Kategorie: KGS Kommentar

  • Späterer Schulstart — wichtig oder nichtig?

    Späterer Schulstart — wichtig oder nichtig?

    Morgens, 7:45 Uhr, Schulbeginn an der KGS. Doch so richtig wach ist noch niemand. Schon nach ein paar Minuten Unterricht fallen den Ersten schon wieder die Augen zu. So richtig konzentrieren können sich die Meisten um die Uhrzeit auch noch nicht. Doch warum lässt man dann nicht einfach die Schule später beginnen, wie das in mehreren Bundesländern schon ausprobiert wurde? Oder müssen einfach die Schüler früher ins Bett gehen, wodurch sie dann morgens ausgeschlafener sind?

    Warum fordern überhaupt viele einen späteren Schulstart?
    Laut neuesten Studien leiden knapp ein Viertel der 11—17-jährigen in Deutschland an Schlafschwierigkeiten (Robert Koch Institut 2022). Doch genau diesen einen Grund, warum das so ist, gibt es nicht. Eine Ursache könnte die Unterdrückung des Schlafhormons Melatonin sein. Dieses geschieht dadurch, dass blaues Bildschirmlicht den Jugendlichen zu später Stunde noch von Smartphones oder Tabletts entgegenleuchtet. Aber auch biologische Veränderungen können ein häufiger Grund für Schlafschwierigkeiten sein. Es sollte aber auch beachtet werden, dass die innere biologische Uhr sich im Laufe der Jahre von Lerche (früher wach, früher müde) zu Eule (später wach,später müde) entwickeln kann.

    Pro-Argumente für einen späteren Schulstart

    1. Bessere Konzentration und Leistungsfähigkeit
      Zahlreiche Studien zeigen, dass der Schlafrhythmus von Jugendlichen sich biologisch verändert. Während Kinder oft früh einschlafen und früh aufwachen, verschiebt sich die innere Uhr bei Jugendlichen nach hinten. Das bedeutet, dass sie abends später müde werden und morgens länger Schlaf brauchen, um sich ausgeruht zu fühlen. Da die Schule oft schon um 7 oder 8 Uhr beginnt, fällt es vielen schwer, sich in den ersten Stunden zu konzentrieren. Ein späterer Schulbeginn könnte dafür sorgen, dass Schüler wacher sind und sich besser auf den Unterricht konzentrieren können.

    2. Weniger gesundheitliche Probleme
      Schlafmangel kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Zu wenig Schlaf führt nicht nur zu Müdigkeit, sondern kann auch Stress, Kopfschmerzen, ein geschwächtes Immunsystem und sogar depressive Verstimmungen verursachen. Wenn Schüler die Möglichkeit hätten, morgens länger zu schlafen, könnte sich das positiv auf ihre körperliche und psychische Gesundheit auswirken.

    3. Mehr Motivation und bessere Stimmung
      Wer morgens ausgeschlafen ist, startet in den Tag mit mehr Energie und einer besseren Laune. Ein späterer Schulbeginn könnte dazu führen, dass Schüler nicht mehr müde und lustlos in den Unterricht kommen, sondern motivierter und aufmerksamer sind. Das könnte sich positiv auf die gesamte Lernatmosphäre in der Schule auswirken und sogar bessere Noten zur Folge haben.

    4. Bessere langfristige Lernfähigkeit
      Studien zeigen, dass das Gehirn nach ausreichend Schlaf besser in der Lage ist, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Wenn Schüler ausgeschlafen sind, könnten sie neue Lerninhalte schneller erfassen und sich langfristig besser merken. Ein späterer Schulstart könnte also nicht nur die Konzentration im Unterricht verbessern, sondern auch das Lernen insgesamt effektiver machen.

    Contra-Argumente gegen einen späteren Schulstart

    1. Weniger Zeit für Hobbys und Freizeit
      Wenn die Schule später beginnt, endet sie auch später. Das hätte zur Folge, dass Schüler nachmittags weniger Zeit für ihre Hobbys, Sportvereine oder Freizeitaktivitäten hätten. Auch Hausaufgaben müssten dann später erledigt werden, was wiederum dazu führen könnte, dass Schüler am Abend weniger Zeit für Erholung haben.

