1. Oberschule Wagenfeld Stand August 2017

Die Oberschule Wagenfeld ist im ländlichen Raum an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Zum Schuljahr 2017/18 wechselte die Grundorganisation. In den Jahrgängen 5-7 werden die Schülerinnen und Schüler (SuS) in schulformübergreifenden Lerngruppen unterrichtet. Die Jahrgänge 8-10 sind in schulzweigbezogenen Haupt- und Realschulklassen gegliedert. In diesem Schuljahr besuchen ca. 240 Schüler die Oberschule.

Die Elternhäuser der SuS sind zum größten Teil der Mittelschicht zuzuordnen. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist eher gering. Neben SuS mit osteuropäischen familiären Wurzeln, deren Eltern und Großeltern in den 1990er zugezogen sind, besuchen Kinder mit türkischem Migrationshintergrund in der 3. bzw. schon 4. Generation die Oberschule. In Wagenfeld befindet sich eine Außenstelle der Diakonie Freistatt. Hier werden Kinder und Jugendliche in einer Wohngruppe betreut, die z. Zt. nicht bei ihren Eltern leben. Diese SuS besuchen u. a. auch die Oberschule Wagenfeld.

Viele SuS sind in Vereinen engagiert. Die Sportvereine, die Kirche, die Jugendfeuerwehr, Schutzvereine, Wasserwacht u. a. sind hier zu nennen.

Die Gemeinde Wagenfeld ist wirtschaftlich geprägt von landwirtschaftlichen, handwerklichen, produzierenden und dienstleistenden Betrieben. Eine Erreichbarkeit der Arbeitsplätze ist häufig nur mit dem Auto möglich, da Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel eingeschränkt genutzt werden können. Berufspendler fahren u. a. in benachbarte Gemeinden Nordrhein-Westfalens zur Arbeit.

Der Großteil der SuS entschließt sich nach der Klasse 10 die Oberschule zu verlassen. Dies gilt auch für die Hauptschüler, da sie so ihre Chance auf Erreichen des Realschulabschlusses nutzen wollen. Z. Zt. besuchen sieben Schüler die 10te Hauptschulklasse und 29 die 10te Realschulklasse.

Erfahrungen der letzten Abschlussjahrgänge zeigen, dass nur ein Teil der SuS  das  Abitur, um ein Studium zu beginnen,  anstrebt. Viele Schüler melden sich auf einer weiterführenden Schule an, um sich erst dann für eine betriebliche Ausbildung zu entscheiden.

Aufgrund dieser Beobachtungen ist für die Berufsorientierung der Oberschule Wagenfeld von Bedeutung, dass sie die SuS dahingehend unterstützt und sensibilisiert direkt nach dem Schulabschluss eine betriebliche Ausbildung zu beginnen. Durch eine intensive Beratung und Begleitung im Berufsorientierungsprozess erhalten die SuS darüber hinaus auch vielfältige Möglichkeiten praktische Erfahrungen (Zukunftstage, drei Praktika usw.) zu sammeln. Die Maßnahmen müssen dabei den sich ständig wandelnden Anforderungen im Arbeitsleben angepasst werden. Dem Fach Wirtschaft kommt als „Ankerfach“ der Schwerpunkt in der Vorbereitung auf das Berufsleben zu. Die anderen Unterrichtsfächer unterstützen und bereiten ebenfalls auf das Berufsleben vor – vor allem in der Vermittlung von Kernkompetenzen.

Für die SuS sind u. a. folgen Fragestellungen von Bedeutung:

  • Welche Stärken (Kompetenzen) aber auch Schwächen zeichnen mich aus?
  • Welche Berufsfelder bzw. Berufe interessieren mich?
  • Welche Ausbildungsmöglichkeiten (Betriebe, Schulen) stehen dafür regional bzw. überregional zur Verfügung?
  • Welche Möglichkeiten zur Wahl eines Ausbildungsplatzes habe ich?
  • Wie funktioniert für mich ein erfolgreiches Bewerbungsverfahren?
  • Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten stehen mir während bzw. nach der Ausbildung zur Verfügung?

