{"id":1353,"date":"2022-02-17T22:21:36","date_gmt":"2022-02-17T21:21:36","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/leine85\/?p=1353"},"modified":"2022-02-17T22:21:36","modified_gmt":"2022-02-17T21:21:36","slug":"gendern-wirklich-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/leine85\/gendern-wirklich-jetzt\/","title":{"rendered":"Gendern: Wirklich JETZT?!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Sie begegnet uns immer h\u00e4ufiger, die &#8222;Gendersprache&#8220;. Ob in der Zeitung, auf Social Media, oder sogar in der Tagesschau, \u00fcberall wird wie verr\u00fcckt gegendert. Auch in der KGS Neustadt? Wie sinnvoll ist das Gendern \u00fcberhaupt und sollte die KGS auch davon Gebrauch machen?<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar von Jesse H.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dass durchs Gendern die deutsche Sprache komplizierter wird, kann niemand abstreiten. Die direkte Folge davon ist aber, dass es f\u00fcr Menschen, die sich in Deutschland integrieren wollen, noch schwieriger wird als es ohnehin schon ist. Man schafft quasi eine neue Barriere und das kann man nicht anders bezeichnen als Diskriminierung. Und dies trifft nicht nur auf Menschen mit Migrationshintergrund zu, denn sogar in einem Land wie Deutschland k\u00f6nnen mehr als 12 Prozent aller Erwachsenen auch einfache Texte nicht richtig lesen und schreiben, wie der Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung erkl\u00e4rt, welcher im \u00dcbrigen Gendersprache nicht empfiehlt. Man stelle sich vor, dass Menschen benachteiligt werden, weil sie nicht richtig gendern k\u00f6nnen. Damit muss man rechnen, wenn das Gendern allgemein vorgeschrieben wird, wie es die Stadt Hannover bez\u00fcglich des st\u00e4dtischen Schriftverkehrs im Jahre 2019 tat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schon jetzt existieren die wildesten Gender-Variationen. Das Gendersternchen, das Gendergap oder der Genderdoppelpunkt sind nur einige von vielen M\u00f6glichkeiten. Wie sollte man nun das Gendern umsetzen, wolle man es allgemein einf\u00fchren? Wirklich l\u00e4cherlich wird es, wenn eine &#8222;M\u00f6chtegern- Revolution\u00e4rs-Sprachwissenschaftlerin&#8220; den Vorschlag macht, das Wort &#8222;ens\u2018&#8220; als geschlechtsneutrales Possessivpronomen einzuf\u00fchren, wie es Lann Hornscheidt am 9. Juni 2021 in den Tagesthemen vorschlug. Hierdurch w\u00fcrde die Sprache nicht nur viel komplizierter, sondern auch unverst\u00e4ndlich, da man nicht w\u00fcsste, ob es nun beispielsweise mein, dein oder sein Einkaufskorb ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch Menschen, die konstruktive Vorschl\u00e4ge machen und versuchen dieses Problem, welches sicherlich vorhanden ist, zu beheben, man muss aber auch irgendwann einen Schlussstrich ziehen, wenn man merkt, dass es diese eine tolle L\u00f6sung eben nicht gibt. Andernfalls macht man es nur schlimmer und Beitr\u00e4ge wie der obige entstehen. Die L\u00f6sung der Problematik liegt eben nicht darin die Sprache zu \u00e4ndern, sondern darin, dass man das Verst\u00e4ndnis \u00e4ndert. Wenn man sich unter einer Gruppe von Ballettt\u00e4nzern die gleichen Personen wie bei einer Gruppe von Fu\u00dfballern vorstellt, dann gibt es kein Problem. Wenn man nach der festgelegten Grammatik geht, dann meint beispielsweise das Wort Sch\u00fcler im Plural genauso Sch\u00fclerinnen wie Sch\u00fcler und alles, was dazwischen liegt. Wenn sich eben nicht die Sprache, sondern das Verst\u00e4ndnis \u00e4ndert, dann kann man problemlos gendergerecht reden und schreiben, was man eigentlich sowieso ganz ohne das Gendern tut, dann w\u00fcrde sich aber niemand beschweren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Thema Gendern sollte in Zukunft also nicht mehr Inhalt von \u00f6ffentlichen Debatten sein, wirklich nicht JETZT, wirklich nicht im Jahre 2022, wirklich nicht in einem Jahr, in dem die ganze Welt mit einer Pandemie und den Folgen dieser zu k\u00e4mpfen hat. Wie w\u00e4rs denn mal damit, mehr dar\u00fcber zu reden, wie man Impfstoff in die armen L\u00e4nder bekommt? Oder wie man Menschen in Afghanistan helfen kann, ohne die Taliban zu st\u00e4rken? Oder wie man die innerdeutsche Sicherheit und die Demokratie an sich, angesichts zunehmend immer gewaltbereiterer Querdenkern, sichert? Oder wie man effektiv die Gleichberechtigung und Vielfalt unserer Gesellschaft st\u00e4rkt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Thema Gendern kann man abhaken, da es schlicht und ergreifend sinnlos ist, die Sprache zu \u00e4ndern, um der Gleichberechtigung zuzusteuern. Abschlie\u00dfend ist es wichtig zu erw\u00e4hnen, dass Gleichberechtigung und Vielfalt essenziell f\u00fcr unsere Gesellschaft ist, dass Gendern aber keine sinnvolle Ma\u00dfnahme ist, um diese Ziele zu erreichen. Es gibt wesentlich effektivere Ma\u00dfnahmen, wie zum Beispiel Geschlechterklischees abzubauen, die Kinderbetreuung auszubauen oder Frauenquoten einzuf\u00fchren. Letztendlich kann jeder, der gerne gendern m\u00f6chte, dies machen und tut das auch sicherlich mit den besten Absichten. In offiziellen Einrichtungen, auch in der Zeitung oder eben in Briefen der KGS sollte man davon aber absehen, da beim Gendern eben nicht der Nutzen, sondern die daraus resultierenden neuen Probleme \u00fcberwiegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie begegnet uns immer h\u00e4ufiger, die &#8222;Gendersprache&#8220;. Ob in der Zeitung, auf Social Media, oder sogar in der Tagesschau, \u00fcberall wird wie verr\u00fcckt gegendert. Auch in der KGS Neustadt? Wie sinnvoll ist das Gendern \u00fcberhaupt und sollte die KGS auch davon Gebrauch machen? Ein Kommentar von Jesse H. 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