    2. Probleme mit dem Schulbus und dem Alltag der Eltern
      Viele Schüler sind auf Schulbusse angewiesen, die oft auch von jüngeren Schülern genutzt werden. Ein späterer Schulstart könnte zu Problemen in der Organisation des Schultransports führen. Zudem müssten sich Eltern darauf einstellen, dass ihre Kinder später zur Schule gehen und später nach Hause kommen. Für viele berufstätige Eltern wäre das eine große Herausforderung, da sie ihre Arbeitszeiten möglicherweise nicht anpassen könnten.

    3. Kein echter Zeitgewinn durch veränderte Schlafgewohnheiten
      Kritiker argumentieren, dass ein späterer Schulstart möglicherweise gar nicht zu mehr Schlaf führen würde. Viele Jugendliche würden dann einfach später ins Bett gehen, weil sie wissen, dass sie am nächsten Morgen länger schlafen können. Das könnte dazu führen, dass sich an ihrem Schlafmangel letztlich gar nichts ändert.

    4. Verlängerung des Schultags
      Wenn der Unterricht später beginnt, verschiebt sich der gesamte Tagesablauf. Der Nachmittagsunterricht würde später stattfinden, und Klausuren oder Nachmittagsangebote müssten ebenfalls nach hinten verschoben werden. Das könnte dazu führen, dass Schüler nach der Schule kaum noch Freizeit haben und möglicherweise weniger Zeit mit Familie und Freunden verbringen könnten.

    Fazit

    Die Idee eines späteren Schulstarts hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits könnten sich Schüler durch mehr Schlaf besser konzentrieren, gesundheitliche Probleme vermeiden und langfristig bessere Leistungen erbringen. Andererseits könnte ein späterer Schulbeginn organisatorische Probleme verursachen und die Freizeitgestaltung der Schüler erschweren.

    Letztendlich hängt die Sinnhaftigkeit eines späteren Schulbeginns davon ab, wie er umgesetzt wird und ob Schüler tatsächlich mehr schlafen würden. Eine Alternative könnte sein, den Unterrichtsbeginn flexibler zu gestalten oder bestimmte Fächer, die eine hohe Konzentration erfordern, erst später am Tag anzusetzen. Die Debatte über dieses Thema zeigt, dass es keine einfache Lösung gibt – es bleibt eine Frage der Prioritäten und der praktischen Umsetzung.

    Quelle 1:
    https://www.campus-schulmanagement.de/magazin/warum-ein-spaeterer-schulbeginn-viele-vorteile-bietet-und-doch-kaum-umgesetzt-wird-michael-klitzsch?tx_web2pdf_pi1%5Baction%5D=generatePdfLink&tx_web2pdf_pi1%5Bargument%5D=printPage&tx_web2pdf_pi1%5Bcontroller%5D=Pdf&cHash=d2226df4d7c9adfdf819989cf6f6febb

    Quelle 2:
    https://www.zdf.de/nachrichten/wissen/spaeterer-unterrichtsbeginn-schulstart-schulbeginn-pubertaet-100.html

  • ,,Und wie feiern Sie Weihnachten?‘‘

    ,,Und wie feiern Sie Weihnachten?‘‘

    von Stefanie Kin
    Wenn man seinen Lehrkräften auf dem Schulflur begegnet und sich im Unterricht mit
    ihnen austauscht, scheint dies erstmal nichts Besonderes zu sein. Läuft man ihnen
    jedoch in seiner Freizeit über den Weg, sei es in der Innenstadt oder im Supermarkt, so
    wirkt es auf manche so, als würden zwei entgegengesetzte Welten aufeinandertreffen.
    Die Vorstellung, dass Lehrer ebenso ein Privatleben führen wie jeder andere, wirkt fast
    bizarr. Doch unterscheidet ihr Beruf sie wirklich so sehr von anderen Menschen? Um
    dieser Frage nachzugehen, hat die Redaktion, passend zur Jahreszeit, einige Lehrer
    befragt, wie denn das perfekte Weihnachtsfest bei ihnen aussieht.

