Schlagwort: Schülertext

  • Wie kommunizieren Hunde / Tiere?

    Wie kommunizieren Hunde / Tiere?

    Dieser Text wurde am Tag der offenen Tür von der Mehrheit der Besucher als bester Text gewählt. Zur Auswahl standen drei Texte, die von Schüler*innen der Klasse 7G3 geschrieben wurden.

    Wer und was ist Fide? Fide ist eine Australian Shepherd Hündin, drei Jahre alt und Schulhund an unserer Schule, sie ist ständig in Begleitung von Ruth Manne (Besitzerin und Sozialpädagogin an der KGS).

    Was für Aufgaben hat ein Schulhund? Die Aufgabe von Fide ist es, Kindern/Schülern zu helfen, aber wie funktioniert das? Fide hilft vor allem Schülern, die ein traumatisierendes Erlebnis hatten, dazu zählen auch Flüchtlinge, denn sie stärkt das Selbstbewusstsein und hilft den Kindern wieder „stark“ zu werden.

    Was für einen Tagesablauf hat ein Schulhund? Fide ist ein ganz normaler Hund, sie begleitet Ruth Manne jedoch täglich bei der Arbeit. Wissenschaftler haben bestätigt, dass Hunde ein besseres Arbeitsklima ermöglichen und deswegen ist es für manche alltäglich, dass ihre Hunde sie bei der Arbeit begleiten.

    Aber wie kommunizieren Tiere? Jedes Tier kann auf irgendeine Weise kommunizieren, aber nur mit seiner eigenen Gattung, also zum Beispiel von Hund zu Wolf, von Katze zu Löwe und so weiter. Jede Art von Tier kommuniziert anders, zum Beispiel durch Rufe, Tänze oder Ähnliches. Tiere haben eine Art „Liste“, sie können nichts Neues hinzufügen, Menschen jedoch können sich immer wieder Neues gegenseitig sagen. Tiere reden nicht, sie kommunizieren mit einander.

    Was haben wir, was Tiere nicht haben? Erstens braucht man einen stimmbildenden Apparat, dieser funktioniert nur, wenn man eine Lunge, einen Kehlkopf, Stimmbänder und vieles mehr besitzt. Zweitens braucht man ein gut entwickeltes Gehirn, dazu zählen zwei Bereiche des Gehirns, das Broca- und das Wernicke-Areal. Das Broca-Areal ist zuständig für das Erzeugen der gesprochenen Wörter und das Wernicke-Areal dient dem Verstehen der Wörter. Bei Mensch und Tier sind die Areale nicht identisch, dies könnte ein Grund sein, weswegen Menschen sprechen können und Tiere nicht. Zudem haben Wissenschaftler ein Gen gefunden, das die Sprachfähigkeit beeinflusst. Dieses Gen ermöglicht es den Menschen im Gegensatz zu den Tieren, Wörter zu formen. Trotzdem können Wissenschaftler nicht genau sagen, wieso wir Menschen sprechen können und Tiere nicht.

    Wie kommuniziert Fide? Fide kommuniziert, so Ruth Manne, mit Mimik und Gestik und zeigt mit ihrer Körperhaltung und mit Geräuschen, wie es ihr geht. Fide motiviert die Schüler und gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit.

    Hannah Wedemeyer, 7G3

     

     

  • Das Tor zur Welt

    Das Tor zur Welt

    von Maylin Leske, Klasse 6

    Als „Tor zur Welt“ wird oft der Hamburger Hafen bezeichnet.
    Er ist der wichtigste Hafen in Deutschland. Es kommen Waren aus der ganzen Welt an und werden verschickt, was auch „die Waren werden umschlagen“ genannt wird.

    Der Hamburger Hafen ist ein offener Tidehafen an der Unterelbe in der Hansestadt Hamburg. Er ist nach dem Hafen Rotterdam sowie dem Hafen von Antwerpen der drittgrößte Hafen in Europa. Gemessen an Standardcontainer-Umschlagzahlen ist er mit seinen vier Containerterminals nach Rotterdam der zweitgrößte Containerhafen Europas und der vierzehntgrößte der Welt. Schifffahrtsrouten verbinden ihn mit mehr als 900 Häfen in über 170 Ländern.

    Er ist ein „schneller“ Hafen, der hauptsächlich Container abfertigt. Fast die Hälfte aller Container kommen aus Asien oder werden dorthin verschifft. Regelmäßig wird Hamburg von Containerschiffen im Liniendienst angelaufen. Der Umschlag von Gütern findet zu etwa zwei Dritteln im Stückgut statt und dieser fast zu 98 % in Containern (z.B. Maschinen und Anlagen) und zu einem Drittel im Massengut (z.B. Erze und Mineralöl). Der  Güterumschlag bringt den großen Arbeitsbereich der Logistik (Lagereff und Transport) mit sich. Neben dem Warenumschlag werden im Hamburger Hafen (zumeist importierte) Güter gelagert und gewerblich verarbeitet (z.B. Kaffee, Öl). Seit etwa 2006 laufen zunehmend Kreuzfahrtschiffe den Hamburger Hafen an.

