Berufsorientierung

Unser Berufsorientierungskonzept

Im Erlass zur Berufsorientierung des niedersächsischen Kultusministeriums werden die Schwerpunkte und Hauptaufgaben der Schulen bezüglich der Berufsorientierung festgelegt. Hierzu gibt es seit dem Jahr 2017 ein Musterkonzept zur Berufs- und Studienorientierung des Landes Niedersachsen, das detaillierte Hinweise zur genauen Umsetzung des Erlasses zur Berufsorientierung gibt.

Hier heißt es:

„Allgemein bildende Schulen haben die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zur Aufnahme einer Berufstätigkeit zu befähigen und sie auf eine begründete Berufswahlentscheidung vorzubereiten.“

„Die Hauptschule vermittelt ihren Schülerinnen und Schülern eine individuelle Berufsorientierung sowie eine individuelle Schwerpunktbildung in der beruflichen Bildung bis hin zur Vermittlung der Anforderungen des 1. Ausbildungsjahres eines Ausbildungsberufs. Die berufsorientierenden und berufsbildenden Inhalte werden insbesondere in Zusammenarbeit mit Betrieben, berufsbildenden Schulen, der Berufsberatung der Arbeitsagenturen, Kammern, Wirtschaftsverbänden und anderen geeigneten Einrichtungen vermittelt.

Die Schulen erstellen ein fächerübergreifendes Konzept zur Durchführung berufsorientierender und berufsbildender Maßnahmen.“

RdErlass „Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen“ vom 1.12.2011 –VORIS 22410

Um dies zu erreichen und umzusetzen hat die Hauptschule Bramsche ein Konzept erstellt, das bereits ab dem 5. Schuljahrgang alle Schülerinnen und Schüler auf eine ihren Fähigkeiten und Vorstellungen entsprechende und erfolgreiche Berufswahl vorbereitet. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen den Ausbildungsberuf finden, der zu ihnen passt. Hierzu erwerben sie Kompetenzen in den Bereichen Fachwissen, Erkenntnisgewinnung und Beurteilung/Bewertung, die ihnen diese Wahl möglich machen.

Dieses Konzept und die darin enthaltenen Projekte werden regelmäßig evaluiert und den Anforderungen der Schülerinnen und Schüler, der Schule und denen der zukünftigen Ausbildungsbetriebe angepasst.

In der Hauptschule Bramsche beginnt diese Vorbereitung auf einen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben bereits im 5. und 6. Schuljahrgang. Die Teilnahme am Zukunftstag gibt den Schülerinnen und Schülern einen ersten Einblick in die Berufswelt, indem sie einen ganzen Arbeitstag lang in einen Betrieb hineinschnuppern. Am nächsten Tag präsentieren sie diese Ergebnisse vor der Klasse und informieren somit ihre Mitschüler über Tätigkeiten und Bedingungen in den verschiedenen Berufen.

Die Erfahrungen aus dem Zukunftstag werden ab der 7. Klasse durch intensive Recherchen im Internet ergänzt. Mit Hilfe der bekannten Seiten für Berufsorientierung informieren sich die Schülerinnen und Schüler über einen ersten Wunschberuf und den Beruf ihrer Eltern oder Verwandten. Die Ergebnisse werden als Powerpoint-Präsentation oder Referat den Mitschülern vorgestellt. So profitieren alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse von den Erfahrungen ihrer Mitschüler, erhalten zusätzliche Informationen über verschiedene Berufe und neue Ideen für ihren eigenen Berufsweg.

Ab dem 8. Schuljahrgang vermittelt der Berufsberater der Agentur für Arbeit den Schülerinnen und Schülern, wie sie sich online umfassend über einen Beruf bzw. ein Berufsfeld informieren können. Er gibt ihnen auch Hinweise und eine Einführung in das Berufs-Informations-Zentrum (BIZ), das jeder für seine Berufswahl nutzen kann.