    Anders als bei den meisten Leuten wird bei Frau Noll schon im November gefeiert. Grund
    dafür ist ihre Schwester, die über die Weihnachtszeit verreist. So gibt es im Vorfeld ein großes
    Fest, bei dem gebacken und gebastelt wird. Wenn dann im Dezember Heiligabend tatsächlich
    an die Tür klopft, so verbringt sie die besinnliche Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Mann.
    Frau Stenzel, die ebenfalls zuhause mit ihrer Familie feiert, tut es ihr gleich. Frau Czerwinka
    und Herrn Kolthoff hingegen müssen einen etwas weiteren Weg nach Bonn und Ostfriesland
    zurücklegen, um ein Beisammensein mit ihren Liebsten zu ermöglichen. Der Ort des
    Zusammentreffens wird bei Herrn Ewald auf die Weihnachtstage aufgeteilt. An Heiligabend
    wird die Schwiegeroma besucht und bei seiner Schwester, gemeinsam mit den Eltern, zu
    Abend gegessen. Am ersten Weihnachtstag findet, ebenfalls bei seiner Schwester, ein großes
    Familienfest statt. Schließlich wird am zweiten Weihnachtstag mit der Familie seiner Frau
    gefeiert.

    Während es bei Frau Czerwinka leckere Antipasti zu essen gibt, wird bei Frau Stenzels und
    Herrn Kolthoffs Familie Kartoffelsalat mit Würstchen serviert. Für Herrn Kolthoff gibt es jedoch
    schon seit zehn Jahren eine selbst zubereitete vegetarische beziehungsweise vegane
    Alternative, welche in der Regel für zahlreiche schlechte Witze sorgt.
    Ebenso gibt es für Frau Nolls Tochter eine vegetarische Variante, neben Rouladen und Fisch
    als Vorspeise. Auch bei Herrn Ewald wird aus traditionellen Gründen Forelle gegessen, sowie
    Ente oder Gans an den Weihnachtstagen.

    Um in die perfekte Weihnachtsstimmung zu kommen, haben Frau Noll und Frau Stenzel
    ähnliche Ansätze. Bei beiden wird morgens der Weihnachtsbaum geschmückt, wobei Frau
    Stenzel auf Weihnachtsmusik und Frau Noll auf zwanzig echte Kerzen setzt, welche den drei
    Meter hohen Baum zieren. Damit sich das Fest der Liebe nicht zu einem Inferno entwickelt,
    bereitet Frau Noll zur Sicherheit einen zehn Liter fassenden Wassereimer vor, der griffbereit
    platziert wird. Des Weiteren gehen beide Familien gerne spazieren und schauen sich typische
    Weihnachtsfilme an. Frau Stenzels Wahl fällt dabei auf den Film ,,Schöne Bescherung‘‘.
    Genauso wie bei Frau Noll legt Frau Czerwinkas Familie Wert darauf, Weihnachten wie zu
    Kinderzeiten zu feiern. Bei beiden wird ein großes Geheimnis aus dem Wohnzimmer
    gemacht, welches abgeschlossen wird, damit Frau Noll und Frau Czerwinkas
    Mutter ,,heimlich‘‘ die Geschenke unter dem Baum platzieren können. Erst wenn die Glocke
    läutet, darf das Zimmer von den anderen betreten werden.

    Besonders an Herrn Kolthoffs Weihnachtsfest ist das Zusammentreffen von drei
    Generationen, die als Patchworkfamilie dreisprachig auf Hochdeutsch, Plattdeutsch und
    Niederländisch feiern. Sein Rezept für ein perfektes Weihnachtsfest lautet: ,,schiefes Singen,
    gemeinsames Essen, eine Prise Chaos und ganz viel Familie‘‘.
    Für Herrn Ewald sind gute Laune und Geselligkeit für ein perfektes Fest unverzichtbar.
    Außerdem gewinnt Weihnachten für ihn, je älter man wird, immer mehr an Stellenwert, da
    man sich sonst so selten sieht.
    Für Frau Czerwinka darf neben ihrem Bruder und ihren Eltern nicht der Anruf ihres Mannes
    nach der Bescherung fehlen, welcher Weihnachten bei seiner Mutter feiert.
    Jedoch erinnert sich Frau Czerwinka besonders an ein Weihnachtsfest: An jenem Heiligabend
    trafen Frau Czerwinka und ihre Familie ihre ehemalige Klavierlehrerin, welche einen
    Schicksalsschlag erlitten hatte und obdachlos geworden war. Ihre Mutter lud sie zu sich nach
    Hause ein, um mit ihnen zu essen und zu feiern. Das machte Frau Czerwinka sehr stolz, da
    ihre Mutter die Weihnachtsbotschaft wirklich verstanden hatte.