 

Schwerpunkte der Berufsorientierung an der Oberschule Wagenfeld sind deshalb die erwähnten praktischen Einblicke in das Arbeitsleben. Neben den Zukunftstagen und den drei Praktika in den Jahrgängen 8, 9 und 10 steht hier die Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup am Standort Sulingen im Vordergrund. Die  Schüler des Jahrganges 8 erhalten im zweiten Schulhalbjahr die Möglichkeit durch fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht Anforderungen und Tätigkeiten in verschiedenen Berufsfeldern kennen zu lernen.

Auch Kooperationspartner der regionalen Wirtschaft unterstützen die SuS in der Berufsorientierung. Hier sind heimische Betriebe zu nennen, die sich im Rahmen der Berufsweltorientierung im Jahrgang 8 oder am Bewerbertraining im Jahrgang 9 engagieren. Die Gemeinde Wagenfeld und die Interessenvertretung der örtlichen Unternehmer und Firmeninhaber AKTIWAS sind an dieser Stelle zu erwähnen. Die IHK, als überregionale Interessenvertretung, ist seit dem Schuljahr 2017/18 in den Berufsorientierungsprozess eingebunden.

Die Zuständigkeiten der Berufsorientierung liegen bei der Steuergruppe Berufsorientierung. In diesem Gremium teilen sich Lehrkräfte verschiedene Schwerpunkte (u. a. Kompetenz-feststellung, Beratung, Praktika, Schülerfirma). Die Organisation und Leitung der Steuergruppe übernimmt der Fachkonferenzleiter AWT/BO.

 

2. Handlungsfelder und Kompetenzen der Berufsorientierung

Durch eine koordinierte Abfolge der BO-Maßnahmen erwerben die SuS Kompetenzen ausfolgenden sieben Handlungsfeldern:

H1 Reflektion der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen

H2 Abgleich der Fähigkeiten und Fertigkeiten mit den Anforderungen von Beruf bzw. Studiengängen

H3 Nutzung der Kenntnisse bezüglich des regionalen und überregionalen Wirtschaftsraumes

H4 Auswertung praktischer Erfahrungen

H5 Nutzung von Angeboten zur Information, Beratung bzw. Unterstützung

H6 Planung der Berufs- bzw. Studienwahlentscheidung

H7 Qualifizierte Bewerbung

Niedersächsisches Kultusministerium (Hrsg, 2017): Berufs- und Studienorientierung. Musterkonzept mit Handreichungen.

 

Maßnahmen zur Berufsorientierung

Die Oberschule Wagenfeld führt verschiedene Maßnahmen zur Berufsorientierung durch. Hier steht der „regionale Wirtschaftraum“ im Mittelpunkt. Diese Zusammenarbeit verteilt sich auf regionale Unternehmen in den Landkreisen Diepholz und Minden-Lübbecke, der Bundesagentur für Arbeit, dem BBZ und der Elternschaft.

 

  • Berufsorientierung im Fach Wirtschaft

Im Wirtschaftsunterricht in den Jahrgängen 8-10 werden die SuS auf ihre Berufswahlentscheidungen vorbereitet und erhalten Anregungen und Unterstützung während der Suche nach Ausbildungsplätzen und/oder dem Besuch einer weiterführenden Schule. Grundlage ist hier das Kompetenzfeststellungsverfahren, wo Interessen und Neigungen herausgebildet werden.

Handlungsfelder und Kompetenzen H1-H7 -> Schwerpunkte in den jeweiligen BO-Maßnahmen

 

  • Berufsorientierung in den Profilkursen (RS-Zweig) und den Wahlpflichtkursen (HS-/RS-Zweig)

Im Profilkurs- und Wahlpflichtkursunterricht wählen die SuS Schwerpunkte, die den Berufsorientierungsprozess begleiten und unterstützen. Berufsfelder bzw. Berufsbilder und darin enthaltende Tätigkeiten finden in den einzelnen Unterrichtseinheiten Einzug.

Folgende Profile und Wahlpflichtkurse (mit berufsorientierendem Hintergrund) werden angeboten:

  • Profil Wirtschaft (Jg. 9/10)
  • Profil/WPK Technik (Jg. 9/10 bzw. Jg. 7-10)
  • Profil Gesundheit und Soziales (Jg. 9/10)
  • WPK Hauswirtschaft (Jg. 7)
  • WPK Werken (Jg. 7-10)

Handlungsfelder und Kompetenzen H1, H2, H3 und H4

 

 

  • Kompetenzfeststellungsverfahren im Jahrgang 8

Eine Berufsorientierung bzw. Ausbildungsfähigkeit kann nur gelingen, wenn die SuS ihre Fähigkeiten, Stärken und Interessen kennen. Im Rahmen eines Kompetenzfeststellungsverfahrens nach „Fuchs-Konzepte“ (zweitägiges Modul im Jahrgang 8) wird den SuS eine Analyse ihrer eigenen Potentiale ermöglicht.