     

    Worterklärungen:

    Tidehafen: Wenn Häfen in einer Region mit Gezeiten liegen, sind sie als Tidehafen (zum Meer hin offen) angelegt.
    Stückgut: Damit sind Einzelladungen (z.B. Papierrollen, Autos, Baumstämme und Waren in Containern) gemeint
    Massengut: Damit sind Flüssigladungen (z.B. Erdöl) oder Saug- und Greifgut (z.B. Erz oder Kohle) gemeint.

  • Verantwortung! Für was?

    Verantwortung! Für was?

    Ich betrachte eine Plastikverpackung beim Mittagessen gegen 14 Uhr in der Mensa. Schüler und Lehrer gehen an dieser am Boden liegenden Verpackung vorbei. Wissentlich oder auch nicht … Was heißt das schon. Irgendwo liegt immer irgendetwas rum, das ist nichts Neues. Mir selber ist aber aufgefallen, und das ist mir vor kurzem erst richtig bewusst geworden, dass wir richtig viele Probleme haben.
    Nehmen wir einmal diese Plastikverpackung, die liegt da in der Mensa und keiner hebt sie auf. Was mich beim Beobachten noch mehr erschreckt, ist der Gedanke, ob ich, wenn ich aufstehe, dorthin gehen und die Verpackung aufheben würde. Oder fände ich nicht selbst eine passende Ausrede, dass
    ich ja nun wirklich gar nicht für das Entsorgen dieses Plastiks verantwortlich bin. Ertappt! Es geht um Verantwortung bzw. um Verantwortungslosigkeit in diesem konkreten Fall.

    Vorher noch darüber nachgedacht, warum andere sich nicht darum kümmern, habe ich mich nun entlarvt und bei dem Gedanken ertappt, genau das zu tun, was die anderen tun – nämlich nichts! Das muss ich mir eingestehen und als Selbsterkenntnis betrachten.

    Ich denke weiter nach, ich habe noch kurz Zeit. Mit diesem geweiteten Blick fallen mir viele zurückliegende Situationen ein, in denen Müll auf dem Boden herumlag. Sei es auf dem Weg zum Bus, in der Stadt oder eben in der Schule. In der Leistungsgesellschaft in der wir leben, könnte man zwar im Rahmen von sozialem Engagement geehrt werden, darüber hinaus könnte man aber Termine gar nicht wahrnehmen, wenn man sich um jede Plastikverpackung oder um Müll generell kümmern würde. Man droht den Anschluss zu verlieren, mag manch einer argumentieren. Stimmt, so etwas kann man von keinem anderen verlangen, solange man selber nicht etwas unternimmt.

    Noch immer liegt unsere bekannte Plastikverpackung vom Anfang auf dem Boden. Ich lenke das Gespräch in der Mittagsrunde auf diese Verpackung und werfe den Gedanken ein, dass ich mich selber gefragt habe, ob ich diese nun aufheben sollte. Die Antwort kam prompt, ich solle nicht so viele Überlegungen anstellen, denn in der Zeit hätte ich diese Verpackung bereits aufheben und in den Müll tun können. Wie wahr! Die Person, die das gesagt hat, steht auf, nimmt die Verpackung und bringt sie in den Müll. Genial, aber durch das Beobachten dieser Verpackung habe ich festgestellt, wo man ansetzen muss, wenn es um Verantwortung geht, nämlich bei sich selbst.

    Ich will aufstehen, blicke auf den Boden und sehe 20 Cent dort liegen. Aufheben denke ich mir, aber warum? Ich stehe auf und gehe. Ist der doof, denkt der ein oder andere Leser jetzt. Während die 20 Cent einen offensichtlichen Wert haben, also einen Nutzen darstellen, scheint es bei der Plastikverpackung genau das Gegenteil zu sein: Zuerst bücken und aufheben, und als nächstes wegschmeißen. Zwei Handlungen für nichts. Das Geld hebt man auf und gibt es später wieder aus und bekommt sogar noch was dafür. Wie gesagt, ein erkennbarer Nutzen. Erinnern wir uns hier an das angesprochene soziale Engagement, dann können wir dort wieder ansetzen. Eine gewisse Wertschätzung innerhalb der Leistungsgesellschaft wäre wünschenswert. Besser noch wäre ein stärkeres Bewusstsein für die Verantwortung, wenn jeder von uns ein bisschen mehr davon hätte, dann würde es nicht nur der Welt besser gehen sondern in Zukunft auch uns. Daran sieht man, wie eng etwa die Themen Gesellschaft und Umwelt ineinander greifen und wie wichtig es ist, diese Zusammenhänge zu erkennen. Ich werde keinen dazu zwingen etwas zu tun, aber ein kleiner Appell an unsere Gesellschaft kann unserer Umwelt nur zugutekommen.

    Cedric McCann, Klasse 12

  • Der NATO-Einsatz in Afghanistan – Ein sicherheitspolitischer Erfolg?

