Fragen und Antworten zur APVO-Lehr

  1. Wie lautet die genaue Dienstbezeichnung während des Vorbereitungsdienstes?
  2. Wo erfolgt die Ausbildung?
  3. Wer sind Ausbildende?
  4. Wer sind Vorgesetzte?
  5. Welche Aufgaben haben die Fachseminarleiter?
  6. Welche Aufgaben haben Schulleiter?
  7. Was sind Mentoren / Fachlehrkräfte?
  8. Wie sieht die Ausbildung im pädagogischen Seminar aus?
  9. Wie sieht die Ausbildung in den fachdidaktischen Seminaren aus?
  10. Was ist betreuter Unterricht?
  11. Wie viel eigenverantwortlicher Unterricht ist zu erteilen?
  12. Wie viel Stunden können AnwärterInnen außerhalb der Förderschule unterrichten?
  13. Wie ist der Ausbildungsunterricht vorzubereiten?
  14. Wie oft finden Gespräche über den Ausbildungsstand statt?
  15. Wie entsteht die Ausbildungsnote?
  16. Was ist zu Pausenaufsichten und Vertretungsstunden geregelt?
  17. Wie werden Termine und Themen für Unterrichtsbesuche abgesprochen?
  18. Welche Themen dürfen in der schriftlichen Arbeit bearbeitet werden?
  19. Wie kann die Bearbeitungszeit für die schriftliche Arbeit verlängert werden?
  20. Welchen Umfang hat die schriftliche Arbeit?
  21. Wer bildet die Prüfungskomission?
  22. In welchen Fächern wird der Prüfungsunterricht gezeigt?
  23. Welche Themen kommen in der Mündlichen Prüfung dran?
  24. Wie werden die verschiedenen Ausbildungs- und Prüfungsteile in der Gesamtnote gewichtet?

Im Downloadbereich gibt es die APVO-Lehr im Wortlaut. Im Teil Informationen für Schulen detaillierte Kommentare.

1. Wie lautet die genaue Dienstbezeichnung während des Vorbereitungsdienstes?

§ 4 Dienstbezeichnung
(…) 3. „Anwärterin des Lehramts für Sonderpädagogik” oder „Anwärter des Lehramts für Sonderpädagogik”

2. Wo erfolgt die Ausbildung?

§ 5 Struktur der Ausbildung, Ausbildungseinrichtungen, Vorgesetzte, Ausbildende:
(…) (5) Die Ausbildung erfolgt an
1.    Studienseminaren und
2.    öffentlichen Schulen oder anerkannten Ersatzschulen der jeweiligen Schulform.

Zu § 5 (Struktur der Ausbildung, Ausbildungseinrichtungen, Vorgesetzte, Ausbildende):
1. Wenn es die Ausbildung erfordert, können die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst an mehreren Schulen unterrichten; ein Wechsel der Schule ist aus diesem Grund zulässig.“

3. Wer sind Ausbildende?

§ 5  (7) : Ausbildende sind die Leiterinnen und Leiter der pädagogischen und fachdidaktischen Seminare. Sie sind in ihrem Bereich der Ausbildung verantwortlich und weisungsberechtigt.

zu § 5:  „2. Ausbildende sind
a) die Leiterinnen und Leiter des Studienseminars sowie deren oder dessen ständige Vertreterinnen und ständige Vertreter, (…)
c) für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, das Lehramt an Realschulen sowie das Lehramt für Sonderpädagogik die Fachseminarleiterinnen und Fachseminarleiter.“

4. Wer sind Vorgesetzte?

§5 (6): Die Leiterin oder der Leiter des Studienseminars trägt die Gesamtverantwortung für die Ausbildung einschließlich Qualitätsentwicklung und -sicherung an dem Studienseminar. Sie oder er ist Vorgesetzte oder Vorgesetzter der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst.
(7) Ausbildende sind die Leiterinnen und Leiter der pädagogischen und fachdidaktischen Seminare. Sie sind in ihrem Bereich der Ausbildung verantwortlich und weisungsberechtigt.