Im Jahrgang 8 müssen die Teilnehmer/innen neben Testverfahren zur beruflichen Interessen- und Neigungsstruktur auch ihre sozialen und methodischen Kompetenzen anhand von Teamaufträgen in Kleingruppen unter Beweis stellen.

Um für die Jugendlichen hilfreiche Aussagen bezüglich der Berufswahl treffen zu können, kommen weitere Befragungen und Erhebungen hinzu.

Zu Beginn des 2. Modultages wählen die SuS diejenigen Berufe aus Listen aus, die sie besonders ansprechen und recherchieren hierzu die wichtigsten Informationen.

Diese Ergebnisse fassen die SuS  in „Berufesteckbriefen“ zusammen, die ihnen als Hilfestellung bei der Wahl ihres Praktikumsplatzes bezüglich des Basispraktikums in Jahrgang 8 dienen sollen.

Zum Abschluss des Kompetenzfeststellungsverfahrens erhalten die SuS zusammen mit ihren Eltern eine ausführliche Rückmeldung in Beratungsgesprächen zur beruflichen Interessenstruktur. Diese wird ihnen – neben dem Zertifikat „Kompetenzfeststellung“ für den Berufswahlordner – auch in einer kurzen schriftlichen Zusammenfassung der Testergebnisse ausgehändigt.

In einem Auswertungsgespräch, zu dem die Eltern ausdrücklich eingeladen werden, erfolgt die weitere gemeinsame Planung bezüglich der noch anstehenden BO-Maßnahmen hinsichtlich der Ergebnisse des Kompetenzfeststellungsverfahrens. Dies schließt u. a. die beiden noch anstehenden Praktika in Klasse 9 und 10, die Teilnahme an den von der Schule organisierten Probevorstellungsgesprächen, Einzelberatung oder Beratung  durch den Berufsberater der Agentur für Arbeit mit ein.

Handlungsfelder und Kompetenzen H1 und H2

 

  • Berufsweltorientierung (in Zusammenarbeit mit Betrieben aus der Region)

Zu Beginn des Jahrgangs 8 findet in Kooperation mit einem Bildungsträger die Berufsweltorientierung  statt. Hier stellen sich einige Betriebe aus unterschiedlichen Berufsbereichen vor (z. B. Handwerk, soziale Berufe, usw.) und geben den SuS die Gelegenheit, sich an verschiedenen Stationen in den für den Beruf typischen Aufgaben und Tätigkeiten auszuprobieren, um so einen ersten Einblick in den Beruf zu bekommen. Dadurch können die SuS zumindest einen Berufsbereich für sich eingrenzen.

Im Wirtschaftsunterricht präsentieren die Jugendlichen ihre Beobachtungen und Eindrücke. Die teilnehmenden Betriebe und die betreuenden Lehrkräfte führen im Anschluss der Maßnahme eine Feedbackrunde durch und treffen schon Absprachen für die folgende Berufsweltorientierung.

Handlungsfelder und Kompetenzen H2,H3, H4 und H5

 

 

  • Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup am Standort Sulingen

Eine weitere Möglichkeit zum praktischen Kennenlernen von Berufen, Ausbildung oder Arbeitswelt ist die Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup am Standort Sulingen. Im Rahmen dieser Kooperation nehmen die SuS im zweiten Halbjahr des 8. Jahrgangs einmal wöchentlich am berufspraktischen Unterricht teil. Je nach Interessenlage lernen sie im Rahmen dieser Kooperation die fachtheoretischen Inhalte und die fachpraktischen Tätigkeiten aus verschiedenen Bereichen, wie z.B. Hauswirtschaft, Metall-, Holz- u. Bautechnik, Gesundheit u. Pflege, Wirtschaft u. Verwaltung kennen.

Am Ende dieser Maßnahme erhalten die SuS ein Zertifikat über die belegten Berufsfelder und Unterrichtsinhalte sowie eine Einschätzung zum Arbeits- und Sozialverhalten.

