{"id":8111,"date":"2024-12-05T13:33:34","date_gmt":"2024-12-05T12:33:34","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/?p=8111"},"modified":"2024-12-05T13:33:37","modified_gmt":"2024-12-05T12:33:37","slug":"erfahrungsbericht-von-der-deutschen-schuelerakademie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymharen\/erfahrungsbericht-von-der-deutschen-schuelerakademie\/","title":{"rendered":"Erfahrungsbericht von der Deutschen Sch\u00fclerakademie"},"content":{"rendered":"\n<p>In den diesj\u00e4hrigen Sommerferien \u2013 den allerletzten Sommerferien, die ich \u00fcberhaupt haben werde! &#8211; hatte ich die M\u00f6glichkeit an einer gro\u00dfartigen Veranstaltung teilzunehmen: der Deutschen Sch\u00fclerakademie. <\/p>\n\n\n\n<p>Im beschaulichen Sauerland in der N\u00e4he zu Siegen angekommen, wurde ich vom Akademieteam abgeholt und auf das Schloss Wittgenstein gebracht. Dieses umfasst ein gro\u00dfes Gel\u00e4nde auf einer Anh\u00f6he mitten im Wald. Es besteht aus dem alten Schloss, in dem sich die Zimmer, der Speisesaal und ein gro\u00dfer Saal (das Plenum) befinden, und aus dem Internatsgeb\u00e4ude, in dem weitere Zimmer, die Kursr\u00e4ume, eine K\u00fcche und Aufenthaltsr\u00e4ume sind. Zus\u00e4tzlich gibt es noch zwei Sporthallen, ein Fu\u00dfballfeld und einen Rosengarten mit gro\u00dfer Wiese. Nachdem ich meinem Zimmer zugewiesen wurde, ging es f\u00fcr mich gleich mit der Erkundung des Gel\u00e4ndes und dem Kennenlernen der anderen Teilnehmenden weiter. <\/p>\n\n\n\n<p>Durch Frau Wessendorf und Herrn R\u00fclander wurde ich noch im letzten Schuljahr darauf aufmerksam gemacht, dass ausgew\u00e4hlte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fcr die Deutsche Sch\u00fclerakademie vorgeschlagen werden k\u00f6nnen. Da bei mir ein grunds\u00e4tzliches Interesse darin bestand, bei einer solchen Aktivit\u00e4t teilzunehmen, habe ich am Auswahlverfahren teilgenommen. Gl\u00fccklicherweise hat es auch geklappt und ich konnte mich f\u00fcr einen der zahlreichen Veranstaltungsorte, die zur Verf\u00fcgung standen, bewerben. Schlussendlich durfte ich sogar zu demjenigen Standort reisen, der auch mein Erstwunsch war: zur Akademie Wittgenstein bei Bad Laasphe. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos24-25\/nov24\/s-akademie02.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch wenn die Tage auf der Akademie grundlegend demselben Zeitplan folgten, war kein Tag wie der andere, da es immer unterschiedliche Aktivit\u00e4ten gab. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck fand das t\u00e4glich stattfindende Morgenplenum statt, in dem die wichtigsten Informationen f\u00fcr das Akademieleben mitgeteilt wurden und das f\u00fcr alle Teilnehmenden verbindlich war \u2013 auch wenn eine gewisse Morgenm\u00fcdigkeit nicht selten noch anzusehen war. Doch das Programm des Plenums reichte von organisatorischen Informationen, internen und externen Nachrichten, bis hin zu musikalischen Warm-ups, wodurch das Wachwerden vielen leichter fiel. Durch ein laut-freudiges \u201eHalleluja!\u201c, welches ein Kursleitender zu gerne vorm gesamten Plenum von sich gab, wurde auch der letzte Schlafende wach. Nach den ungef\u00e4hr 30 Minuten ging es zu den Fachkursen. Auf der Akademie Wittgenstein wurden insgesamt f\u00fcnf verschiedene Kurse angeboten. Jeder Teilnehmende belegte dabei einen, f\u00fcr den man sich im Vorhinein entschieden hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Kurs 7.4 \u201eSicherheit, Freiheit \u2026 aber um welchen Preis?\u201c, den ich in der zweiw\u00f6chigen Akademiezeit vom 18. Juli bis zum 03. August belegt habe, wurden zum einen die Grundlagen der Rechtsphilosophie fokussiert und zum anderen konnte man einen sehr direkten Einblick in das strafrechtliche Denken und Arbeiten erlangen. Insofern basierte die Kursarbeit stark auf juristischen Thematiken. Dabei wurden die Gr\u00fcnde hinter den dargelegten Thesen und Vorgehensweisen stets hinterfragt und man trat in einen sehr offenen Diskurs \u00fcber die Vor- und Nachteile hinter den gesellschaftlichen Sitten und Gesetzten, so wie wir sie kennen. Dies hatte einen durchaus erweiternden Effekt auf die eigenen Ansichten und durch den respektvollen Umgang der Kursleitenden auf Augenh\u00f6he verschwand die Faszination f\u00fcr das Behandelte nie. <\/p>\n\n\n\n<p>In Erinnerung bleiben mir vor allem das Gesagte der Kursleitenden am ersten und am letzten Tag. Denn der gegenseitige Respekt wurde am ersten Tag durch die Aussage geebnet, dass die Leitenden nicht kl\u00fcger seien als die Teilnehmenden der Akademie, sondern schlicht mehr gelernt h\u00e4tten. Trotz dessen, dass diese Erkenntnis durchaus naheliegend