5. Welche Aufgaben haben die Fachseminarleiter?

zu § 5:
2.3 Der Ausbilderin oder dem Ausbilder für „besondere Aufgaben” können zur Entlastung der Seminarleitung weitere Aufgaben übertragen werden. Außerdem übernimmt sie oder er die Ausbildung in einem Seminar, in der Regel in einem pädagogischen Seminar.
2.4 Die Ausbildung in einem pädagogischen Seminar umfasst Unterrichtsbesuche und Beratungen. Die oder der Ausbildende koordiniert die Ausbildung des von ihr oder ihm geleiteten pädagogischen Seminars mit den jeweiligen fachdidaktischen Seminaren.
2.5 Die Ausbildung in einem fachdidaktischen Seminar umfasst die Didaktik und Methodik eines Fachs auch unter Berücksichtigung fachübergreifender Aspekte. Die oder der Ausbildende berät die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und besucht sie im Unterricht.
2.6 Alle Ausbildenden geben den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst Gelegenheit zu Hospitationen im eigenen Unterricht.

§ 7: (8) Jede und jeder Ausbildende besucht die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst im Ausbildungsunterricht. An mindestens einem Unterrichtsbesuch je Fach nehmen die Ausbildenden für das jeweilige Fach und für Pädagogik gemeinsam teil.

6. Welche Aufgaben haben Schulleiter?

Zu § 7 (Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche):
3.1 Die Schulleiterin oder der Schulleiter oder eine von ihr oder ihm beauftragte Lehrkraft macht die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit der jeweiligen Schule vertraut. Die von der Schulleiterin oder dem Schulleiter bestimmten betreuenden Lehrkräfte machen sie mit den besonderen Bedingungen des jeweiligen Unterrichts vertraut. Im Zusammenhang mit dem Ausbildungsunterricht sind die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in die Aufgaben der Klassenlehrerin oder des Klassenlehrers und bei dem Lehramt an Gymnasien und dem Lehramt an berufsbildenden Schulen zusätzlich in die Aufgaben der Tutorin oder des Tutors einzuführen. Außerunterrichtliche Aufgaben der Lehrkräfte und die Beteiligung an der Schulentwicklung sind zu berücksichtigen.

Bei gemeinsamen Unterrichtsbesuchen KANN der Schulleiter anwesend sein. (vgl: zu § 7 Nr 5.1)

§ 8 Ausbildungsschule
(2) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind an der Ausbildungsschule in die schulpraktische Arbeit, auch im Hinblick auf die Eigenverantwortlichkeit der Schule, einzuführen. Hierfür trägt die Schulleiterin oder der Schulleiter die Verantwortung.

zu § 8:
3. Die Schulleiterin oder der Schulleiter hat gegenüber den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst dieselben Rechte und Pflichten wie gegenüber den Lehrkräften; dabei sind die Belange der Ausbildung zu berücksichtigen.

§ 10 Gespräch über den Ausbildungsstand, Ausbildungsnote
(2) Am Ende des vierzehnten Ausbildungsmonats werden die Leistungen der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst
(…)
3.    in der Ausbildungsschule von deren Schulleiterin oder Schulleiter mit einer Note (…) bewertet.
Erteilen die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst Ausbildungsunterricht an mehreren Schulen, so erfolgt die Bewertung durch die Schulleiterin oder den Schulleiter der Ausbildungsschule mit dem überwiegenden Ausbildungsanteil.

zu § 10:
3. Die Note der Schulleiterin oder des Schulleiters bezieht sich nur auf Aussagen zur schulischen Arbeit der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst, insbesondere auf die Mitarbeit in Konferenzen, Umgang mit Schülerinnen und Schülern, Teamfähigkeit, Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und ggf. auf außerunterrichtliche Aktivitäten und Engagement in Schulprojekten im Rahmen der Eigenverantwortlichkeit der Schule. Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann bei der Notenfindung die ständige Vertreterin oder den ständigen Vertreter sowie Studiendirektorinnen und Studiendirektoren, die mit der Koordinierung schulfachlicher Aufgaben beauftragt wurden, einbeziehen. Wird die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst an zwei oder mehr Schulen ausgebildet, soll die Schulleiterin oder der Schulleiter der Schule die Benotung abgeben, an der die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst den Ausbildungsunterricht überwiegend erteilt. Die Schulleiterin oder der Schulleiter der anderen Schule kann Bewertungsbeiträge abgeben.

(§ 24 Übergangsvorschriften
(2) Für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, die vor dem 1.August 2011 in den Vorbereitungsdienst eingestellt worden sind, ist eine Bewertung (…) nicht abzugeben. Stattdessen hat die Schulleiterin oder der Schulleiter der Ausbildungsschule einen Bewertungsbeitrag zu fertigen, der in die Bewertung (des pädagogischen Seminars A.d.V.) eingeht.)