Die Vor- und Nachbereitung dieser Maßnahme findet zwischen dem Koordinator des BBZ und dem Fachkonferenzleiter AWT/BO der Oberschule statt.

Handlungsfelder und Kompetenzen H2, H4 und H5

 

  • Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) in Vechta

Der Besuch des BIZ wird in Zusammenarbeit mit dem Berufsberater der Bundesagentur für Arbeit vorbereitet und durchgeführt. Es gibt eine Einführungsveranstaltung (eine U.-Stunde) für die SuS. Hier werden Maßnahmen und Ziele des Besuchs vorgestellt. Im BIZ lernen die SuS den Umgang mit den digitalen Orientierungsangeboten „berufenet“ und „planet-beruf.de“ kennen. Diese digitalen Informationsquellen werden für weitere BO-Maßnahmen (z. B. Berufsbilder erstellen, Berufsberatung) genutzt. Auch der Umgang mit den Ordnern zur Berufswahl im BIZ wird mit den Jugendlichen erarbeitet und praktisch durchgeführt. Ergebnisse werden im Berufswahlordner  gesammelt. Im Wirtschaftsunterricht und den Profilkursen kommt neben den erwähnten Informationsquellen das „Beruf Aktuell“ zum Einsatz.

Handlungsfelder und Kompetenzen H2, H3 und H5

 

  • Besuch der Berufsmesse in Diepholz

Der Besuch der Berufsmesse in Jahrgang 9 bietet den Schülerinnen und Schülern eine weitere Möglichkeit, sich individuell über Berufe, Berufsbereiche oder die schulischen Angebote zu informieren. Die Vor- und Nachbereitung des Besuchs der Messe erfolgt im Wirtschaftsunterricht. Hierbei formulieren die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld, welche Bereiche sie besonders interessieren, orientieren sich mit der Messebroschüre und der Homepage des BBZ Dr. Jürgen Ulderup  über die Angebote.

Während des Besuchs informieren sie sich mit Hilfe eines Fragebogens des BBZ über ihre  Interessenschwerpunkte und berichten anschließend im Plenum darüber. Außerdem nehmen die Jugendlichen an einem simulierten Einstellungstest der Kreissparkasse teil und erhalten im Anschluss eine Rückmeldung über ihr Abschneiden und den Zweck solcher Testverfahren.

Handlungsfelder und Kompetenzen H2, H3, H5 und H6

 

  • Praktika

Jahrgang 8:

In der zweiten Hälfte des Jahrgangs 8 findet ein zweiwöchiges Basispraktikum statt. Basierend auf den individuellen Erfahrungen der „Berufsweltorientierung“ sowie den Ergebnissen aus dem Kompetenzfeststellungsverfahren I wählen die SuS den Beruf sowie den Betrieb für ihr Basispraktikum eigenständig. Während der Durchführung des Praktikums werden die SuS von einem Praktikumsbetreuer aus dem Betrieb sowie einer Lehrkraft der Schule begleitet und bei der Dokumentation des Praktikums (Praktikumsmappe) unterstützt. Nach dem Praktikum erfolgt die Nachbereitung, welche beinhaltet, dass die SuS  ihren Beruf in der Klasse als Kurzreferat vorstellen und abschließend ein begründetes Resümee für oder gegen den Beruf für sich ziehen.

Jahrgänge 9 u. 10:

Die Durchführung eines Praktikums ist ein bewährtes und gut geeignetes Instrument beim praktischen Kennenlernen eines Berufes, weshalb in den Jahrgängen 9 und 10 ebenfalls jeweils ein zweiwöchiges Praktikum stattfindet. Das Hauptpraktikum I im Jahrgang 9 hat im Unterschied zum Basispraktikum eine Einschränkung: Die SuS sollen einen weiteren Berufsbereich kennen lernen und dürfen daher nicht ihr Hauptpraktikum I im gleichen Bereich wie im Basispraktikum (z. B. zum zweiten Mal in einem handwerklichen Bereich) absolvieren.

Nachdem die SuS im Bereich des Basis- und Hauptpraktikums I verschiedene Berufe kennen gelernt haben, kann im Hauptpraktikum II im Jahrgang 10 die freie Wahl des Praktikumsplatzes entsprechend den eigenen Wünschen und Neigungen zur Bestätigung bzw. Ablehnung des bis dahin bestehenden Berufswunsches erfolgen.