    Und das ist doch das, was Weihnachten ausmacht: Güte und Sanftmütigkeit. Egal ob jung
    oder alt, weiblich oder männlich, Lehrer oder Schüler: Weihnachten verbindet Menschen und
    macht sie mindestens einmal im Jahr zu einer gutherzigen Gemeinschaft.

  • Die Berufemesse an der KGS Neustadt – wichtig oder nichtig?

    Die Berufemesse an der KGS Neustadt – wichtig oder nichtig?

    Ein Kommentar von Stefanie K., 11. Jahrgang

    Die Berufemesse: Der Tag, an dem die Pausenhalle mit Ständen überflutet ist, den Schülern links und rechts Flyer in die Hand gedrückt werden, man erwartungsvollen Blicken ausgesetzt ist und man am Ende des Tages um mindestens fünf Kugelschreiber reicher ist.

    Auch dieses Jahr fanden sich Dutzende von Unternehmen in unserer Schule ein, um für ihre Tätigkeiten zu werben und Ausschau nach potentiellen Bewerbern zu halten. Das Konzept ist ganz einfach: Man geht zu einem Stand, setzt eine interessierte Miene auf, stellt Fragen wie ,,Und was macht ihr so?‘‘ und lässt zum Schluss ein, zwei Werbegeschenke mitgehen. Das eben Genannte hört sich vielleicht etwas „harsch“ an, ist aber leider das, was am häufigsten in dem ganzen Tumult beobachtet werden kann. Aber warum ist das so? Liegt es an der Art und Weise, wie sich die Unternehmen präsentieren oder ist einfach das Interesse der Jugendlichen zurückgegangen?

    Nach einer ,,Feedback-Runde” in den einzelnen Klassen, in der man sich schamlos auslassen oder von dem Ereignis schwärmen konnte, ist klar hervorgegangen: Das Lob von Herrn Jonck war groß, die Enttäuschung vieler Schüler größer. Jedoch kam von Seiten der Schüler nicht nur blinde Lästerei, sondern auch vielmals konstruktive Kritik: Nachdem man sich in der Liste die Räume für seine vier, mitunter aufgezwungen Vorträge zusammengesucht und die Unterstufe einen Haufen von Zetteln mit häufig eher lästigen als hilfreichen Fragen bekommen hat, ging es los: Da unsere Schule von vielen klugen Köpfen besucht wird, fiel vielen schnell auf, dass sich stereotypisch langweilige Berufe in den Vorträgen nicht so langweilig angehört haben, wie man vielleicht erwartet hätte. Dadurch wurde manchmal der Eindruck vermittelt, die Unternehmen würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um irgendwie, irgendwen für sich zu begeistern. Jedoch muss man fairerweise dazu sagen, dass das aufgrund des Fachkräftemangels verständlich ist. Der Fachkräftebedarf ist nämlich so hoch wie seit Jahren nicht mehr, was man an einer aktuellen Studie der Arbeitsagentur sehen kann (vgl. Statistik der Bundesagentur für Arbeit).

    Außerdem seien die Folien teilweise mit Informationen überfüllt, was es den Jugendlichen erschwert habe, die relevantesten Informationen herauszufiltern. So kam der Vorschlag, die Präsentationen separat für die Schüler zugänglich zu machen, damit man zu einem späteren Zeitpunkt darauf zugreifen kann.

    Einige fanden aber auch, es wurde zu wenig über die Voraussetzungen gesprochen. Aber wurden diese nur vergessen oder hatte das einen bestimmten Grund? Die Messe präsentierte anscheinend nur Berufe, in denen sich die Voraussetzungen auf ein Haupt- oder Realschulabschluss, höchstens auf die Fachochschulreife beschränkten. Dies ist zwar ideal für Schüler, die so einen Abschluss anstreben, für Gymnasiasten offensichtlich jedoch ein Grund mehr zuhause zu bleiben. Ein Teil von ihnen fühlte sich in seinen Interessen nicht vertreten und bezeichnete die Berufemesse gar als ,,unnötig”. Leider bekam man von den Unternehmen auch oft keine genaue Antwort auf die Frage, was man denn mit einem vorab absolvierten Studium in dem Betrieb anfangen könnte. Trotzdem fanden manche auch etwas Gutes daran. Zum Beispiel wisse man jetzt, was man auf gar keinen Fall machen möchte.

