{"id":2220,"date":"2023-12-19T10:39:48","date_gmt":"2023-12-19T09:39:48","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/leine85\/?p=2220"},"modified":"2024-01-09T13:44:24","modified_gmt":"2024-01-09T12:44:24","slug":"die-berufemesse-an-der-kgs-neustadt-wichtig-oder-nichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.nibis.de\/leine85\/die-berufemesse-an-der-kgs-neustadt-wichtig-oder-nichtig\/","title":{"rendered":"Die Berufemesse an der KGS Neustadt \u2013 wichtig oder nichtig?"},"content":{"rendered":"<p>Ein Kommentar von Stefanie K., 11. Jahrgang<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Berufemesse: Der Tag, an dem die Pausenhalle mit St\u00e4nden \u00fcberflutet ist, den Sch\u00fclern links und rechts Flyer in die Hand gedr\u00fcckt werden, man erwartungsvollen Blicken ausgesetzt ist und man am Ende des Tages um mindestens f\u00fcnf Kugelschreiber reicher ist. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch dieses Jahr fanden sich Dutzende von Unternehmen in unserer Schule ein, um f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeiten zu werben und Ausschau nach potentiellen Bewerbern zu halten. Das Konzept ist ganz einfach: Man geht zu einem Stand, setzt eine interessierte Miene auf, stellt Fragen wie ,,Und was macht ihr so?\u2018\u2018 und l\u00e4sst zum Schluss ein, zwei Werbegeschenke mitgehen. Das eben Genannte h\u00f6rt sich vielleicht etwas \u201eharsch\u201c an, ist aber leider das, was am h\u00e4ufigsten in dem ganzen Tumult beobachtet werden kann. Aber warum ist das so? Liegt es an der Art und Weise, wie sich die Unternehmen pr\u00e4sentieren oder ist einfach das Interesse der Jugendlichen zur\u00fcckgegangen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach einer ,,Feedback-Runde\u201d in den einzelnen Klassen, in der man sich schamlos auslassen oder von dem Ereignis schw\u00e4rmen konnte, ist klar hervorgegangen: Das Lob von Herrn Jonck war gro\u00df, die Entt\u00e4uschung vieler Sch\u00fcler gr\u00f6\u00dfer. Jedoch kam von Seiten der Sch\u00fcler nicht nur blinde L\u00e4sterei, sondern auch vielmals konstruktive Kritik: Nachdem man sich in der Liste die R\u00e4ume f\u00fcr seine vier, mitunter aufgezwungen Vortr\u00e4ge zusammengesucht und die Unterstufe einen Haufen von Zetteln mit h\u00e4ufig eher l\u00e4stigen als hilfreichen Fragen bekommen hat, ging es los: Da unsere Schule von vielen klugen K\u00f6pfen besucht wird, fiel vielen schnell auf, dass sich stereotypisch langweilige Berufe in den Vortr\u00e4gen nicht so langweilig angeh\u00f6rt haben, wie man vielleicht erwartet h\u00e4tte. Dadurch wurde manchmal der Eindruck vermittelt, die Unternehmen w\u00fcrden alles in ihrer Macht Stehende tun, um irgendwie, irgendwen f\u00fcr sich zu begeistern. Jedoch muss man fairerweise dazu sagen, dass das aufgrund des Fachkr\u00e4ftemangels verst\u00e4ndlich ist. Der Fachkr\u00e4ftebedarf ist n\u00e4mlich so hoch wie seit Jahren nicht mehr, was man an einer aktuellen Studie der Arbeitsagentur sehen kann (vgl. Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Au\u00dferdem seien die Folien teilweise mit Informationen \u00fcberf\u00fcllt, was es den Jugendlichen erschwert habe, die relevantesten Informationen herauszufiltern. So kam der Vorschlag, die Pr\u00e4sentationen separat f\u00fcr die Sch\u00fcler zug\u00e4nglich zu machen, damit man zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt darauf zugreifen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Einige fanden aber auch, es wurde zu wenig \u00fcber die Voraussetzungen gesprochen. Aber wurden diese nur vergessen oder hatte das einen bestimmten Grund? Die Messe pr\u00e4sentierte anscheinend nur Berufe, in denen sich die Voraussetzungen auf ein Haupt- oder Realschulabschluss, h\u00f6chstens auf die Fachochschulreife beschr\u00e4nkten. Dies ist zwar ideal f\u00fcr Sch\u00fcler, die so einen Abschluss anstreben, f\u00fcr Gymnasiasten offensichtlich jedoch ein Grund mehr zuhause zu bleiben. Ein Teil von ihnen f\u00fchlte sich in seinen Interessen nicht vertreten und bezeichnete die Berufemesse gar als ,,unn\u00f6tig\u201d. Leider bekam man von den Unternehmen auch oft keine genaue Antwort auf die Frage, was man denn mit einem vorab absolvierten Studium in dem Betrieb anfangen k\u00f6nnte. Trotzdem fanden manche auch etwas Gutes daran. Zum Beispiel wisse man jetzt, was man auf gar keinen Fall machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jedoch w\u00e4re es falsch, die Berufemesse an sich schlecht zu reden. Die meisten sind sich einig, dass es sich um ein gutes, die KGS bereicherndes Konzept handelt, was es einem erm\u00f6glicht, Berufe genauer kennenzulernen. Au\u00dferdem kann die Messe einem helfen, neue Interessen zu entwickeln. Es ist kein Geheimnis, dass einige Sch\u00fcler durch ihre ,,Mama macht das schon\u201d-Einstellung ein allgemeines Desinteresse daran haben, sich