Dieses Praktikum wird sowohl von den SuS wie auch von den Betrieben genutzt  Berufsausbildungsverträge abzuschließen. Die Jugendlichen präsentieren sich durch praktisches Arbeiten und die Ausbildungsbetriebe erhalten die Möglichkeit zur intensiven Beobachtung potentieller Bewerberinnen und Bewerber.

Handlungsfelder und Kompetenzen H2, H3, H4, H6 und H7

 

 

  • Vorbereitung von Bewerbungsverfahren

Die Vorbereitung der SuS auf konkrete Bewerbungssituationen ist ein zentraler Bestandteil der BO-Maßnahmen an der Oberschule Wagenfeld.

Im Deutschunterricht lernen die Jugendlichen zu Beginn des Jahrgangs 9 das Erstellen einer Bewerbungsmappe (Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und die weiteren Anlagen) kennen und diese anzufertigen.

Am Ende dieser Unterrichtseinheit steht ein Bewerbertraining. Dieses wird von Betrieben der regionalen Wirtschaft unterstützt. Firmenvertreter erarbeiten und probieren mit den SuS konkrete Bewerbungssituationen aus. Vorstellungsgespräche werden vorbereitet und simuliert. Die Jugendlichen erhalten die Möglichkeit ihrer Bewerbung eine individuelle Note zu geben. Auch die erste Kontaktaufnahme und Online-Bewerbungsverfahren stehen hier im Mittelpunkt.

Von den SuS erstellte Bewerbungen und Informationsmaterial zum Erstellen von Bewerbungsunterlagen werden im Berufswahlordner gesammelt.

Während des Besuches der Berufsmesse in Diepholz nehmen die Schülerinnen und Schüler an einem simulierten Einstellungstest teil und erhalten im Anschluss eine sofortige Rückmeldung.

Während der Suche um Praktikumsplätze stehen die Schülerinnen und Schüler ebenfalls vor konkreten Bewerbungssituationen. In erster Linie sind sie verantwortlich eine Praktikumsstelle zu finden. Dies ist ein gutes Training für spätere Bewerbungen um eine Berufsausbildungsstelle bzw. eine Arbeitsstelle nach der Ausbildung. Die Eltern werden während des Elterninformationsabends im Jahrgang 8 (siehe Elternarbeit) sensibilisiert die erste Kontaktaufnahme oder die Vorstellung im Betrieb von den Schülerinnen und Schülern selbstständig durchführen zu lassen. Unterstützung während der Vorbereitung ist natürlich von Seiten der Schule ausdrücklich erwünscht.

Auch die anderen Akteure der Berufsberatung (Berufsberater, Sozialpädagogin, Lehrkräfte) sind in diesen Prozess einbezogen.

Handlungsfelder und Kompetenzen H6 und H7

 

  • Berufsberatung

Der Besuch des BIZ in Vechta ist Bestandteil der BO-Maßnahmen in Jahrgang 8 (siehe Punkt 2). Die SuS erhalten nach einer Einführungsphase zur Nutzung des BIZ die Gelegenheit, sich anhand zahlreicher Medien (Magazine, Kurzfilme, PCs, „berufenet“, „planet-beruf.de“) über verschiedene Berufe umfassend zu informieren. Außerdem stehen den SuS  der Berufsberater und weitere Mitarbeiter des BIZ bei Problemen zur Seite. Nach der Recherche findet dann zusammen mit dem Berufsberater ein Auswertungsgespräch im Plenum statt. Die individuellen Ergebnisse der SuS sind später die Basis für die Einzelgespräche mit dem Berufsberater (s. u.). Dafür steht ein Beratungsbüro zur Verfügung.

Hier werden die Jugendlichen durch den Berufsberater, die Sozialpädagogin oder die Lehrkräfte der Schule beraten. Regelmäßige Einzelberatungen für die Jahrgänge 9 und 10 führt der Berufsberater der Bundesagentur für Arbeit durch. In Einzelgesprächen werden unter Berücksichtigung der individuellen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen Wege und Möglichkeiten für die weitere Laufbahn aufgezeigt. Die Beratungsnachweise für alle SuS der Abschlussklassen stellt der Berufsberater aus.

Der Berufsberater führt zum Wechsel des Schulhalbjahres eine Informationsveranstaltung in den Abschlussklassen zum Thema „Anmeldung an den weiterführenden Schulen“ durch. Im Vorfeld wurden die Möglichkeiten eine weiterführende schulische Ausbildung einzuschlagen im Unterricht erarbeitet.