    Jedoch wäre es falsch, die Berufemesse an sich schlecht zu reden. Die meisten sind sich einig, dass es sich um ein gutes, die KGS bereicherndes Konzept handelt, was es einem ermöglicht, Berufe genauer kennenzulernen. Außerdem kann die Messe einem helfen, neue Interessen zu entwickeln. Es ist kein Geheimnis, dass einige Schüler durch ihre ,,Mama macht das schon”-Einstellung ein allgemeines Desinteresse daran haben, sich um ihre berufliche Zukunft zu kümmern, jedoch könnte dieses nicht vorhandene Interesse durch eine Varietät an Berufen geweckt werden. Auch würde eine Vielzahl an Berufen, für die das Abitur notwendig ist, Gymnasiasten eher dazu verleiten, den Tag der Berufemesse nicht mehr mit ,,einem Tag frei” gleichzusetzen.

    Um sich aber einen besseren Überblick über die Situation zu verschaffen, haben wir uns mit den Herzstücken der Berufemesse getroffen: Herr Tronnier und Herr Jarczynski-Westerkowsky. Eines sei von Anfang an klarzustellen, die Berufemesse sei, so Herr Tronnier, eine STUDIEN- und Berufemesse, was nicht das Gleiche sei wie eine Ausbildungsmesse. In den ausgestellten Berufen gäbe es sehr wohl Optionen für Abiturienten, die ein Studium anstreben, man müsse sich nur gründlich informieren. Jedoch liege das Problem nicht bei den Schülern, sondern eher bei den Eltern und Lehrern. Die Lehrer seien nicht gründlich genug informiert, haben sogar selbst oft ein falsches Bild von der Messe. „Meine Schüler brauchen das doch nicht‘‘, hieße es teilweise in der Oberstufe. An dieser Einstellung scheitere es natürlich, die Schüler fachgemäß an die Berufemesse heranzuführen und ihre eigentliche Bedeutung zu vermitteln. Wenn es nach den Eltern ginge, zähle nur das Abitur, was danach passiere, sei nebensächlich. Dadurch hätten die Schüler oft selbst keine Ahnung, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen sollen. Aufgrund dessen seien auch die Zahlen der Studienabbrecher keine Überraschung, denn viele haben oftmals keine Vorstellung davon, was sie im Studium eigentlich erwartet. Das sehe man auch, laut Herrn Tronnier, an zahlreichen Studien (vgl. Spiegel online vom 19.08.2022).

    All das solle die Berufemesse verhindern. Sie gelte als „Studien- und Berufsorientierung“, so Tronnier – sowohl für Schüler mit einem Real- oder Hauptschulabschluss, als auch für Abiturienten. Also eine Art „Plan B“, wenn man es nicht schafft, Mama und Papa mit seinem Abitur stolz zu machen. Und für die Schüler sei es auch kein Nachteil, Berufe kennenzulernen, die nicht unbedingt bzw. nicht in allen Bereichen die Allgemeine Hochschulreife erfordern.

    Generell ist es wichtig, seine Fähigkeiten für sich selbst zu entdecken, für sich selbst zu wissen, was man eigentlich will. Man sollte nicht immer nur den Weg der Norm oder den der Eltern gehen. Nun liegt es also an euch, ob ihr an diesem Tag nicht nur um fünf Kugelschreiber, sondern auch um neue Eindrücke und Erfahrungen reicher sein wollt.

    Hiermit möchten wir uns herzlich bei Herrn Tronnier und den anderen Mitwirkenden bedanken, die durch monatelange Arbeit und Organisation dieses Projekt auf die Beine gestellt haben.