§ 12
Prüfungsbehörde, Prüfungsausschuss
Dem Prüfungsausschuss gehören vier Mitglieder an. Mitglieder des Prüfungsausschusses sind die Ausbildenden des Prüflings und die Schulleiterin oder der Schulleiter der Schule, an der der Prüfling den überwiegenden Teil seines Ausbildungsunterrichts erteilt hat.

Zu § 12 (Prüfungsbehörde, Prüfungsausschuss):
3. Im Verhinderungsfall kann sich die Schulleiterin oder der Schulleiter neben der ständigen Vertreterin oder dem ständigen Vertreter auch von einer anderen Lehrkraft der betreffenden Schule vertreten lassen.
4. Das Studienseminar soll die Schulleiterin oder den Schulleiter nur mit deren oder dessen Einverständnis zum vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses vorschlagen.
5. Die Schulleiterin oder der Schulleiter der Schule, an der das zweite Fach ausgebildet wird, kann an der Prüfung ohne Stimmrecht teilnehmen.


7. Was sind Mentoren / Fachlehrkräfte?

Der Begriff „Mentor“ oder „Fachlehrkraft“ ist in der APVO-Lehr nicht zu finden. Es ist von „betreuender“ Lehrkraft und „verantwortlicher“ Lehrkraft die Rede.
§ 7 Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche
(1) Satz 2: „Betreuter Unterricht wird bei ständiger oder gelegentlicher Betreuung durch die für den Unterricht verantwortliche Lehrkraft erteilt.“

§ 8 Ausbildungsschule
(1) 1Jede Lehrkraft an der Ausbildungsschule ist verpflichtet, in ihren Fächern Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zu betreuen. 2Sie ist bei der Betreuung weisungsberechtigt.“

Zu § 8 (Ausbildungsschule):
1. In der Regel sollen Lehrkräfte der Ausbildungsschule als betreuende Lehrkraft beauftragt werden, die in dem entsprechenden Unterrichtsfach auch selbst ausgebildet worden sind.

§ 14 Prüfungsunterricht
(2) Wird der Prüfungsunterricht in einer Klasse oder Lerngruppe erteilt, in der der Prüfling betreuten Unterricht erteilt, so kann die für den Unterricht verantwortliche Lehrkraft anwesend sein.
(…)
(5) Wird der Prüfungsunterricht in einer Klasse oder einer Lerngruppe erteilt, in der der Prüfling betreuten Unterricht erteilt, so soll sich die für den Unterricht verantwortliche Lehrkraft vor der Bestimmung des Themas oder des Themenbereichs äußern.

zu § 14:
11. Wenn der Prüfungsunterricht im betreuten Unterricht erteilt wird, soll die verantwortliche Lehrkraft, in deren Klasse oder Lerngruppe der Prüfungsunterricht erteilt wird, anwesend sein und sich zum Leistungsstand und Verhalten der Schülerinnen und Schüler im Zusammenhang des bisher erteilten Unterrichts äußern.

8. Wie sieht die Ausbildung im pädagogischen Seminar aus?

§ 6 Seminarlehrplan, Veranstaltungen des Studienseminars
(5) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt für Sonderpädagogik werden monatlich acht Stunden im pädagogischen Seminar, vier Stunden in dem fachdidaktischen Seminar der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung, vier Stunden in dem fachdidaktischen Seminar der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung und vier Stunden im fachdidaktischen Seminar des Unterrichtsfachs ausgebildet. Jeweils ein Viertel der Stunden wird für die Ausbildung in der sonderpädagogischen Förderung an allgemein bildenden Schulen verwandt.

zu § 6:
2.3 Die Ausbildung im pädagogischen Seminar hat den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst Hilfen für die Praxis unter Bezugnahme auf die in der Anlage genannten Kompetenzen zu geben. Dazu sollen die Zusammenhänge zwischen bildungswissenschaftlicher Theorie und schulischer Praxis thematisiert werden, insbesondere an übergreifenden Themen. Der Lehrplan des pädagogischen Seminars ist mit denen der fachdidaktischen Seminare abzustimmen. Fragen zur Stellung und Aufgabe der Schule in der Gesellschaft sowie für die Lehrkraft wichtige Gebiete des Schul- und Beamtenrechts sind in die Ausbildung einzubeziehen.

