Ohne ihn

Eine Kurzgeschichte von Nele Hein. 

Die Gedanken schwirren nur so in meinem Kopf umher. Alles dreht sich im Kreis. Ich kann nicht logisch denken. Zu viel ist passiert. Ist das wirklich wahr? Ich kann das nicht glauben. Mein Herz tut weh. Ich will weinen, ich will schreien. Doch ich kann nicht. ich bin wie versteinert, kann mich nicht rühren. Ist dieses Leben überhaupt noch etwas wert? Ohne ihn. Ohne meinen Lebenssinn. Ist mein Leben noch lebenswert? Nein. Doch? Vielleicht. Wie, ohne ihn? Er war alles für mich und jetzt ist er weg. Einfach so, von heute auf morgen, von jetzt auf gleich. Diese Bilder in meinem Kopf. Ich kann sie nicht vergessen, werde es nie können. Ich bin gefangen, er kettet mich an.

Jetzt gibt es nur noch eine Frage: Springen oder nicht springen? Ich weiß es nicht. Was soll ich tun? Ich bin zu aufgewühlt, um klar denken zu können. Ich schließe meine Augen, hoffe auf Hilfe. Einen Moment lang verändert sich nichts. Doch dann – plötzlich Stille. Die kühle, dunkle Leere empfängt mich mit offenen Armen. Jetzt denke ich an nichts mehr.

Endlich Ruhe.

 

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