Handlungsfelder und Kompetenzen H5, H6 und H7

 

 

  • Elternarbeit

Die Elternarbeit in der Berufsorientierung ist ein wichtiger Bestandteil. Nach einer Umfrage im Jahrgang 10 waren zwei Faktoren sehr entscheidend für die Berufswahl. Neben den Möglichkeiten praktische Erfahrungen zu sammeln (Praktika, Unterricht am BBZ) wurde die Orientierung im Elternhaus genannt. Daraus ergibt sich die Konsequenz die Elternarbeit zu stärken.

Zu Beginn des Jahrgangs 8 findet ein Elterninformationsabend zur Berufsorientierung statt. Hier werden den Eltern die BO-Maßnahmen an der Oberschule vorgestellt. Anregungen aus dem Plenum sind besonders erwünscht.

Zu den Auswertungsgesprächen der Kompetenzfeststellung sind die Eltern ebenfalls eingeladen und können die individuelle Beratung ihrer Kinder begleiten und unterstützen. Dies gilt auch für die Einzelberatungsgespräche mit dem Berufsberater. Er bietet zusätzlich Beratungstermine an den Elternsprechtagen der Oberschule an.

Am Anfang des Jahrgangs 9 findet ein Elternabend zu dem Thema „Schule – was dann?“ statt. Hier werden den Eltern Möglichkeiten der dualen und schulischen Ausbildung vorgestellt. Unterstützt wird dieser Informationsabend von dem Berufsberater und dem BBZ Dr. Jürgen Ulderup.

SuS sind zu diesen Informationsabenden ebenfalls eingeladen.

Handlungsfelder und Kompetenzen H1, H5, H6 und H7

  • Weitere BO-Maßnahmen

Zukunftstag:

Die jährlich angebotenen Zukunftstage können von den SuS aller Jahrgangsstufen genutzt werden. In erster Linie betrifft das die Jahrgänge 5 bis 9. Die Teilnahme an dem Zukunftstag ist freiwillig und die SuS kümmern sich eigenständig um Plätze in den Betrieben. Hier werden in der Regel die Arbeitgeber der Eltern bzw. anderer Verwandte genutzt. Eine Reflektion der Zukunftstage findet in Form eines Tagesberichtes statt. Hier werden die ausgeübten und beobachteten Tätigkeiten beschrieben.

Handlungsfelder und Kompetenzen H1, H2, H3 und H4

 

Schülerfirma

Die Schülerfirma der Oberschule Wagenfeld betreibt den Schulkiosk. Er ist in den beiden großen Pausen geöffnet.

SuS der Jahrgangsstufen 7-10 arbeiten in einer Arbeitsgemeinschaft für dieses Projekt. Zwei Lehrkräfte unterstützen die Jugendlichen während der Planung und Arbeit (Erstellung der Einkaufslisten u. Einkauf der Waren, Einteilung der Kioskdienste, Abrechnungen).

Durch die Mitarbeit im Kioskteam werden wirtschaftliche und kaufmännische Grundlagen erworben. Dies bezieht sich auf die Planung und den Einsatz des Personals, den Einkauf von Waren und die Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben.

Auch die sozialen Kompetenzen werden gefördert. Verantwortungsbewusstsein für die zu leistenden Dienste, das Geld und die Waren gehören ebenso dazu wie das Arbeiten im Team.

Handlungsfelder und Kompetenzen H2, H3 und H4

 

  • Jahresplan der BO-Maßnahmen im Schuljahr 2017/2018

Siehe Anhang

 

4. Dokumentation der BO-Maßnahmen

Für eine begründete Entscheidung für einen Beruf sind in erster Linie die berufspraktischen Erfahrungen aus den Praktika wichtig. Bei der Auswertung und Vorstellung des Praktikums sind die SuS angehalten ihre Erfahrungen zu reflektieren. Sie müssen in Bezug auf ihre vor dem Praktikum formulierten Erwartungen ein begründetes Resümee formulieren, was ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen soll. Als weitere Unterstützung  dient die Rückmeldung durch den Praktikumsbetrieb. Die SuS erfahren dadurch, ob sie über die Kenntnisse und Fertigkeiten, die für diesen Beruf erforderlich sind, verfügen.