9. Wie sieht die Ausbildung in den fachdidaktischen Seminaren aus?

§ 6 Seminarlehrplan, Veranstaltungen des Studienseminars
(5) 1Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt für Sonderpädagogik werden monatlich acht Stunden im pädagogischen Seminar, vier Stunden in dem fachdidaktischen Seminar der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung, vier Stunden in dem fachdidaktischen Seminar der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung und vier Stunden im fachdidaktischen Seminar des Unterrichtsfachs ausgebildet. 2Jeweils ein Viertel der Stunden wird für die Ausbildung in der sonderpädagogischen Förderung an allgemein bildenden Schulen verwandt.

zu § 6:
2.4 In den fachdidaktischen Seminaren werden die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst kompetenzorientiert unter den spezifischen Anforderungen ihrer Fächer ausgebildet.


10. Was ist betreuter Unterricht?

§ 7 Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche
(1) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst erteilen Ausbildungsunterricht, der aus betreutem und eigenverantwortlichem Unterricht besteht. Betreuter Unterricht wird bei ständiger oder gelegentlicher Betreuung durch die für den Unterricht verantwortliche Lehrkraft erteilt.
(2) Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, das Lehramt an Realschulen und das Lehramt für Sonderpädagogik erteilen durchschnittlich wöchentlich zwölf Stunden Ausbildungsunterricht.

(5) (…) Die Lehrkräfte für das Lehramt für Sonderpädagogik erteilen Ausbildungsunterricht an einer Förderschule oder an einer anderen allgemein bildenden Schule, wenn dort eine sonderpädagogische Ausbildung sichergestellt ist.

Zu § 7 (Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche):
1. Betreuter Unterricht
Zum betreuten Unterricht gehören auch Hospitationen. Den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst soll Gelegenheit gegeben werden, durch Hospitationen Unterricht in anderen Schulformen, auch unter dem Aspekt gemeinsamen Unterrichts von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen sowie mit und ohne Migrationsgeschichte, kennenzulernen.


11. Wie viel eigenverantwortlicher Unterricht ist zu erteilen?

Zu § 7 (Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche):
4.1 Ausbildungsunterricht ist in jedem Ausbildungshalbjahr zu erteilen. Bei einer Dauer von 18 Monaten Vorbereitungsdienst ergibt sich dementsprechend für diese drei Ausbildungshalbjahre ein eigenverantwortlicher Unterricht im Umfang von 20 Stunden für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, das Lehramt an Realschulen und das Lehramt für Sonderpädagogik bzw. 18 Stunden für das Lehramt an Gymnasien und das Lehramt an berufsbildenden Schulen. Außerdem ergibt sich für diese drei Ausbildungshalbjahre ein betreuter Unterricht von 16 Stunden für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, das Lehramt an Realschulen und das Lehramt für Sonderpädagogik bzw. von 12 Stunden für das Lehramt an Gymnasien und das Lehramt an berufsbildenden Schulen.

4.2 Eigenverantwortlicher Unterricht soll nur in den Fächern erteilt werden, in denen im Seminar ausgebildet wird. (…)

4.3 Durch die neue Ausbildungsstruktur kann der eigenverantwortliche Unterricht in geringem Umfang von Anfang an beginnen.
Beispielhaft werden folgende Verteilungsmöglichkeiten, bezogen auf die drei Ausbildungshalbjahre, vorgeschlagen:
– Lehramt an Grund- und Hauptschulen, Lehramt an Realschulen sowie Lehramt für Sonderpädagogik bei einer Dauer von 18 Monaten: insgesamt 20 Stunden eigenverantwortlicher Unterricht (z.B. 4 Std./10 Std./6 Std.),
(…) Andere Modelle, z.B. eine gleichmäßige Verteilung auf die drei Ausbildungshalbjahre, sind möglich.

4.4 Die Dauer des eigenverantwortlichen Unterrichts in einer Klasse/Lerngruppe beträgt in der Regel mindestens ein Ausbildungshalbjahr.

12. Wie viel Stunden können AnwärterInnen außerhalb der Sonderschule unterrichten?

§ 7 Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche
Abs. 5 Satz 3: „Die Lehrkräfte für das Lehramt für Sonderpädagogik erteilen Ausbildungsunterricht an einer Förderschule oder an einer anderen allgemein bildenden Schule, wenn dort eine sonderpädagogische Ausbildung sichergestellt ist.“

13. Wie ist der Ausbildungsunterricht vorzubereiten?

Zu § 7 (Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche):
„4.7 Der Ausbildungsunterricht ist schriftlich vorzubereiten; die schriftliche Vorbereitung ist auf Verlangen vorzulegen.“

14. Wie oft finden Gespräche über den Ausbildungsstand statt?

§ 10 Gespräch über den Ausbildungsstand, Ausbildungsnote
(1) Zwischen dem achten und zehnten Ausbildungsmonat führen die Ausbildenden mit der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst gemeinsam ein Gespräch über den Ausbildungsstand und beraten sie zum weiteren Verlauf der Ausbildung.