    Quellen:

    • https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Interaktive-Statistiken/Fachkraeftebedarf/Fachkraeftebedarf-Nav.html [19.12.2023]
    • https://www.spiegel.de/panorama/bildung/uni-in-diesen-faechern-brechen-besonders-viele-ihr-studium-ab-a-d2ab4b79-0f3d-4a59-b73b-47a175ed697c [19.12.2023] 
    • https://gwriters.de/blog/studiengangwechsel-2021-checkliste [19.12.2023]

    Worterklärungen:

    • Kommentar: Ein Kommentar im Journalismus ist ein Meinungsbeitrag zu einem Thema, der den Autor bzw. die Autorin namentlich nennt. Bei den Inhalten handelt es sich um Schülerpublikationen im Sinne des § 87 NSchG. Die Beiträge spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen der Schulleitungsmitglieder und ihren nachgeordneten Gremien sowie des Kollegiums wider.
    • harsch: hart

     

     

  • FÜR ALLE, DIE GERNE RECHT HABEN – RECHTE VON SCHÜLERN UND SCHÜLERINNEN

    FÜR ALLE, DIE GERNE RECHT HABEN – RECHTE VON SCHÜLERN UND SCHÜLERINNEN

    Die eingängigsten Rechte bezüglich der Schüler und Schülerinnen in der Schule sind allseits bekannt, allerdings gibt es auch einige vielleicht überraschende Fakten, welche euch möglicherweise im Schulalltag noch hilfreich sein können, denn seine Rechte zu kennen ist immer von Vorteil.

    Ein Beitrag von Paulina Heid, 10. Jahrgang

    1. Schülerinnen und Schüler haben das Recht und die Pflicht, an der Erfüllung des Bildungsauftrags der Schule mitzuwirken. (§58 NSchG)

    Diesem Ausschnitt des Niedersächsischen Schulgesetzes ist zu entnehmen, dass Schüler und Schülerinnen sich nicht nur am Unterricht beteiligen sollen, sondern auch aktiv an der Gestaltung des Unterrichts mitwirken sollen. Somit ist ein ausschließlich vom Lehrer gestalteter Unterricht nicht erwünscht und die Klasse sollte aktiv an der Unterrichtsgestaltung teilhaben können. Die Themenbereiche sind größtenteils natürlich vorgegeben, kreative Wünsche und Anregungen seitens der Schülerschaft sollten aber berücksichtigt werden.

    2. In jeder Klasse vom 5. Schuljahrgang an (Klassenschülerschaft) werden eine Klassensprecherin oder ein Klassensprecher (Klassenvertretung), deren oder dessen Stellvertreterin oder Stellvertreter sowie die Vertreterinnen oder Vertreter in der Klassenkonferenz und deren Ausschuß nach § 39 Abs. 1 gewählt. (§73 NSchG)

    Diesem Gesetz bezüglich der Klassenschülerschaft ist die Arbeit der Schüler und Schülerinnen in verschiedenen Gremien zu entnehmen, welche beispielsweise aus Schülerrat und Schulvorstand besteht. Die Mitwirkung der Schülervertretung unterstützt die Einbindung der Schülergemeinschaft in schulische Entscheidungen und begründet sich auf der erweiterten Wahrnehmung der Schüler und Schülerinnen in Erörterungs-, Anhörungs- und Informationsrechten. Die Schülervertretung arbeitet dabei unabhängig. Schulleitung und Schulbehörden dienen dabei lediglich als Unterstützung. Sie haben allerdings keine Aufsichtsbefugnis oder Aufsichtsrechte und dürfen unter normalen Umständen nicht in die Arbeit der Schülervertretung eingreifen. Die Selbstständigkeit der Schülervertretung ist besonders von der Schulleitung aus einzuhalten und auch das Öffnen von offenkundig an den Schülerrat gerichtete Briefe hat nur von der Schülervertretung zu erfolgen. Dies betrifft auch das rechtzeitige Aushändigen der Post gegenüber der Schülervertretung.

    3. Schülerrat und Klassenschülerschaften sind von der Schulleitung, dem Schulvorstand, der zuständigen Konferenz oder den Bildungsgangs- und Fachgruppen vor grundsätzlichen Entscheidungen, vor allem über die Organisation der Schule und die Leistungsbewertung, zu hören. Inhalt, Planung und Gestaltung des Unterrichts sind mit den Klassenschülerschaften zu erörtern. (§80 NSchG)

    In diesem Ausschnitt geht es um die Ernsthaftigkeit und Wahrnehmung des Schülerrates und der Schülerschaft vor der Schulleitung und dem Schulvorstand, welche vor allem in Bezug auf die schulische Organisation immer einzuhalten ist. In diese darf die Schülervertretung immer Einsicht und auch Einfluss nehmen. Auch Anregungen seitens der Schülerschaft sollten ernst genommen werden. Die Unterrichtsgestaltung wird ebenfalls mit den gewählten Vertretern abgesegnet, sodass der Einfluss seitens der Schülerschaft immer beständig ist.

