Lastrups Schüler „machen den Abflug“

Bericht aus der MT vom 03.07.2021

Lastrup (la) – Unter dem Motto „Wir machen einen Abflug“ verabschiedete die Oberschule Lastrup 44 Schüler. Von ihnen erhielten 20 Schüler den Erweiterten Sekundarschulabschluss I, der sie nun berechtigt, ein Gymnasium oder eine Fachoberschule zu besuchen. „Damit hat die Schule ihre hohe Schulqualität, die sich auch nach der Zahl der erreichten Abschlüsse misst, bewiesen“, freute sich Oberschulrektor Dirk Zumdohme. In einer zweigeteilten, eindrucksvollen Abschlussfeier lobten die unterschiedlichen Redner das Engagement und die Leistungsbereitschaft der Schüler in diesem „außergewöhnlichen Jahr“, wie Bürgermeister Michael Kramer das letzte Schuljahr bezeichnete.

„Euer Motto „Wir machen einen Abflug“ zeigt treffend euren jugendlichen Optimismus in die Zukunft. Ihr lasst dabei vieles hinter euch“, so Pastoralreferent Robert Luttikhuis. Es gebe an diesem Tag Gründe, Danke zu sagen, Gründe, um Verzeihung zu bitten und Gründe, optimistisch nach vorne zu schauen. Vieles im Leben finde in einem „Rahmen“ statt. „Wenn Menschen ausgegrenzt oder verlassen werden, dann aber muss man diesen Rahmen sprengen“, forderte Pastor Jürgen Schwartz.

„Im letzten Jahr habe ich bei der Schulentlassung die Erwartung geäußert, dass in diesem Jahr alles besser würde. Doch es kam noch schlimmer“, erinnerte Bürgermeister Michael Kramer an die wechselnden Bedingungen und Einschränkungen der Corona – Zeit. „Aber ihr musstet in diesem Jahr ganz viel Eigenständigkeit beweisen und habt so den Abschluss geschafft. Diese Eigenständigkeit wird euch im Leben sicher positiv begleiten“, so Kramer, der die Schüler daran erinnerte, dass man bei einem Abflug ein Ziel haben müsse und die Bodenhaftung, den Kontakt zur Basis, nicht verlieren dürfe. „Ein Blindflug endet in der Regel mit einer Bruchlandung“, so Kramer.

Elternratsvorsitzende Claudia Lamping, die zum letzten Mal in diesem Amt fungierte, ermutigte die Abschlussschüler, Mut zu haben, etwas Neues auszuprobieren und eventuell auch einen Umweg in Kauf zu nehmen.

Für die Entlassungsschüler erinnerten Amelie Hindersmann und Jakob Grever an viele Ereignisse, Erlebnisse und Begebenheiten ihrer Schulzeit, durch die sie auf ihrer Reise in die Zukunft Freundschaften aufgebaut und Respekt gelernt hätten. Leider sei das letzte Schuljahr ohne viele Veranstaltungen wie die traditionelle Berlin-Fahrt, durch Home-Schooling und teilweise geteilte Klassen schwierig gewesen.

„Wer einen Abflug machen will, muss das Fliegen lernen. Euren Eltern reichte es nicht, wenn ihr auf die Nase geflogen seid. Sie meldeten euch bei der Grundschul-Cessna an“, so Schulleiter Dirk Zumdohme. „Hier lerntet ihr die Basics. Nach vier Stunden stiegt ihr um in das Oberschul-Luftschiff, das mit einem alternativen Antriebssystem für unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten ausgestattet war. Die Klassenlehrer zeigten euch, wie man Luftlöcher umfliegt oder die Schulsozialarbeit anfliegt, wenn ein Gewitter drohte. Leider bekam der Bordcomputer dann ein Virus. Trotzdem hat niemand eine Bruchlandung hingelegt“, so Zumdohme.

Von den 44 Schülern entschieden sich 5 Schüler, nach dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 in eine berufliche Ausbildung zu wechseln. Von den 39 Schülern der Klassen 10 schafften 20 den Erweiterten Sekundarabschluss I, 13 den Sekundarabschluss I und 6 den Hauptschulabschluss nach Klasse 10. Ein besonderer Dank galt den Schülerlotsen, die das Ehrenzeichen der Dt. Verkehrswacht erhielten, und den Schülern, die regelmäßig im Kiosk mitgearbeitet hatten.

Als beste Schüler ausgezeichnet wurden in Klasse 9 Patrick Gerdes, in Klasse 10b Louis Ameskamp und in Klasse 10a Stella Wright, Marita Müller und Amelie Hindersmann. Mit dem Sozialpreis wurde Amelie Hindersmann ausgezeichnet.

Umrahmt wurde die Feierstunde von Musikbeiträgen der Schüler und einem Videobeitrag der „Knallerkids“ mit dem Titel „Der Stuhl“.

Fotos (la)

Foto oben: Für ihre herausragenden Schulleistungen wurden durch Schulleiter Dirk Zumdohme (links) und Klassenlehrerin Anne Fangmann (rechts) Amelie Hindersmann, Marita Müller und Stella Wright (von links) besonders ausgezeichnet.

Sozialpreis: Amelie Hindersmann zeigte während der Schulzeit durchgehend hohes soziales Engagement. So arbeitete sie im Schulkiosk mit, arbeitete aktiv im Schulvorstand mit und bereicherte die Arbeit durch ihre Ideen. Trotz der Corona-Einschränkungen bereitete sie die Schulabschluss-Feier vor und engagierte sich mehrere Jahre als Klassensprecherin.

Jakob Grever möchte zunächst das Berufsgrundbildungsjahr absolvieren. Anschließend beginnt er eine Ausbildung zum Zimmermann in einem Molberger Betrieb.

Marita Müller besucht ab August das Fachgymnasium Technik mit den Schwerpunkten Gestaltung und Medientechnik, um später das Abitur zu machen.