„Zu § 10 (Gespräch über den Ausbildungsstand, Ausbildungsnote):
1. Die Leiterin oder der Leiter des Studienseminars kann an dem Gespräch über den Ausbildungsstand teilnehmen. Der festgestellte Ausbildungsstand und ggf. die Hinweise auf die Konsequenzen (Entlassung durch Verwaltungsakt wegen Nichteignung) sind aktenkundig zu machen. Ein Exemplar ist der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst auszuhändigen.“


15. Wie entsteht die Ausbildungsnote?

§ 10 Gespräch über den Ausbildungsstand, Ausbildungsnote
(2) Am Ende des vierzehnten Ausbildungsmonats werden die Leistungen der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst
1.    im pädagogischen Seminar von dessen Leiterin oder Leiter,
2.    in jedem fachdidaktischen Seminar von dessen Leiterin oder Leiter und
3.    in der Ausbildungsschule von deren Schulleiterin oder Schulleiter
mit einer Note nach § 13 Abs. 1 bewertet.

Zu § 10 (Gespräch über den Ausbildungsstand, Ausbildungsnote):
Die Ausbildungsnote beim Lehramt für Sonderpädagogik wird wie folgt berechnet:
Beispiel:
Zunächst wird aus dem Punktwert der ersten sonderpädagogischen Fachrichtung und dem Punktwert der zweiten sonderpädagogischen Fachrichtung der Mittelwert gebildet (§ 10 Abs. 3 Satz 3). Dieser fließt als Punktwert der ersten fachdidaktischen Note in die Ausbildungsnote ein.

5. Die Ausbildungsnote wird wie folgt berechnet:
Beispiel:

1. Note: Pädagogik 2,0
2. Note: Mittelwert aus den beiden Förderschwerpunkten 3,0
3. Note des ersten Unterrichtsfachs 4,0
4. Note Schulleitung 3,0 (erst ab 1. 8. 2011)
5. Note schriftliche Arbeit (doppelt gewichtet) (Punktwert § 9 Abs. 3) 1,5
1,5
Insgesamt: 15 : 6 = 2,5 (Punktwert)

Der Punktwert der Ausbildungsnote (hier: 2,5) entspricht der Ausbildungsnote „befriedigend“ (3) nach § 10 Abs. 3 Satz 5 i. V. m. § 13 Abs. 2 Satz 4.

16. Was ist zu Pausenaufsichten und Vertretungsstunden geregelt?

Zu § 7 (Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche):
3.2 Den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst darf die Verantwortung für Aufsichten und Schulveranstaltungen wie z.B. Klassen- und Studienfahrten nur in beschränktem, ihrer Ausbildung nicht abträglichem Maße übertragen werden. Zu Vertretungsstunden sollen sie nur in Klassen/Lerngruppen herangezogen werden, in denen sie Ausbildungsunterricht erteilen. Die durchschnittliche Stundenanzahl des Ausbildungsunterrichts soll hierdurch nicht überschritten werden.

17. Wie werden Termine und Themen für Unterrichtsbesuche abgesprochen?

Zu § 7 (Ausbildungsunterricht, Unterrichtsbesuche):
5.2 Zeitpunkt, Klasse/Lerngruppe, Fach und die jeweilige Aufgabe bestimmen die Ausbildenden im Benehmen mit der Schule und den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst.


18. Welche Themen dürfen in der schriftlichen Arbeit bearbeitet werden?

§ 9 Schriftliche Arbeit
ein Thema aus der schulischen Praxis anzufertigen, das sich auf in der Anlage genannte Kompetenzen bezieht.


19. Wie kann die Bearbeitungszeit für die schriftliche Arbeit verlängert werden?

Zu § 9 (Schriftliche Arbeit):
5. Die schriftliche Arbeit ist spätestens am letzten Tag des zweiten Ausbildungshalbjahres in zwei Exemplaren bei der Leiterin oder dem Leiter des Studienseminars abzugeben. Wird die schriftliche Arbeit nicht fristgerecht oder gar nicht abgegeben, ist sie mit „ungenügend” zu bewerten.