Im 8. Schuljahrgang findet eine Potentialanalyse statt, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Kompetenzen besser einzuschätzen lernen. Sie erhalten wichtige Hinweise auf passende Berufsfelder, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Anschließend werden die gewonnen Erfahrungen und Erkenntnisse in Einzelgesprächen mit den betreuenden Lehrkräften und Eltern reflektiert und ausgewertet.

Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse entwickelt sich bei den Schülerinnen und Schülern in der Regel ein Wunschberuf bzw. kann ein Wunschberufsfeld benannt werden.

Auch nehmen die Klassen 8 in diesem Schuljahrgang am Bramscher Berufs-Orientierungs-Parcours (B.O.P.) teil, wo sie einen konzentrierten Überblick über die verschiedenen Betriebe und Berufe erhalten, die in Bramsche und dem Umland zu finden sind. Sie machen erste praktische Erfahrungen und knüpfen  für das kommende Praktikum Kontakte zu den teilnehmenden Betrieben.

Im Anschluss daran wird im Deutschunterricht eine konkrete Bewerbung an einen Betrieb formuliert und sich für ein Schulbetriebspraktikum beworben.

Konkrete Unterstützung erhalten die 8-Klässler bei der Wahl der Berufe und Praktikumsbetriebe auch durch die Schüler der Jahrgangsstufe 9. Diese präsentieren ihnen die Erfahrungen und Erlebnisse, die sie im Praktikum gemacht haben. Es findet ein reger Austausch über die Voraussetzungen, Aufgaben und Tätigkeiten der erprobten Berufe statt. Im Rahmen einer Plakatausstellung werden diese Berufe und Betriebe allen Schülerinnen und Schülern der Hauptschule präsentiert.

Damit sich die Schülerinnen und Schüler bei der Wahl der Betriebe und Berufe nicht auf den engsten regionalen Bezirk beschränken, wird in einem Mobilitätstraining in der 8. Klasse gezielt das Lesen der Busfahrpläne sowie das Busfahren in Osnabrück und dem Landkreis trainiert.

Reflektiert und ausgewertet werden die Erfahrungen der berufsorientierenden und berufsbildenden Maßnahmen an der Hauptschule Bramsche durch den Austausch mit Mitschülern, dem Berufsberater der Agentur für Arbeit, dem Klassenlehrer, dem Schulsozialpädagogen und den Coaches der Berufsorientierung.

Der Schwerpunkt der Berufsorientierung liegt in der Jahrgangsstufe 9.

Konkrete berufsbildende Maßnahmen zielen darauf ab, den zu den individuellen Stärken und Fähigkeiten passenden Beruf zu finden. In Kooperation mit den verschiedenen Bramscher Betrieben wird durch die Teilnahme am Bramscher B.O.P. der Kontakt zwischen potentiellen Ausbildern und Auszubildenden hergestellt. Eine Brücke bilden dabei die bereits in den Betrieben befindlichen Auszubildenden. Sie berichten in einem kleinen Rahmen von den Erfahrungen in einer Ausbildung. Über diese Maßnahme sowie den Bramscher B.O.P. entstehen häufig intensive Kontakte, die zur Durchführung eines dreiwöchigen Schülerbetriebspraktikums genutzt werden können.

Dieses sehr umfangreiche Praktikum wird durch eine Präsentationsveranstaltung in größerem Rahmen gewürdigt. Eltern, Ausbilder und Vertreter der verschiedenen Betriebe, Lehrkräfte, städtische Mitarbeiter, Bürgermeister sowie die Schülerinnen und Schüler aus dem 8. Jahrgang werden umfassend über die Praktikumszeit informiert. Es kommt an diesem Abend stets zu einem regen Austausch, der jedes Mal zur Intensivierung der Zusammenarbeit (Networking) führt.

In der Jahrgangsstufe 10 gehen die Schülerinnen und Schüler, die einen Realschulabschluss anstreben, noch einmal im Rahmen eines zweiwöchigen Schülerbetriebspraktikums in die Praxis. Um ein sicheres und erfolgversprechendes Auftreten bei den kommenden Vorstellungsgesprächen zu unterstützen, findet hierzu ein Kommunikationstraining statt.