Des Weiteren legen die SuS einen Berufswahlordner unter Anleitung des Fachkonferenzleiters AWT/BO an, in dem alle Zertifikate, Teilnahmebescheinigungen, Leistungsnachweise usw. der BO-Maßnahmen gesammelt werden. So können die SuS jederzeit sehen, welche Ergebnisse sie bei den jeweiligen BO-Maßnahmen erzielt haben, welche Erkenntnisse sie daraus gezogen haben und in welchen Bereichen eher ihre Stärken bzw. Schwächen liegen. Die Dokumentation wird ebenfalls durch den Fachkonferenzleiter AWT/BO begleitet.

Dieser Berufswahlordner befindet sich im Beratungsbüro. Damit haben der Berufsberater, die Sozialpädagogin und die Lehrkräfte der Schule die Möglichkeit in Beratungssituationen auf die schon durchgeführten BO-Maßnahmen zurückzugreifen. Im Jahrgang 10 wird der Berufswahlordner von den SuS mit nach Hause genommen, um die konkreten Bewerbungssituationen durchzuführen.

Handlungsfelder und Kompetenzen H4, H5, H6 und H7

 

5. Evaluation und Weiterentwicklung

Die Berufsorientierung an der Oberschule Wagenfeld wird von den zuständigen Akteuren evaluiert und weiterentwickelt. Bewährte Maßnahmen sollen erhalten bzw. erweitert und neue in den Berufsorientierungsprozess eingebunden werden.

Folgende Mittel werden dafür genutzt:

  • Rückmeldung durch die SuS (Feedback) nach den jeweiligen BO-Maßnahmen im Wirtschaftsunterricht
  • Präsentation der Schülerergebnisse (Berufsbilder, Praktikumsmappen usw.) nach den jeweiligen BO-Maßnahmen im Wirtschaftsunterricht
  • Enge Absprachen mit den Kooperationspartner für geplante BO-Maßnahmen (u.a. Teilnahme an Unternehmerstammtischen der AKTIWAS, ständiger Kontakt mit dem Berufsberater, persönliche Absprachen mit den Kooperationspartnern für die Berufsweltorientierung und das Bewerbertraining)
  • Feedbackrunden mit den Kooperationspartnern im Anschluss einer BO-Maßnahme (u.a. Fragebögen des BBZ zum Besuch der Berufsmesse, Nachbesprechung direkt im Anschluss der Berufsweltorientierung und des Bewerbertrainings, Praktikumsbesuch der Lehrkräfte in den Betrieben)
  • Evaluationsbogen Jahrgang 10 zu den BO-Maßnahmen (siehe Anhang)

Beispiele für Änderungen nach einer durchgeführten Evaluation:

  • Die Berufsweltorientierung wurde bis zum Schuljahr 2017/18 von zum Teil unterschiedlichen Bildungsträgern im Auftrag der Schule durchgeführt. Mit der Planung und Durchführung der Maßnahme waren die Verantwortlichen der Schule, ein großer Teil der SuS und die Kooperationspartner der Betriebe nicht zufrieden. Einladungen und Absprachen waren häufig zu kurzfristig und nicht umfassend genug. Die SuS fühlten sich teilweise nicht ausreichend vorbereitet. Deshalb hat die  Oberschule Wagenfeld im Schuljahr 2017/18 diese Maßnahme in eigenständiger Planung durchgeführt. Es waren bewusst weniger Aussteller beteiligt. So konnten alle SuS jeden Ausbildungsbetrieb und die dazugehörigen Berufe kennen lernen. Mit Hilfe eines Beobachtungsbogens (siehe Anhang) kamen die Jugendlichen leicht in die Gespräche und die Aussteller, denen der Bogen in der Planungsphase zur Verfügung  gestellt wurde, konnten sich auf die eventuellen Schülerfragen vorbereiten. Da die Berufsweltorientierung der erste Kontakt der SuS mit Vertreten der Wirtschaft ist, wurde im Vorfeld kein Betrieb/Beruf ausgeschlossen. Dies ist für eine der ersten BO-Maßnahmen von Bedeutung, damit eine weitere Orientierung (z. B. Wahl der Berufsfelder am BBZ oder Praktika) schon mit grundlegenden Erfahrungen und Informationen stattfinden können.

In den Feedbackrunden mit den Ausstellern und den SuS wurde dieses Verfahren als positiv bewertet.