20. Welchen Umfang hat die schriftliche Arbeit?

Zu § 9 (Schriftliche Arbeit):
3. Der Umfang der schriftlichen Arbeit soll ohne Anlagen nicht mehr als 15 Seiten (1,5-zeilig, Schriftart Arial und Schriftgröße 11) umfassen.


21. Wer bildet die Prüfungskomission?

§ 12 Prüfungsbehörde, Prüfungsausschuss
2) Dem Prüfungsausschuss gehören vier Mitglieder an. Mitglieder des Prüfungsausschusses sind die Ausbildenden des Prüflings und die Schulleiterin oder der Schulleiter der Schule, an der der Prüfling den überwiegenden Teil seines Ausbildungsunterrichts erteilt hat.
(…)
Für das Lehramt für Sonderpädagogik gehören dem Prüfungsausschuss die oder der Ausbildende für das Unterrichtsfach und die oder der Ausbildende für ein weiteres Fach (§ 3 Abs. 1 Satz 3) nicht an.


22. In welchen Fächern wird der Prüfungsunterricht gezeigt?

zu § 14
7. Der Prüfungsunterricht für das Lehramt für Sonderpädagogik kann in zwei Formen stattfinden:a)
Prüfungsunterricht I:
Erste sonderpädagogische Fachrichtung, kombiniert mit dem Unterrichtsfach,Prüfungsunterricht II:
Zweite sonderpädagogische Fachrichtung, kombiniert mit dem Unterrichtsfach oderb)
Prüfungsunterricht I:
Erste sonderpädagogische Fachrichtung, kombiniert mit dem Unterrichtsfach,Prüfungsunterricht II:
Zweite sonderpädagogische Fachrichtung, kombiniert mit dem weiteren Unterrichtsfach nach Nummer 4.3 der Durchführungsbestimmungen zu §3 (viertes Fach).
Der Prüfling wählt in Absprache mit seinen Ausbilderinnen und Ausbildern eine der beiden Möglichkeiten und teilt diese der Leiterin oder dem Leiter des Studienseminars spätestens vier Wochen vor der Prüfung schriftlich mit.
Der Prüfungsunterricht ist in unterschiedlichen Klassenstufen oder Schulformen zu erteilen.


23. Welche Themen kommen in der Mündlichen Prüfung dran?

Zu § 15 (Mündliche Prüfung):
2. Der Prüfling kann je ein Themengebiet aus dem Bereich Pädagogik sowie der Didaktik und Methodik der beiden Unterrichtsfächer nennen, mit dem er sich im Rahmen der Ausbildung besonders beschäftigt hat; diese Themengebiete sind Ausgangspunkt für das jeweilige Prüfungsgespräch (ca. 5 Minuten), das sich dann weiteren Fragestellungen aus der gesamten Ausbildung zuwendet.


24. Wie werden die verschiedenen Ausbildungs- und Prüfungsteile in der Gesamtnote gewichtet?

§ 19 Gesamtnote der Staatsprüfung
(1) Für die Bildung der Gesamtnote der Staatsprüfung errechnet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses das arithmetische Mittel des Punktwerts der Ausbildungsnote und des Punktwerts der Prüfungsnote. (…) Die errechnete Zahl (Punktwert der Gesamtnote) ist entsprechend (…) einer Note (Gesamtnote) zuzuordnen.

 

Zu § 19 (Gesamtnote der Staatsprüfung):

 

Berechnung der Gesamtnote:
Beispiel: Prüfung bestanden:

 

Ausbildungsnote: 4,8 (Punktwert), Note „mangelhaft“ (5)
Prüfungsunterricht I 3,0 (Punktwert)
Prüfungsunterricht II 3,5 (Punktwert)
Mündliche Prüfung 2,0 (Punktwert)
Prüfungsnote: 2,8 (Punktwert), Note „befriedigend“ (3)

 

Berechnung der Gesamtnote:
Punktwert Ausbildungsnote 4,8
Punktwert Prüfungsnote 2,8
Insgesamt: 7,6 : 2 = 3,8 (Punktwert)

Der Punktwert der Gesamtnote (hier: 3,8) entspricht der Gesamtnote „ausreichend“ (4)

 

Dieser Beitrag wurde unter 4. Mitwirkung, Weiterentwicklung, Pädagogisches Seminar 4 abgelegt und mit verschlagwortet. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.