{"id":1622,"date":"2019-08-07T13:45:39","date_gmt":"2019-08-07T11:45:39","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/?p=1622"},"modified":"2019-10-26T07:47:52","modified_gmt":"2019-10-26T05:47:52","slug":"geschichtskurs-im-ostpreussischen-landesmuseum-12-september-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/geschichtskurs-im-ostpreussischen-landesmuseum-12-september-2018\/","title":{"rendered":"Geschichtskurs im Ostpreu\u00dfischen Landesmuseum (12. September 2018)"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"367\" src=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/files\/2019\/08\/gym-oedeme_19321-1.jpg\" alt=\"\" data-id=\"1625\" data-link=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/geschichtskurs-im-ostpreussischen-landesmuseum-12-september-2018\/gym-oedeme_19321-2\/\" class=\"wp-image-1625\" srcset=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/files\/2019\/08\/gym-oedeme_19321-1.jpg 550w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/files\/2019\/08\/gym-oedeme_19321-1-211x141.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"367\" src=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/files\/2019\/08\/gym-oedeme_19322.jpg\" alt=\"\" data-id=\"1626\" data-link=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/geschichtskurs-im-ostpreussischen-landesmuseum-12-september-2018\/gym-oedeme_19322\/\" class=\"wp-image-1626\" srcset=\"https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/files\/2019\/08\/gym-oedeme_19322.jpg 550w, https:\/\/wordpress.nibis.de\/gymoedeme\/files\/2019\/08\/gym-oedeme_19322-211x141.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/figure><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>1. Sch\u00fclerbericht \u00fcber einen Vortrag von Michael Wieck: &#8222;Aus der Geschichte lernen&#8220;<\/strong><br><br><em>Am Mittwoch, den 12. September 2018, besuchten wir, der Geschichtskurs auf erh\u00f6htem Niveau bei Frau Fl\u00fcgge, einen Vortrag im Ostpreu\u00dfischen Landesmuseum L\u00fcneburg. Michael Wieck, ein neunzigj\u00e4hriger Zeitzeuge u.a. des Zweiten Weltkriegs und Autor des Buches ,,Zeugnis vom Untergang K\u00f6nigsbergs\u201c, erz\u00e4hlte an diesem Abend seine Geschichte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more Weiterlesen-->\n\n\n\n<p><em><br>Wieck wurde 1928 in K\u00f6nigsberg (Heutiges Kaliningrad) geboren. Er war Sohn von zwei Mitgliedern des K\u00f6nigsberger Streichquartetts. Seine Mutter war J\u00fcdin und Wieck wurde im j\u00fcdischen Glauben erzogen. Dies machte ihn und seinen Vater ab 1933 zu so genannten ,,Geltungsjuden\u201c. W\u00e4hrend des NS-Regimes musste Wieck u.a. Zwangsarbeit in einer Chemiefabrik verrichten und er trug die ganze Zeit seinen Judenstern, welchen er bis heute aufbewahrt hat. Wieck erkl\u00e4rte in seinem Vortrag, dass er gesehen hatte, dass jeder Mensch zu B\u00f6sem f\u00e4hig ist und dass dieses B\u00f6se nur mit Liebe zu bek\u00e4mpfen sei. Er appellierte ebenfalls an die j\u00fcngeren Generationen, bezog sich dabei auf einen anderen Menschen aus K\u00f6nigsberg, auf Immanuel Kant und dessen Schrift \u201eZum Ewigen Frieden\u201c. Au\u00dferdem warnte er sein Publikum vor den aktuellen politischen Entwicklungen. Es habe solch eine Ver\u00e4nderung in der Politik schon einmal 1933 gegeben und dies k\u00f6nnte in der Neuzeit auch wieder passieren. Am Ende seiner Rede zitierte er Karl Kraus mit den Worten: ,,Wer in der Demokratie schl\u00e4ft, muss sich nicht wundern, wenn er in der Diktatur aufwacht.\u201c<br>F\u00fcr uns war es ein interessanter Abend. Einen Zeitzeugen von seinen Erlebnissen w\u00e4hrend des Krieges reden zu h\u00f6ren, war sehr bewegend. Er hat uns das etwas n\u00e4her gebracht, was wir uns nicht vorstellen k\u00f6nnen in heutiger Zeit.<br><br>Raphael Wohlers<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Sch\u00fcler*innenbericht \u00fcber die Podiumsdiskussion mit der Fragestellung &#8222;Wem geh\u00f6rt die Erinnerung an Ostpreu\u00dfen?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ostpreu\u00dfen: Ein Landstrich zwischen Weichsel und Memel mit einer bewegten multinationalen Geschichte gepr\u00e4gt von Flucht und Vertreibung.