war, diente sie doch als Katalysator f\u00fcr ein nachhaltig ausgeglichenes Verh\u00e4ltnis, welches unter gleichwertig erwachsenen und m\u00fcndigen Menschen stattfand. So machten wir uns an die Arbeit und besch\u00e4ftigten uns mit Kant und seiner Rechts- sowie Moralphilosophie \u2013 der kategorischen Imperative l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen -, diskutierten und differenzierten den Sinn und Zweck hinter Strafma\u00dfnahmen und f\u00fchrten sogar einen simulierten Gerichtsprozess durch. Dabei blieb eines stets der unausweichliche Konsens der rechtlichen Arbeitsweise und dies bildete den Abschluss unserer Kursarbeit. Denn nach zwei Wochen, in denen wir uns mit allerlei Aspekten der juristischen T\u00e4tigkeit befasst haben, wurde uns die Menschenw\u00fcrde als das Wichtigste, das Grundlegendste an unserer Gemeinschaft klargemacht. Dies machte einem klar, dass die W\u00fcrde des Menschen es ist, die es am Ende zu sch\u00fctzen gilt; es ist die oberste Priorit\u00e4t, welche der gesamten Menschheit ein Recht, aber auch eine Pflicht ist. Sehr inspirierend! <\/p>\n\n\n\n<p>Die anderen vier Kurse hatten Geschlechterrollen in der Gesellschaft, die Physik hinter dem Urknall, ein mathematisches Kontrollsystem und die Psychologie hinter Verhaltensweisen und Pers\u00f6nlichkeiten als Themenbereiche. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch der inhaltlichen Arbeit bei der Deutschen Sch\u00fclerakademie ist auch der gemeinschaftliche Austausch mit den weiteren Teilnehmenden zu erg\u00e4nzen. Denn bei den Kaffee- und Mittagspausen sowie den K\u00fcAs (Kurs\u00fcbergreifende Aktivit\u00e4ten) konnte man viele neue Menschen kennenlernen, die alle f\u00fcr sich Motivation, Ehrgeiz und Know How hatten und zusammen eine tolle Gemeinschaft bildeten. Man konnte \u00fcber den ganzen Tag verteilt den unterschiedlichsten Aktivit\u00e4ten neben der eigentlichen Kursarbeit nachgehen und sich dabei selbstst\u00e4ndig organisieren. Ich habe diese K\u00fcAs unter anderem dazu genutzt anderen Teilnehmenden das L\u00f6sen des Zauberw\u00fcrfels n\u00e4her zu bringen, mit einer deutsch-franz\u00f6sischen Teilnehmerin mein Franz\u00f6sisch auf Vordermann zu bringen \u2013 f\u00fcr mich als Lateiner war es auch h\u00f6chste Zeit dem nachzukommen \ud83d\ude42 \u2013 und ich bin auch einigen sportlichen Aktivit\u00e4ten (Basketball, Waveboard) nachgekommen. Man kann also sehen, dass der Akademiealltag ein sehr spannender und abwechslungsreicher war. Man hat jeden Tag etwas Neues erlebt und es konnten langfristige Freundschaften entstehen und wachsen. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem K\u00fcA-Angebot gab es auch weitere besondere Ereignisse. So zum Beispiel eine Exkursion zu den anderen Kursen, ein Berufsorientierungsabend, einen Kleinkunstabend, eine Theaterauff\u00fchrung und sogar ein \u00f6ffentliches Konzert in der Stadthalle von Bad Laasphe. Es l\u00e4sst sich festhalten, dass man versuchte, jeden Teilnehmenden mitzunehmen und in seinen individuellen Eigenschaften zu f\u00f6rdern sowie zu fordern. Dieses Prinzip hat den allermeisten zugesagt und ich muss meine Begeisterung f\u00fcr diese zwei Wochen, die sich wie mindestens ein Monat angef\u00fchlt haben, nicht zur\u00fcckhalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach den 16 Tagen ging an jenem Samstag die Akademiezeit zu Ende. Nach einem sehr emotionalen Abschied, denn in dieser kurzen Zeit habe ich die vielen Menschen dort unglaublich gut kennengelernt, ging es f\u00fcr mich wieder zur\u00fcck nach Hause ins ebenso beschauliche Emsland. Von der Akademie nehme ich vor allem die zahlreichen Erfahrungen, neue Freundschaften, die ich schlie\u00dfen durfte, das fachliche Wissen, das ich erwerben durfte, und eine sehr positive Energie mit. Ich bin \u00e4u\u00dferst dankbar daf\u00fcr, dass das Gymnasium Haren mir dieses Angebot zur Verf\u00fcgung gestellt hat. Ich werde versuchen die Erkenntnisse, die mir in Bezug auf die Akademie nachhaltig positiv in Erinnerung geblieben sind, auch im Schulalltag umzusetzen, damit m\u00f6glichst alle profitieren k\u00f6nnen. Halleluja!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/plaene.gymnasium-haren.de\/fotos24-25\/nov24\/s-akademie03.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Daniel Dyer (Jg. 13, 2024\/25)<\/em><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den diesj\u00e4hrigen Sommerferien \u2013 den allerletzten Sommerferien, die ich \u00fcberhaupt haben werde! &#8211; hatte ich die M\u00f6glichkeit an einer gro\u00dfartigen Veranstaltung teilzunehmen: der Deutschen Sch\u00fclerakademie. 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