  • Seit dem Schuljahr 2016/17 wird das Bewerbertraining der Oberschule Wagenfeld im Jahrgang 9 mit Kooperationspartnern der Wirtschaft (Kreissparkasse Diepholz, AOK, Lütvogt) durchgeführt (siehe Vorbereitung von Bewerbungsverfahren). In den Jahren davor fand ein handlungsorientiertes Training, welches von unterschiedlichen Bildungsträgern geplant und durchgeführt wurde, statt. Diese Maßnahme umfasst ca. 8 Wochen und fand einmal pro Woche statt. Durch Rückmeldungen der SuS, Beobachtungen der jeweiligen Klassenlehrer und des Fachkonferenzleiters AWT/BO wurde die Effektivität der Maßnahme in Frage gestellt. Der zeitliche Aufwand war u.a. zu hoch und die einzelnen Module waren zum Teil nicht handlungsorientiert vorbereitet und durchgeführt worden. Aus diesem Grund wird jetzt ein Bewerbertraining mit Kooperationspartnern der Wirtschaft durchgeführt. Es ist zeitlich gestrafft, umfasst einen Schultag und schließt das Thema „Bewerben“ des Deutschunterrichts ab. Die Rückmeldungen der SuS und beteiligten Lehrkräfte waren in den letzten beiden Schuljahren durchgehend positiv.
  • Die Praktikumsmappen erhielten in den letzten Jahren nach Rückmeldungen von Vertretern der AKTIWAS und des Kollegiums Änderungen. Die heimischen Betriebe wünschten sich mehr Tätigkeitsberichte zur Reflektion. Als Argument wurde u.a. genannt, dass auch die Auszubildenden solche Berichte verfassen müssen und damit eine vertiefende Auseinandersetzung stattfindet.

Seit dem Schuljahr 2017/18 erhalten die Praktikumsmappen einen Beurteilungsbogen zum Arbeits- und Sozialverhalten der SuS. Dadurch bekommen sie, ihre Eltern und die betreuenden Lehrkräfte eine direkte Rückmeldung zu den Arbeiten und dem Verhalten in den Betrieben. Diese Bewertung kann natürlich nicht in die Bewertung durch die Lehrkräfte eingehen. Sie ermöglicht den SuS aber den Beurteilungsbogen als Anlage für eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz mit einzureichen und die Chancen im Bewerbungsprozess dadurch zu erhöhen.

 

6. Geplante Vorhaben bzgl. der Berufsorientierung

Die Oberschule Wagenfeld hat seit dem Schuljahr 2017/18 eine neue kollegiale Schulleitung. Verschiedene Konzepte (u.a. Medien-, Methoden-, Inklusionskonzept) der Schule sollen bzw. werden erweitert und vertieft. Hierzu zählt auch die weitere Implementierung des BO-Konzeptes in die schuleigenen Arbeitspläne. Dieser Prozess ist angestoßen worden und wird durch Arbeitsgruppen z. Zt. ausgearbeitet und umgesetzt.

Regelmäßige Betriebserkundungen in Betrieben des regionalen bzw. des überregionalen Wirtschaftsraumes werden in der Zukunft in dem Berufsorientierungskonzept eingebunden. Sie sind ebenfalls in den schuleigenen Lehrplänen für Technik und Wirtschaft vorgesehen. Hier sollen jährliche Erkundungen durchgeführt und die Angebote der entsprechenden Unternehmen genutzt werden.

In den Jahrgängen 9 und 10 bieten sich hier besonders die Profilkurse Technik, Wirtschaft und Gesundheit u. Soziales an. Entsprechende Wahlpflichtkurse in diesen Jahrgängen werden ebenfalls einbezogen.

Für die jüngeren Jahrgänge sind Besuche in der Wissenswerkstatt in Diepholz vorgesehen.

Weiterhin ist beabsichtigt mit den jetzt schon unterstützenden Partnern der Wirtschaft Kooperationsverträge über eine weitere Zusammenarbeit einzugehen. Dadurch können vertiefende Kooperationen entstehen.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Oberschule Wagenfeld hier eine breite Unterstützung aus der regionalen Wirtschaft, der Gemeinde Wagenfeld, des BBZ Dr. Jürgen Ulderup und der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit hinsichtlich der BO-Maßnahmen erhält. Dafür gilt unser Dank.