Checkliste: Auswertungsphase von Gruppenarbeit

Vorbedingungen
Arbeitsauftrag so gestalten, dass eine abwechslungsreiche Auswertung möglich ist.
Kontrollrundgang während der Gruppenarbeit machen und sich einen Überblick verschaffen.
Sicherung der Ergebnisse in der Auswertungsphase schon während der Unterrichtsvorbereitung berücksichtigen.
Ergebnisse sollten in knapper Form verfasst werden können. Ausnahme: Rollenspiele etc.

Schülerhandlungen
Beim Arbeitsauftrag auf Varianz der Schülerhandlungen bei der Auswertung denken.
Bloßes Ablesen vermeiden.
Aufmerksamkeit aller Schüler während der Ergebnispräsentation sichern.
Je interessanter die Präsentation, desto höher die Aufmerksamkeit.

Symbolisierungsformen
Schon beim Arbeitsauftrag auf Varianz der Symbolisierungsformen achten.
Gezielt sämtliche Medien für die Präsentation einsetzen (z.B. mündlich, schriftlich-verbal, nonverbal, optisch-bildlich, akustisch-musikalisch, audiovisuell)

Zeitbudget
Genug Zeit für die Auswertung einplanen.
Darauf achten, dass alle Gruppen vortragen können.
Notfalls Teile in die nächste Stunde oder Einheit verlegen.

Abrufen der Gruppenergebnisse
Immer Gruppen bzw. deren Sprecher nicht Einzelschüler aufrufen.
Gruppennamen helfen dabei.
Sinnvolle, während der Planung überlegte Reihenfolge bei der Präsentation einhalten.
Nicht eine Gruppe bereits alle Ergebnisse referieren lassen.
Berichte von Parallelgruppen unmittelbar nacheinander vortragen lassen, jedoch nur das noch nicht genannte.
Integration der Gruppenergebnisse
Auswertung nicht so stark durch die Lehrkraft vorgeben, sondern Schülern einen gestalterischen Freiraum lassen.
Aufgabe des Lehrers: Vernetzung der Einzelergebnisse herstellen (Voraussetzung: Lehrer verfügt über ausreichend Sachkompetenz!).
Sozialkompetenz: Balance finden zwischen Eingreifen und Nicht-Eingreifen.

Ernstnehmen der Gruppenergebnisse
Schüler vorab über die von der Lehrkraft erwarteten Leistungen der Gruppen informieren.
evtl. Veröffentlichung der Bewertungskriterien durch einen Aushang in der Klasse.
evtl. Leistungsthermometer der Gruppen einrichten.
auch Benotung bzw. Bewertung der Gruppenergebnisse bedenken.

Sicherung der Gruppenergebnisse
Schon bei der Formulierung des Arbeitsauftrages auf Absicherung der Gruppenergebnisse bereits während der Gruppenarbeit achten.
medial variable Sicherung des Gesamtergebnisses der Gruppenunterrichtssequenz anstreben.
Bei der Präsentation der Gruppenergebnisse auf Normtoleranz achten (um schwächere Schüler nicht zu entmutigen).
Korrekturen und Normabweichungen (wenn nötig) in
eigenen Unterrichtseinheiten oder in
häusliche Überarbeitung
integrieren (durch Lehrer und/oder Schüler).

Metakommunikation
Integration von Metakommunikation in die Auswertungsphase.
Nicht nur inhaltliche Reflexion der Ergebnisse durch die Schüler, sondern auch Reflexion hinsichtlich der Beziehungsseite_Gruppenarbeitsprozesse (vgl. PZ´s).
Auch in anderen Sozialformen sollten die Schüler die Möglichkeit zur Metakommunikation über durchgeführten Gruppenunterricht haben.
Vermeiden: Metakommunikation darf nicht zu formaler und somit unergiebiger Routine verkommen!
Bei Inszenierung von Metakommunikation auf symmetrisches Lehrer-Schüler-Verhältnis achten.

Quelle:
Nürnberger Projektgruppe. Erfolgreicher Gruppenunterricht: Praktische Anregungen für den Schulalltag. Stuttgart 2001. S. 78ff „Checkliste zur Auswertungsphase“ zusammen gefasst von Heike Stehnken

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