    Der NATO-Einsatz in Afghanistan – Ein sicherheitspolitischer Erfolg?

    Die Frage, ob Afghanistan sicher ist, wurde in letzter Zeit nur in Verbindung mit Flucht und Migration diskutiert. Unter anderem hat die Bundesregierung Mitte 2017 das Land als sicheres Herkunftsland betitelt und empfindet somit die Abschiebung von Flüchtlingen und Migranten dorthin als zulässig. Vielleicht auch, um sich nicht das Scheitern der friedensstiftenden Mission ISAF der NATO von 2001 bis 2014 eingestehen zu müssen.
    Nichtsdestotrotz muss etwas passieren, damit sich die wieder aufstrebenden radikalen Strömungen im Land nicht etablieren können. Denn neben der Terrororganisation Taliban ist seit einigen Jahren auch der IS in Afghanistan vertreten. Tatsächlich scheint auch eine Kehrtwende bevorzustehen, da die NATO-Truppen Vorort mit insgesamt 20.000 Soldaten aufgestockt werden sollen. Dabei bleibt Deutschland wohl erstmal mit rund 980 Soldaten dabei, bis eine deutsche Regierung feststeht und eine Neuregelung den Bundestag passiert. Manch einer spricht hier von der verspäteten Einsicht, aber dass es so kommen würde, schien schon beim Gipfeltreffen der NATO-Staaten im November 2010 und dem Beschluss des Abzugs der Truppen im Jahr 2014 klar zu sein.

    Die Ziele der ISAF waren die Bildung einer stabilen afghanischen Regierung zu ermöglichen, einheimische Sicherheitskräfte aufzubauen und die Verantwortung an diese zu übergeben. Darüber hinaus stand auch die aktive Terrorbekämpfung im Fokus der Mission, da die Terroranschläge im September 2001 den hauptsächlichen Anlass für diesen Einsatz darstellen. Bei der Betrachtung jener anzustrebenden Ziele und der tatsächlichen Situation in Afghanistan lassen sich deutliche Differenzen aufzeigen. Zwar ist die Zahl der afghanischen Streitkräfte stark angestiegen, das Vertrauen in diese scheint allerdings in weiten Teilen der Bevölkerung zu fehlen. Nachvollziehbar, wenn man das Ranking der Korruption in Afghanistan betrachtet und erschrocken feststellt, dass das Land 2013 Platz 172 von 174 belegt. Diese Tendenz gab es im Übrigen bereits im Zeitraum der westlichen Intervention.
    Die Erhöhung der Schlagkraft durch die Taliban und den IS wirft ebenso die Frage auf, welche sichtbaren Erfolge die vielen afghanischen Streitkräfte denn vorzuweisen haben sollen und wurde der internationale Terrorismus wirksam bekämpft? Ein fehlendes Sicherheitsgefühl, welches auf die zahlreichen Entführungen und Anschläge zurückzuführen ist, schränkt das Leben in Afghanistan zudem massiv ein. Da helfen auch Schulen und die Wahl einer Regierung nicht weiter, wenn es maßgeblich an wirtschaftlichen Strukturen und Perspektiven fehlt.
    Nur eine gezielte Recherche zeigt, dass die Sicherheitslage äußerst prekär ist: wöchentliche Anschläge durch die Taliban und den IS. Jedoch wird Afghanistan als Krisengebiet in deutschen Medien gar nicht mehr genannt. Kurzzeitig thematisiert in deutschen Nachrichten wurde der Anschlag vor der deutschen Botschaft im Mai 2017, bei dem rund 150 Menschen starben. Dabei entstand aber keine Debatte darüber, ob generell die Sicherheitslage in Afghanistan prekär sei, sondern ob man Flüchtlinge dorthin abschieben könne. Die Abschiebungen wurden von der Bundesregierung bis August 2017 ausgesetzt und seit September werden Abschiebungen nach Afghanistan in das
    sichere Herkunftsland wieder durchgeführt.

    Zum Schluss bleibt die Frage: Was hat ISAF gebracht? Mit einem „nichts“ als Antwort macht man es sich zu einfach, aber man kann auch nicht von nachhaltigen und zukunftsorientierten Maßnahmen sprechen. Qualitative Intervention sollte der künftige Maßstab der NATO-Partner sein. Dazu gehören angemessene Zeiträume, in denen die eigenen Leistungen nicht überschätzt, Ziele grundlegend eingehalten werden und auf Militärs ein Stückweit gehört werden würde, um die Akteure Vorort miteinzubeziehen. Die Hoffnung auf Besserung durch neue Truppen der NATO scheint vorerst auf Eis gelegt, da sich die NATO-Staaten beim Treffen in Brüssel Anfang November 2017 bei der Einteilung der Truppen nicht einig wurden.
    Keine Einigung, keine Truppen, keine Einsicht auf das Scheitern der friedensstiftenden Mission ISAF, bleibt also vorerst alles beim Alten – hat doch auch sein Gutes.

    Cedric McCann, Klasse 12