  • Steht Algebra über meiner Zukunft?

    Steht Algebra über meiner Zukunft?

    Ein Kommentar von Lenya W., 10. Jahrgang

    Wenn man mich vor 10 Jahren gefragt hätte, was ich später werden will, hätte ich vermutlich „Prinzessin“ oder „Ballerina“ geantwortet. Doch jetzt ist das anders. Schüler*innen, die in die 10. oder aber auch 11. Klasse gehen, machen sich immer öfter Gedanken darüber, wie es in ihrer Zukunft weitergeht. Was mache ich nach der Schule? Muss ich studieren? Brauche ich ein Abitur? Diese Fragen gehen den Jugendlichen nicht aus dem Kopf. Aber woran liegt das? Warum wissen Jugendliche immer seltener, welchen Weg sie in der Zukunft hinsichtlich ihrer Berufswahl gehen wollen?

    Nur etwa die Hälfte aller Schüler*innen in Deutschland fühlt sich angemessen und genügend über ihre beruflichen Möglichkeiten in der Zukunft informiert. Das liegt vermutlich vor allem an der großen Auswahl, die das Individuum heutzutage genießt. Allerdings sorgt gerade diese auch für Verwirrung. Nie zuvor gab es so viele Richtungen in die Schüler*innen gehen können, wodurch die Gefahr entsteht, dass es beinahe unmöglich wird, sich fest zu einem konkreten Beruf zu entschließen. Sowohl die Unwissenheit als auch die Orientierungslosigkeit führt zu Unzufriedenheit und Frust bei den Jugendlichen. Irgendwann erscheint einem die Suche nach dem „perfekten“ Job aussichtslos. Und genau dann wird es ernst und die Schule sollte etwas tun. Denn gerade diese wirbt doch dafür, dass sie die Jugendlichen auf den richtigen Pfad in ihre Zukunft leitet, nicht wahr?

    Aber einigen Schüler*innen erscheint es, als würde sich die Schule, die uns all die Jahre auf unsere Zukunft vorbereiten sollte, jeglicher Verantwortung entziehen, sobald man sie verlässt. Damit ist nicht zu bestreiten, dass etwa die Berufemesse oder das Fach „Berufsorientierung“ durchaus sinnvoll und ein lobenswertes Konzept sind, allerdings wurde auch schon oft von den Schüler*innen kritisiert, dass sich die Berufemesse schon lange eher auf Ausbildungsberufe konzentriert, was für viele Jugendliche mit dem Wunsch zu studieren ein erhebliches Problem darstellt. Auch ist zu hinterfragen, weshalb das Fach „Berufsorientierung“ lediglich im 9. und 11. Jahrgang unterrichtet wird, der 10. Jahrgang, der immerhin für einige Schüler*innen das Ende ihrer ausschließlich schulischen Laufbahn bedeutet, allerdings außen vor gelassen wird. Wäre es nicht sinnvoller gerade diesen Jahrgang über ihre Möglichkeiten zu informieren?

    Schlussendlich liegt es in der Eigenverantwortung, sich über seine Möglichkeiten in der Zukunft zu informieren und einen Plan für seine Zukunft zu gestalten. Aber gerade Jugendliche, die in einer Zeit leben, in der es noch nie mehr Möglichkeiten für sie gab, brauchen eine gewisse Unterstützung. Denn es ist die Schule, die den Schüler*innen die gesellschaftlichen Werte und Normen, Algebra oder Gedichtinterpretationen lehrt, aber sie sollte es auch sein, die ihnen den Weg zum Erwachsenwerden erleichtert.

     

    Quellen:

    • https://www.badische-zeitung.de/schule-sollte-auf-die-zukunftvorbereiten [15.06.22]
    • https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/zeitschriften/paedagogik/themenschwerpunkte/lernen_fuer_die_welt_von_morgen.html [15.06.22]
    • https://www.vodafone-stiftung.de/schule-und-dann/ [15.06.22]
  • Verantwortung! Für was?

    Verantwortung! Für was?