Das Berufsorientierungskonzept der Hauptschule Bramsche ist ein aufeinander aufbauendes, ineinander verzahntes Konzept, in dem nicht nur das Fach Wirtschaft, sondern alle Schulfächer ihren Beitrag dazu leisten, dass die Schülerinnen und Schüler einen erfolgreichen Weg in eine Ausbildung des von ihnen angestrebten Berufs gehen können. Handlungsorientierte Maßnahmen bauen aufeinander auf und werden stets mit den Schülerinnen und Schülern ausgewertet und reflektiert. Eine Einbeziehung der Eltern, der Erziehungsberechtigten sowie den Berufsberatern (Schulsozialpädagoge, Maßarbeit, Agentur für Arbeit) hat bei uns eine sehr hohe Priorität.

So führt unser Konzept dazu, dass fast alle unserer Hauptschüler im Anschluss an ihre Schulzeit einen für sie passenden Beruf ergreifen oder eine weiterführende Berufsschule besuchen.

 

Module und Maßnahmen in der Berufsorientierung der Hauptschule Bramsche

  1. a) Jahrgangsübergreifende Module

Berufsorientierungsbüro

Die Hauptschule Bramsche verfügt über ein Berufsorientierungsbüro, in welchem der Schulsozialpädagoge Herr Gerke und die für die Berufsorientierung zuständige Lehrkraft Einzelberatungen durchführen. Hier stehen PC- Arbeitsplätze zur Verfügung, an denen Eignungstest durchgeführt, Bewerbungen geschrieben und Angebote für Ausbildungsplätze recherchiert werden können. In der vorhandenen Fachliteratur können sich unsere Schüler umfassend über die verschiedenen Berufsfelder und die dazugehörigen Ausbildungsberufe in unserer Region informieren.

Infotafel

Wir bieten für alle Schülerinnen und Schüler unserer Hauptschule eine Info-Ecke mit Ausbildungsangeboten und Informationen zu aktuellen Ausbildungsmessen. Über die unterschiedlichen Fort- und Ausbildungsmöglichkeiten der Berufsschulen Bersenbrück und Osnabrück wird dort ebenfalls informiert.

Berufsberatung

Die Berufsberatung an der Hauptschule Bramsche erfolgt nicht nur alleine durch die Lehrer.

Wenigstens einmal im Monat kommt Herr Schwarznecker von der Agentur für Arbeit in die Schule, um die Schüler zu beraten. Er informiert über offene Ausbildungsplätze sowie die verschiedenen Anforderungen und Voraussetzungen der Betriebe. Regelmäßig besucht uns auch ein Mitarbeiter der Jugendberufshilfe der Maßarbeit. Er berät Schüler bei der Berufswahl und hilft bei der Suche nach freien Ausbildungsplätzen. Zudem hilft er unseren Jugendlichen bei den Bewerbungen. Jugendliche, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, erhalten besondere Unterstützung.

Täglich ist Herr Gerke, der Schulsozialarbeiter der Hauptschule Bramsche, in seinem Berufsorientierungsbüro zu finden. Gerne lassen sich unsere Schüler dort in den Pausen oder Freistunden von ihm beraten. Herr Gerke kennt freie Praktikums- und Ausbildungsplätze und unterstützt die Schüler bei Bewerbungen und Anmeldungen an die Berufsfachschulen. Er hat stets ein offenes Ohr und fährt die Schüler und Schülerinnen im Notfall auch persönlich zu einem Vorstellungsgespräch.

Beratungsgespräche

Nicht nur Jugendliche werden bei uns beraten, auf Wunsch werden auch den Eltern Beratungsgespräche zur Berufswahl ihrer Kinder angeboten. Nach Bedarf werden Lernverträge zwischen Schule, Eltern und Schülern abgeschlossen, mit deren Hilfe versucht wird, die Schüler zu dem für ihren Berufswunsch erforderlichen Schulabschluss zu führen.