um ihre berufliche Zukunft zu k\u00fcmmern, jedoch k\u00f6nnte dieses nicht vorhandene Interesse durch eine Variet\u00e4t an Berufen geweckt werden. Auch w\u00fcrde eine Vielzahl an Berufen, f\u00fcr die das Abitur notwendig ist, Gymnasiasten eher dazu verleiten, den Tag der Berufemesse nicht mehr mit ,,einem Tag frei\u201d gleichzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um sich aber einen besseren \u00dcberblick \u00fcber die Situation zu verschaffen, haben wir uns mit den Herzst\u00fccken der Berufemesse getroffen: Herr Tronnier und Herr Jarczynski-Westerkowsky. Eines sei von Anfang an klarzustellen, die Berufemesse sei, so Herr Tronnier, eine STUDIEN- und Berufemesse, was nicht das Gleiche sei wie eine Ausbildungsmesse. In den ausgestellten Berufen g\u00e4be es sehr wohl Optionen f\u00fcr Abiturienten, die ein Studium anstreben, man m\u00fcsse sich nur gr\u00fcndlich informieren. Jedoch liege das Problem nicht bei den Sch\u00fclern, sondern eher bei den Eltern und Lehrern. Die Lehrer seien nicht gr\u00fcndlich genug informiert, haben sogar selbst oft ein falsches Bild von der Messe. \u201eMeine Sch\u00fcler brauchen das doch nicht\u2018\u2018, hie\u00dfe es teilweise in der Oberstufe. An dieser Einstellung scheitere es nat\u00fcrlich, die Sch\u00fcler fachgem\u00e4\u00df an die Berufemesse heranzuf\u00fchren und ihre eigentliche Bedeutung zu vermitteln. Wenn es nach den Eltern ginge, z\u00e4hle nur das Abitur, was danach passiere, sei nebens\u00e4chlich. Dadurch h\u00e4tten die Sch\u00fcler oft selbst keine Ahnung, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen sollen. Aufgrund dessen seien auch die Zahlen der Studienabbrecher keine \u00dcberraschung, denn viele haben oftmals keine Vorstellung davon, was sie im Studium eigentlich erwartet. Das sehe man auch, laut Herrn Tronnier, an zahlreichen Studien (vgl. Spiegel online vom 19.08.2022).<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">All das solle die Berufemesse verhindern. Sie gelte als &#8222;Studien- und Berufsorientierung&#8220;, so Tronnier &#8211; sowohl f\u00fcr Sch\u00fcler mit einem Real- oder Hauptschulabschluss, als auch f\u00fcr Abiturienten. Also eine Art \u201ePlan B\u201c, wenn man es nicht schafft, Mama und Papa mit seinem Abitur stolz zu machen. Und f\u00fcr die Sch\u00fcler sei es auch kein Nachteil, Berufe kennenzulernen, die nicht unbedingt bzw. nicht in allen Bereichen die Allgemeine Hochschulreife erfordern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Generell ist es wichtig, seine F\u00e4higkeiten f\u00fcr sich selbst zu entdecken, f\u00fcr sich selbst zu wissen, was man eigentlich will. Man sollte nicht immer nur den Weg der Norm oder den der Eltern gehen. Nun liegt es also an euch, ob ihr an diesem Tag nicht nur um f\u00fcnf Kugelschreiber, sondern auch um neue Eindr\u00fccke und Erfahrungen reicher sein wollt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Hiermit m\u00f6chten wir uns herzlich bei Herrn Tronnier und den anderen Mitwirkenden bedanken, die durch monatelange Arbeit und Organisation dieses Projekt auf die Beine gestellt haben.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;font-size: 10pt\">Quellen: <\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 10pt\">https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Navigation\/Statistiken\/Interaktive-Statistiken\/Fachkraeftebedarf\/Fachkraeftebedarf-Nav.html [19.12.2023]<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt\">https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bildung\/uni-in-diesen-faechern-brechen-besonders-viele-ihr-studium-ab-a-d2ab4b79-0f3d-4a59-b73b-47a175ed697c [19.12.2023]\u00a0<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt\">https:\/\/gwriters.de\/blog\/studiengangwechsel-2021-checkliste [19.12.2023]<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\"><span style=\"text-decoration: underline\">Worterkl\u00e4rungen:<\/span> <\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 10pt\">Kommentar: Ein Kommentar im Journalismus ist ein Meinungsbeitrag zu einem Thema, der den Autor bzw. die Autorin namentlich nennt. Bei den Inhalten handelt es sich um Sch\u00fclerpublikationen im Sinne des \u00a7 87 NSchG. Die Beitr\u00e4ge spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen der Schulleitungsmitglieder und ihren nachgeordneten Gremien sowie des Kollegiums wider.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 10pt\">harsch: hart<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Kommentar von Stefanie K., 11. Jahrgang Die Berufemesse: Der Tag, an dem die Pausenhalle mit St\u00e4nden \u00fcberflutet ist, den Sch\u00fclern links und rechts Flyer in die Hand gedr\u00fcckt werden, man erwartungsvollen Blicken ausgesetzt ist und man am Ende des Tages um mindestens f\u00fcnf Kugelschreiber reicher ist. 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