankam, waren alle super lieb zu mir. Wir sind direkt 5 km gelaufen und weil ich Dritte aus unserem Team war, hat der Trainer mich gefragt, ob ich am n\u00e4chsten Tag beim Wettkampf mitlaufen m\u00f6chte. Da bin ich dann Erste geworden und von da an war ich in dem Team aufgenommen. Cross-Country war mein Lieblingssport in Amerika, weil das Team unfassbar nett zu mir war und ich durch das Team meine ersten Freunde gefunden habe, mit denen ich das ganze Jahr lang befreundet war.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos22_23\/nov\/usa\/usa01.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"253\" \/><figcaption>Basketballspiel<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Sport hat mein Auslandsjahr bei Weitem besser gemacht. Wir hatten jeden Tag nach der Schule Training oder ein Spiel und ich konnte so jeden Tag etwas mit meinen Freunden unternehmen. Durch den Sport war es so einfach Freunde zu finden und ich habe immer noch Kontakt zu ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sportarten in Amerika wechseln mit jeder Jahreszeit. Als also Cross-Country zu Ende war, habe ich mit Basketball angefangen. Ich habe ohne jegliches Wissen angefangen. Ich habe nie Basketball gespielt und kannte keine einzige Regel. Mit der Zeit hat meine Trainerin mir beigebracht den Korb zu treffen, erkl\u00e4rt welche Regeln es gibt und welche Positionen es gibt. Die ersten Spiele war ich total \u00fcberfordert, aber mit der Zeit wurde es immer besser und ich durfte bei manchen Spielen sogar starten. Mein Team war super cool und meine Trainerin war wie meine zweite Mutter in Zeit. Im Fr\u00fchling war Fu\u00dfball und Leichtathletik- Saison. Mein Fu\u00dfballteam war sehr gut. Wir haben im Schnee angefangen zu spielen, und als wir nach einer guten Saison im Halbfinale waren, haben wir bei 35\u00b0C aufgeh\u00f6rt zu spielen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos22_23\/nov\/usa\/usa03.jpg\" alt=\"\" width=\"429\" height=\"322\" \/><figcaption>Promfoto mit meinem Fu\u00dfballteam<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In den 10 Monaten habe ich nat\u00fcrlich auch ein bisschen von den USA gesehen. Thanks Giving habe ich mit meinen Gasteltern in Washington D.C. verbracht. Wir haben vier Tage lang die Stadt besichtigt und ich habe viel \u00fcber die amerikanische Geschichte gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Februar bin ich mit anderen Austauschsch\u00fclern eine Woche nach Hawaii geflogen. Wir waren Boot fahren, Surfen, Wandern und haben uns kulturelle, einheimische Shows angesehen. Die Natur sah aus wie gemalt und wir haben sogar Schildkr\u00f6ten und Wale gesehen. Cool war auch der kulturelle Austausch mit den Austauschsch\u00fclern aus der ganzen Welt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos22_23\/nov\/usa\/usa02.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"295\" \/><figcaption>Surfen auf Hawaii<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In den Fr\u00fchlingsferien haben meine Gastmutter und ich einen Roadtrip gemacht. Wir sind durch ganz Michigan nach Indiana, wo meine Eltern fr\u00fcher gelebt haben, gefahren und haben sogar ihr Apartment gefunden. Danach sind wir weiter nach Kentucky zu den \u201eMammoth Caves\u201c gefahren. Dort haben wir dann H\u00f6hlentouren gemacht und die H\u00f6hlen waren super cool. Niemand wei\u00df, wie lang genau die H\u00f6hlen sind, weil manche Teile immer noch unerforscht sind. Auf dem R\u00fcckweg sind wir durch Ohio gefahren und haben dann einen Stopp in Detroit gemacht, wo ich \u00fcber den Detroit River Kanada sehen konnte. Als Letztes sind wir noch in einer germanisierten Stadt angehalten, die sehr bayrisch angelegt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt habe ich in den 10 Monaten, die ich in den USA verbracht habe, viel gelernt und viel erlebt, was ich mir nach der Corona-Zeit erhofft habe, aber ein Jahr ganz alleine in einem fremden Land zu leben, ist auch kein Zuckerschlecken. Ich hatte nat\u00fcrlich auch Heimweg und Sehnsucht nach meiner Heimatstadt gehabt, aber nie im Leben w\u00fcrde ich mich davon abhalten lassen, ein Auslandsjahr nochmal zu machen. Es ist ein Jahr, was mich pr\u00e4gt und viele Dinge gelehrt hat. Man baut so viele Freundschaften auf und hat ein zweites Zuhause auf der anderen Seite der Welt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos22_23\/nov\/usa\/usa04.jpg\" alt=\"\" \/><figcaption>Graduation<\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bericht von Hannah Janssen (Jg. 12) Als 2020 alle durch Corona isoliert waren und ich nur zuhause sa\u00df und jeden Tag die gleichen Menschen und Orte sah, bekam ich Sehnsucht wegzugehen. 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