Elternseminare

Auf den Elterninformationsveranstaltungen zur Berufsorientierung werden die Eltern über die anstehenden Maßnahmen umfassend informiert. Geplant ist, dass die Eltern zukünftig am PC die gleichen Eignungsfeststellungstests wie ihre Kinder durchführen. Auf den entsprechenden Interseiten zur Berufsorientierung können sie sich, ebenso wie ihre Kinder, über die Ausbildungsberufe informieren und sich auf die Suche nach freien Ausbildungsplätzen in der Region begeben.

Weiterhin geplant ist, dass an besonderen Informationsabenden Personalchefs der Bramscher Betreibe erklären, worauf sie bei der Einstellung von Auszubildenden achten. Entsprechende Termine sollen über die Sparte „Termine“ auf der Homepage der Hauptschule Bramsche veröffentlicht werden.

Kooperation mit Betrieben

Die Hauptschule Bramsche arbeitet mit sehr vielen regionalen Betrieben sehr eng zusammen. Dies ist besonders wichtig, wenn auf „kurzem Wege“ spontan zur Verfügung stehende Ausbildungsplätze besetzt werden sollen oder besondere Praktikumsplätze gesucht werden.
Die Kooperation mit den Betrieben bezieht sich zudem vorrangig auf folgende Bereiche:

  • Betriebsbesichtigungen
  • Lehrerfortbildungen
  • Durchführung von Schulbetriebspraktika
  • Intensive Beratung und Information potentieller Auszubildender
  • Netzwerk Schule-Wirtschaft
  • Gute Beziehungen- kurze Wege
  • Training zu Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen
  • Bramscher Berufsorientierungsparcours (B.O.P.) – Schüler testen Berufe

Berufswahlordner

In einem Ordner werden alle zur Berufsorientierung gehörenden Nachweise und Unterlagen gesammelt, so dass am Ende der Schulzeit ein individuelles Bild der vielfältigen Stärken und Fähigkeiten des Einzelnen dokumentiert ist. Dieser Ordner ist für die Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit auch als Arbeitsmittel gedacht, in dem sie ihre Fortschritte und Erfahrungen selbst festhalten und überprüfen, um so ihre Berufswahl immer weiter zu konkretisieren. Der Ordner steht auch den Berufsberatern zur Verfügung; der Ordner verbleibt in der Schule, um bei Beratungsgesprächen eine auf die Schüler abgestimmte Beratung noch zusätzlich zu erleichtern.

CHILL=OUT

Die Idee und das Konzept

Alle Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 7-9 sollen sich mindestens ein Mal in der Woche außerschulisch in Vereinen, Kirchen, Wohltätigkeitsverbänden oder Ähnlichem verpflichtend engagieren. Am Ende eines jeden Schulhalbjahres werden die Trainer, Betreuer, Gruppenleiter angehalten, einen Fragebogen zu durchgeführten Tätigkeiten und gezeigten Kompetenzen der Jugendlichen auszufüllen. Dieser wird in der Hauptschule ausgewertet und in Form eines Kompetenznachweises an den Schüler zurückgegeben.

Ziel von CHILL=out ist es somit auch, dass die Schüler ihre Fähigkeiten, Stärken und Schwächen besser erfahren können, um die Berufswahl vorzubereiten und treffsicherer zu machen.

Die Absicht

Diese Kompetenznachweise werden gesammelt, so dass bis zum Zeitpunkt der Bewerbung auf einen Berufsausbildungsplatz ein detaillierteres Bild der Stärken des Einzelnen entsteht. Der Berufsberater und auch der einstellende Ausbildungsbetrieb erfahren so nicht nur etwas über die schulischen Leistungen des Bewerbers, sondern auch über dessen „private“ Fähigkeiten, die in der Schule so niemals in Erfahrung gebracht werden können.

Zudem erfahren die Schüler, dass es durchaus Spaß machen kann, sich in einem Team zu engagieren, sich in eine Gruppe einzubringen, anstatt dauernd alleine vor dem PC oder Fernseher zu sitzen.

also …

CHILL=out fördert auf aktive Weise den Übergang von der Schule zum Beruf. Darüber hinaus stärkt das Programm ein nachhaltiges und vor allem lebensnahes Lernen im nahen Umfeld der Jugendlichen.