{"id":7421,"date":"2024-05-26T08:59:50","date_gmt":"2024-05-26T06:59:50","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/?p=7421"},"modified":"2024-05-26T13:40:43","modified_gmt":"2024-05-26T11:40:43","slug":"gedanken-zum-besuch-in-dergedenkstaette-westerbork-in-den-niederlanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/gedanken-zum-besuch-in-dergedenkstaette-westerbork-in-den-niederlanden\/","title":{"rendered":"Gedanken zum Besuch der Gedenkst\u00e4tte Westerbork in den Niederlanden"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos23-24\/mai24\/westerbork04.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"440\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im niederl\u00e4ndischen Westerbork besuchte der Jahrgang 10 mit ihren LehrerInnen Frau Meyering, Frau Kleesiek-Herding und Herrn Vogel am 04. April 2024 die Erinnerungsst\u00e4tte Kamp Westerbork und das ehemalige Lagergel\u00e4nde, das w\u00e4hrend der deutschen Besatzungszeit ab Mai 1940 als Durchgangslager diente. Die tragische Geschichte von Westerbork, der 102.000 Juden und J\u00fcdinnen, Sinti und Roma sowie niederl\u00e4ndische Widerstandsk\u00e4mpfer Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungswahn wurden, ist von tiefer Bedeutung. Unter den Deportierten befanden sich auch viele Kinder, darunter der kleine Leo Meijer und die Schwestern Anne und Margot Frank. Bis September 1944 verlie\u00dfen insgesamt 93 Z\u00fcge Westerbork, um die Insassen in Auschwitz, Sobibor, Theresienstadt und Bergen-Belsen zu t\u00f6ten. Die Erinnerung an diese dunkle Periode der Geschichte darf niemals verblassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem aufschlussreichen Tag haben wir mit ein paar anwesenden Sch\u00fclerinnen ein Interview zum Besuch der Gedenkst\u00e4tte gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong><em>Was hast du durch den Besuch der Gedenkst\u00e4tte Neues zur damaligen Zeit gelernt?<\/em><\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Neben den vielen neuen Eindr\u00fccken habe ich besonders eins zur Zeit des Nationalsozialismus gelernt. N\u00e4mlich, dass es verschiedene \u201eArten\u201c von Lagern mit verschiedenen Funktionen gab. Tats\u00e4chlich gab es aber auch sog. \u00dcbergangs- und Durchgangslager, wie es z.B. Westerbork war, wo die Gefangenen zun\u00e4chst \u201everwahrt\u201c wurden, bis sie in die Vernichtungslager im Osten deportiert wurden. In \u00dcbergangslagern hatten die Gefangenen sogar ein relativ \u201enormales\u201c Leben mit Schule oder Arbeit und vielen m\u00f6glichen Aktivit\u00e4ten wie Fu\u00dfballspiele oder Abendprogramme wie Theater oder Gesang, die meistens die Gefangenen selbst organisierten. Es wurde sogar eine Art falsche Realit\u00e4t geschaffen, um Panik bei den H\u00e4ftlingen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"2\"><li><strong><em>Welches pers\u00f6nliche Schicksal ist dir vom Besuch am meisten in Erinnerung geblieben?<\/em><\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Mich pers\u00f6nlich hat die Geschichte des j\u00fcdischen Jungen Leo Meijer sehr gefesselt, der 1935 in Zwijndrecht geboren wurde. Er hatte eine sch\u00f6ne Kindheit und besuchte die zweite Klasse der Grundschule. Im Zuge der deutschen Besetzung der Niederlande  wurden er und seine seine Familie sowie viele andere j\u00fcdische Familien 1942 ins Lager Westerbork verschleppt. In Westerbork lebten sie f\u00fcr zwei Jahre und f\u00fchrten unter den gegebenen Umst\u00e4nden ein scheinbar &#8222;normales&#8220; Leben. Nat\u00fcrlich war es trotzdem anders als zu Hause, da sie in Baracken mit vielen anderen in einem Zimmer schlafen mussten. Im September 1944 wurde sie dann vom \u00dcbergangslager in Westerbork in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und sp\u00e4ter nach Auschwitz, wo Leo und seine Mutter ermordet wurden, w\u00e4hrend sein Vater den Krieg \u00fcberlebte. Dieses Schicksal ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben, besonders da Leo in einem so jungem Alter bereits so etwas Schlimmes erleben musste. Daher hat mich auch die Ausstellung dazu im Museum des Lagers sehr interessiert.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"3\"><li><strong><em>Welches der Ausstellungsst\u00fccke fandest du am interessantesten?<\/em><\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Ich fand die meisten der Ausstellungsst\u00fccke sehr interessant, jedoch gab es ein paar, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Beispielsweise die Gleise am Ende des Lagergel\u00e4ndes, von denen noch ein St\u00fcck \u00fcbrig ist, mit denen die Gefangenen damals von Lager zu Lager transportiert wurden. Ich finde den Gedanken, wie viel Furcht die Gefangenen beim Transport empfunden haben m\u00fcssen, sehr be\u00e4ngstigend. Des Weiteren sind mir die Koffer der Gefangenen im Museum in Erinnerung geblieben, in denen u.a. ihre Gep\u00e4ckliste aufgelistet wurde und die Dinge, die sie nicht behalten durften, wie z.B. B\u00fccher oder Spiele.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"4\"><li><strong><em>Wie hast du dich w\u00e4hrend der Exkursion in Westerbork gef\u00fchlt?<\/em><\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Die Geschichten und die verschiedenen Eindr\u00fccke der Gefangenen haben mich sehr ber\u00fchrt. Zudem ist es ein sehr sensibles Thema, mit dem man gewissenhaft &nbsp;umgehen muss. Direkt beim Betreten des Lagers schwang ein mulmiges Gef\u00fchl mit sich. Man konnte sich in Ans\u00e4tzen das Leid solcher Orte vorstellen, obwohl es eine schwierige Frage ist, ob man sich so etwas \u00fcberhaupt vorstellen kann oder auch darf. Nichtsdestotrotz habe ich pers\u00f6nlich einen sehr gro\u00dfen Respekt gegen\u00fcber den Gefangenen empfunden.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"5\"><li><strong><em>W\u00fcrdest du die Gedenkst\u00e4tte nochmal besuchen?<\/em><\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde den Besuch der Gedenkst\u00e4tte definitiv weiterempfehlen, da es ein sehr informativer Besuch inklusive F\u00fchrung und Museumsbesuch war. Insgesamt w\u00fcrde ich definitiv sagen, dass die Gedenkst\u00e4tte einen Besuch wert war und jeder sie einmal gesehen haben sollte, um das Verst\u00e4ndnis der Geschichte besser nachzuempfinden. Eine Voraussetzung zu einem Besuch des Lagers ist meiner Meinung nach aber auch, dass man vorher \u00fcber das NS- Regime gelernt hat (z.B. im Geschichtsunterricht), um basierend auf der Wissengrundlage Neues dazuzulernen, denn so war der Besuch des Lagers sehr aufschlussreich f\u00fcr mich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos23-24\/mai24\/westerbork01.jpg\" alt=\"\"><\/td><td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos23-24\/mai24\/westerbork03.jpg\" alt=\"\"><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Von Soraya Amira Menke, Sina Gebbeken und Hanna Wobken (Jg. 10)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im niederl\u00e4ndischen Westerbork besuchte der Jahrgang 10 mit ihren LehrerInnen Frau Meyering, Frau Kleesiek-Herding und Herrn Vogel am 04. 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