<br>Anl\u00e4sslich der Wiederer\u00f6ffnung des Ostpreu\u00dfischen Landesmuseums nach einer drei j\u00e4hrigen Umbauphase durften wir, der Geschichtskurs auf erh\u00f6htem Niveau unter der Leitung von Frau Fl\u00fcgge, eine Diskussion zur oben genannten Frage lauschen. Nach einer kurzen Einf\u00fchrung durch Dr. Andreas Kossert (Autor und Historiker) leitete dieser die anschlie\u00dfende Diskussion, an der Frau Kurowska (Vorsitzende der Stiftung Borussia in Allenstein\/Olsztyn \u2013 heute Polen), Frau Schpiljowa (Direktorin des Stadtmuseums in Tilsit\/Sowetsk \u2013 heute Russland) und Herr Dr. M\u00e4hnert (Direktor des Ostpreu\u00dfischen Landesmuseums) teilnahmen.<br>Der Verlauf der \u201eDiskussion\u201c irritierte uns \u2013 es waren vielmehr Fragen und Antworten, wobei die Teilnehmer*innen sich jedoch kaum aufeinander bezogen. Vielmehr vermissten wir als Zuh\u00f6rer*innen Differenzen, die bei einem solchen Thema zu erwarten waren. F\u00fcr uns waren unterschiedliche Positionen nicht zu erkennen.<br>Frau Kurowska und Frau Schpiljowa \u00e4u\u00dferten sich eher z\u00f6gerlich, was keineswegs st\u00f6rend war, jedoch der geschichtspolitischen Stimmung in Russland, aber auch in Polen &#8211; unserem direkten Nachbarn \u2013 vermutlich entspricht. So vermuten wir, dass Herr Dr. Kossert mit seiner Fragestellung auch eine gewisse Verantwortung f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen G\u00e4ste \u00fcbernahm.<br>Eigentlich hatte es sich das Ostpreu\u00dfische Landesmuseum zur Aufgabe gemacht, das Erbe Ostpreu\u00dfens in Zusammenarbeit mit den polnischen, russischen und litauischen Partnern tabulos und unverkrampft entdecken, diskutieren und pr\u00e4sentieren zu wollen. Aufgrund der sich jedoch dramatisch ver\u00e4ndernden politischen Lage in Polen und Russland und deren sehr national gef\u00e4rbten Geschichtsschreibung, die lediglich einer Legitimation der eigenen Geschichte dienen soll, wird eine Zusammenarbeit vermutlich in absehbarer Zeit sehr schwer fallen.<br>Aber auch in Deutschland sind die nationalen Geschichtsauffassungen noch nicht endg\u00fcltig verblasst oder sie drohen wieder aufzusteigen. Deutlich wurde dies, als eine \u00e4ltere Frau dem Kommentar Dr. M\u00e4hnerts, die polnische Geschichtsschreibung sei zwar gut, aber man brauche auch definitiv eine deutsche, mit Beifall belohnte. Als die Frage seitens Dr. Kosserts aufkam, ob man nicht auch ein multinationales, gemeinsames Museum errichten k\u00f6nne, verlie\u00df die besagte Frau deutlich emp\u00f6rt das Geb\u00e4ude. Durch st\u00e4rkere gemeinsame Zusammen- und Projektarbeit sollte es m\u00f6glich sein, die Erinnerungskultur f\u00fcr alle Beteiligten zu beleben und zu teilen. Wenig Hoffnung macht hier das Nichterscheinen des russischen sowie polnischen Botschafters bei der feierlichen Er\u00f6ffnung des Museums. Beide erschienen im Gegensatz zu ihren baltischen Kollegen nicht, obwohl sie herzlich eingeladen waren. &nbsp;&nbsp;<br>Schlussendlich l\u00e4sst sich es sich nur hoffen, dass die Geschichtsschreibung wieder mehr Objektivit\u00e4t anstrebt \u2013 bei unseren \u00f6stlichen Nachbarn, aber auch hierzulade. Wir danken ebenfalls Frau Fl\u00fcgge f\u00fcr die Bem\u00fchungen, uns mit diesem durchaus auch aktuellen Thema auseinanderzusetzten, m\u00fcndig zu werden und sich eine eigene Meinung bilden zu k\u00f6nnen.<br>Und wem geh\u00f6rt jetzt die Erinnerung an Ostpreu\u00dfen? Sag&nbsp;<strong>Du<\/strong>&nbsp;es uns.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Finn Gr\u00f6bel und Charlotte Blanck<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>PS: Die abgebildeten Fotografien wurden der Gruppe vom Ostpreu\u00dfenmuseum zur Verf\u00fcgung gestellt.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Sch\u00fclerbericht \u00fcber einen Vortrag von Michael Wieck: &#8222;Aus der Geschichte lernen&#8220; Am Mittwoch, den 12. September 2018, besuchten wir, der Geschichtskurs auf erh\u00f6htem Niveau bei Frau Fl\u00fcgge, einen Vortrag im Ostpreu\u00dfischen Landesmuseum L\u00fcneburg. 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