{"id":1273,"date":"2021-06-04T10:28:54","date_gmt":"2021-06-04T08:28:54","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/klartext\/?p=1273"},"modified":"2021-06-20T20:18:18","modified_gmt":"2021-06-20T18:18:18","slug":"warum-fff-nicht-so-weitermachen-kann-ein-kommentar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/klartext\/2021\/06\/04\/warum-fff-nicht-so-weitermachen-kann-ein-kommentar\/","title":{"rendered":"Warum FFF nicht so weitermachen kann \u2013 Ein Kommentar"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p>Seit dem letzten Jahr ist die Umweltbewegung Fridays For Future (FFF) in aller Munde. Viele Jugendliche organisieren und politisieren sich, gehen auf Demonstrationen und das in ihrer Schulzeit. Ist diese Vernachl\u00e4ssigung der Schulpflicht wirklich notwendig und gerechtfertigt?<\/p>\n<p>Auch wenn es paternalistisch klingt: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es sich bei FFF teilweise nur um einen Trend unter Sch\u00fcler*innen gehandelt hat. Die Situation wurde nicht richtig verstanden und dazu ausgenutzt, die Schule zu schw\u00e4nzen. Nat\u00fcrlich muss das Thema Klimaschutz Aufmerksamkeit generieren, aber jegliche Probleme zu ignorieren, bringt FFF auf lange Sicht nichts. Es k\u00f6nnte sogar sein, dass es mehr bringen w\u00fcrde, nicht w\u00e4hrend der Schulzeit zu demonstrieren. Wenn man es logisch betrachtet, h\u00e4tte das zum einen den Vorteil, dass unser Privileg der Schulpflicht geachtet werden k\u00f6nnte. Zum anderen kann es keine Reaktionen in Richtung \u201eDie wollen ja nur nicht zur Schule gehen\u201c geben. FFF hat es geschafft, dass ihr Engagement beachtet wird. Diese Aufmerksamkeit k\u00f6nnte jetzt genutzt werden, um umzustrukturieren und damit jegliche Kritik zu ersticken.<\/p>\n<p>Weiterhin muss man zugeben, dass FFF eine gewisse Naivit\u00e4t anhaftet. Man kann Probleme nicht damit l\u00f6sen, dass man gegen sie demonstriert und darf das auch nicht erwarten.<\/p>\n<p>Trotzdem gehen Teile der Bewegung davon aus, dass ihre Vorhaben sofort umgesetzt werden, wie z. B. beim Kohleausstiegsgesetz. Es braucht in einer Demokratie Mehrheiten und Kompromisse, auch wenn das mit Blick auf die drohenden Gefahren des Klimawandels manchmal zu Unverst\u00e4ndnis f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Es ist trotzdem wichtig zu sagen, dass diese Naivit\u00e4t auch gute Seiten haben kann, da dieses Denken in schwarz und wei\u00df die Verantwortlichen m\u00f6glicherweise dazu zwingt, etwas zu unternehmen.<\/p>\n<p>Zweifellos gibt es an FFF auch viele gute Aspekte zu betrachten. \u00a0Die Politikverdrossenheit, die noch bis vor wenigen Jahren unter Jugendlichen zu sp\u00fcren war (siehe bspw. <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/jugend-2000-die-romantischen-realisten_aid_183607.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/jugend-2000-die-romantischen-realisten_aid_183607.html<\/a>), hat deutlich nachgelassen. Auch wenn andere Themen, die daran h\u00e4ngen, wie soziale Gerechtigkeit, Lobbyismus und Feminismus weiterhin gekonnt ignoriert werden, ist es zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt dann nur zu hoffen, dass die Politikverdrossenheit nicht verst\u00e4rkt wird, wenn Jugendliche erst einmal die langsamen M\u00fchlen unseres Systems bemerken, wenn es um ihre Forderungen geht, sondern dass vielleicht auch Engagement in den Parteien und ihren Jugendorganisationen zu bemerken ist.<\/p>\n<p>Weiterhin als positiv einzusch\u00e4tzen ist die Polarisierung durch FFF. Auch wenn das paradox klingt, ist es die einzige M\u00f6glichkeit, Aufmerksamkeit zu erregen. In einer immer weiter alternden Gesellschaft ist der Klimawandel nicht unbedingt Punkt 1 auf der Tagesordnung, weil f\u00fcr solche Themen, die eher die Jugend betreffen werden, nur wenig W\u00e4hlerstimmen geholt werden. Jetzt aber eine aktive Bewegung zu haben, die auch ihre Eltern und Gro\u00dfeltern beeinflussen kann, \u00fcberparteilich und in fast der gesamten Jugend anerkannt, das bringt die drohende Katastrophe in die \u00f6ffentliche Diskussion!<\/p>\n<p>Fridays For Future ist zwar zu kritisieren, wenn es um ihre Naivit\u00e4t und den Hype darum geht.<\/p>\n<p>Trotzdem war es meiner Meinung nach lange \u00fcberf\u00e4llig, dass es eine Bewegung gibt, die mit ihren Zielen viele Jugendliche anspricht und sie auch politisieren kann, wobei sich letzteres hoffentlich auch auf andere Bereiche auswirkt. Denn es reicht meiner Meinung nach nicht, f\u00fcr ein Thema zu demonstrieren und alles andere zu ignorieren. Wenn man etwas ver\u00e4ndern will, sollte man auch in Erw\u00e4gung ziehen, ins politische Leben, beispielsweise in Parteien, einzutreten.<\/p>\n<p>Ja, der Klimaschutz ist wichtig, und auch demonstrieren ist in einer Demokratie wichtig, aber nur Kritik an einem Prozess zu t\u00e4tigen, an dem man die Chance hat, etwas zu ver\u00e4ndern, ist nicht genug.<\/p>\n<p>Dieser Kommentar stammt von der Redaktion des <a href=\"http:\/\/www.raabeblog.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Raabeblog<\/a> &#8211; der digitalen Sch\u00fclerzeitung des <a href=\"http:\/\/www.raabeschule.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gymnasiums Raabeschule<\/a>. Au\u00dfer diesem Kommentar haben wir uns in einem <a href=\"https:\/\/raabeblog.net\/?p=40\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Interview<\/a> und einem <a href=\"https:\/\/raabeblog.net\/?p=69\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">weiteren Bericht<\/a> dem Thema &#8222;Fridays for Future&#8220; angen\u00e4hert.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem letzten Jahr ist die Umweltbewegung Fridays For Future (FFF) in aller Munde. Viele Jugendliche organisieren und politisieren sich, gehen auf Demonstrationen und das in ihrer Schulzeit. Ist diese Vernachl\u00e4ssigung der Schulpflicht wirklich notwendig und gerechtfertigt? 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