    Ich betrachte eine Plastikverpackung beim Mittagessen gegen 14 Uhr in der Mensa. Schüler und Lehrer gehen an dieser am Boden liegenden Verpackung vorbei. Wissentlich oder auch nicht … Was heißt das schon. Irgendwo liegt immer irgendetwas rum, das ist nichts Neues. Mir selber ist aber aufgefallen, und das ist mir vor kurzem erst richtig bewusst geworden, dass wir richtig viele Probleme haben.
    Nehmen wir einmal diese Plastikverpackung, die liegt da in der Mensa und keiner hebt sie auf. Was mich beim Beobachten noch mehr erschreckt, ist der Gedanke, ob ich, wenn ich aufstehe, dorthin gehen und die Verpackung aufheben würde. Oder fände ich nicht selbst eine passende Ausrede, dass
    ich ja nun wirklich gar nicht für das Entsorgen dieses Plastiks verantwortlich bin. Ertappt! Es geht um Verantwortung bzw. um Verantwortungslosigkeit in diesem konkreten Fall.

    Vorher noch darüber nachgedacht, warum andere sich nicht darum kümmern, habe ich mich nun entlarvt und bei dem Gedanken ertappt, genau das zu tun, was die anderen tun – nämlich nichts! Das muss ich mir eingestehen und als Selbsterkenntnis betrachten.

    Ich denke weiter nach, ich habe noch kurz Zeit. Mit diesem geweiteten Blick fallen mir viele zurückliegende Situationen ein, in denen Müll auf dem Boden herumlag. Sei es auf dem Weg zum Bus, in der Stadt oder eben in der Schule. In der Leistungsgesellschaft in der wir leben, könnte man zwar im Rahmen von sozialem Engagement geehrt werden, darüber hinaus könnte man aber Termine gar nicht wahrnehmen, wenn man sich um jede Plastikverpackung oder um Müll generell kümmern würde. Man droht den Anschluss zu verlieren, mag manch einer argumentieren. Stimmt, so etwas kann man von keinem anderen verlangen, solange man selber nicht etwas unternimmt.

    Noch immer liegt unsere bekannte Plastikverpackung vom Anfang auf dem Boden. Ich lenke das Gespräch in der Mittagsrunde auf diese Verpackung und werfe den Gedanken ein, dass ich mich selber gefragt habe, ob ich diese nun aufheben sollte. Die Antwort kam prompt, ich solle nicht so viele Überlegungen anstellen, denn in der Zeit hätte ich diese Verpackung bereits aufheben und in den Müll tun können. Wie wahr! Die Person, die das gesagt hat, steht auf, nimmt die Verpackung und bringt sie in den Müll. Genial, aber durch das Beobachten dieser Verpackung habe ich festgestellt, wo man ansetzen muss, wenn es um Verantwortung geht, nämlich bei sich selbst.

    Ich will aufstehen, blicke auf den Boden und sehe 20 Cent dort liegen. Aufheben denke ich mir, aber warum? Ich stehe auf und gehe. Ist der doof, denkt der ein oder andere Leser jetzt. Während die 20 Cent einen offensichtlichen Wert haben, also einen Nutzen darstellen, scheint es bei der Plastikverpackung genau das Gegenteil zu sein: Zuerst bücken und aufheben, und als nächstes wegschmeißen. Zwei Handlungen für nichts. Das Geld hebt man auf und gibt es später wieder aus und bekommt sogar noch was dafür. Wie gesagt, ein erkennbarer Nutzen. Erinnern wir uns hier an das angesprochene soziale Engagement, dann können wir dort wieder ansetzen. Eine gewisse Wertschätzung innerhalb der Leistungsgesellschaft wäre wünschenswert. Besser noch wäre ein stärkeres Bewusstsein für die Verantwortung, wenn jeder von uns ein bisschen mehr davon hätte, dann würde es nicht nur der Welt besser gehen sondern in Zukunft auch uns. Daran sieht man, wie eng etwa die Themen Gesellschaft und Umwelt ineinander greifen und wie wichtig es ist, diese Zusammenhänge zu erkennen. Ich werde keinen dazu zwingen etwas zu tun, aber ein kleiner Appell an unsere Gesellschaft kann unserer Umwelt nur zugutekommen.

    Cedric McCann, Klasse 12